Rescue 2: Everyday Heroes – Review zum Retter der “Notfall”-Spiele

Es hätte so schön sein können, als im November 2014 der fünfte richtige Teil der Emergency-Reihe erschienen ist. Das Spiel bekam bei uns eine eher mittelmäßige Wertung und konnte leider nicht überzeugen. Nun versucht sich Rondomedia erneut in dem Genre und bringt mit Rescue 2: Everday Heroes ein Spiel heraus, welches den gleichen Spaß bieten soll, wie die ehemals erfolgreiche Emergency-Reihe. Ob das geklappt hat, lest ihr nun in unserem Test.

 

Holpriger Start vermeidet schlimmeres

Bereits der Start verlief in unserem Test tatsächlich genauso schlimm, wie bei Emergency 5. Er gab es einige Probleme bei den Einstellungen der Anzeige-Optionen, nach ein paar Neustarts lief der Titel dann aber. Die nächste Enttäuschung sollte uns aber nur wenige Minuten später überraschen. Denn Rescue 2 zeigt uns die Karte unserer Stadt, in der wir verschiedene Aufträge erhalten werden. Diese sieht mehr als mies aus und lässt nur erahnen, welch eine Optik das gesamte Spiel haben wird. Nachdem wir die ersten Tutorialmissionen gespielt haben, die uns den Umgang mit diversen Werkzeugen zeigen, wurde es erst nicht wirklich besser mit den Hauptmissionen. Sowohl die Aufträge, als auch unserer Mitarbeiter zeigen sich mit schlechten Animationen und beweisen, wie ein Spiel nicht aussehen sollte. Eigentlich war es bereits klar, dass man mit diesem Spiel nicht wirklich warm wird. Doch als wir den Titel gerade aufgeben wollten, hat es glücklicherweise doch noch die Kurve bekommen. Zwar sind die Missionen allesamt nicht wirklich neu und reißen keine großen Bäume in diesem Genre raus, je mehr Fähigkeiten wir anhand der Tutorials kennengelernt haben, desto anstrengender und komplexer werden auch die Aufträge. Auf der bereits erwähnten Übersichtskarte werden uns die Missionen nach und nach angezeigt. Um einen Einsatzort zu besuchen, müssen unsere Fahrzeuge mit den entsprechenden Mitarbeitern entsandt werden. Hierbei muss man natürlich beachten, welche Wagen man wo hinfahren lässt. So kann es durchaus im Verlaufe der späteren Missionen zu Frust kommen, wenn man die falschen Fahrzeuge anfahren lässt.

Unsere Wache mit den Mitarbeitern und Fahrzeugen.

Unsere Wache mit den Mitarbeitern und Fahrzeugen.

 

Komplexe Missionen bieten eine Menge an Arbeit

Die Hauptmissionen wiederholen sich zwar am Anfang sehr oft, bringen nach und nach aber eine Menge Abwechslung mit. So fordern sie einem irgendwann sogar die grauen Zellen ab und werden ziemlich komplex. Da kann man durchaus dankbar darüber sein, dass die Entwickler einen “Pause-Knopf” integriert haben. Eine jeweilige kleine Geschichte rund um die Einsätze gibt es zwar, diese sind aber ziemlich unnötig und lesen sich ziemlich mies. Am besten man ignoriert die paar Sätze einfach. Grundsätzlich müssen wir aber dafür sorgen, dass die Opfer geborgen und die Brände erfolgreich gelöscht werden. Doch die verschiedenen Positionen und Orte der Menschen machen die Mission erst so richtig anstrengend.Manchmal muss man dafür sorgen, dass erst Türen eingetreten und aufgebrochen werden das andere Mal muss erst der Elektrobrand gelöscht werden, je man an die Opfer gelangt. Aber auch die Ortschaften ändern sich. So brennen erst ein Burgerladen, dann ein Haus und dann der ganze Busch. Ab und an kann es auch dazu kommen, dass man ein Hochhaus löschen muss. Spätestens dann merkt man erst die Komplexität des Spieles. Doch Vorsicht, nur mit einem guten Team kann man solche Aufträge erfolgreich und schnell meistern. Denn das Leben der Passanten steht auf dem Spiel. Dies wird anhand einer kleinen Anzeige über dem Kopf des jeweiligen Menschen angezeigt. Erst im Laufe der Missionen schaltet man weitere Fahrzeuge, Mitarbeiter und Fähigkeiten frei, um so schneller und besser zu arbeiten. Ansonsten geht man schnell wieder als Verlierer vom Platz. Besonders in der Anfangszeit ist dies nicht sonderlich hilfreich, da nicht nur die Opfer sterben, die Häuser und Orte verbrennen, sondern auch unsere Ausrüstung kaputt geht und unsere Helfer verletzt werden. Dazu kommt es noch, dass der Ruf unserer Wache schnell sinkt und wir bald kein Geld mehr erhalten. Denn die Fahrzeuge möchten am liebsten nach jedem Auftrag zur Inspektion. Es wäre durchaus sinnvoller gewesen, ein großes Tutorial zu machen, wo alle Dinge gezeigt werden, damit man zwischendrin nicht wie der letzte Depp dasteht.

Nach den Tutorials geht es ans Eingemachte.

Nach den Tutorials geht es ans Eingemachte.

 

Geld ist nicht alles

Um Geld zu verdienen, gibt es neben den Hauptmissionen, auch noch einige Nebenaufträge, die sich allerdings stetig wiederholen. So kann man bereits nach kurzer Zeit ziemlich schnell sein Kontostand aufbessern. Ob das allerdings der Sinn der Sache ist, Missionen immer und immer wieder zu spielen, wagen wir zu bezweifeln. Immerhin braucht man die Kohle, um seine Wache zu verbessern und den Fuhrpark zu erweitern. So gibt es neben den ganz normalen Einsatzwagen auch noch Drehleiterfahrzeuge, Schaumlöschfahrzeuge und einen Wassertankfahrzeug. Wie bereits erwähnt, können die Mitarbeiter neue Fähigkeiten erlernen und somit bessere Eigenschaften gewinnen. Jeder Mitarbeiter hat einen eigenen Skillbaum, den man nach und nach weiter ausbauen kann. Am Ende kann man die Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung spezialisieren. Ein wenig “Der Feuerwehr Manager” steckt also ebenfalls in Rescue 2: Everday Heroes. Zusätzlich muss man aber auch darauf achten, dass man die richtigen Leute im Team hat. Es können neue Leute eingestellt werden, die dann dem jeweiligen Fahrzeug zugeordnet werden müssen. Sobald dies geschehen ist, können die neuen Mitarbeiter in den Einsatz geschickt werden. Ohne eine Besetzung im jeweiligen Auto kann der Einsatz nicht gestartet werden. Das Menü und die Anordnung sind recht einfach gestaltet, sodass sich jeder Spieler schnell zurechtfinden wird. Im Laufe des Spieles bekommt man weitere Wachen dazu, damit man dementsprechend auch mehr Fahrzeuge unterbringen und mehr Mitarbeiter einstellen kann.

Auch die Feuerwehr ist zur Stelle.

Auch die Feuerwehr ist zur Stelle.

 

Tatütata die Feuerwehr ist da

Technisch gesehen ist Rescue 2 nicht wirklich anspruchsvoll. Die Texturen sind leider nicht immer scharf und sehen zudem auch nicht immer toll aus. Besonders schlimm hat es aber die Animationen der Einsatzleute getroffen. Manchmal muss man sich sogar die Frage stellen, wie die Mitarbeiter überhaupt an das gesetzte Ziel gekommen sind. Hinzu kommt, dass die Bewegung ziemlich kantig wirkt und nicht so sauber über die Bühne läuft, wie man es von einer Simulation gewohnt ist. Die Einstellungen im Menü fallen ebenfalls etwas mager aus. Zwar kann man in vier Kategorien die Grafik einstellen, eine große Unterauswahl fehlt aber leider. Der Sound ist ebenfalls nicht Hollywoodreif, bietet aber das Nötigste. Einzig die Hintergrundmusik ist so laut, dass man bereits vorm Spielstart diese etwas leiser schalten sollte.

Einer der komplexeren Aufträge.

Einer der komplexeren Aufträge.

 

Fazit:

Ganz so schlecht ist das Spiel dann doch nicht. Rescue 2 braucht einige Zeit, bis es richtig in Fahrt kommt. Letztendlich kann man dann aber doch eine Menge Spaß haben. Zwar gibt es keine gute Geschichte, die Technik ist auch eher bescheiden, dennoch gibt es durch das Managementsystem eine gute Tiefe, die man nicht außer Acht lassen sollte. Auf einen Patch sollte man trotzdem warten, damit die Balance besser wird und die kleinen Fehler behoben werden.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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