South of the Circle

Test zum mitreißenden Antarktisdrama

South of the Circle im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

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Releasedatum: 30. Oktober 2020

Genre: Abenteuer

USK: keine Freigabe

Publisher: State of Play und 11 Bit Studios

Plattformen: iOS, Mac OS, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series, Nintendo Switch, Microsoft Windows

Das Abenteuerspiel South of the Circle erscheint am 3. August 2022 auch für Konsolen. In dem narrativen Titel folgen Spieler*innen den Erlebnissen von Peter Hamilton, einem Klimaforscher, der während des Kalten Krieges in die Antarktis reist. Sein Flugzeug stürzt ab und auf der Suche nach Hilfe für seinen verletzten Piloten und sich, nimmt er eine wahnwitzige Reise auf sich. Mal zu Fuß und mal im Kettenfahrzeug erlebt er die Kälte der Antarktis am eigenen Leib. Seine Erinnerungen an sein Leben zu Hause in Cambridge halten ihn warm. Insbesondere die Gedanken an seine Kollegin Clara…

 

Die Story und Spielweise von South of the Circle

Während sich Peter aktuell in der Antarktis befindet, kommen immer wieder Erinnerungen aus der Vergangenheit zum Vorschein. In beiden Welten können sich Spieler*innen umsehen und Entscheidungen für Peter treffen. Dabei sind die Aktionsmöglichkeiten stark reduziert: Die wenigen Objekte werden nur angeklickt und in Gesprächen gibt es mindestens eine Antwortauswahl. Doch Peters Aussagen werden nicht in Worten angezeigt, sondern vielmehr in Formen. Dabei hat jede Form ihre eigene Bedeutung. Ein großer roter Punkt steht beispielsweise für Angst und blau aufleuchtende Kreise für Ehrlichkeit. Es bleibt somit kaum Entscheidungsfreiheit, das Spiel fokussiert sich auf seine Geschichte und ihre Charaktere. Wichtige Antworten, die ausgewählt wurden, erscheinen oben in einem Balken.

In der Geschichte werden persönliche mit politischen Erlebnissen vermischt. Es ist 1964, Peters Heimatland Großbritannien befindet sich wie die USA mit der Sowjetunion im Kalten Krieg. Während es einige Demonstrationen für die nukleare Abrüstung gibt, fordern andere wiederum, im Wettrüsten mitzuhalten. Auch an Peters Universität spielt die Politik eine zentrale Rolle. Sein Professor und Vorgesetzter warnt ihn vor möglichen, sowjetischen Spionen an der Uni und verurteilt die Demonstrationen auf das Schärfste. Zudem macht er ihm Druck, endlich ein passendes Abhandlungsthema zu finden. Seine Freunde Joseph und Sam sind längst angesehene Professoren und machen sich mehr lustig über ihn als ihm zu helfen. Verständnisvoll und mitfühlend zeigt sich dagegen Clara, eine Kollegin von ihm, die ebenfalls nach einem Thema für ihre Arbeit sucht. Da trifft es sich gut, dass beide am Wetter interessiert sind und sich gegenseitig unterstützen können.

South of the Circle spielt in der Antarktis.


 

Beeindruckende und kluge Mischung aus Historie und Emotionen

Die politische Lage, die sich im Zuge eines scheiternden Antarktis Vertrages verschärft, wird durch Radiobeiträge weiter gesponnen. Auch Peters Professor übt immer mehr Einfluss auf ihn aus und dessen Angst vor sowjetischer Spionage könnte Peters Arbeit und Zukunft beeinflussen. Die historischen Gegebenheiten schmiegen sich glaubwürdig an Peters persönliche Lebensgeschichte an. Beide zeigen auf, dass Erinnerungen und Wahrnehmungen immer subjektiv sind und nichts so ist, wie es scheint. Je länger Peter in der Kälte umherirrt und versucht zu verstehen, wie die Politik auch in der Antarktis ihre Fäden spinnt, desto mehr verschwimmt die Vergangenheit mit der Gegenwart. Bis zum Schluss bleibt unklar, inwieweit Peters Geist ihm einen Streich gespielt hat.

Das Spiel wirkt dabei nicht wie ein Geschichtswerk. Die Anziehung zweier Menschen und die Angst, alleine an einem Ort wie der Antarktis ohne Empfang ausgesetzt zu sein, sind beides Dinge, die auch heute noch nachvollziehbar sind. Somit wird auch die Story greifbar und lässt einen mitfühlen. Abseits von dem historischen Stoff und den philosophischen Gedankengängen entfaltet sich in South of the Circle eine unschuldige Liebesgeschichte, die keiner unnötigen Dramatik bedarf. Sie passt sich vielmehr an die Umstände an und zeigt auf, wie Frauen in den 70er-Jahren diskriminiert wurden und wieso Clara deshalb misstrauisch gegenüber Männern ist. Ohne dabei belehrend zu wirken, schafft es das Spiel, zum Nachdenken anzuregen und gleichzeitig Raum für Emotionen zu schaffen.

Sowohl die Dynamik der Geschichte als auch die Emotionen werden gekonnt von der Hintergrundmusik begleitet. An jeder Stelle spürt man etwas Neues: Angst, Wut, Verzweiflung, Freude, Spannung. South of the Circle zieht Spieler*innen damit in ihren Bann und liefert ein einzigartiges und ausbalanciertes Adventure ab. Der Titel erlaubt es, nur die Geschichte zu erleben, und an passenden Stellen durch reduzierten Einsatz von Symbolen auch das Spielen zu ermöglichen.

 

  • South of the Circle – Test zum mitreißenden Antarktisdrama
    Fazit zu South of the Circle

    Ich bin ein großer Fan von Abenteuerspielen. South of the Circle hat es geschafft, mir eine Geschichte zu erzählen, ohne mich in die Zuschauerrolle zu drängen. Ich konnte selbstständig Entscheidungen treffen, die letztlich auf mich zurückfielen. Die Geschichte und ihre Charaktere sind äußerst stimmig und berührend.

    Ann-Kathrin Günther, Redakteurin

Positiv:

Glaubwürdige Charaktere
Gute Einbindung historischer Ereignisse
Spannendes Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit
Mitreißende Hintergrundmusik

Negativ:

Ein etwas enttäuschendes Ende
Für manche könnte der reduzierte Stil zu wenig sein

Ab in die Sammlung?

Wer auf mitreißende Musik, große Gefühle und charismatische Charaktere in einem fiktiv-historischen Setting steht, der muss sich South of the Circle zulegen.

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Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
braucht kein Buch, sie hat schon eins.

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