Shenmue III – Test zum legendären Sequel

Shenmue III im Überblick

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Releasedatum: 19. November 2019

Genre: Action-Adventure

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Deep Silver

Plattformen: Playstation 4, PC

Nachdem wir auch in Shenmue II keine Rache für den Tod von Ryos Vater nehmen konnten, dachten Fans lange, es würde ewig eine offene Story bleiben. Bis dann 2015 überraschend die Ankündigung der Shenmue III Kickstarter Kampagne kam, und Fans nach kurzer Zeit den erhofften Betrag erreicht hatten. Jetzt ist das Sequel tatsächlich da und als Fan konnte ich es nicht erwarten, den Titel zu spielen. Ob das Sequel die lange Wartezeit wert war, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Kein Ende in Sicht

Die Story von Shenmue III setzt nahtlos da an, wo der letzte Teil aufhörte. Ryo ist unterwegs mit der jungen Shenhua, die ihm zuvor in Träumen erschienen ist. Die beiden scheinen schicksalhaft miteinander verbunden zu sein bei der Suche nach dem Spiegel des Phönix und Lan Di, dem Mörder von Ryos Vater. Während die beiden versuchen, die Rätsel um ihre Verbindung zu lüften und den Lan Dis Versteck ausfindig zu machen, besuchen sie dabei ruhige Dörfer und herrschaftliche Städte. Und das alles, um am Ende Lan Di zu stellen und endlich Vergeltung zu üben für einen Abschluss der Trilogie. Oder eben auch nicht, denn was Suzuki sich hier gedacht hat, ist mir ehrlich nicht klar geworden. Fans hatten auf einen würdigen Abschluss gehofft, doch nach einer (gewohnt) etwas schleppenden Story wird man erneut mit einem Cliffhanger abgespeist, der zudem noch extrem billig wirkt. Es hat vierzehn Jahre gedauert, um überhaupt an ein Sequel denken zu können, und jetzt sollen Fans offensichtlich wieder auf ein mögliches Sequel warten, dass aufgrund der technischen Aspekte aber wohl noch unwahrscheinlicher ist, als der dritte Teil es schon war.

Shenmue III

Ryo ist zurück!

 

Warum kein modernes Gameplay

Als Shenmue I und II erschienen sind, waren beide Titel noch recht wegweisend für ihre Zeit. In den vergangenen 18 Jahren hat sich aber einiges getan und doch scheinen diese Entwicklungen an Suzukis Team vorbeigegangen zu sein. Shenmue III bietet alles, was ein Fan erwarten würde, und doch fehlt etwas. Wie zuvor sammelt ihr Informationen zu euren nächsten Schritten, indem ihr mit den zahlreichen NPCs sprecht, trainiert eure Kampfkunst oder verdient euch etwas extra bei einem Job. Und natürlich könnt ihr auch euer Glück bei einem der vielen Glücksspiele versuchen. Bei allem was ihr macht, spielt wie in den Vorgängern auch hier die Tageszeit eine entscheidende Rolle, denn oft könnt ihr wichtige Personen oder Ereignisse nur zu bestimmten Tageszeiten erreichen. Wo es vorher hieß, dass man warten und Zeit totschlagen musste, kann man jetzt direkt zu dem gewünschten Ort zur entsprechenden Zeit springen. Das erspart euch zwar langes Warten, funktioniert aber nur, wenn ihr nicht noch etwas anderes zu tun habt. Wenn ihr auch nur eine Person übersehen habt, mit der ihr zum Beispiel sprechen müsst, steckt ihr fest und könnt dieses Feature nicht nutzen. Kleine Fortschritte hat es auch bei den Kämpfen gegeben, denn diese fühlen sich etwas flüssiger an. Aber auch hier gehen die Verbesserungen nicht weit genug. Die verschiedenen Techniken werden immer noch in Form von Beat’em Up Kommandos eingegeben, ohne dabei aber die Genauigkeit eines solchen Titels zu bieten. Und auch die Animationen sind eher auf Shenmue II Niveau geblieben. Vor dem Hintergrund, dass Suzuki gern einen vierten Teil von Shenmue machen will, kann ich nicht verstehen, wieso man hier nicht modernisiert hat. Das Gameplay ist eindimensional und sieht man sich die Yakuza Reihe an, wird schnell deutlich, wie weit Shenmue III hinterherhinkt. Der einzige Grund, warum ich überhaupt Spaß an dem Gameplay hatte, war sehr wahrscheinlich darin begründet, dass ich ein Fan der Originale war. Ich war daher mit dem Stand der Mechaniken vertraut, aber selbst für mich war es sehr ernüchternd, wie wenig sich hier getan hat. Man könnte meinen, Suzukis Team hat sich nicht mal die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, wie man Shenmue verbessern könnte. Das alles macht mich nicht sehr hoffnungsvoll, dass wir noch mal etwas von der Reihe sehen werden. Und ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das jetzt überhaupt noch will.

 

Eher eine Shenmue Demo

Wenn man Shenmue III startet und die erste Stunde auf sich wirken lässt, kann man schon mal in Nostalgie schwelgen. Die Musik ist unverkennbar Shenmue, zusammen mit der deutlich besseren Optik sind diese die wirklichen Highlights. Leider fängt man dann schnell an, sich bestimmte Aspekte mal genauer anzuschauen. So kommt man nicht umhin zu bemerken, dass die bunten Blumenfelder von Weitem zwar gut aussehen, von Nahem aber eher lächerlich wirken. Der Look insgesamt wirkt irgendwie steril und plastikmäßig, eben wie eine Tech Demo, die einen Eindruck für ein unfertiges Produkt vermitteln soll. Unterstützt wird das durch die leblose Mimik, die peinlich starren Dialoge (die häufig nicht mal richtig miteinander interagieren) sowie die Tatsache, dass Ryo auch nach all den Jahren 99 % aller Konversationen mit “I see” beantwortet. Das ist ein Klassiker ohne Zweifel, aber in diesem Fall war es wohl weniger eine echte Entscheidung “I see” wieder einzubringen, sondern lediglich eine Konsequenz der generell lieblos wirkenden Synchronisation.

Positiv:

Endlich eine Fortsetzung des Kulttitels
Die Shenmue Musik ist unverkennbar und weckt gleich wieder Nostalgie
Bekanntes Gameplay erwartet jeden Fan

Negativ:

Gameplay hat sich nicht weiterentwickelt oder Neuerungen erhalten
Animationen wirken steif und Dialoge sind recht lieblos
Die Optik ist zwar besser, aber extrem steril und eher auf dem Level einer Tech Demo
Für einen Titel mit so ungewisser Zukunft wäre es toll gewesen, Fans ein echtes Ende zu geben und nicht wieder einen Cliffhanger
Das Endprodukt ist keine 60 € wert (75 mit DLC)
  • Shenmue III
    “Achtzehn Jahre mussten Fans wie ich auf Shenmue III und einen Abschluss der Geschichte warten. Was wir bekommen haben, ist leider nicht, was ich erhofft hatte. In fast jedem Aspekt hat das Sequel Upgrades erhalten, wobei Upgrade aber nicht mit GUT gleichgesetzt werden kann. Die Story dümpelt vor sich hin und lässt einen wieder einmal mit einem Cliffhanger sitzen. Suzukis Zuversicht einen vierten Teil machen zu können, ruiniert Shenmue. Obwohl optisch deutlich besser, sind die Animationen steif und unnatürlich und das gilt auch für die Dialoge. Man könnte fast denken, dass all die Millionen nur für Copy Paste Arbeiten verwendet wurden, denn nach mehr fühlt sich Shenmue III nicht an. Der Titel lebt zudem im Schatten von Yakuza, dass die Formel von Shenmue inzwischen perfektioniert hat. Für den Preis von 60 € (DLC kostet noch mal 15 € extra) bekommt man einen Titel der nach 2015 aussieht und sich wie ein Spiel aus 2000 spielt. Als Fan war ich froh, das Sequel zu spielen, doch leider sehe ich nach diesem Teil keine Zukunft Shenmue. Sehr schade.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wenn ihr ein Kickstarter wart, werdet ihr sicher Spaß mit dem Spiel haben können. Wer jedoch nie ein Fan von Shenmue war, wird es mit diesem Teil auch garantiert nicht werden.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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