Saints Row IV – Review zum GTA-Klon

Einmal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein… Das ist der Traum von vielen Leuten auf der Welt. Da dies leider immer nur ein Traum bleiben wird, haben wir mit dem neusten Teil der “Saints Row”-Reihe trotzdem die Möglichkeit, genau das einmal selbst zu erleben. Aliens, Mädels, Saints, Riesen-Energiedosen und eine Menge alte Technik bietet uns “Saints Row 4”. Reichen diese Features, um gegen den großen Konkurrenten “Grand Theft Auto V” anzutreten oder sollten die Aliens lieber die Welt übernehmen?

 

Was zum Teufel?!

Bei “Saints Row” ging es immer um den vollen Respekt, den man sich innerhalb der Stadt verdienen musste. Egal ob mit Stripclubs, Drogenaufträgen, Dealz oder riesen Energiedosen, alles machte man zu Geld und verschuf sich so seinen nötigen Respekt. Knapp sieben Jahre nach dem ersten Teil der Reihe, haben die “Saints” nun so viel Respekt verdient, dass sogar die Wahl zum US-Präsidenten eine Selbstverständlichkeit ist. Nun steht man selbst an der mächtigsten Stelle der Welt. Das die “Saints” immer etwas farbenfroher und durchgeknallter sind, merkt man auch an der Dekoration des weißen Hauses. Dieses erstrahlt nun in einem Weiß-Lila-Look und enthält inklusive Stripperinnen viele durchgeknallte Partys. Wahrscheinlich wird es auch noch ein wenig dauern, bis die Welt diesen amerikanischen Machtwechsel versteht. Nach kurzer Einarbeitungszeit der Mitarbeiter und ein paar schnellen Entscheidungen für die Weltbevölkerung, kommt auch schon das erste Problem auf die neue Regierung zu: Aliens. Diese nennen sich “Zin” und kommen mit Unmengen an Verbündeten nach “Steelport”. Dort muss sich der Präsident gegen “Zinyak” geschlagen geben und wird gleichzeitig von ihm entführt. Eine große Anzahl an Gegnern steht uns nun bevor, die wir alle nach und nach erledigen müssen. Viel Chaos gehört dabei der Tagesordnung an, da die Verteidigungsmaßnahmen gegenüber den Aliens nichts gebracht haben. In einer alternativen Realität von “Steelport” müssen wir nun versuchen unsere “Saints” zusammenzutrommeln und die Macht der Stadt wieder an uns zu reißen.

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Auf gehts! Die Stadt gehört uns!

 

Was gut ist, bleibt auch gut

Wer den Vorgänger kennt, wird sich fragen, warum kommt mir alles so bekannt vor. Das liegt daran, weil “Saints Row 4” eigentlich als Add-on für den dritten Teil erscheinen sollte. Das wurde letztendlich aber so groß, dass man sich dazu entschieden hat, das Add-on als Einzeltitel herauszubringen. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich hier demnach auch kaum etwas verändert. Die Möglichkeiten seinen Charakter individuell zu gestalten bleiben bestehen und die verschiedenen Kostüme, in die man den Charakter stecken kann, sind wieder mit dabei. Auch die anpassbare “Männlichkeit oder Weiblichkeit” stehen einem wieder zur Verfügung. So kann man den Frauen größere Brüste und den Männern größere Gliedmaßen verleihen. Die Kombination zwischen den Klamotten, dem Aussehen und dem jeweiligen Geschlecht sind hier unbegrenzt. Auch die Syncroauswahl hat wieder erstklassige Besetzung. So mischt unter anderem “Nolan North”, bekannt durch “Nathan Drake” und “Desmond Miles” in der Synchronisation mit. Aber auch die Aktivitäten und Herausforderungen zwischen den Hauptmissionen kennt man bereits aus dem Vorgänger. Man muss erneut Bezirk für Bezirk der Stadt einnehmen, um wieder zu regieren. Den Bezirk nehmen wir nur ein, indem die Nebenmissionen erfüllt werden. Zwar haben diese nicht an ihrem Unterhaltungswert verloren, trotzdem gibt es keine großen Neuerungen. Einige Aufgaben haben sich nur ein wenig verändert. So muss man nicht mehr mit einem Helikopter fliegen, sondern mit einem UFO von den Aliens.

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Wir müssen alle Stadtbezirke unter unsere Herrschaft bringen.

 

Doch lieber Ironman oder Superman?!

Der Humor lässt im Vergleich zum Vorgänger nicht nach und setzt noch mal eine Schippe drauf. Filme wie “Die nackte Kanone”, “Harry Potter” oder “Matrix” werden in diesem Titel ordentlich aufs Korn genommen. Aber auch die Spielindustrie bekommt ihr Fett weg. Die Entwickler machen sich dabei nicht immer nur lustig, sondern veräppeln die Konkurrenz viel mehr. So erinnern die Superkräfte des Spielers nicht nur an bekannte Superhelden, sondern auch an das Spiel “Prototype”. Ohne diese Superkräfte hätten wir nämlich nicht einen Hauch einer Chance gegenüber unseren Gegnern. Mit dem Gleiten können wir zum Beispiel über Häuser, Gegnerhorden und Gegenstände gleiten, sodass wir schnell von einem bevorstehenden Angriff entkommen können. Mit der Telekinese können wir Gegner und Gegenstände durch die Gegend werfen. Der Stampfer bietet uns die Möglichkeit, mehrere Gegner auf einmal zu töten, solange diese auf einem Haufen stehen. Unsere Gegner können wir aber auch einfrieren oder mit einem Feuer-Inferno verbrennen. Auch die eigenen Waffen kann man mit verschiedenen Spezialitäten versehen. Die ganzen gottähnlichen Fähigkeiten sind zwar ganz nett zu spielen, bringen auch eine Menge Abwechslung in das Gameplay ein. Allerdings passen sie nicht in das altbekannte “Saints Row” Setting. Es fühlt sich auch nicht mehr wie ein richtiges “Saints Row” an. Egal ob wir mit einer Höchstgeschwindigkeit auf die Wand zulaufen oder Meter hoch von einem Dach springen, es erinnert eher an ein Spiel zu einem “Marvel-Helden” oder an einen Teil der “InFamous”-Reihe.

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Eher ein Superhelden-Spiel?

 

Für viel Auswahl ist gesorgt

Anders als ein “Grand Theft Auto” steuert sich “Saints Row 4” flüssiger und unkomplizierter von der Hand. Die große Waffenauswahl bietet wieder einige Spezialwaffen, wie zum Beispiel die “Dubstep-Gun”. Schießt man mit dieser auf Menschen, kommen musikalische Strahlen aus der Kanone und bringt die Bevölkerung zum Tanzen. Bei mehreren Gegnern hilft dies besonders gut, da die Energieanzeige von ihnen schnell sinkt. Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Waffen, die man noch im Spiel findet: ein Dino-Schwert mit Dödel; eine “Antimaterie-Kanone”, die für schwarze Löcher sorgt oder die “Inflation Gun”, die den Gegnern den Kopf aufbläst, bis dieser platzt. Viele neue und alte Überraschungen, die man überall in “Steelport” findet, warten auf den Spieler. Und genau da punktet “Saints Row” mehr, als andere Titel im “Open-World-Genre”. Überall liegen neue Waffen, Aufträge, Gegenstände und Superkräfte-Upgrades herum, die erst gefunden werden müssen.

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Tanzt, meine Marionetten!

 

Trotz alter Technik macht es Spaß

Nachdem das Spiel Ursprünglich als Erweiterung dienen sollte, darf man an den Titel keine großen technischen Meisterleistungen erwarten. Trotzdem hätte man die Grafik etwas auf hübschen können, zumal der dritte Teil zu damaligen Verhältnissen auch nicht wirklich schön aussah. Doch was bringt einem die schönste Grafik, wenn das Spiel dadurch schlecht wird. Deswegen macht es gar nichts, dass “Saints Row 4” technisch nicht ganz so aktuell ist, wie andere Spiele. Extreme Framerate-Einbrüche oder Ruckler hat das Spiel dafür fast gar nicht. Durch die tollen Partikel und Funken, sehen die neuen Superkräfte wirklich toll aus. Ab und zu kommen zwar ein paar Glitches zustande, die Kantenglättung hätte auch besser sein können und die Kamerafahrten sind oftmals etwas blöde gestaltet. Die Musikrichtung, die im Hintergrund läuft, ist sehr an Dubstep angelehnt. Immer wenn ein Kampf entsteht, dreht die Musik erneut auf und zeigt, was ein Actionspiel am Leben hält. Die Musikauswahl geht von “What is Love” bis zu “Beer” und auch die Soundeffekte sind standardmäßig gut. Etwas mehr Power in der Grafik-Engine würde dem Spiel dennoch gut tun, um gegenüber “Grand Theft Auto 5” mitzuhalten.

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In einem Monster-Truck durch die Straßen heizen, yeah.

 

Fazit:

So viele blöde Aktionen habe ich noch nie in einem Spiel gesehen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich noch zu jung bin, aber wer erschafft denn bitte Riesen-Energiedosen und lässt diese auf die Menschheit los? Welcher Präseident nimmt dazu einen Alienangriff mit so viel Humor? Ihr merkt schon, Saints Row 4 bietet wieder einiges zum Lachen. Das Spielprinzip ist noch immer das Alte, der Humor bleibt an richtiger Stelle, aber KI und Technik sind leider immer noch veraltet. Man merkt von Anfang an, dass es kein eigenständiges Spiel werden sollte, sondern nur ein Add-On für den dritten Teil der Reihe. Trotz der technischen Schwächen, ist Saints Row 4 ein wirklich humorvolles Spiel, was ich jedem Open-World-Fan ans Herz lege.

85

 

Good
  • Humorvolle Spielszenen
  • Abwechslungsreiches Missionsspektrum
  • Koop-Modus für zwei Spieler
  • Witzige Ideen bei Waffendesign
Bad
  • Schlechte Gegner-KI
  • Fehlende Nebenhandlungen neben der Story
  • Technisch eine große Enttäuschung
85
Tobias Liesenhoff
freut sich sehnsüchtig auf das Finale in diesem Jahr.

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