Star Wars: Battlefront – Test zum Kampf zwischen den Rebellen und dem Imperium

Das Star Wars Franchise ist aktuell mehr gefragt als alles andere. Selbst die Einzelhandelsketten locken die Kunden mit Sammelkarten in die Läden, um so einen höheren Umsatz zu erzielen. Passend zum neusten Star Wars Film darf ein offizielles Videospiel natürlich nicht fehlen. Deshalb überrascht es umso weniger, dass EA in diesem November Star Wars: Battlefront für die Konsolen und den PC veröffentlichte. Zwar kein Spiel zum siebten Teil der Reihe, dafür ein lang ersehnter Nachfolger der Battlefront-Serie. Ob DICE ein ordentliches Spiel auf den Markt gebracht hat, lest ihr nun in unserem Test.

 

Wo ist der Singleplayer?

Bereits im Vorfeld gab es die Information, dass beim Reboot der Star Wars: Battlefront Reihe auf einen reinen Singleplayer mit Kampagne verzichtet wird. Wir erinnern uns: die beiden Vorgänger, welche noch von den Pandemic Studios entwickelt wurden, hatten reine Offline-Teile. So war es möglich die Geschichte der Filme nachzuspielen, sowie bei der Galaxis-Eroberung Sternensysteme zu erobern. Ein erster Blick in das Hauptmenü enttäuscht, denn von dem Wort Kampagne oder Story fehlt jede Spur. Lediglich einen Hordenmodus für bis zu zwei Spieler ist enthalten und kann sowohl online als auch offline im Splitscreen gespielt werden. Das war’s! Richtig spannend ist dieser Modus ebenfalls nichts, was vor allem daran liegt, dass wir Gegnerwelle für Gegnerwelle einfach nur stupide abschießen. Verbesserungen, wie beispielsweise im Zombie-Modus der CoD Black Ops-Spiele, eine tolle Geschichte rund um eine Szene aus den Filmen oder aber Fahrzeuge fehlen schlichtweg. Wer sich das Spiel für einen tollen Singleplayer mit Koop-Funktion kaufen möchte, den müssen wir nun enttäuschen. Battlefront legt das Hauptaugenmerk eher auf die Multiplayer-Partien zwischen den Rebellen und dem Imperium. Droiden der Förderation und Klone der Republik bleiben aber von den Planeten fern. Die bekannten Weltraumschlachten sind auch nicht dabei… Mensch EA, was habt ihr euch dabei bloß gedacht?

https://www.youtube.com/watch?v=BRTSEuEdGd0

Unser Video zur Review: Star Wars: Battlefront – FIRST TIME PS4 Koop Gameplay

 

Ordentliche Spielmodi

Zwar fehlen einige Inhalte der letzten Teile, dafür gibt es unglaublich viele Spielmodi, die alle auf ihre eigene Art unterhalten. Unter dem Namen Gefecht verbirgt sich das bekannte Team Deathmatch. Hier sind keinerlei Helden vorhanden, Fahrzeuge fehlen ebenfalls und wir kämpfen nur mit insgesamt 16 Spielern auf den Karten. Ähnlich sieht es bei den Modi Fracht und Abwurfzone aus. Diese stellen Capture the Flag oder King of the Hill dar und funktionieren ähnlich einfach. Richtig Action gibt es dann aber beispielsweise bei Helden vs. Schurken. Hier treten die Helden der Fraktionen zusammen mit drei normalen Kämpfern gegeneinander an. Auf der Seite der Rebellen stehen Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Leia zur Verfügung. Die dunkle Seite stellt Darth Vader, Imperator Palpatine und Boba Fett zur Verfügung. Natürlich sind die Helden leistungsstärker und halten auch mehr Schaden aus. Sobald ein Held gestorben ist, steigt der Spieler als normaler Kämpfer wieder in den Ring und setzt den Kampf gegen das Gegnerteam fort. Ein abwechslungsreicher Modus, den man so noch in keinem anderen Shooter gesehen hat. Die Steuerung der Helden ist ebenfalls ein klein wenig anders, als bei den normalen Kämpfern. Mit Luke und Vader können wir deren Lichtschwerter kinderleicht per Knopfdruck schwingen lassen oder Laserpistolen und Blaster abwehren. Han Solo und Boba Fett stehen eher auf Fernkampf und sind mit Laserpistolen ausgestattet. Leia und der Imperator kämpfen aus den zweiten Reihen und können neben dem Angreifen die Verbündeten heilen. Alle drei Helden der jeweiligen Fraktionen unterscheiden sich spielerisch stark voneinander und passend deshalb auch perfekt in ein Team. So ist Spannung vorprogrammiert. Der Modus Heldenjagd ist das eigentliche Gegenteil. In diesem Modus spielen sieben normale Kämpfer gegen einen Helden. Der Spieler mit dem letzten tödlichen Schuss gegen den Helden darf die Runde als solchen spielen. Hier fallen die unterschiedlichen Fähigkeiten der bekannten Charaktere allerdings stärker ins Gewicht. Beispielsweise sind Luke und Vader wesentlich stärker als eine Leia oder ein Imperator. Hier ist Feintuning angesagt!

Die verschiedenen Spielmodi machen Spaß und bieten Abwechslung.

Die verschiedenen Spielmodi machen Spaß und bieten Abwechslung.

 

Es geht ja doch in die Luft

Ganz vergessen hat DICE die Luftkämpfe dann doch nicht. Im Modus Jägerstaffel gibt es die Möglichkeit A-Wings, Tie Fighter, X-Wings oder Tie Interceptors in einer Luftschlacht zu steuern. Damit der Himmel auch etwas nach was aussieht, gibt es neben den menschlichen Spielern, auch noch KI-Gegner, die man ebenfalls abschießen kann. Auch Transportschiffe düsen mit in der Luft herum. Natürlich dürfen die Helden bei solch einem Kampf nicht fehlen, die man mit Power-Ups einsammeln können. Dann geht es entweder in den Millenium Falken oder in Boba Fetts Slave 1. Für Abwechslung in der Luft ist gesorgt. Die Steuerung ist, nicht wie bei Battlefield, recht einfach gehalten. Dank automatischer Zielhilfe gibt es beim Treffen nicht allzu viele Probleme. Raketen können wir per Knopfdruck in Form einer Rolle ausweichen. Als kleinen Wermutstropfen hat DICE eine Abklingzeit für diese Funktionen eingesetzt, damit man nicht wie ein Kunstflieger den ersten Platz bei den Red Bull Air Race Meisterschaften gewinnen kann. Richtige Star Wars-Action gibt es aber erst in den dicken Modi Vorherrschaft und Kampfläufer-Angriff. Mit maximal 40 Spielern geht es in die extragroßen Karten inklusive Helden und Fahrzeuge. Im Modus Vorherrschaft gibt es verschiedene Kontrollpunkte, die die Teams in einer bestimmten Reihenfolge einnehmen müssen. Das Team, welches die Punkte als Erstes aktiviert, gewinnt den Kampf. Der Kampfläufer-Modus wird hier dann doch etwas komplexer. Das Imperium greift mit ihren Truppen und zwei AT-AT-Läufern ein Hauptquartier der Rebellen an. Diese müssen versuchen zwei Funkstationen zu verteidigen, damit Bomberstaffeln diese attackieren können. Nur wenn die KI gesteuerten Y-Wings die AT-AT erfolgreich getroffen haben, können die Rebellen diese angreifen. Vorher sind diese nämlich nicht verwundbar. Richtig Spaß macht es auf der Seite des Imperiums zu spielen. Diese müssen nämlich keinerlei Ziele erfüllen und können sich so auf das Abschießen von Rebellen konzentrieren. Dazu gibt es die Möglichkeit per Power Up AT-STs herbeizurufen und sich ans Steuer zu setzen. Etwas blöde ist hierbei aber, dass die Power Ups zufällig auf die Karte gespawnt werden. So kann es passieren, dass man mal eben vor seiner Nase ein Fahrzeug bekommt und dann, dank des Glücks mit dem Power Up, ordentlich aufmuckt.

Luftkämpfe sind vorhanden, Weltraumkämpfe fehlen leider.

Luftkämpfe sind vorhanden, Weltraumkämpfe fehlen leider.

 

Viele Modi, wenig Spielkraft

Insgesamt hat Star Wars Battlefront allerdings einen großen Nachteil. Viel zu schnell haben wir alles gesehen, alles gespielt und alles erlebt, was in dem Spiel enthalten ist. Zumindest wurden wir das Gefühl bereits nach knapp 20 Stunden nicht los, bereits alles gesehen zu haben. Und tatsächlich nutzt das Spiel relativ schnell ab, denn in den dicken Star Wars Modi stehen uns lediglich nur vier von zwölf Karten zur Verfügung. Jeweils eine auf den vier Planeten Endor, Hoth, Sullust und Tatooine. Alle anderen sehen wir dann in den etwas unspektakulären Modi. Warum DICE diese Entscheidung gefällt hat, können wir leider nicht nachvollziehen. Ebenso wenig können wir nicht verstehen, warum man auf ein Klassensystem verzichtet hat. Lediglich die Ausrüstung können wir ein wenig modifizieren. Immerhin gibt es die Möglichkeit dank der Sternenkarten Granaten oder ein Jetpack mit in den Kampf zu nehmen. Richtige Spezialisierungen fehlen leider. Auch bei den Waffen wurde leider etwas gespart. So gibt es insgesamt elf verschiedene Blaster, die sich allerdings kaum unterscheiden und alle ähnlich stark sind. Wem das noch nicht genug ist, diese Dinge fehlen ebenfalls: ein Erste-Hilfe-Paket, ein Voicechat, Munitionskisten, Squads und Wiederbelebungsmöglichkeiten.  Schade!

Das Menü für die Anpassungen an unserer Ausrüstung ist mehr als sparsam, schließlich gibt es kaum Möglichkeiten dafür.

Das Menü für die Anpassungen an unserer Ausrüstung ist mehr als sparsam, schließlich gibt es kaum Möglichkeiten dafür.

 

Technisch ein Star Wars-Meisterwerk

Eines muss man DICE wirklich hoch anrechnen. Sobald die unterschiedliche Star Wars-Musik einsetzt, bekommt so mancher Fan Gänsehaut. Aber auch die Sounds von Laserpistolen, Blastern, AT-ATs oder Laserschwertern sind einfach phänomenal umgesetzt und in das Geschehen eingefügt. Man möge meinen, die Original Filmsounds stecken nun in der PlayStation 4 drin. Dabei haben wir die Blu-ray von Star Wars: Episode IV gar nicht im Laufwerk… Besonders spannend wird es in den Eishöhlen oder wenn neben uns etwas explodiert.Aber nicht nur der Sound ist umwerfend, auch die generelle Inszenierung der verschiedenen Schlachten ist einfach genial. Dazu kommt, dass die verschiedenen Planeten und Orte aus den Filmen haargenau den Filmen entnommen wurden. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auf scharfe Texturen und einen fast fotorealistischen Look freuen. Einzig die deutsche Synchronisation hätte etwas besser sein können.

Die Landschaften sind allesamt extrem authentisch gestaltet und bringen das Star Wars Feeling auf die PlayStation 4.

Die Landschaften sind allesamt extrem authentisch gestaltet und bringen das Star Wars Feeling auf die PlayStation 4.

 

Fazit:

Irgendwie habe ich das doch schon auf der Ankündigung 2013 gerochen, dass Star Wars: Battlefront pünktlich zum siebten Kinofilm in den Handel kommt. Ebenfalls gerochen habe ich, dass DICE ziemlich Druck von EA bekommen wird, dass das Spiel auch fertig wird. Und genau dies wurde mir nun mit dem fertigen Produkt bewiesen. Zwar wirkt das Spiel an keiner Stelle unfertig, man merkt allerdings schon, dass DICE viele wichtige Spielinhalte weggelassen hat. Wahrscheinlich deswegen, weil das Spiel in die Regale musste. Wie dem auch sei, Star Wars: Battlefront ist nun in den Regalen und jeder Shooter-Fan sollte es sich vielleicht doch zwei Mal überlegen, ob er nicht lieber auf eine Game of the Year Edition warten möchte. Nach etwa 20-30 Spielstunden geht dem Spiel nämlich die Luft aus und das ist für 60 Euro dann doch etwas zu wenig. Zumal wir mit dem Spiel keinen richtigen Offlinemodus haben und somit nur online spielen können. Alle Star Wars Fans können sich aber auf tolle Modi und eine dicke Star Wars Atmosphäre freuen, die man besser nicht hätte einfangen können.

75

 

Wichtige Anmerkung zum Test: Wir haben uns in dieser Review lediglich auf die Inhalte am und um den Release bezogen. DLCs oder Inhaltupdates flossen nicht mit in die Wertung ein.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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