Q.U.B.E.: Director’s Cut – Review zum Knobelspaß in der Klötzchenzelle

Unglaublich viele Denk- und Knobelspiele gibt es ja leider nicht auf dem Spielemarkt. Umso erfreulicher, wenn sich ein Entwickler zusammen mit seinem Publisher traut, genau dieses Genre weiter auszubauen. Doch dann kommt immer wieder der direkte Vergleich mit Portal auf. Und ja, auch Toxic Games versuchte Ende 2011 genau dies mit Q.U.B.E.. Nun knapp vier Jahre später gibt es auf der PS4 den Q.U.B.E.: Director’s Cut, welcher inhaltlich ein wenig mehr Umfang bietet und zudem eine kleine Story enthält. Ob sich der Ausflug in die Klötzchenzelle für rund zehn Euro lohnt, verraten wir euch im Test.

 

Alles sieht hier aus, wie Portal

Zugegeben, die “neue” Geschichte im Director´s Cut ist nicht wirklich atemberaubend erzählt. Unsere Spielfigur wacht in einer weißen, aus Quadraten gebauten Zelle auf und wundert sich, warum er komische Handschuhe trägt. Eine merkwürdige Frauenstimme versucht uns über eine Funkanlage ein wenig aufzuklären, warum wir dort sind und was wir nun eigentlich machen sollen. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Testkammern erfolgreich abzuschließen. Dies geschieht mit der Hilfe des Handschuhes. Neben den vielen weißen Blöcken gibt es nämlich auch verschiedene farbige Quadrate. Diese können dann mit der Hilfe des Handschuhes bewegt werden. Ohne diese Interaktion ist es nicht möglich, den Raum zu verlassen. Die roten Blöcke können entweder rausgezogen oder reingeschoben werden. So könnt ihr euch zum Beispiel auf den roten Block stellen und euch dann, sofern dies auch vorgesehen ist, drei Stufen nach oben schieben lassen. Man kann diese Blöcke aber auch als Schieber nutzen und so den grünen Block an eine andere Position bewegen. Dies ist an einigen Stellen auch bitter nötig, denn sonst kommt man nicht an das zu erreichende Ziel. Die blauen Würfel können in den Boden geschoben werden. Dadurch wird die blaue Fläche zu einem Sprungbrett. Die gelben Blöcke ergeben nach Aktivierung eine Treppe, die man dann hochspringen kann. In den ersten Zellen werden die einzelnen Farben nacheinander vorgestellt, um dann in nachfolgend zusammen zu agieren. Dadurch entstehen die verschiedensten Rätsel, welche es zu lösen gilt.

Anfangs gibt es noch einfache Zellen mit nur einer Farbe...

Anfangs gibt es noch einfache Zellen mit nur einer Farbe…

 

Wo ist die Portal-Gun?

Grundsätzlich werden die Aufgaben, um aus dem Level zu kommen, immer schwieriger. So kommen im späteren Spielverlauf noch Kugeln dazu, die man irgendwann auch noch in die richtige Farbe einfärben muss. Doch das ist lange noch nicht alles! Selbst die Wände lassen sich irgendwann drehen und müssen dann zusätzlich zu den Kugeln, den bunten Blöcken und der Farbe richtig eingesetzt werden. Da kann es schon mal gut passieren, dass man bei einer Zelle schon mal einige Zeit braucht, um das Rätsel zu lösen. Ein kleiner Nachteil kann beim Ausprobieren allerdings entstehen. So haben wir beim Spielen des Öfteren einen Glitch ausgenutzt, der bei den Würfeln entsteht. Denn die Spielfigur kann auch mal eben auf der Kante stehen und so dem Ziel näher kommen. Dies passierte uns zwar nicht jedes Mal, aber so manches schwierige Rätsel haben wir auf diese Weise schneller gelöst, als wahrscheinlich vom Entwickler angedacht. Nachdem man die ersten Zellen erfolgreich abgeschlossen hat, werden diese auch etwas dunkler und eine gruselige Stimmung kann entstehen. Dies erinnert etwas an Portal 2, nur halt ohne Portal-Gun. Durch die Dunkelheit verändern sich auch die Blöcke erneut und müssen anders bewegt werden, was das Spiel an keiner Stelle langweilig macht. Diese im kompletten Spielverlauf eingebauten frischen Ideen machen es umso spannender das Spiel auch bin zum Ende durchzuspielen. Der Wiederspielwert ist so gut wie gar nicht da. Denn wenn man die Rätsel erfolgreich gelöst hat, sind sie halt gelöst. Ein weiteres Mal durchspielen wird man den Titel höchstens in einigen Jahren wieder, wenn das Gehirn die Erlebnisse fast wieder vergessen hat. Immerhin gibt es im Director’s Cut auch noch einen neuen zweiten Spielmodus. Dieser erinnert ein wenig an Mirror´s Edge. Denn es gilt, einen eigenständigen Level in einer bestimmten Zeit abzuschließen. Dies kann schon sehr spaßig sein und ist eine gute Alternative zum Hauptszenario. Einzig einen Zwei-Spieler-Modus wäre hier vielleicht noch angebracht gewesen, um sich mit seinen Freunden zu batteln.

...wenig später kommen auch noch Kugeln und drehende Wände dazu...

…wenig später kommen auch noch Kugeln und drehende Wände dazu…

 

Alles sieht so ka(aaaaaaaaaar)hl aus

Das Spiel nutzt die Unreal-Engine als Grundlage und zeigt sich generell sehr kahl. Denn durch den hellen Kontrast und der wenigen Farben im ganzen Spiel gibt es keinen Moment, an den man sich erinnern wird. Immerhin sind die dunkleren Stellen mit schicken Lichteffekten ausgestattet und bieten etwas Abwechslung. Aber wie schon erwähnt, ist das Leveldesign nicht wirklich spektakulär. Aber das möchte das Spiel auch gar nicht sein, denn es geht schließlich ums Knobeln und Rätsel lösen. Beim Sound gibt es Ähnliches zu sagen. Außer den kratzigen Funksprüchen fehlen Effekte und auch richtige Hintergrundmusik. So was sollte man auch bei einem Downloadgame für 9,99€ erwarten können. Wenn man das Gebotene nun mit einem Titel wie Portal 2 vergleicht, ist es eher ein schlechter Witz. Aber wir wollen mal nicht so sein, schließlich kostete Portal auch mehr als 50€ am Release.

...bis es komplett dunkel und Portal 2-ähnlich wird.

…bis es komplett dunkel und Portal 2-ähnlich wird.

 

Fazit:

Als wir das Spiel erhalten haben, hörte sich alles sehr danach an, als würde man tatsächlich versuchen einen “billigen” Abklatsch von Portal auf die aktuellen Konsolen zu bringen. Doch bereits nach den ersten Minuten wurde klar, Q.U.B.E.: Director’s Cut ist etwas Eigenes. Die kurze Spieldauer und das etwas eintönige Leveldesign lassen Q.U.B.E. allerdings nicht in der oberen Liga der Games mitspielen. Ein wenig mehr Umfang und eine interessantere inszenierte Geschichte rund um die Spielfigur wären angebracht gewesen. Ein kurzweiliger Spaß fürs Sommerloch ist es aber allemal.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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