Sherlock Holmes: Crimes and Punishments – Test zum bekannten Detektiv

Sherlock Holmes, ein Name, der jedem bekannt sein sollte. Ein fiktiver Detektiv löst unglaubliche Fälle mit seiner Begabung und seinem super Gedächtnis. Frogwares Game Development hat sich neue Fälle für diesen erstaunlichen Detektiv ausgedacht und präsentiert uns dieses schicke Adventure mit interessanten Rätseln und einem angenehmen Spielsystem. Wie sich das Spiel in unserem Test geschlagen hat, lest ihr jetzt.

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Das “Lesen” des Gegenüber ist eine der bekannten Eigenschaften von Sherlock Holmes.

 

Mister Holmes!

Verrückte Schießübungen im Wohnzimmer, chemische Tinkturen herstellen, Hinweise geradezu Aufsaugen und Verknüpfen. Das ist Sherlock Holmes, Detektiv. Zur Seite stehen ihm Doktor Watson, Inspektor Lestrade und Toby. Zu Beginn müssen wir als Watson erdulden, dass der exzentrische Sherlock Holmes einige Vasen, die er geschenkt bekommen hat, dazu verwendet Schießübungen durchzuführen. Wir haben nicht eine einzige zusammenhängende Story, sondern 6 Fälle, die in sich geschlossen sind, die es zu lösen gilt. Einmal müssen wir den Mord an einem Seemann aufklären, das Verschwinden eines Zuges untersuchen oder den Mörder eines Adeligen finden. Die einzelnen Fälle habe eine gute Geschichte, die schön in die Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, hineinpassen. Der Fall vom ermordeten Seemann, den wir direkt zu Beginn aufklären dürfen, wirft relativ schnell mehrere Verdächtige ins Visier. Kann der kleine schmächtig wirkende Mann den Seemann mit der Harpune aufspießen? Hat der Gärtner, den die Frau des Toten verleugnet, ein Motiv? Beim zweiten Fall stellt sich die Frage, wer einen Vorteil aus dem Verschwinden eines Zuges ziehen könnte. Lag es einzig an der Fracht, die einer gewissen Person sehr am Herzen liegt? Hat der Bahnhofsvorsteher mit den Spielschulden etwas mit der Sache zu tun oder doch jemand anderes? Jeder der Fälle kann bis zu 2 Stunden Spielzeit in Anspruch nehmen.

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Der Detektivmodus zeigt uns besondere Stellen und Hinweise.

 

Wer ist der Übeltäter?

Die größte Neuerung ist wohl, dass es sich nicht länger um ein Point-n-Klick-Adventure handelt, sondern um eine frei begehbare dreidimensionale Spielwelt, mit deutlich erhöhten Möglichkeiten. Dies gilt es in jedem Fall herauszufinden. Hierfür begehen wir natürlich den Tatort, sammeln Indizien, befragen Zeugen und merken uns dabei alles. Sherlock Holmes merkt sich zwar alles, besitzt zu unserem Glück ein Notizbuch, in diesem wird alles dokumentiert. Hier können wir komplette Dialoge nachlesen, Personen mit zugehöriger Charakter-Einschätzung ansehen, Aufgaben einsehen und mit einer Karte die wichtigen Orte auswählen. Wir müssen relativ oft zu den verschiedenen Punkten reisen und oft hin und her. Dies dauert relativ lang, wenigstens können wir in dieser Zeit unser Notizbuch durchsuchen oder Hinweise verknüpfen. Gesammelte Hinweise können wir verknüpfen, um Entscheidungen treffen zu können und um letztlich dann den Täter zu bestimmen. Hinweise werden auch während Befragungen verwendet, um die Verdächtigen davon zu überzeugen, dass wir sie beim Lügen erwischt haben. Dabei hilft auch oftmals das bloße begutachten des Gegenübers. Ähnlich wie bei der neuen BBC-Serie Sherlock, schauen wir uns die Person an und bekomme und bringen so etwas in Erfahrung. Die Zeit bleibt stehen, was die schnelle Auffassungsgabe von Sherlock Holmes verdeutlichen soll. So wie bei der Batman-Arkham Reihe, besitzen wir einen Detektiv-Blick. Dieser hilft uns wichtige Gegenstände, besondere Stellen und Verstecke ausfindig zu machen . Die Herleitung zur Lösung ist ein besonderes Stück, da wir Gehirnzellen verknüpfen, nette Idee. Sherlock kann sich natürlich auch verkleiden, um in einem Fall weiter zu kommen. Fehlen uns manchmal Hinweise oder müssen wir einen Gedanken überprüfen, werfen wir ein Blick in das Archiv von Holmes. Es besteht aus einem Berg von Zeitungen und vielen Büchern. Dann wäre da noch Mycroft. Sherlocks Bruder, der uns durch seine Arbeit in der Regierung und den dazugehörigen Kontakten und Informationen manches Mal weiterhelfen kann. Manchmal schlüpfen wir aber auch in die Rolle von Dr. Watson, nehmen den Schnüffler Toby mit oder befragen die Kinder-Gang der Baker-Street. Crimes and Punishments ist eine Ansammlung von vielen Mini-Spielen. Diese machen viel Spaß , fordern unseren Geist, regen unseren inneren Detektiv an und erklimmen eine neue Stufe im Adventure-Genre. Beispielsweise dürfen wir Speere in einen Schweine-Kadaver werfen oder ein Bild in Gedanken zusammenfügen, um unserem Gedächtnis eine Erinnerung zu entlocken. Armdrücken muss ein guter Detektiv auch beherrschen, dies war wirklich etwas knifflig. Hinweise zu finden und zu überprüfen ist eine der leichteren Aufgaben, die richtigen Schlüsse zu ziehen, eine andere. Viele Hinweise lassen uns die Wahl, wie wir sie deuten. Was uns ebenfalls gut gefallen hat war, dass wir am Ende eines Falles uns noch entscheiden können, ob wir den Täter laufen lassen oder einbuchten, in der Hoffnung den Richtigen zu haben. Obwohl dieses Feature eigentlich keine Berechtigung hat, da ein Verbrecher nun mal bestraft werden sollte. Ob wir den wahren Täter haben oder den Falschen können wir dann im Notizbuch überprüfen. Viele Freiheiten in einer linearen Erzählung, die uns wirklich nicht eng vorkommt. Leider gibt es auch etwas, das nicht so gut gefallen hat, des öfteren bleiben wir an Ecken und Kanten hängen, kleinere Gegenstände auf dem Boden hindern uns am weiter Gehen. Ein kurzes Tutorial zum Kennenlernen der Fähigkeiten, mehr zur Übersicht und wann es angebracht ist sie zu verwenden, fehlt leider. Das Spielchen zum Schlösser knacken hat leider wenig mit der Funktionalität von Schlössern zu tun. Wenigstens kann man einige Minispiele, die einem nicht liegen, überspringen. Auch benötigen wir  einige Zeit, um hinter das System der Hinweise zu kommen, wenn es noch Klärungsbedarf gibt. Am Hinweis bzw. Gegenstand erscheint ein Symbol im Notizbuch und es erklärt uns, dass wir hier nachhaken sollen. Aber wo, das müssen wir schon selbst herausfinden.

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Um einen Brief leserlich zu machen stellen wir eine Lösung her, für die es wenige Hinweise aber viele Zutaten gibt. Ein wenig mussten wir da nachdenken.

 

Nicht Benedict Cumberbatch!

Sherlock Holmes sieht nicht nach dem Schauspieler der Serie aus und das passt auch. Grafisch ist das Spiel jedenfalls gut gelungen, die Schauplätze sind sehr gut gestaltet und detailliert eingerichtet. Die Texturen sind alle sehr scharf und so lässt sich alles bestens erkennen, egal ob hinweise auf dem Boden, Kleinigkeiten an der Kleidung eines Verdächtigen oder die Gesichter. Leider wird auf die Gesichtszüge nicht so sehr geachtet wie bei L.A. Noir. Wir können verschiedene Perspektiven wählen, um die Tatorte zu untersuchen. Meistens in Third-Person, manchmal aber auch in der Ego-Perspektive. Animationen sind aber leider etwas steif geraten. Dialoge sind alle exzellent vertont und lassen uns gebannt lauschen. Die deutsche Fassung besteht aus englischer Vertonung mit deutschen Untertiteln. Menüs, das Notizbuch und Dokumente sind komplett übersetzt worden. Die anderen Geräusche sind ebenfalls gut gemacht, wenn auch selten und ein fast zu dezenter Einsatz von Musik ist, vorhanden.

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Nachdem wir den Verdächtigen begutachtet haben, können wir ihm eine Wahrheit entlocken.

 

 

Fazit:

 

Wer ein paar Stunden Zeit hat und einen Fall aufklären möchte oder Sherlock Holmes einfach liebt, kann getrost zugreifen. Die Zusammenstellung aus detektivischer Arbeit und Minispielen, mit den spannenden Fällen und der Entscheidungsfreiheit (wenn auch eingeschränkt und auswirkungslos) macht aus Sherlock Holmes: Crimes and Punishments einen soliden Nachfolger.

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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