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Star Ocean: Integrity and Faithlessness – Test zu Square Enix’s Sci-Fi JRPG

Star Ocean The Last Hope erschien vor etwa sieben Jahren und war in den Augen vieler Fans eine herbe Enttäuschung. Die Fans schöpften allerdings wieder Hoffnung als Star Ocean Integrity and Faithlessness angekündigt wurde. Weltweit äußerten Spieler Verbesserungsvorschläge, um der Serie wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Ob Square Enix diese tatsächlich umgesetzt hat, erfahrt ihr jetzt in unserem Test.

 

Story wie nach Bauplan

Die Story von Integrity and Faithlessness findet zeitlich zwischen The Second Story und Till the End of Time, also zwischen Teil 2 und 3 der Star Ocean Hauptspiele. Fidel ist ein junger Fechter und lebt auf dem Faykreed. Alle in Fidels Dorf leben ein recht ruhiges Leben, bis eines Tages seine Jugendfreundin Miki ein paar Fremde in der Ferne entdeckt. Und schon in der nächsten Nacht folgt prompt der Angriff feindlicher Truppen. Fidel und den Soldaten des Dorfes gelingt es zwar die Gauner wieder zu vertreiben, es führt jedoch aber kein Weg daran vorbei und ihr müsst um Verstärkung beim Herrscher eures Landes bitten. Ihr macht euch also auf den Weg und schon bald nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung. Die kleine Relia kreuzt euren Weg und obwohl nicht feindlich ist doch etwas komisch an ihr. Sie ist seltsam emotionslos und hat auch noch ihre Erinnerungen verloren. Der bald folgende erste Kontakt mit einer fremden Rasse von einem anderen Planeten wirft dann endgültig alles ins Chaos. Was es mit Relia und den Feinden aus dem Weltall auf sich hat, müsst ihr nun ergründen. Mir persönlich hat der Aufbau der Story dabei aber leider so gar nicht zugesagt. Man hat ständig das Gefühl, dass die Story mit einer JRPG To-do List erstellt wurde. Junger Held mit Kampferfahrung – Check, Jugendfreunde – Check, Dorf wird angegriffen – Check, wird in viel größeren Konflikt verstrickt – Check. Und so geht es immer weiter, wann immer ich dachte, sie hätten jetzt alle Klischees untergebracht, kamen die nächsten. An sich wäre das ja gar kein Problem, schließlich ist es gängig im JRPG Genre bekannte Themen aufzugreifen. In Star Ocean ist das alles aber vollkommen ohne eigenen Reiz und so langweilig, dass die Zeit bis zum Ende eher mühselig als unterhaltsam erscheint.

STAR OCEAN: Integrity and Faithlessness_20160626234447

Die Map oben rechts ist meist keine Hilfe bei der Orientierung.

 

Nur das Jobsystem überzeugt

Wenn ich das Gameplay von Star Ocean in ein paar Stichworten zusammenfassen müsste, wäre es hektisch, unübersichtlich und leicht brechbar. Im Kern bekommt ihr ein klassisches Action RPG mit Angriff, Blocken, Parieren etc. und natürlich auch Zugang zu Magie (hier Signeturgy genannt) und Items. Im Verlauf der Story kontrolliert ihr eine Party aus bis zu sieben Leuten. Was mit zwei bis drei Leuten in der Party noch gut zu managen ist, wird bei sieben zum reinen Chaos. Daher hat man euch die Möglichkeit gegeben mit Dreieck, während des Kampfes, ein Menü aufzurufen, indem ihr Charaktere, Waffen, Rollen etc. wechseln könnt oder auch für Heilung und Schutz sorgen dürft. Dabei bleibt das Geschehen im Kampf stehen, bis ihr es wieder schließt. Signeturgy ist hier der Überbegriff für eure Battle Skills die wiederum eure Magie darstellen. Neue Battle Skills lernt ihr aus Büchern, die ihr im Verlauf des Spiels finden könnt. Alle Charaktere, die ihr nicht aktiv steuert, werden von der KI gesteuert, die auch einen recht anständigen Job macht. Die KI gesteuerten handeln dabei anhand der Rollen, die ihr ihnen zugewiesen habt. Rollen funktionieren ähnlich wie Jobs, die Attacker Rolle zum Beispiel lässt euch als Erster und auch häufiger angreifen. Rollen steigen in ihrem Nutzen je näher sie ihrem maximalen Level kommen. Durch den Levelprozess könnt ihr manchmal sogar geheime Rollen freischalten. Was mich aber wirklich extrem am Kampfsystem gestört hat, ist zum Ersten das Rushsystem. Die Rushanzeige am rechten Bildschirmrand füllt sich in mehreren Stufen, wann immer ihr erfolgreich blockt oder pariert etc. Das Problem dabei ist, dass genau diese Aktionen fast kaum mehr möglich sind, wenn erst mal eure sieben Personen starke Party im Kampf mit Gruppe von Gegnern ist. Rush sollte eurem Team ermöglichen, eine mächtige Attacke auszuführen. Wenn ihr aber vorhabt dies bei einem Boss zutun, müsst ihr hier eine gute Weile grinden, um durch zufällige Blocks und dergleichen die Anzeige zu füllen. Damit die Mechanik aber im Grunde fast nutzlos. Darüber hinaus hat mich auch das Design der Dungeons genervt. Keiner der Dungeons bietet mehr als einen langen Korridor mit abgehenden Räumen, einer Handvoll Feinde und ein paar Kisten hier und da. Einfach peinlich.

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Das Rushsystem (Anzeige rechts) ist leider nicht effizient nutzbar im späteren Verlauf.

 

Zu steif und ausdruckslos

Star Ocean sieht nicht schlecht aus, allerdings ist die offene Welt nur eine Illusion mit extrem engen Grenzen. Die Umgebungen sind einigermaßen abwechslungsreich, aber zum überwiegenden Teil sind die Areale leer. Hier und da ein paar Gegner eingestreut und das war es dann. Dass ihr eigentlich noch immer nur durch enge Schläuche lauft, wird zwar gekonnt kaschiert, ist beim Spielen aber natürlich deutlich spürbar. Die Charaktere enttäuschen aber am meisten. Die Animationen sind flach, fast wie bei einem PS3 Launch Titel und die Mimik ist teilweise so lächerlich, dass hier kaum Emotionen erkennbar sind. Die gleiche Lieblosigkeit findet man dann auch im Soundtrack und Voiceover wieder. Ich hätte das gesamte Spiel über auf die Musik verzichten können, und hätte keinen Unterschied festgestellt. Keine der Melodien bleibt hängen nicht mal für eine Sekunde. Für die Stimmen der Charaktere hat man offensichtlich die erst besten Leute von der Straße geholt. Mehr als gelangweiltes Abarbeiten des Textes bekommt ihr hier nicht geboten. Und viel schlimmer als all das ist dann noch die Tatsache, dass wichtige Unterhaltungen wiederholt gerne mal durcheinander gehalten werden. Das bedeutet, ihr bekommt gerade wichtige Informationen und plötzlich fangen eure Partymitglieder selber an, eigene Diskussionen zu führen. So entgeht euch von der eh schon spärlichen Handlung auch noch ein guter Teil. Das hätte spätestens beim QA Testing auffallen müssen, ist aber wohl einfach so durchgegangen.

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Die Charaktere sehen oft eher nach den Anfängen der PS3 aus.

 

Fazit:

Sieben Jahre warten, hoffen und dann das! The Last Hope war schon in vielen Belangen eine Enttäuschung und der Nachfolger schneidet leider nicht besser ab. Das Kampfsystem wirkt dank des schlecht nutzbaren Rushsystems unausgereift. Der Cast an Charakteren vermag zu keiner Zeit Emotionen oder ein Gefühl von Verbundenheit mit euch aufzubauen. Das Jobsystem hingegen funktioniert recht gut und gibt euch eine breite Vielfalt an Möglichkeiten euer Team zu entwickeln. Leider rettet das den verkorksten Rest des Spiels leider nicht. Auch wenn Star Ocean für ein JRPG mit etwa 30 – 35 Stunden recht kurz ist, schaffen es weder die seichte Story noch das Gameplay für die kurze Zeit zu unterhalten. Jahre lang haben Star Ocean Fans weltweit lautstark geäußert, welche Änderungen man in einem Nachfolger bräuchte. So wie es aussieht, hat man aber entweder nicht zugehört oder die Hinweise ignoriert. Wer auf eine Verbesserung gegenüber The Last Hope gehofft hatte, sollte sich den neuen Teil lieber ersparen. Schade das sich die Wartezeit nicht gelohnt hat.

 

1 Kommentar

  1. Avatar-Foto

    Gut getestet. Es fehlt allerdings noch ein weiterer Negativpunkt: Nämlich “keine deutschen Untertitel”. Bei der Sprachausgabe sage ich ja nichts, aber deutsche Untertitel sind bei einem Rollenspiel ein Muss!

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