Ratchet & Clank – Test zum Pseudo-Remake des Klassikers

Vierzehn Jahre ist es her, dass wir zum ersten Mal die Bekanntschaft mit dem Lombax Ratchet und dem Roboter Clank gemacht haben. Insomniac Games hatten mit dem ersten Ratchet & Clank auch gleich einen echten Hit. Das Gameplay bot eine kinderfreundliche Mischung aus Humor, Jump ‘n’ Run und verrückten Waffen. Leider schwand mit jedem weiteren Teil auch ein wenig die anfängliche Magie des Originals. Und so verschwand die Reihe aus dem Fokus der Gaming Welt. Doch nun bekommen wir, dank eines Filmes zur Reihe, einen neuen Teil basierend auf dem ersten Spiel. Ob die Filmumsetzung die Ratchet & Clank Reihe wiederbeleben kann, verrate ich euch jetzt im Test.

 

Alt bekannt, gemixt mit Neuem

In der Story erwartet euch im Grunde der bekannte Plot des ersten Ratchet & Clank Spiels. Allerdings gibt es einen kleinen Twist, der die ganze Sache etwas auffrischt. Captain Qwark ist nämlich reichlich enttäuscht, als er hört, dass es ein Videospiel zu Ratchet und Clanks Abenteuern gibt. Niemand hat ihm schließlich nach seiner Version der Geschichte gefragt. Doch der Überbringer der Nachricht leiht ihm allerdings nur zu gern sein Ohr und so erzählt Qwark wie die ganze Geschichte “wirklich” war (nach seiner Vorstellung). Nach diesem Setup springen wir auch schon zu unserem Lombax Helden, der sich gerade bereit macht, sich dem Test für die galaktischen Ranger zu stellen. Schließlich will er nichts mehr als selbst ein Held zu werden. Leider bleibt die ganze Sache vorerst ein Traum. Zur gleichen Zeit entwischt ein kleiner Roboter aus einer geheimen Kriegsfabrik. Ausgestattet mit geheimen Informationen über den schrecklichen Plan der Blargs will Clank diese Pläne natürlich den Rangers übergeben. Leider bringt ihm seine eilig gekaperte Fluchtmöglichkeit nicht bis ans Ziel und er stürzt auf einem Planeten ab. Praktischerweise passiert das auf Ratchets Heimatplaneten. Dieser sieht das abstürzende Schiff und macht sich neugierig sofort auf den Weg, um die Absturzstelle zu untersuchen. Angekommen rettet er im letzten Moment den kleinen Roboter aus dem Wrack. Da Clank eine kleine Reparatur nötig hat, begeben sich die beiden zurück in die Werkstatt, wo Clank Ratchet wissen lässt, was er vor hat. Mit einer List überzeugt Ratchet Clank davon, dass dieser ihm helfen kann. Kurzerhand packen die Zwei alles zusammen und setzen sich in Ratchets klappriges Schiff, um sich auf den Weg zu den Rangers zu machen. Es liegt jetzt einzig an euch, die Galaxie wissen zu lassen, was passieren soll und euch dann Drek und seinen Barg zu stellen. Alles kommentiert von Captain Qwark persönlich, versteht sich.

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Das Heldenduo ist zurück.

 

So gut wie eh und je

Am Gameplay hat man nicht groß herumgebastelt. Noch immer springt und schwingt ihr durch die Gegend. Mit den entsprechenden Gadgets im Arsenal könnt ihr wieder über Rohre gleiten oder durch die Gegend fliegen. Zu Land, Wasser und in der Luft seid ihr also gleichermaßen gut unterwegs. Bei den Waffen gibt es allerdings eine Abweichung zum Original. Denn ihr habt diesmal Zugriff auf Waffen, die erst in späteren Teilen zum ersten Mal auftauchten. Wie immer werden eure Waffen stärker je häufiger ihr sie benutzt. Dadurch ermutigt euch das Spiel, alle Waffen gleichermaßen in die Schlacht zu führen. Darüber hinaus könnt ihr Waffen mit Raritanium aufwerten, für zum Beispiel mehr Munition oder größerer Wirkungsbereich. Jeder Upgradebaum beinhaltet dabei spezielle Upgrades. Wenn ihr die Verbesserungen um diese Spezialupgrades herum freischaltet, werden diese automatisch aktiviert. Neue Waffen können wieder mit Bolts gekauft werden, ebenso eine neue Portion Gesundheit und Munition. Manche Waffen und Gadgets findet ihr aber auch in der Welt durch bestimmte Aufgaben. Schade ist aber an der ganzen Sache, dass es leider nur eine neue Waffe gibt, den Pixelator, der eure Gegner in kleine 8-Bit Blöcke zerballert. Nichtsdestotrotz macht das Arsenal Spaß und der Groovitron sorgt immer für Stimmung. Am Ende des Spieles habt ihr dann die Möglichkeit das gesamte Spiel noch mal in einem Challenge Mode zu spielen. Hier jagt ihr dem Highscore hinterher und versucht den Bolt Multiplier in die Höhe zu treiben. In diesem Modus könnt ihr eure Waffen auch weiter aufwerten, wie es im normalen Modus der Fall ist. Ein weiteres Extra sind die neu eingeführten Kartensets. Einzelne Karten erhaltet ihr immer wieder von besiegten Gegnern. Kartenpacks mit drei Karten findet ihr dagegen häufig nach Bossen oder in versteckten Passagen. Habt ihr ein Set von drei bestimmten Karten vollständig, werden kleine Boni wie zum Beispiel 5% mehr Bolts von Feinden etc. aktiviert. Einige sehr spezielle Karten bescheren euch sogar ein starke Waffe, solltet ihr sie denn auch alle finden. Um Sets schneller voll zu bekommen, könnt ihr noch Karten tauschen, sobald ihr fünf doppelte Karten habt.

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Waffen könnt ihr mit Raritanium aufwerten.

 

Technik, die begeistert

Was soll man sagen, es ist ganz einfach beeindruckend, wie gut dieser Titel aussieht. Der beste Vergleich ist hier wohl ein Film von Pixar, der plötzlich spielbar ist. Nach der ersten Sequenz habe ich darauf gewartet, den Schnitt zur Ingame Grafik zu sehen und dann etwas enttäuscht zu sein. Dieser Moment wich dann aber sehr schnell großem Erstaunen und einem offenen Mund. Die Welten wirken auf jedem Planeten so lebendig und sind ständig in Bewegung. Gras, Bäume, Lebewesen aller Art und zusätzlich Gleiter und Raumschiffe sorgen für das Gefühl einer echten Welt. Licht und Schatten lassen diese Comicwelt zudem auch noch sehr realistisch aussehen. Die Waffeneffekte sind teilweise knallig, bunt gestaltet, was vor allem für das Groovitron gilt. Nichts geht über den Anblick von tanzenden Robotern und Schleimmonstern. Der Effekt der Pixelator Waffe kann sich ebenso sehen lassen. Wenn sich Gegner nach einem Treffer in kleine 8-Bit Klötzchen verwandeln, begleitet von Chip Tunes, macht das einfach nur Spaß. Loben muss ich aber auch die Soundkulisse im Spiel. Das Klingeln der Bolts, die Sounds eurer Waffen und die Geräusche der Umgebung sind auf einem hohem Niveau. Besonderes Lob gilt aber der gesamten Vertonung der Charaktere. Alle Sprecher aus dem Film haben auch hier im Spiel ihre Rollen übernommen, ausgenommen ist hier nur Sylvester Stallone, der seine Rolle als waffenstrotzender böser Roboter im Spiel nicht noch mal verkörperte. Audiovisuell eine erstklassige Umsetzung.

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Das Spiel bietet eine beeindruckende Optik.

 

Fazit:

Ratchet und Clank waren schon seit dem ersten Teil, zwei wirklich sympathische Charaktere. Die Story war humorvoll und das Gameplay explosiv und spaßig. Umso mehr schmerzte es mich mit ansehen zu müssen, wie die Qualität immer mehr abnahm. Und dann wurde es sehr still um das Heldengespann. Aus dem Nichts tauchte dann die Ankündigung eines Films auf und mir graute es schon. Wenn Spiele zu Filmen und dann wieder Spiele zu diesem Film gemacht werden, endet das oft in einer Katastrophe. Nachdem ich jetzt Zeit mit dem Endprodukt hatte, muss ich allerdings alle Bedenken zurücknehmen. Das Pseudo Remake des ersten Teils ist wahrscheinlich das Beste Ratchet Game aller Zeiten. Die Optik erinnert stark an einen hochkarätigen Pixar Film, das Gameplay dreht den Spaßfaktor auf Maximum und der Humor holt aus Spieler jeden Alters ein Lachen hervor. Bedenkt man dann noch, dass dieser Titel für gerade einmal 45€ angeboten wird, ist das fast schon Diebstahl. Jeder, der auch nur entfernt etwas mit Jump ‘n’ Run und Action anfangen kann, sollte sich diese Neuauflage nicht entgehen lassen. Hier erwartet euch ein grandioses Gameplay Feuerwerk mit einer geballten Ladung Humor.92

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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