Pokémon Tekken DX – Test zur neuen Knuddelmonsterprügler-Version

Remaster und Remakes stehen noch immer im Fokus der Publisher. Seit der Nintendo Switch spielt Nintendo in diesem Genre ebenfalls aktiv mit und veröffentlicht nun zusammen mit Capcom Pokémon Tekken DX. Das Spiel kam bereits im letzten Jahr exklusiv für die Wii U heraus und konnte schon damals durch eine tolle Inszenierung punkten. Doch lohnt sich ein erneuter Kauf zum Vollpreis überhaupt? Wir haben uns das Spiel noch einmal genauer angeschaut und verraten euch in unserem Test, was sich in dem einen Jahr alles getan hat.

 

Snibunna, ich wähle dich!

Ihr startet euer Abenteuer in der Ferrum Region, einer Insel umgeben vom weiten Ozean. In dieser Region ist es üblich, in Pokémonkämpfen zu beweisen, dass ihr das Zeug zum Trainer habt. Hierbei fällt allerdings die klassische Auswahl der Attacken durch Auswählen weg: Vielmehr verschmelzt ihr hier durch einen Scouter mit eurem Pokémon und könnt dieses in den Kämpfen direkt steuern. Begleitet werdet ihr bei eurem Abenteuer durch einen Coach namens Nia, die euch mit Tipps und Tricks zur Seite steht. Der Kampf in Pokémon Tekken an sich besteht aus zwei Phasen: Einer Duell- und einer Feldphase. In der Duellphase stehen der Gegner und ihr Angesicht zu Angesicht. Ihr könnt quasi in einer 2D-Ansicht nur nach links und rechts gehen und mit erhöhtem Schaden den Gegner im Nahkampf plätten. In der Feldphase könnt ihr euch frei über die Arena bewegen und so Fernkampfattacken ausweichen oder diese gleich blocken. Den Wechsel zwischen den beiden Phasen führt ihr über bestimmte Attacken herbei. Schleudert ihr euren Gegner mit einer Attacke weg, wechselt ihr automatisch in die Feldphase und könnt eurem Gegner direkt hinterher. Mit normalem Buttonmashing führt ihr Standardangriffe aus, Greif- oder Komboattacken stehen auf Knopfdruck ebenfalls bereit. Komboattacken setzen sich gegen Standardattacken durch, Standardattacken gegen Greifattacken und Greifattacken gegen Komboattacken, sodass ihr ein Schere-Stein-Papier-Prinzip erhaltet, was entscheidet, wer sich mit seiner jeweiligen Attacke durchsetzt. Natürlich sind hierbei auch Timing und Geschick gefragt, allerdings ist dieses Attackendreieck die Grundlage des Kampfsystems. Zur Auswahl stehen euch in Pokémon Tekken DX 21 kampfbereite Pokémon, wovon Pikachu in gleich zwei Varianten vertreten ist. Die einzelnen Pokémon haben ihre Stärken und Schwächen, so ist Snibunna zum Beispiel eher auf Schnelligkeit ausgelegt, während Glurak für ordentlichen Schaden sorgt. Schade hierbei ist, dass es auch in der DX-Version nur bei diesen spielbaren Charakteren bleibt und ihr keine weiteren Kämpfer mehr freischalten könnt. Zudem sind alle Pokémon bereits zu Beginn an freigeschaltet und spielbar. Grafisch hat sich kaum etwas auf der Nintendo Switch getan. Die niedrige Auflösung und die unscharfen Texturen sind noch immer an Bord. Dafür warten Nintendo und Bandai Namco mit anspruchsvollen Spezialeffekten in den Kämpfen auf, die den Kampf an sich trotzdem noch übersichtlich gestalten.

Zwei Pokémon kämpfen in einer Arena um den Sieg.

 

Glurak, setz deinen Feuersturm ein!

Wie in den altbekannten Pokémon-Editionen hat euer Pokémon eine bestimmte Anzahl an LP, die es zu verteidigen gilt. Eine neue Leiste bildet allerdings das Resonanzmeter, welches sich durch Phasenwechsel oder Angriffen füllt. Auf Knopfdruck löst ihr bei komplett gefülltem Resonanzmeter das Resonanzlimit aus. Hierdurch gewinnt euer Pokémon an Stärke und kann einen einmaligen Limitschlag verwenden, den ihr durch selbige Tastenkombo auslöst. Auch hier unterscheiden sich die einzelnen Pokémon, da sich die Dauer des Resonanzlimits unterscheidet und ihr auch unterschiedliche Zeit benötigt, diese zu füllen. Was man zudem aus Beat’em Ups wie Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm kennt, sind die Helfer. Ihr habt die Möglichkeit, ein Helferteam von zwei Pokémon auszuwählen, die euch im Kampf mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Hierbei unterteilen sich die Pokémon in drei Arten: Die einen Pokémon wie Lapras sind für den Angriff zuständig, Pokémon wie Fynx verteidigen euch als Saboteure und Pokémon wie Evoli verstärken euch mit kleinen Boosts und können euch sogar geringfügig heilen. Ihr müsst euch also gut überlegen, welches Helferteam euren Kampf unterstützen soll. Des Weiteren kann euer Coach euch im Kampf durch verschiedene Methoden unterstützen (Motivieren), was ihr natürlich auch vor dem Kampf aussuchen könnt. Was wirklich schade ist: Euch fehlt die Analogie zu den veränderbaren Statuseffekten in Pokémon. Im Kampf könnt ihr weder einfrieren noch paralysiert werden, ihr könnt lediglich in den Bereichen Angriff/Tempo/Verteidigung gesteigert oder verringert werden.

Dank der beiden Joy-Cons kann man auch unterwegs mit seinen Freunden spielen.

 

Yeah! Ich habe den Käferorden bekommen!

Die Liga in Pokémon Tekken besteht aus den Ligen Rot, Blau, Grün und Chroma. In den verschiedenen Ligen könnt ihr Preisgelder gewinnen und euch Liga für Liga hochkämpfen. Jede Liga besteht aus dem gleichen Prinzip. Zunächst müsst ihr in Liga-Matches im Rang aufsteigen, indem ihr gegen ranghöhere Trainer kämpft. Habt ihr einen Rang erreicht, der hoch genug ist, müsst ihr in K.O-Matches gegen andere Trainer antreten und somit das große Finale erreichen. Hier tretet ihr in einer Rangprüfung gegen den ligastärksten Pokémontrainer an. Besiegt ihr diesen, steigt ihr in die nächsthöhere Liga auf. Natürlich wartet hier auch eine kleine „Story“ auf euch, die aber eher im Hintergrund des Spieles steht. Die einzelnen Areale, in denen ihr kämpft, bieten unterschiedliche Größen und Musikstücke an. Rein optisch sind diese eher schlicht gehalten, da der Fokus wohl auf den Kämpfen liegen soll. Nach einem Kampf erhält euer Pokémon Erfahrungspunkte und kann im Level aufsteigen, zudem erhaltet ihr die Möglichkeit, einen Punkt auf einen „Statuswert“ wie Angriff oder Helferpokémon zu verteilen. Außerdem könnt ihr Titel für den Online-Modus freischalten und Frisuren und Kleidungsstücke erhalten, mit dem ihr euren Avatar personalisieren könnt, wie ihr es wollt. Selbst Outfits für unseren Coach Nia könnt ihr auf diese Weise freischalten.

Neu an Bord sind die täglichen Herausforderungen für PokéGold.

 

Die Unterschiede zwischen DX und Wii U

In der DX-Version wurden fünf neue Pokémon (Glibunkel, Darkrai, Silvarro, Scherox und Impoleon) in die Kämpfe integriert und alle weiteren Kämpfer direkt zu Beginn freigeschaltet. Dazu gesellen sich noch neue Charaktere, zwei neue Helfer-Pokémon und eine neue Arena. Der Multiplayer wurde noch einmal um einen lokalen Modus erweitert. Denn dank der Joy-Cons können an einer Konsole gleich zwei Spieler gegeneinander unterwegs kämpfen. Wer eine eigene Konsole zur Hand hat, kann außerdem per Drahtlos-Verbindung natürlich auch an seiner eigenen Switch spielen. Als Spielmodi stehen Standardkämpfe und Kämpfe mit zufälligen Boni in der Arena bereit. Mit Pokémon Tekken DX kommen nun auch Teamkämpfe ins Spiel. Hier gilt es, das gesamte Team eures Gegners nach und nach auszuschalten. Diese Kämpfe lassen sich auch gegen die KI mit fünf verschiedenen Schwierigkeiten spielen. Die Kampagne hingegen konnte keine neuen Inhalte gewinnen. Außerdem lassen sich Online-Gruppen erstellen, in denen Spieler ihre Kämpfe untereinander als Replay teilen und anschauen können. Zu Beginn werden wir auch selbst gefragt, ob unsere Matches mit der Welt geteilt werden dürfen. In den gezeigten Videos werden nicht nur die Szenen, sondern auch die gedrückten Tasten angezeigt. So können neue interessante Kombos entdeckt und danach selbst ausprobiert werden. Wer darüber hinaus noch mehr Zeit mit den Pokémon verbringen möchte, der sollte sich die täglichen Herausforderungen anschauen. In diesen stehen bestimmte Kämpfer und Helfer für die verschiedensten Kämpfe zur Verfügung. Wer gewinnt, darf sich auf coole Belohnungen in Form von PokéGold freuen. Damit kann dann Equipment für den persönlichen Charakter erworben werden.

 

Positiv:

Fünf neue Pokémon und Unterstützer sind in der Auswahl
Steuerung dank der Joy-Cons wesentlich genauer und einfacher
Tolle Spezialeffekte und gute musikalische Untermalung
Multiplayer wurde stark erweitert und bietet nun auch Teamkämpfe
Replays können mit anderen Spielern geteilt und angeschaut werden

Negativ:

Singleplayer noch immer recht eintönig
Handheldmodus im Splitscreen etwas zu klein
Wenig Auswahl an spielbaren Pokémon
Grafisch nicht besser als auf der Wii U (niedrige Auflösung und matschige Texturen)
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58913″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Tobias Liesenhoff, Chefredakteur”]

“Die Mischung aus Tekken und Pokémon macht auch auf der Nintendo Switch richtig Laune. Die Neuerungen in der DX-Version sind dezent, dienen aber als eine sinnvolle Ergänzung zur Originalversion. Besonders die Steuerung hat sich stark verbessert. Wenn man das Spiel mit anderen Beat’em Ups vergleichen möchte, so erinnert es vom Konzept her am stärksten an die Ninja Storm-Reihe von Naruto Shippuden, allerdings ist die Tastenbelegung und Spielweise eine ganz andere. Trotz der fünf neuen Kämpfer ist die Auswahl noch immer recht gering. Dies gilt auch für die spielbaren Arenen, die sich in der Auswahl ebenfalls in Grenzen halten. Aber gerade durch den verbesserten Multiplayer hat man nun auch unterwegs mit seinen Freunden eine Menge Spaß, was für einen großen Wiederspielwert sorgt.”

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Ab in die Sammlung?

Wer auf Pokémon, Beat´em Ups steht und auf der Wii U noch nicht gekämpft hat, sollte spätestens jetzt bei der DX-Version zugreifen.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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