Pro Evolution Soccer 2015 – Review zum Konami Kicker

Im Fußball stehen jedes Jahr stets rivalisierende Teams im Kampf um diverse Titel. Sei es Bayern München und Borussia Dortmund oder Real Madrid gegen Barcelona. Diese Teams stacheln sich Jahr für Jahr zu Topform an. Auch im Bereich der Fußballsimulation kämpfen jedes Jahr zwei Spiele um die Gunst der Spieler. Pro Evolution Soccer gegen Fifa. Nachdem Fifa bereits im September für alle gängigen Plattformen erschien (Review: Hier), reichte Konami nun PES nach. Ob Konamis Kicker mit EA’s Fußballsimulation mithalten kann, erfahrt ihr in unserer Review.

Deutschland gg Brasilien. Da war doch was .

Deutschland gegen Brasilien. Das war doch was .

 

Wie ein Phönix aus der Asche

Die PES-Reihe besticht seit je her mit Realismus pur. Jedoch konnte die Reihe seit dem Sprung von Playstation 2 auf Playstation 3 und Xbox 360, nicht mehr an die Erfolge von PES 6 anknüpfen. Doch das soll sich mit dem diesjährigen Ableger ändern. Bereits im letzten PES wurde die neue FOX Engine eingefügt, die auch im neuen ‘Metal Gear Solid: The Phantom Pain’ Bestandteil hat. Mit dem Einführen der FOX Engine kamen auch zahlreiche technische Probleme, welche die Qualität von PES 2014 schlechter machten. Doch das war vor einem Jahr und das weitere Entwicklungsjahr hat sich spürbar bemerkbar gemacht. Hier nur mal ein kleiner Auszug aus den vielen Neuerungen die Konami am neuen PES vorgenommen hat: Direkte Steuerung, neue Spieler-Animationen, detailliertere Fußballer-Modelle, neue Spielmodi, mehr Fan-Gesänge aus Europa und noch viele, viele mehr. Das wichtigste an einem Sportspiel ist das Gameplay auf dem Platz und da ist PES wieder die absolute Referenz. Wenn man die Finger an den Controller legt und die ersten Spieler steuert und Spielzüge absolviert, spielt sich dies überaus direkt, feinfühlig und präzise, wie der Schuss eines Götzes. Im Gegensatz zum Fifa-Ableger fühlt sich hier alles etwas Bodenständiger an, ein gedrosseltes Spieltempo und der, damit wichtigere, Spielaufbau stechen hier besonders hervor. Durch das langsamere Spiel ist es wichtiger denn je gut verteilte Pässe zu spielen. So muss man bereits in der Verteidigung den nächsten Angriff einleiten, jeden Pass gut überlegen und sich mit einem Tor belohnen. Auch an der KI wurde wieder etwas geschraubt, die Spieler agieren selbstständiger. Auch die Animationen sind wieder hervorragend gelungen, man kann schon anhand der Bewegungen die verschiedenen Spieler wie Robben, Messi oder Ronaldo erkennen. Auch die restlichen Bewegungsabläufe sehen zu jedem Zeitpunkt realistisch aus.

Die Stimmung in den Arenen ist fabelhaft,.

Die Stimmung in den Arenen ist fabelhaft,.

 

Stimmung so gut wie im Stadion

Bei der Steuerung bekommt man gewohnte Kost spendiert. Eine Taste zum Schießen, Passen, Sprinten etc., alles wie sonst auch, was ja nicht schlecht ist, da diese ja hervorragend eingängig ist. Ebenfalls gelungen ist die Spielbalance, egal ob man eher mit einem Team was auf Konterfußball spielt, oder ein Team, welches mit schnellen Außenstürmern in die Mitte flankt, wo dann dort ein Kopfballungeheuer wartet. Jede Mannschaft hat ihre Taktik, die auch zum Erfolg führen kann. Dieses Balancing macht sich besonders im Multiplayer bemerkbar, da jeder Spieler die für sich bessere Mannschaft spielen kann, ohne dass ihn diese Spielweise in irgendeiner Weise benachteiligt. Bei der Konkurrenz führen beispielsweise Spielzüge mit schnellen Stürmern zu Toren, wodurch ein Großteil der Matches stets mit den selben Mannschaften gespielt werden. Ebenfalls wichtig bei einem Sportspiel ist die Atmosphäre und die Präsentation des Spiels. Wenn die Spieler in das Stadion einlaufen, erstrahlen die Fans in den Farben der Heimmannschaft und singen entsprechende Songs. Wenn beim Einlaufen der Mannschaft vom FC Bayern München die komplette Allianz Arena in den Farben des Vereins gehalten ist und die Fans “Super Bayern, Super Bayern” singen. Auch während des Spiels reagieren die Fans auf das Spiel. Der Schiri pfeift Abseits, dann wird er gnadenlos ausgebuht, oder die Zuschauer feiern gute Torabschlüsse. Dann will man am liebsten sofort die Tickets für das nächste Spiel bestellen. Zudem tragen die bekannten Kommentatoren Wolff-Christoph Fuss und Hansi Küppe zu einem guten Endruck bei. Diese geben gute, passende, informative Floskeln ab, die sowohl unterhalten als auch informieren. Jedoch wiederholen diese sich nach einigen Matches. Wenn Tore fallen, kommentieren dies nicht nur die Kommentatoren, die Teamkollegen auf den Platz freuen sich ebenfalls. Dann knutschen die Torschützen die Kamera ab oder machen einen Salto. Frei Steuerbare Torjubel wie es bei Fifa gibt es hingegen nicht.

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Unsere Mannschaftsinformationen auf einen Blick.

 

Du hast die Kontrolle

Wie es sich für ein ordentliches Fußballspiel gehört, sind wieder zahlreiche Spielmodi mit an Bord. Wer eine Karriere als Trainer starten will, kann sich in der “Meister Liga” einen eigenen Charakter erstellen und mit einer Mannschaft die Throphäen dieser Welt hinterherjagen. Weiterhin muss man neue Spieler kaufen oder verkaufen und stets die Finanzen des Klubs im Auge behalten. Wenn man lieber nur einen Spieler spielen will, kann man das im “Werde zur Legende”-Mode versuchen. In diesem Modus kann man sich einen eigenen Spieler kreieren und bekommt Anfragen aus zahlreichen Mannschaften Europas, in denen man beginnen kann. Ziel ist es, in einer europäischen Topmannschaft zu spielen und vielleicht “Weltfußballer des Jahres” zu werden. In beiden Modis könnt ihr euren eigenen Charakter sehr individuell und detailliert erstellen. In zahlreichen Varianten für Augen, Kopf, Mund, Nase, etc. könnt ihr verschiedene auswählen und diese mit verschiedenen Einstellungen (Länge, Breite, Position etc.) weiter bearbeiten. Habt ihr dann euren Manager oder Spieler fertig erstellt, könnt ihr einem Verein anfangen. Jedoch fehlen in der Karriere die Höhepunkte und Tiefen, man spielt lediglich sämtliche Spiele in der Saison nacheinhierbeAb und zu ist mal ein Dialog mit einer anderen Person aus dem Verein, mehr aber auch nicht. In den weiteren Modi kann man ein schnelles Spiel gegen den Computer oder mit bis zu vier Freunden oder ein Online Match spielen. Desweiteren gibt es verschiedene Turniere wie die “Champions League”, “Euro League” oder weitere zum nachspielen. Nett ist hierbei, dass die realen Fernseheinblendungen verwendet werden. Zudem gibt es den “my Club” Modus, dieser ist eine Mischung zwischen der “Meister Liga” und dem aus FIFA bekannten Ultimate Team Modus. In diesem startet ihr mit einem schwachem Team und kauft euch mit Credits neue Agenten, die für euch neue Spieler verpflichten. Spielen könnt ihr sowohl gegen den Computer oder gegen ein Team eines anderen Spielers aus der Welt. Nach jedem Spiel erhaltet ihr weitere Credits, die ihr wiederum in euer Team investieren könnt. Bei den vielen Modis tritt das größte Manko der PES-Reihe deutlich hervor. Und dies ist ohne Frage die mangelnde Anzahl an Lizenzen. Während man es aus der Fifa-Reihe gewohnt ist, mit jeder Originalmannschaft und Trikots zu spielen, muss man sich in PES umgewöhnen. Da spielt man beispielsweise in der Englischen Liga mit North London (Arsenal) gegen London FC (Chelsea) mit Trikots ohne Werbung. Auch traurig ist es aus deutscher Sicht, dass, obwohl PES die Champions League LizenzLizenz besitzt, nicht alle europäischen Mannschaften aus der Champios League dabei sind. Beispielweise fehlt hier aus deutscher Sicht Borussia Dortmund. Die anderen deutschen Vertreter wie Bayer Leverkusen und Schalke sind dabei. Lediglich die Spanische, Französiche, Italienische, Niederländische und viele Südamerikanische Ligen sind mit sämtlichen Originalmannschaften dabei. Auch bei den Stadien gibt es eine überschaubare Anzahl zu spielen, da es gerade mal 14 sind.

Die Modelle sehen den Vorbildern zum Verwechseln ähnlich

Die Modelle sehen den Vorbildern zum Verwechseln ähnlich

 

Die kenn ich doch!

Aus technischer Sicht gibt sich Pro Evolution Soccer keine Blöße. Der Platz und die Spielermodelle sehen den realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Lediglich sehen die Modelle aus wie Wachsfiguren die bei Maddam Tussaud stehen. Die Auflösung liegt bei der Playstation 4 bei 1080p und bei der Xbox One bei 720p. Durch das neue Beleuchtungssystem sehen die Stadien besondern am Tage sehr stimmig aus. Da diese je nach Tageszeit, welche man im Menü einstellen kann, stets etwas anders aus. Abends ist das Stadion in Flutlich gehüllt, was ebenfalls grandios aussieht. Bei der Menümusik hört man eine kleine Auswahl an lizenzierten Künstlern wie Linkin Park, Bastille, Avici und weitere. Jedoch ist die Auswahl recht gering, gerade mal elf Lieder stehen zur Auswahl.

 

 

 

 

Fazit:
Auf der Playstation 3 konnte mich bislang kein PES überzeugen. Aber jetzt, mit dem ersten Next-Gen-Titel, macht die Reihe wieder alles richtig und kommt erstmals wieder an PES 6 heran. Wenn das Manko mit den Lizenzen nur nicht wäre. Dennoch hat Konami das beste aus den vorhandenen Lizenzen gemacht. Meiner Meinung nach sollten die Lizenzen für die Ligen mehreren Publisher zur Verfügung stehen. Das klappt bei anderen Sportarten, wie NBA ebenfalls.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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