Poochy & Yoshi’s Woolly World – Test zum Wechsel auf den 3DS

Bereits im Sommer 2015 hüpften wir uns mit Yoshi und seinem Hündchen Schnuffel durch die Wollwelt und erlebten viele aufregende Abenteuer. Auch wenn sich der Name des Spieles im Vergleich zur Wii-U-Version änderte, bietet das Spiel dieselben Level mit derselben Woll-Optik. Aber genau das hat uns damals schon gefallen und deshalb lässt sich bereits im Vorwort sagen: Auch die 3DS-Version macht Spaß. Warum? Lest es im Test.

 

Alles aus Wolle

Nicht nur für Yoshi’s Island ist Woolly World eine Art Nachfolger, auch für Kirby’s Epic Yarn kann man dies behaupten. Storytechnisch haben sie nichts gemein, dennoch besitzen beide Titel diesen knuffigen Wolllook. Doch während bei Kirby noch eine Erklärung für ebendiesen Look vorhanden war (ein böser Zauberer hatte Kirby in Wolle verwandelt und er musste einen Weg finden, sich zurückzuverwandeln), so ist es in dieser Yoshiwelt nun mal einfach so, dass alles aus Wolle gefertigt ist. Das hat man dann auch gefälligst nicht zu hinterfragen. Die Story ist dabei (wie bei so vielen Nintendospielen) relativ simpel. Kamek hat alle Wollyoshis bis auf den grünen und roten entführt und auseinandergerissen, also müssen unsere langzüngigen Helden sich auf den Weg machen, die Yoshis wieder zusammen zu häkeln. Ein wichtiger Fakt sei gleich vorweggesagt: Es gibt keinen nervigen Baby-Mario, den man eskortieren muss. Somit fällt es auch Weg, dass einem bei jedem Treffer vom Babygeschrei die Ohren wegschmelzen. Kein WÄH WÄH in Wolly World, ein definitiver Pluspunkt.

Die flauschige Oberwelt

Die flauschige Oberwelt

 

Keine Stricknadeln erforderlich

Wer damals Yoshi’s Island gespielt hat, kennt im Grunde die Steuerung von Woolly World. Statt Eiern schleppt der kleine Dino jetzt Wollknäuel hinter sich her, die er auf Ziele werfen kann, um entweder Gegner zu besiegen oder aber das eine oder andere Geheimnis zu entdecken. Zum Schweben strampelt er nicht mehr mit den Beinen, sondern verwandelt diese in eine Art Helikopter. Seine Zunge verwendet er wie eh und je. Natürlich kann man auch hiermit Geheimnisse entdecken oder aber die Gegner zum Frühstück verspeisen. Entweder man spuckt sie sofort aus oder schluckt sie herunter, um ein neues Wollknäuel zu produzieren. Fragt mich nicht, wie das funktioniert, Wolle halt. Mitsamt diesen Fähigkeiten hüpft Yoshi also von Level zu Level, von Welt zu Welt, um seine Freunde zu finden und Kamek zu besiegen. Spieler, die sich dabei nicht gründlich nach den versteckten Geheimnissen umschauen, werden dabei leichtes Spiel haben, im wahrsten Sinne des Wortes. Yoshi’s Woolly World ist bei Weitem kein schweres Spiel, und von daher besonders für jüngere Spieler geeignet. Sollten diese dennoch Schwierigkeiten haben, gibt es den entspannten Modus, der Yoshi mehr Treffer einstecken lässt und ihm Flügel wachsen lässt. Auch Bossgegner lassen sich relativ schnell erledigen, erfahrene Spieler sollten hier keinerlei Probleme haben. Ebenjene erfahrenen Spieler, die auf den grünen Dinosaurier nicht verzichten möchten, können natürlich auf 100% abzielen. Alle Wollbündel, Sonnenblumen und Stempelmünzen in jedem Level zu finden und dieses dabei mit voller Gesundheit beenden ist kein Pappenstiel. Alle Sammelobjekte haben dabei natürlich unterschiedliche Belohnungen. Findet man zum Beispiel alle fünf Wollbündel in einem Level, schaltet man einen neuen Yoshi frei. Diese unterscheiden sich dabei lediglich durch ihr Aussehen, andere Fähigkeiten haben sie nicht.

Gut zielen lautet die Devise

Gut zielen lautet die Devise

 

Sammeln bis der Arzt kommt

Die anderen Sammelsurien sind nicht minder interessant. Na gut, bis auf die volle Herzanzahl, aber dazu gleich. Die Sonnenblumen kennen Veteranen bereits, und ihr Nutzen hat sich nicht geändert. Findet man alle fünf Blumen in jedem Level einer Welt, schaltet man die Specialstages ebendieser Welt frei. Diese hat es dann noch mal richtig in sich, wer dieses Level schaffen will, muss schon ein richtiger Jump’n’Run-Profi sein. Die Stempelmünzen ersetzen die roten Münzen aus Yoshi’s Island. 20 von ihnen kann man in jedem Level finden, versteckt sind sie aber ähnlich wie die roten Münzen, nämlich hinter den sammelbaren Kristallen, die in Woolly World als Währung dienen. Die Belohnung für die Münzen fällt dabei eher dürftig aus. Ihr bekommt neue Motive, mit denen ihr dann im Miiverse posten könnt. Für den ein oder anderen vielleicht eine tolle Sache, für die große Allgemeinheit jetzt aber nicht unbedingt die Mühe wert. Ebenso das Abschließen eines Levels mit voller Gesundheit. Außer den eigenen Perfektionisten zu befriedigen, um einen Stern neben jedem abgeschlossenen Level zu sehen, und somit eine kleine Extraherausforderung zu haben, tut sich hier nichts. Schlimm ist das nicht, so kann sich jeder seinen Schwierigkeitsgrad selbst aussuchen. Sammle ich alles und verbringe so Stunden im Spiel mit suchen? Oder renne ich lieber durch, um das Spiel schnell zu beenden? Ich erwähnte ja eben noch eine Währung, darauf sollte ich vielleicht noch mal kurz zurückkommen. Was kann man sich denn in diesem Spiel so kaufen? Nun, im Laufe des Spiels findet ihr immer wieder Anstecker, die unterschiedliche Effekte besitzen. So schützt euch ein Anstecker davor, in Abgründe zu stürzen, ein anderer ruft euren Freund Schnuffel herbei, der die Wollbündel für euch aufspüren kann. Jeden dieser Anstecker könnt ihr vor Beginn eines Levels anlegen, und genau dafür ist die Währung gut. Des Weiteren könnt ihr euch den Fortschritt eurer Sammeleien in der Overworld anschauen. Im Yoshipavillon sind alle freigeschalteten Yoshis sichtbar, ein anderer Pavillon listet alle Gegner, die ihr mit einem Wollknäuel getroffen habt, im amiibo-Pavillon könnt ihr diverse amiibos einscannen, um neue Yoshis zu erhalten.

Sammeln, sammeln, sammeln, auch in den obligatorischen Bonusspielen

Sammeln, sammeln, sammeln, auch in den obligatorischen Bonusspielen

 

So flauschig!

Wenn man hört, dass das neue Spiel von Yoshi im Wolllook daherkommt, was kann man dann bitteschön anderes erwarten als eines der zuckersüßesten Spiele aller Zeiten, zumindest optisch gesehen. Doch nicht nur die Optik ist süß, auch die gesamte Aufmachung bietet immer wieder tolle Momente. Lose Fäden, gehäkelte Lätze an Häkelstangen, wackelnde, bestickte Mobiles, die namensgebende wollige Welt ist einfach nur wunderbar plüschig. Dazu kommen neue Features in jedem Level, bei dem man mal sehen kann, wie viele unterschiedliche Ideen Nintendo bezüglich Jump’n’Run-Leveln hat. Und wenn man von Ideen spricht, muss man natürlich auch erwähnen, dass Yoshi auch in diesem Spiel einige Verwandlungen drauf hat. So verwandelt er sich zum Beispiel in einen schwebenden Schirm, rast als Motorrad durch die Level oder wächst auf gigantische Größe, um alles niederzutrampeln. Der Wolllook ist natürlich knuffig, allerdings wird klar, dass die Idee hauptsächlich auf der Tatsache aufbaut, dass die Wollyoshi-amiibos an den Mann gebracht werden sollen und auf den Kirby’s Epic Yarn-Erfolg aufgesprungen wurde. Wenn man ehrlich ist, dann hätten viele Level auch ohne die ganze Wolle funktioniert. Warum ist man also nicht beim Kreidelook von Yoshi’s Island geblieben? Aber das, ist schon meckern auf ganz hohem Niveau. Der Wolllook passt zu Yoshi und stört auch nicht, er macht den ohnehin schon süßen Dino noch um einiges Süßer. Süßes Spiel, süßer Dino, süße Grafik … hab ich was vergessen? Ach ja, die Musik natürlich. Die ist …naaaaa, sagt es mit mir: total süß! Hier wurde das ausgepackt, was man kennt. Piepsige, kunterbunte Mucke, die zugegebenermaßen nicht jedermanns Fall sein wird, aber zum Spiel und zur Gesamtatmosphäre auf jeden Fall passt. Yoshis Ausrufe können Fans des Dinosauriers sowieso perfekt imitieren, und ihr werdet ihn oft imitieren. Ob beim Schweben, werfen von Objekten oder fressen von Gegnern, alle bekannten Sounds sind da. Der kunterbunte Zuckerwattesoundtrack rundet das süße Yoshierlebnis komplett ab.

Der Schnuffel-Spurt macht Spaß, bietet allerdings nur sechs Level.

 

Was kann der Handheld-Yoshi?

Der 3D-Effekt bei Poochy & Yoshi’s Woolly World ist wirklich sehr gelungen. Hier merkt man, wie sehr sich Nintendo Mühe gemacht hat, die Wii U-Version zu portieren. Generell gibt es technisch nix zu meckern, das Menü ist übersichtlich, die Ladezeiten kurz und die Optik für den kleinen Handheld wirklich sehenswert. Da kann man schon mal auf die knackige HD-Optik verzichten. Der Titel verrät bereits, dass Poochy (also Schnuffel) einen größeren Auftritt erhält, als noch auf der Heimkonsole. In sechs verschiedenen Schnuffel-Spurts spielen wir mit dem Hündchen, ähnlich wie bei Super Mario Run von links nach rechts, und müssen dabei verschiedene Herausforderungen meistern. Seien es Ballons, die platzen müssen oder Diamanten, die man einsammeln muss. Diese Sprints sind wirklich amüsant, aber auch sehr schnell durchgespielt. Danach verschwindet Schnuffel auch schnell wieder zum Anhänger von Yoshi. Schade! Ebenfalls an Board sind 31 Kurzfilme, die man sich täglich anschauen kann. Diese kleinen Videos sind ebenfalls liebevoll erstellt und runden das 3DS-Erlebnis ab. Wer noch nicht genug von der Wolle hat, der kann sich im Handarbeitsmodus auch einige Designs für Yoshi überlegen und diese ausmalen.

Nimm das, du Krabbe.

 

Positiv:

Einfach nur süß mit einem guten 3D-Effekt
Super Jump'n'Run-Gameplay
Coole Verwandlungen von Yoshi
Viele Geheimnisse und ein Schnuffel-Run-Mode

Negativ:

Viel zu leicht geraten
Unterschiedliche Yoshis haben keine unterschiedlichen Fähigkeiten
Wer es bereits auf der Wii U gespielt hat, wird auf dem 3DS nicht vieles Neues finden.
  • Poochy-Yoshi-Woolly-World-wallpaper-logo-nat-games
    “Mit Yoshi’s Woolly World ging Nintendo den Weg in Richtung Wolle. Junge, unerfahrene Spieler werden das Gameplay schnell erlernen und dann die Level durchqueren. Erfahrene Spieler gehen hingegen schnell durch die Welten, ohne großartig gefordert zu werden. Dies kann man sowohl positiv als auch negativ aufnehmen. Für mich als erfahrener Spieler war Woolly World allerdings einen Tick zu einfach. Die Level sind alle sehr abwechslungsreich und schick gestaltet, bieten aber eben keine große Herausforderung. Mit Schnuffel gibt es einen Nebencharakter, den man gern etwas länger auf den Bildschirm hätte rücken müssen. Dennoch ist das Spiel aber ein Muss für jeden Fan des grünen Dinos und für alle, die die Wii U-Version noch nicht gespielt haben.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Anmerkung zum Test: Der Text basiert auf der im Juli 2015 getesteten Wii U-Version von Maarten.

Ab in die Sammlung?

Wer das Spiel bereits auf der Wii U gespielt hat, wird mit der 3DS-Version nichts anfangen können. Alle anderen würden allerdings ein sehr süß gestaltetes Spiel mit Yoshi verpassen.

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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