Shadowrun Trilogy

Test zum Konsolenport des düsteren Pen and Paper

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Kostenpflichtiger Seasonpass für DLCs

Shadowrun: Grundregelwerk, 6. Edition (Hardcover)
  • Verpackungabmessungen (L x B x H): 2.0 zm x 20.4 zm x 28.8 zm
  • Verpackungsgewicht: 1.42 Kg
  • Anzahl der Packung: 1

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Releasedatum: 21. Juni 2022

Genre: RPG, Strategie, Indie

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Paradox Interactive

Plattformen: PC, Xbox, Playstation, Nintendo Switch

Wer meint, dass es seltsam wirkt, wenn eine mit Magie um sich werfende Zwergenfrau gerade bei einem futuristischen Megakonzern einbricht, um die neusten Neuroimplantate zu stehlen, der hat wohl noch nie Shadowrun gespielt. Das beliebte Pen and Paper ist ein Mix aus Cyberpunk, Urban Fantasy und vielen weiteren Genres und hat 2013 durch eine Kickstarterkampagne sein erstes Videospiel bei Steam bekommen. Nun gibt es auch eine Version für die Playstation und wir verraten euch, wie sich das ganze auf der Konsole macht.

 

Die Story der Shadowrun Trilogy

Wie unschwer zu erkennen sein sollte, enthält die Shadowrun Trilogy insgesamt drei Spiele. 2013 erschien Shadowrun: Returns und bekam 2014 ein Add-on, was als Shadowrun: Dragonfall – Director’s Cut jetzt jedoch ein eigenes Spiel ist. Mit Shadowrun: Hong Kong wurde 2015 das bislang letzte Videospiel in der Shadowrun Welt veröffentlicht. Alle drei Teile spielen dabei in einer Version unserer Welt, in der aber die Magie 2011 zurückgekehrt ist. In den 2050er-Jahren hat sich die Erde, wie wir sie kennen, also stark verändert und ist mit Menschen, Elfen, Orks und anderen Fabelwesen bevölkert, was für einige Spannungen sorgt.

Zu allem Überfluss regiert in den meisten Ländern auch noch der Kapitalismus im Endstadium. Das heißt, es gibt kaum Länder wie bei uns, staatliche Aufgaben werden größtenteils von riesigen Konzernen übernommen und ein einzelnes Leben ist so gut wie nichts wert. Hier kommen Shadowrunner ins Spiel. Diese Söldner erledigen in den Schatten leise und ungesehen allerhand dreckige Arbeit für die Konzerne. Ob Diebstahl, Sabotage oder Mord, für ein wenig Geld findet sich schon der richtige. Auch ihr übernehmt in der Shadowrun Trilogy jedes Mal die Rolle eines Shadowrunners und versucht so gut es geht in dieser unfreundlichen und kalten Welt zu überleben.

 

Shadowrun: Returns

Das erste Abenteuer beginnt ihr im Jahr 2054 in der riesigen Metropole Seattle. Mit wenig Geld in der Tasche findet ihr euch in einer heruntergekommen Wohnung wieder. Als ihr euch gerade fragt, wie ihr ohne neuen Job über die Runden kommen sollt, erreicht euch die Nachricht eines alten Freundes. Dieser hat für den Fall seines Todes extra eine Botschaft an euch aufgenommen, in der er euch bittet, seinen Mörder zu finden. Bei Erfolg winkt eine beachtliche Summe, die euch eure Sorgen vergessen lassen würde. Ob ihr jetzt nun einem alten Freund die letzte Ehre erweisen wollt oder nur scharf auf das Geld seid, endlich habt ihr was zu tun!

Eure Suche führt euch dabei zu diversen Orten in den nicht ganz so freundlichen Gegenden von Seattle, inklusive eines als Klub getarnten SafeHouse für Shadowrunner. Dieser fungiert auch als eure Basis mit einigen Händlern und Ärzten für Körperimplantate. Während ihr langsam dem Ripper vom Seattle auf die Spur kommt und herausfindet, warum euer Freund eines seiner Opfer geworden ist, werdet ihr von einigen Gefährten begleitet. Diese sind jedoch immer nur für bestimmte Missionen bei euch, ihr habt also kein festes Team. Die Geschichte des Spiels ist insgesamt ganz gut erzählt, einige Figuren sind jedoch ganz klischeehafte Typen eines Pen and Paper und haben wenig Tiefgang. Dennoch wird euch der Kriminalfall rund um den Mörder und die Verstrickungen in die feine Gesellschaft gut unterhalten.

 

Shadowrun: Dragonfall – Director’s Cut

Wie sieht wohl Deutschland in den 2050er aus? In Shadowrun: Dragonfall könnt ihr euch einen Eindruck davon verschaffen. Nachdem die Magie in die Welt zurückgekehrt war, erwachten auch alte Drachen überall auf dem Planeten und in Deutschland trieb der Drache Feuerschwinge sein Unwesen. Durch diese Katastrophe sowie den krassen gesellschaftlichen Veränderungen ist Deutschland nun ein zersplittertes Gebiet mit diversen Regierungen. Wiener Kongress lässt grüßen.

Ihr seid jedoch mit eurem Team von Shadowrunnern in dem experimentellen und etwas anarchischen Staat Berlin unterwegs. Nachdem direkt in den ersten paar Minuten des Spiels eure Mission gehörig schiefgeht und ihr eure Anführerin verliert, übernehmt ihr das Kommando über die Gruppe. Natürlich wollt ihr herausfinden, wer euch da in eine Falle gelockt hat und am besten auch warum. Wie der Titel erahnen lässt, spielt dabei das Geheimnis um den Drachen Feuerschwinge eine große Rolle.

Insgesamt hat mir dieser Teil der Triologie am besten gefallen. Das liegt zum einen an den nachvollziehbaren Charakteren und dem festen Team was den Spieler begleitet. Gerade als Deutscher hat man dabei etwas zu lachen. Neben den deutschen Straßenschildern werfen die Figuren auch immer mal wieder deutsche Worte ins Gespräch, was nicht immer so passend ist, aber unterhält. Shadowrun: Dragonfall schafft es aber besonders gut, den Mix von hochtechnisierter Zukunft und krassen Fantasy in eine spannende Geschichte zu packen.

 

Shadowrun: Hong Kong

Im letzten Teil der Trilogy seid ihr kein Shadowrunner, zumindest nicht am Anfang. Als ihr euren Ziehbruder und Ziehvater in Hong Kong besuchen wollt, wird das natürlich nicht einfach nur ein heimeliger Familienbesuch. Relativ schnell werdet ihr verschiedener Verbrechen beschuldigt und von allen möglichen Schlägern und Polizisten gesucht. Um irgendwie zu überleben, schließt ihr euch einem kriminellen Syndikat an, dass eure Identität löschen und euch beschützen soll. Im Gegenzug sollt ihr natürlich allerhand illegales Zeug für sie erledigen. Während ihr also versucht euch in diesem Sumpf aus Kriminalität zurechtzufinden, müsst ihr trotzdem noch das Familiengeheimnis eures Ziehvaters aufdecken.

Auch in diesem Teil habt ihr eine feste Gruppe an Gefährten, allen voran eurem Bruder, der euch unterstützt. Hier sind viele Charaktere aber ebenfalls eindimensional und sollen wohl oft sehr cool und abgebrüht wirken, was nur bedingt gelingt. Obwohl die Stadt Hong Kong und das asiatische Setting an sich gut dargestellt wird, hat mit der letzte Teil auch am wenigstens gefallen. Grund hierfür ist vor allem, dass man seinen Charakter nicht wirklich selbst individualisieren kann. Durch die feste Vorgeschichte mit der Familie hat man wenig Einflussmöglichkeit über die Wahl der Klasse und ein paar Gesprächsoptionen hinaus. Da die Story dann auch nur durchschnittlich ist, steht Shadowrun: Hong Kong etwas hinter seinen Vorgängern zurück.

 

Mensch, Elf oder Zwerg

Die Charaktererstellung zu Anfang jedes der drei Spiele gibt euch die Wahl zwischen Menschen und den sogenannten Metamenschen, die mit der Magie in die Welt gekommen sind. Das macht in der Story einen kleinen Unterschied bei Dialogen und legt auch ein paar Grenzen und Startwerte bezüglich euer Fähigkeiten fest. Größtenteils ändert das aber vor allem die Optik und wirkt sich nicht allzu sehr auf euer Spielerlebnis aus.

Habt ihr euer Geschlecht und euer Volk ausgewählt, müsst ihr eine Klasse aussuchen. Dabei könnt ihr euch grob zwischen Magie, Technik und Nahkampf entscheiden. Wer jedoch selbst eine Hybride Klasse erstellen möchte, kann auch einfach alle Punkte komplett selbst verteilen. Danach wählt ihr ein Porträt und entscheidet, wie euer Charakter aussieht. Also wie er ganz grob aussieht, mehr als Hautfarbe, Haare und Haarfarbe ist nicht drin. Da ihr euren Charakter aber ohnehin so gut wie nie von Nahem seht, sondern stets von oben, ist das auch nicht so schlimm.

 

Rundenbasierte Kämpfe mit Magie und Pistolen

In Shadowrun verbringt ihr zwar wirklich einen Großteil der Zeit in Dialogen, dennoch wird auch hier natürlich gekämpft. Diese Kämpfe laufen ganz nach Pen and Paper Manier in Runden ab, bei der abwechselnd ihr und danach euer Gegner am Zug ist. Dabei spielt Initiative keine Rolle, seid ihr am Zug könnt ihr jeden eurer Charaktere ihre zwei Aktionspunkte ausführen lassen, woraufhin dann alle Gegner dran sind. Wie in vielen Spielen mit diesem Kampfsystem kann man hier leider nur diese zwei Punkte für eine Aktion ausgeben. Und so kostet es auch einen Punkt, um sich nur ein einziges Feld weiterzubewegen, was nicht nur unrealistisch ist, sondern sich auch irgendwie einfach nicht gut anfühlt. Da die Shadowrun Spiele aber schon etwas älter sind und dieses System damals üblich war, kam man das verschmerzen.

Je nach Verteilung eurer Fähigkeiten, Punkte oder voreingestellter Klasse zieht ihr mit anderen Waffen in die Schlacht. Technisch begabte Charaktere setzen so z. B. ihre Drohnen im Kampf ein oder benutzen ihre Hacking Fähigkeiten. Schamanen beschwören Elementare, Magier schießen Energiebolzen und jeder kann mit den nötigen Punkten Schusswaffen einsetzen. Ob eine Fähigkeit trifft, hängt von der Entfernung zum Ziel, dem Level des Charakters und von möglicher Deckung ab. Wie man das kennt, gibt es mittlere und hohe Deckung, die den eingehenden Schaden verringern kann.

Im Grunde ist das Kampfsystem von Shadowrun nichts, was man nicht aus anderen Spielen kennt. Lediglich der Mix aus Magie und Technik ist hier interessant. Schön animiert ist das alles aufgrund des Alters der Spiele allerdings auch nicht. Die Steuerung auf der Playstation geht jedoch überraschend leicht von der Hand und gefiel mir sogar besser als die auf dem PC. Trotzdem bleibt auch auf der Playstation jeder Kampf eher gemächlich, auch wenn es je nach Situation mal spannend werden kann. Nur für die Kämpfe lohnt sich die Trilogie aber definitiv nicht.

 

Die Story holts fast raus

Etwas Kritik muss sich die Konsolenversion der Shadowrun Trilogie natürlich gefallen lassen. Vertont waren die Spiele nie, aber auf der Steamversion sind zumindest deutsche Texte verfügbar. Auf der Playstation gibt es die Spiele ausschließlich in Englisch, was bei so einem textlastigen Spiel für Leute, die nicht gut Englisch können, ein Problem ist. Außerdem ist es völlig unverständlich, die Spiele wurden ja bereits einmal übersetzt, warum fehlt das jetzt?

Zum einen wären da noch die sehr trägen Kämpfe. Nicht nur, dass man den Animationen ihr Alter deutlich anmerkt, das ganze Tempo fühlt sich einfach zu langsam an. Natürlich sind rundenbasierte Kampfsysteme immer etwas langsamer, das liegt in der Natur der Sache. Trotzdem fühlt es sich hier langwieriger an als in anderen Genrevertretern.

Zum Glück liegt der Fokus der Spiele aber nicht nur auf den Kämpfen, sondern auch auf der Geschichte, die ihr erleben könnt. Das ist deutlich besser gemacht und kann sich auch mit modernen Spielen problemlos messen. Klar, manche Charaktere sind schon klischeehaft und gerade das schlecht genutzte Deutsch in Shadowrun: Dragonfall lässt einen die Augen verdrehen. Dennoch macht es Spaß sich durch die geheimnisvolle und magische Zukunft von Seattle, Berlin und Hong Kong zu bewegen und verschiedenen Geheimnisse aufzudecken.

 

  • Shadowrun Trilogy – Test zum Konsolenport des düsteren Pen and Paper
    Fazit zu Shadowrun Triology

    Die Shadowrun Trilogie macht gerade Spaß, wenn man den Mix aus Zukunft und Fantasy mag. Viele Dialoge sind wirklich gut und an den meisten Stellen hat mir die Story richtig gut gefallen. An anderen Stellen war es dann eher etwas unangenehm oder langweilig, das hielt sich aber in engen Grenzen. Auf der Playstation steuert es sich sogar recht angenehm. Wer die Spiele jedoch bereits auf dem PC gespielt hat, brauch sie sich nicht noch mal für die Playstation zu holen. Somit ist die Trilogie eher allen zu empfehlen, die die Spiele damals verpasst haben und das am liebsten auf der Playstation nachholen möchten.

    Tobias Mehrwald, Redakteur und Lektor

Positiv:

Unterhaltsame Story
Gute Steuerung auf der Playstation, die fast schon angenehemer als auf dem PC ist
Stimmige Musik die zu jeder Szene passt

Negativ:

Die deutsche Übersetzung ist ohne ersichtlichen Grund nicht verfügbar
Die Kämpfe drohen manchmal eher zu langweilen als zu unterhalten
Manche Dialoge sind nicht so cool wie die Schreiber sich das vorgestellt hatten

Ab in die Sammlung?

Fans des Shadowrun Pen and Paper können sofort zugreifen. Wer keinen Bezug zu Shadowrun hat, verpasst hier nichts.

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Geschrieben von Tobias Mehrwald
entkommt in unter fünf Minuten aus der Unterwelt.

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