Scare Me

Kritik zum Horror der unterhaltsamen Art

Wie können sich zwei Schriftsteller*innen am besten die Zeit während eines Stromausfalls vertreiben? Scare Me gibt die Antwort darauf: Mit dem Erzählen von Gruselgeschichten natürlich! Die beiden mehr und weniger erfolgreichen Schriftsteller*innen Fred und Fanny verbringen eine stürmische Nacht damit, sich gegenseitig Horrorgeschichten zu erzählen. Sie haben sich dabei das Ziel gesetzt, dem jeweils anderen Angst einzujagen. Ob den beiden das gelingt?

 

Die Story von Scare Me

In Scare Me begleiten wir den nicht ganz so erfolgreichen Schriftsteller Fred, gespielt von Josh Ruben, zu einer Hütte fern ab der Zivilisation. Dort möchte er endlich seine Idee eines Werwolf-Horrors auf Papier bringen und ganz groß rauskommen. Er lernt bei seinem Ausflug die arrogante Bestseller-Autorin Fanny, gespielt von Aya Cash, kennen. In der Nacht kommt es dann, wie es in jedem Horror-Streifen kommen muss: Aufgrund eines heftigen Gewitters fällt der Strom aus und schon sitzt Fred alleine im Dunkeln. Doch schon steht Fanny vor der Tür und möchte sich in Freds Hütte ein bisschen die Zeit vertreiben. Nicht ganz überzeugt davon, dass Fred das Zeug zu einem Autor im Horror-Genre hat, überredet Fanny ihn dazu, ihr Horrorgeschichten zu erzählen. Also beschließen sie, sich gegenseitig Angst einzujagen.

Es folgt eine Reihe mehr oder weniger gruselige Geschichten, erzählt und gleichzeitig auch gespielt von den beiden, bei denen Realität und Vorstellungskraft teilweise zu verschwimmen scheinen. In der zweiten Hälfte der Nacht kommt dann noch der Pizzabote und Horror-Fan Carlo, gespielt von Chris Redd, hinzu und steigt in das Schauspiel mit ein. Zum Ende hin wird es jedoch noch einmal ernst und die Zuschauer*innen fragen sich, ob der ganze Horror wirklich nur gespielt war.

 

Unsere Kritik zu Scare Me

Scare Me wird zwar hier und da als Horror betitelt, ist aber eigentlich eine Horror-Komödie, was so viel bedeutet wie: Das Horror-Genre wird schön auf die Schippe genommen. Regisseur, Produzent und gleichzeitig Freds Darsteller, Josh Ruben, beweist dabei sein Verständnis des Horror-Genres und zudem sein Wissen darüber, wie man es schön verschaukeln kann.

Ein nicht allzu ernst gemeinter Horror

Die Geschichten, die Fred und Fanny sich gegenseitig erzählen, gehen durchaus in Richtung Horror und nehmen auch gleich das ein oder andere Klischee mit. Das ist den Machern aber durchaus bewusst – und den Figuren auch. Sie sprechen die Klischees offen an und werden den ein oder anderen Kommentar dazu los. Besonders Fanny spricht oft das aus, was sich jede*r Zuschauer*in sich beim Anschauen eines Horrorfilms schon einmal gedacht hat. Das führt an manchen Stellen durchaus zu dem ein oder anderen Schmunzler. Bei der Darstellung der Geschichten wurden keine Mühen seitens der Schauspieler*innen gescheut. Sie müssen in Scare Me ganze Arbeit leisten und schnell zwischen den verschiedenen Emotionslagen wechseln. Zugleich übernehmen sie auch jeweils die Darstellung und die Erzählung ihrer Geschichten. Dabei machen allesamt einen wunderbaren Job. Es macht Spaß dabei zuzusehen, wie sich die Darsteller*innen ins Zeug legen und sich hier und da mal zum Affen machen. Wobei man sagen muss, dass es manchmal schon fast an Albernheit grenzt.

Damit das ewige Geschichtenerzählen dem Zuschauer nicht zu langweilig wird, wurden teilweise einzelne Elemente des Erzählten für die Zuschauer*innen sichtbar gemacht. Sei es durch das auftauchen einer Werwolf-Klaue oder das Getöse der Menge während eines imaginären Auftritts von Fanny. Beim ersten Mal erscheint diese Einarbeitung der Geschichte in die Realität zwar etwas irritierend, allerdings sieht man es danach als willkommene Abwechslung und sorgt es dafür, dass der Film nicht allzu trocken und abstrakt ist. Denn neben den Darsteller*innen sehen die Zuschauer*innen nichts von den Geschichten, sie spielen sich also hauptsächlich in ihren Köpfen ab.

Auch das auftauchen eines dritten Charakters, gespielt von Chris Redd, sorgt dafür, dass etwas Abwechslung auf die Leinwand gebracht wird. Zudem bringt der Pizzabote, der seine Pflicht für das Erzählen von Geschichten vernachlässigt, noch den ein oder anderen Lacher mit.

Scare Me kennt das kleine 1×1 des Horrors

Wie in jedem Horror-Streifen sollte dem Licht und der Musik eine besondere Bedeutung zukommen, wenn es darum geht die Stimmung des Films zu unterstreichen. Auch das gelingt in Scare Me so gut wie in jedem anderen passablen Horrorfilm. Durch den Stromausfall bleibt als Lichtquelle in der einsamen Blockhütte nur noch das Kaminfeuer, eine paar Kerzen und das Licht der Taschenlampen. Zwischendurch erhellt ein Blitz für einige Sekunden den Raum – und das natürlich an den richtigen Stellen, wie auch von Fred selber angemerkt wird. Das kleine 1×1 der Horror-Beleuchtung ist also schon mal erfüllt. Das prasselnde Kaminfeuer und die Schatten, die auf die Gesichter der Schauspieler*innen geworfen werden, untermauern zusätzlich schön den Grusel-Charakter der Geschichte – Und bieten gleichzeitig einen Kontrast zu dem Humor des Films.

Auch die musikalische Untermauerung und die Geräuschkulisse tragen zur Atmosphäre bei. Hier und da ein plötzlich einsetzendes Streichquartett an der richtigen Stelle oder das Quietschen der Sauerstoffflasche eines erbosten Großvaters. Ok, diese bringen einem zwar nicht das Gruseln bei, sorgen aber für ein gewisses Horror-Feeling.

Was kommt als nächstes?

Zugegeben, so wirklich gruseln tut man sich beim Anschauen von Scare Me also eher weniger. Man fühlt sich eher so, als würde man sich ein paar Mittelklasse-Horrorgeschichten anhören. Somit haben die erzählten Geschichten nicht unbedingt überraschende Wendungen. Aber auch das ist vom Film so gewollt. So werden ganz bewusst die Klassiker aus dem Horror-Genre ausgegraben, wie die gute alte Werwolf-Geschichte und die Heimsuchung durch einen Geist. Was Scare Me spannend macht, sind nicht die Horrorgeschichten oder das manchmal verrückt wirkende Auftreten der Darsteller*innen. Es ist die Tatsache, dass man nie so richtig weiß, was nun wieder auf einen zukommt. Man kennt weder die wahren Absichten der beiden Schriftsteller*innen, noch weiß man, ob der Pizzabote nicht doch ein Massenmörder ist. Die Geschichte des Films ist nicht vorhersehbar und deswegen schaut man ihn gerne weiter.

Die Abwechslung zwischen Spannung und unterhaltsamen Darbietungen sorgt dafür, dass man nicht ausschalten möchte, obwohl man auch nicht so ganz weiß, was man von den Erwachsenen halten soll, die sich wie 15-Jährige Gruselgeschichten erzählen und dabei wie Kobolde auf allen Vieren herumspringen.
Und am Ende bleibt immer noch eine entscheidende Frage offen: War das alles wirklich nur gespielt?

 

Informationen zu Scare Me

  • Originaltitel: Scare Me
  • Laufzeit: ca. 103 Minuten
  • Heimkinostart: ab 14. Juli 2022 digital, ab 5. August 2022 auf Blu-Ray und DVD
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Josh Ruben, Aya Cash, Chris Redd, Rebecca Drysdale

 

Trailer zu Scare Me

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  • Scare Me – Kritik zum Horror der unterhaltsamen Art
    Fazit zu Scare Me

    Am Ende bleibt man als Zuschauer*in recht ratlos darüber zurück, ob der Film nun gut oder doch eher mittelmäßig war. Sicher ist aber, dass er keineswegs schlecht ist. Er ist weder schlecht gemacht, noch schlecht dargestellt. In Scare Me trifft Unterhaltung auf Spannung, Klischee auf Unvorhersehbarkeit, Komödie auf Horror, und damit fährt der Film recht gut.

    Vanessa Jochum, Redakteurin
Richtige Mischung aus Horror und Komödie
Der Film nimmt sich selbst nicht ganz so ernst
Gute Schauspielleistungen der Darsteller*innen
Ein etwas anderer Film

Ab in die Filmsammlung?

Wenn man mal keine Lust auf einen Blockbuster hat, ist Scare Me durchaus eine unterhaltsame Alternative.

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1 Kommentar
  1. Langweiligster Bullshit den ich jemals ertragen musste. Es passiert einfach Nix! Man wartet den ganzen Film vergebens auf was auch immer und muss diesen Idioten beim Abspasten zuschauen. Ich ärgere mich über das rausgeschmissene Geld!

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