Splatoon – Review zum kunterbunten Shooter

In Splatoon dreht sich alles um das Einfärben von Arenen und anderen Mitspielern. In Online Matches von bis zu 8 Spielern könnt ihr mit einem ständig wachsenden Waffenarsenal euer Gebiet verteidigen, einen Turm/Goldfisch ins gegnerische Gebiet bringen oder einfach nur in Revierkämpfen die Arena bunt bemalen. Wer im Revierkampf prozentual die meiste Fläche in drei Minuten eingefärbt hat, gewinnt. Außerdem bieten Shops im Spiel die Möglichkeit, euer Equipment zu erweitern und viele neue Ausrüstungsgegenstände zu erwerben, bei denen ihr die Nebenboni nach Belieben neu würfeln und verändern könnt. Soweit zum Spieleprinzip des kunterbunten Shooters.

 

Geheimagent  Käpt´n Kuttelfisch

Nach einer kurzen Einweisung zur Steuerung in das Spiel, die entweder nur über den Joystick oder durch komplettes Schwenken des WiiU Gamespads erfolgt, steht euch die Möglichkeit offen, solo Inkopolis vor einer bevorstehenden Bedrohung zu beschützen. In vielen kleineren Missionen müsst ihr es vom Startpunkt über einen Hindernisparcours, der mit vielen Gegnern gespickt ist, bis hin zum Ziel schaffen, an dem ein niedlicher Elektro-Wels nur darauf wartet, befreit zu werden. Doch aufgepasst: Bereits wenige Schüsse der gegnerischen Oktorianer reichen aus, um euch den Garaus zu machen. Hierfür empfiehlt es sich, einfach in die eigene Tinte abzutauchen und einen heimtückischen Gegenangriff zu starten. Zwischendurch gibt es auch Missionen, bei denen ihr einen riesigen Endboss bezwingen müsst. Wirklich anspruchsvoll sind diese Bosskämpfe allerdings nicht… Generell bringt der Storymodus nur wenige Spielstunden mit sich und ist vom Schwierigkeitsgrad her keine harte Nuss. Dennoch ist es ein guter Einstieg ins Spiel und lässt einen der Umgang mit der Bewegungssteuerung recht schnell erlernen. Zusätzlichen Content bieten hierbei die Splatoon amiibos: Durch Stellen dieser auf das WiiU Gamepad erhaltet ihr zusätzliche Missionen, in welchen ihr weitere Ausrüstung und sogar Minispiele erhalten könnt, um die Wartezeit bei der Teamsuche im Onlinemodus zu verkürzen. Nettes Gimmick, aber bei den derzeitigen Preisen der amiibos nicht unbedingt notwendig.

Kuttelfisch sieht den Oktarianer gelassen.

Kuttelfisch sieht den Oktarianer gelassen.

 

Geplättet von einem Farbroller?

Nintendo hat bei der Waffenauswahl in Splatoon viel Kreativität sprießen lassen – ihr könnt euch gegenseitig mit Farbpistolen auf unterschiedlichsten Distanzen abschießen oder mit fetten Farbrollern in den Nahkampf übergehen, hier findet sich für jeden Farbfreund die passende Waffe. Je nach unterschiedlichem Level, den ihr im Spiel erreicht habt, schaltet ihr unterschiedliche Waffen frei. So kann es zum Beispiel sein, dass euer heißgeliebter Roller auf Level 2 plötzlich im höheren Level mit anderen Spezialfähigkeiten im Waffenshop angeboten wird. Die Spezialfähigkeiten reichen vom alles zerstörenden Tintentitan bis hin zum schusssicheren Schutzschild. Für die Münzen, die ihr in Online Matches erwerbt, könnt ihr euch allerdings nicht nur Waffen kaufen, sondern auch eure Ausrüstung bestehend aus Helm, Oberteil und Schuhen zusammenstellen. Angeboten werden diese in verschiedenen Shops, wo es die Teile mit unterschiedlichen Hauptboni gibt. Auch die Anzahl der Nebenboni schwankt mit der Anzahl der Sterne, die das jeweilige Ausrüstungsteil hat. Aber keiner Panik – ihr könnt eure Ausrüstung bei einem gewissen Siggi in einer Hinterhofgasse aufmotzen und sogar erhaltene Nebenboni wechseln. Hierbei ein großes Lob an Nintendo, dass hier nicht in die Taschen der Gamer gegriffen wird, um in Online Matches einen Vorteil zu erhalten. Die große Auswahl an Ausrüstungsgegenständen und Waffen wird zurzeit ständig, durch weitere Patches, vergrößert genauso wie die Anzahl der Maps, die zu Veröffentlichung des Spiels noch winzig erschien. Hoffen wir, dass das Spiel in Zukunft auch weiterhin mit vielen Maps und Gegenständen versorgt wird.

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Ein Roller in seiner vollen Größe

 

Auf in den Kampf – jetzt wird es ernst

Auf die Mehrspieler Matches hat Nintendo den großen Fokus gelegt – allerdings nicht im lokalen Modus. Hierbei ist es nur möglich, Zielscheiben zu zerstören. Richtig gehört – kein Einfärben der Arena, kein Modus á la Operation Goldfisch, nichts. Darüber hinweg tröstet der weltweite Mehrspieler Modus, welcher sich in Revier- und Rangkampf unterscheidet. Ziel im Revierkampf ist es, die meiste Fläche der Arena innerhalb von 3 Minuten zu färben. Hilfreich hierbei ist es, den Gegner ab und an zu plätten, um ihn so vom Einfärben zu hindern. Vor jeder Runde werden 8 Spieler zusammengesucht und zufällig in unterschiedliche Teams aufgeteilt. Es besteht die Möglichkeit, dass euch Freunde auch eurer Nintendo Freundesliste hinterher joinen können, allerdings besteht keine Möglichkeit, auszusuchen, ob ihr im Team spielt oder nicht. Des Weiteren wird bei einem Verbindungsabbruch eines Mitspielers ab und an das gesamte Match beendet, was im Revierkampf kein großer Verlust ist. Ein großes Ärgernis wird es allerdings, wenn ihr aus dem Rangkampf fliegt. Hierbei könnt ihr nicht nur wie im Revierkampf Erfahrungspunkte verdienen, ihr könnt auch in eurem Rang steigen. Allerdings verliert ihr jedes Mal, wenn ihr aus einem Spiel fliegt, wertvolle Rangpunkte, was bis zum Rangabstieg führen kann. Positiv ist allerdings beim Rangkampf, dass ihr mit euren Freunden ein Team von 2 bis zu 4 Spielern bilden könnt, um gegen Gegner auf der ganzen Welt in verschiedenen Modi anzutreten. Entweder müsst ihr ein bestimmtes Areal einfärben, einen Turm bis zum gegnerischen Zielpunkt geleiten oder eine Goldfischstatue, die riesige Tintentornados verschießen kann, ins Ziel bringen. Die Modi sowie die Maps, auf denen ihr eure Farbschlachten austragt, wechseln alle vier Stunden durch, damit es hierbei nicht zu langweilig wird. Das Matchmaking lässt allerdings zu wünschen übrig, hat man Pech, begegnet man selbst als Anfänger reihenweise japanischen S+ Killern, die einen innerhalb weniger Sekunden zerstören. Nicht schön für einen selbst und das Team, da man so nicht im Rang steigt. Durch den fehlenden Voice Chat und nur dürftigen Sprachkommandos („Zu mir!“ Und „Cool!“) ist man bei Splatoon auf ein externes Programm zum Kommunizieren angewiesen, wenn man gegen starke Gegner bestehen möchte. Seit dem Update im August besteht die Möglichkeit, mit Freunden online einen privaten Raum zu eröffnen und Map, Modus und das Team frei zu wählen. Diese Möglichkeit wurde von Anfang an schmerzlich vermisst und bietet nun die Option, euch mit euren Freunden auf Matches vorzubereiten und zu trainieren. Alle paar Wochen veranstaltet Splatoon zudem das sogenannte Splatfest. Hierbei müsst ihr euch für eine von zwei Seiten entscheiden, die in Kategorien wie „Nordpol VS Südpol“ oder „Essen VS Schlafen“ unterteilt werden, um am darauffolgenden Wochenende für euer Team die meisten Punkte zu erschießen und es somit zum Siege zu führen. Wenn ihr verloren hab, ist dies dennoch nicht tragisch – jeder Spieler, der sich zumindest für eine der beiden Seiten entschieden hat, erhält zur Belohnung Seemuscheln, die ihr beim altbekannten Siggi gegen Nebenboni eintauschen könnt. Je mehr Spiele ihr beim Splatfest bestreitet, desto höher fällt eure Belohnung aus. Hierfür müsst ihr allerdings ein stabiles Internet haben. Die Splatfests gehen mit zahlreichen Disconnects einher, die den Spielspaß gewaltig dämpfen. Hierbei müsste Nintendo etwas an der Stabilität der Server werkeln, damit man frustfrei durch das Splatfest kommt.

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Durch wenige Farbkleckser werden Gegner schnell besiegt

 

Fazit:

Mit Splatoon hat sich Nintendo an eine für sich neue Spielekategorie gewagt. Um dabei das familienfreundliche Image zu bewahren, wird mit bunter Tinte statt mit gewalttätiger Munition gekämpft, was es so bisher noch nicht gab. Dies ist Nintendo sehr gut gelungen, jedoch fehlt es an Serverstabilität, welche von anderen Marken durch zusätzliche Gebühren gewährleistet werden. Auch das System des Matchmakings ist noch nicht ganz optimiert. Der Langzeitspielspaß ist allerdings durch ständig neue Erweiterungen gegeben, die laut Nintendo in naher Zukunft nicht nachlassen werden. Mal sehen, wie lange dies der Fall sein wird. Der Storymodus und der lokale Modus sind nahezu überflüssig, werden aber durch einen abwechslungsreichen Onlinemodus wieder neutralisiert. Alles in allem ist Splatoon ein Shooter, der nicht nur was für Kinder ist, sondern auch viele Coregamer ansprechen könnte. In Japan ist Splatoon sogar in die ESL aufgestiegen, wie weit das Spiel dies jedoch in Nordamerika und Europa schafft, ist allerdings fraglich.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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