Pokémon Super Mystery Dungeon – Test zum Höhlenabenteuer kleiner Forscher

Eines Tages erwacht ihr plötzlich in der Haut eines Pokémons auf und strebt eine Karriere als Höhlenforscher an – hierbei geht es in Pokémon Super Mystery Dungeon. Zunächst müsst ihr euch an euer neues Dasein gewöhnen, doch ihr werdet viele neue Bekanntschaften machen und dabei einige Missionen in die dunkelsten Verliese wagen. Dieses Prinzip zieht sich schon durch bisher alle Teile der Mystery Dungeon Serie, die es schon seit etwa 10 Jahren gibt. Ob hier wirklich Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern stattgefunden haben? Oder wird uns mit diesem Spiel alter Kaffee neu aufgewärmt präsentiert? Das alles erfahrt ihr in diesem Test!

 

Das Geschlecht spielt keine Wahl

Wie zu Beginn eines jeden Pokémon Mystery Dungeon Spiels erwartet uns auch hier zu Beginn ein Persönlichkeitstest. Uns werden diverse Fragen gestellt, wie wir in bestimmten Situationen handeln würden oder was wir zwischen den Auswahlmöglichkeiten favorisieren. Nachdem der Test ausgewertet wurde, wird uns ein Pokémon als Protagonist zugewiesen, welches wir die gesamte Hauptstory über spielen müssen. Meine Persönlichkeit soll einem Bisasam ähneln, zum Glück hat sich das Spiel bei solchen Fehleinschätzungen etwas einfallen lassen: Ihr habt die Möglichkeit, euer zugeteiltes Pokémon abzuwählen und ein anderes Pokémon als Protagonisten auszuwählen. Hierbei habt ihr die Wahl zwischen allen bisher veröffentlichten Starterpokémon und als Sonderzugang Pikachu und Riolu. Habt ihr euch für einen Protagonisten entschieden, könnt ihr euch zudem für ein Partnerpokémon entscheiden, welches euch die gesamte Hauptstory über begleitet und euch ein treuer Begleiter sein wird. Toll ist, dass ihr euch und euer Partnerpokémon mit Namen versehen könnt. Einziger Nachteil: Erst im Spielverlauf erfahren wir, dass das Partnerpokémon weiblich und ihr selbst männlich seid. Na super, somit bin ich (Jasmin) ein männliches Pokémon und mein Begleiter Kevin ein weibliches Pokémon. Naja, da soll noch einer sagen, Nintendo habe Probleme mit individueller Entfaltung des Geschlechtes.

Ihr habt die Qual der Wahl

 

Dieselbe Prozedur wie jedes Spiel…

Ab hier verläuft das Spiel größtenteils leider wie jeder der Vorgänger: Wir erwachen als Pokémon und werden zunächst von einem uns unbekannten Pokémon in sein Heim aufgenommen. Plötzlich verstehen wir die Sprache der Pokémon und müssen uns in unserer neuen Umgebung zurechtfinden, die aus einem kleinen Dorf namens Ruhenau besteht, das Zugang zu einigen weiteren Einrichtungen hat. In den Dialogen zwischen den Pokémon ploppt ein Textfeld auf, bei welchem ein kleines Gesicht des Sprechers mit seiner derzeitigen Emotion abgebildet ist. Generell sind die Pokémon knuffig und süß gehalten und durch die individuellen Persönlichkeiten erhalten sie einen Charakter. Mein Partnerpokémon Kevin als Beispiel wirkt quirlig und zeigt mir zu Beginn des Spiels begeistert meine neue Heimat. In den Dialogen begegnet man viel Humor und Charme, mit dem einen die Charaktere in den Bann ziehen. Diverse Pokémon besitzen sogar Dialekte und andere diverse Sprachfehler, mit denen sie sich von gewöhnlichen Pokémon abheben. Während der Tour durch das Dorf zeigt mir Kevin die Lagertruhe, den Attackenlerner und das Pokémon-Café. Das war‘s auch schon mit nützlichen Einrichtungen, was ziemlich mager wirkt. Hierbei hätte Nintendo einige neue Gebäude einführen können, denn selbst in Vorgängerteilen standen zu Beginn des Spiels mehr Gebäude zur Verfügung.

Wieso bin ich in jedem Teil verwundert, als Pokémon aufzuwachen? Es passiert doch jedes Mal!

 

… mit einigen Neuerungen!

Naja, einige neue Sachen haben sich die Spielentwickler doch einfallen lassen. In der Story sind wir ein junges Pokémon und müssen wie jedes normale Kind zur Schule. Die Schultage bestehen daraus, dass uns Neuerungen im Spiel Tag für Tag beigebracht werden und die Schule sozusagen als Tutorial auf die harten Dungeons vorbereitet. Wie es sich in jeder Klasse so gehört, gibt es in der letzten Reihe einen Rabauken, der uns ewig Ärger macht und gegen den wir uns in Duellen messen müssen (z.B. wer erreicht zuerst die Flagge am Ende des Dungeons). Dadurch entsteht ein stetiger Wechsel zwischen Story und Dungeonabenteuer, denn die Schule geht natürlich wie jede normale Schule nur bis zum Mittag. Danach können wir tun und lassen, was uns beliebt. Generell ist in diesem Teil der Mix aus Story und Höhlenabenteuern sehr gelungen, bei der Story kann man auch nicht meckern, sie sei zu monoton. Auch die 3D-Grafik und die Musik tragen ihr Übriges dazu bei.

Die Story ist spannend und abwechslungsreich gestaltet

 

Stürzen wir uns ins Abenteuer!

Auch bei den Dungeons selbst besteht ein Mix aus Neuem und Altem. Bei jedem Betreten eines Dungeons habt ihr eine zufällige Raumaufteilung, sodass ihr niemals den gleichen Dungeon zweimal spielt. Das Ziel ist es, die jeweils oberste / unterste Etage eines Dungeons zu erreichen und dabei so viele Aufträge wie möglich zu erledigen. Eine „Runde“ im Spiel besteht aus einem Feld, das ihr weiter voranschreitet. Denn bei jedem eurer Schritte bewegen sich auch die gegnerischen (im Spiel als „gereizte“ bezeichnete) Pokémon auf der Etage. Auf jeder Etage befindet sich eine Treppe, die ihr erreichen müsst, allerdings wisst ihr nicht, wo sich diese befindet. Denn die Karte auf dem Touchscreen deckt ihr nur auf, indem ihr die verschiedenen Räume betretet, die durch Gänge miteinander verbunden sind. In diesen Gängen kommt es aufgrund der Enge natürlich vermehrt zum Aufeinandertreffen mit feindlichen Pokémon, was immer in Kämpfen ausartet. Hierbei setzt man auf das gleiche Prinzip wie aus den Vorgängerteilen: Ihr habt vier verschiedene Attacken zur Auswahl, die euch beim jeweiligen Einsatz AP kosten und eine „Runde“ andauern. Ihr erhaltet wie in den normalen Pokémon-Spielen Erfahrungspunkte und könnt zudem im Level aufsteigen. Um diese Kämpfe spannender zu gestaltet, liegen im gesamten Dungeon Items auf dem Boden, die ihr aufsammeln und verwenden könnt. Beeren heilen euch, während Orbs die Gegner verwirren oder wegporten können. Betretet ihr Wunderfelder, werden alle negativen Statuseffekte geheilt, während Fallen euch Schaden zufügen. Mit diesem Prinzip wird versucht, dass der Dungeon abwechslungsreich gestaltet wird. Mit jedem Schritt leert sich zudem euer Magen, den ihr mit Äpfeln wieder auffüllen müsst. Auch eure KP füllen sich wieder mit jedem Schritt. Eine wichtige Neuerung des Spieles sind Ringel und Sipale. Ringel können von euch angelegt werden und sind mit Sockeln für Sipale ausgestattet. Diese Sipale sind in den Dungeons verteilt und können euch beim Einsetzen in den Ringel mit zusätzlichen Effekten verstärken (z.B. doppelter Angriff, immun gegen Brand etc.). Allerdings verstärken sie euch nur für die Dauer des Aufenthaltes im Dungeon und verschwinden nach Verlassen des Dungeons wieder. Eine coole Neuerung im Spiel, welche allerdings nicht für Craftingsysteme oder Ähnliches genutzt wird.

Zum Glück helfen uns treue Begleiter aus brenzligen Situationen

 

Verschollen? Schatz verloren? Kein Problem!

Je nach Art der Mission müssen wir verschiedene Aufträge im Dungeon erledigen. Mal hat unser Client seinen Schatz verloren, den wir wieder aufsammeln müssen. Ein anderes Mal müssen wir einem Pokémon zur Hilfe eilen, welches sich hoffnungslos verlaufen hat. Versucht man, in den Dungeons an sich etwas Abwechslung reinzubringen, so sind es die Missionen nicht. Ihr habt lediglich wenige Typen von Missionen, die es zu erledigen gibt und sich kaum voneinander unterscheiden. Lediglich Bosskämpfe bringen etwas Spannung ins Spiel, sind aber eher selten. Habt ihr einmal einen Auftrag abgeschlossen, erhaltet ihr verschiedene Belohnungen. Zudem werden in eurem Netzwerk, der Connexussphäre, weitere Auftraggeber freigeschaltet. Die Connexussphäre ist nämlich wie ein Netzwerk aufgebaut, das von zunächst einem Pokémon zu vielen Abzweigungen führt, bei denen mehrere Pokémon als Auftraggeber gewonnen werden können. Habt ihr euch nach einer erfolgreichen Mission mit einem Clienten verbunden, stehen euch seine weiteren Kontakte zur Verfügung und können teilweise mit in den Dungeon als Unterstützung genommen werden. Somit erhaltet ihr immer mehr Zugang zu weiteren Teammitgliedern, um euer Dreiergespann im Dungeon zu verstärken.

Teampokémon können auch größer sein als man selbst…

 

Fazit

Wie ihr seht, kann man in Pokémon Super Mystery Dungeon auf einige Neuerungen stoßen. Insgesamt überwiegt aber der Anteil an ideenlosem Altbewährtem. Auch das klein geratene Dorf trägt sein Übriges dazu bei und so macht nur die Hauptstory an sich Spaß. Die individuellen Charaktere der Dorfbewohner erhalten einem den Spaß am Spiel und motivieren und, das Ende der Hauptgeschichte zu erleben. Danach verliert sich schnell der Anreiz, weiter zu spielen und beispielsweise alle Pokémon aus der Connexussphäre als Teampartner zu gewinnen. Zum Glück bringt die Hauptstory eine Menge Spielstunden mit sich, in denen man sich an vielen Missionen erfreuen kann und die Pokémon-Welt vor allem Bösen bewahren kann. Alles in allem macht das Spiel für Neulinge durchaus Sinn, alle alten Veteranen sollten sich überlegen, sich das Spiel anzuschaffen. Ein Fehlkauf ist Pokémon Super Mystery Dungeon keineswegs, das will ich hiermit noch mal betonen, allerdings hält sich der Spielspaß nur in der Hauptstory über Wasser und das Spiel bietet hinterher kaum Content.

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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