Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 – Test zum unterhaltsamen Onlineshooter

Vor knapp drei Jahren erschien mit Plants vs Zombies: Garden Warfare ein kleiner Überraschungshit. Viele erwarteten von dem Spiel eine lieblose Portierung des beliebten Tower-Defense Smartphonespiels. Doch viele hatten sich geirrt und Entwickler Popcap konnte einen der besten Onlineshooter der letzten Jahre veröffentlichen. Nun drei Jahre später erscheint mit Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 der lang ersehnte Nachfolger, der mit größerem Umfang aber auch höherem Preise erscheint. Ob der höhere Preis gerechtfertigt ist und das Spiel genauso unterhält wie der Vorgänger, erfahrt ihr in unserem Test.

 

Dawn of the roses

Eine neue offene Welt, neue Spielmodi, zwölf Mehrspielerkarten, sechs neue Klassen, neue Unterklassen, eine Singleplayer-Kampagne, jeder Spielmodus auch im Splitscreen spielbar und und und. Die Liste an Neuerungen, die Plants vs. Zombies 2: Garden Warfare im Vergleich mit dem Vorgänger besitzt, kann sich durchaus sehen lassen. Die erste Neuerung fällt einem gleich zu Beginn des Spiels auf. Denn anstatt in drögen Menüs die verschiedenen Spielmodi auszuwählen. Startet man diese nun in einer offenen Welt. In dieser Welt hat man sowohl als Pflanze als auch als Zombie seine eigene Basis. Dabei kann man sich frei durch die Welt bewegen, spontan in der Mitte der Map ein King-of-the-Hill Match starten oder einfach die Welt erkunden und eines der vielen Geheimnisse entdecken. Des Weiteren gibt es in der Basis eine Menge Terminals, bei denen man die Spielmodi starten, Statistiken anschauen, die Klassen oder das Team wechseln und Herausforderungen annehmen kann. Im Singleplayermodus erledigt man jeweils für eines der zwei Teams verschiedene Aufgaben. Bei den Zombies nimmt man Aufträge vom durchgeknallten Wissenschaftler an, während man bei den Pflanzen Missionen von der Automaten Version von Deppie Dave annimmt. Das Missionsdesign ist dabei recht simpel gehalten. Eine opulente Geschichte wird nicht erzählt. Vielmehr muss man stets verschiedene Angriffswellen abwehren, Gegenstände einsammeln oder Bossgegner erledigen. Einige Missionen heben sich allerdings auch von den anderen ab. Beispielsweise gibt es eine Mission, bei der man Verbündeten aus einem Flugzeug heraus Feuerschutz geben muss. Fans von Call of Duty dürfte dies sicherlich bekannt vorkommen. Neben dem Singleplayer ist für Einzelspieler und Koopfreunde vor allem der Gartenkommando-Modus interessant. In diesem Modus muss man insgesamt zehn immer schwerer werdende Angriffswellen abwehren. Im zweiten Teil kann man nun auch in die Rolle der Zombies schlüpfen und seinen Grabstein gegen die Pflanzen verteidigen. Während der Wellen kann man in herumstehenden Blumentöpfen unterstützende Pflanzen oder aufseiten der Zombies kleine Bots einpflanzen. Diese kleinen Helferlein werden auch benötigt, denn im Vergleich zum Vorgänger wurden die Wellen nun etwas abwechslungsreicher gestaltet. Nun stürmen in einer Runde mal nur Nahkämpfer auf einen zu oder man muss einen Yeti verfolgen. Zudem ist die fünfte und zehnte Runde eine Bossrunde. Zu Beginn der jeweiligen Runde wird über ein Roulette ein Bossgegner ausgelost. Diese wurden wieder gewohnt kreativ und unterhaltsam gestaltet denn unter anderem spawnen nun riesige Sonnenblumen, Zombie Kung Fu Meister, brennende Baumstümpfe und viele mehr. Insgesamt ist die Horde Variante auch im zweiten Ableger ein motivierender und spaßiger Mode. Besonders im Koop kann man mit seinen Freunden ordentlich Spaß haben. Für nahezu alle erfolgreichen Aktionen erhält man Münzen und Erfahrungspunkte. Diese Münzen kann man wie im Vorgänger im Shop gegen Stickerpakete eintauschen. In den Stickertüten befinden sich unter anderem neue Helferlein für die Blumentöpfe oder Sticker für die Unterklassen der verschiedenen Charakterklassen.

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Ohne Hilfe hat man gegen die Bosgegner keine Chance!

 

Haus der 1000 Tulpen

Bereits im Vorgänger sind die unterschiedlichen Charakterklassen hervorragend gewesen und sorgten für eine Menge Abwechslung. In Garden Warfare 2 bekommen diese nun weiteren Zuwachs. Waren es bisher lediglich auf jeder Seite vier (Fußsoldat, Wissenschaftler, All-Star und Ingenieur aufseiten der Zombies, Erbsenkanone, Sonnenblume, Kaktee und Schnapper bei den Pflanzen) sind es nun auf jeder Seite jeweils drei mehr. Dabei hat jede Klasse jeweils drei einzigartige Fähigkeiten, die man im Laufe des Matches unterschiedlich taktisch einsetzen kann. So kann die Sonnenblume beispielsweise einen Heilstrahl auf Verbündete schießen und diese damit heilen, die neue Zitrusfrucht kann sich in eine Kugel verwandeln und so schnell über das Schlachtfeld rollen. Aufseiten der Zombies kann der neue Super Brainz im Nahkampf mit Schlägen und Tritten ordentlich Schaden austeilen. Insgesamt fügen sich die Neuzugänge sowohl optisch als auch mit ihren Fähigkeiten sehr gut in die Riege ein. Jedoch passt das Balancing noch nicht ganz, da aktuell Rosie etwas zu stark ist. Diese Klasse verursacht mit ihren zielsuchenden Schüssen starken Schaden und kann mit ihrem Zauber gegnerische Einheiten verlangsamen und sich so schnell aus Gefahrensituationen retten. Aber mittels Patch kann Entwickler PopCap da auch noch nachbessern. Doch die verschiedenen Charakterklassen besitzen noch jeweils verschiedene Unterklassen, die sich freispielen lassen. Diese Unterklassen unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch spielerisch von der Hauptcharakterklasse. Beispielsweise kann man dann anstatt mit der normalen Erbsenkanone mit der Steinerbsenkanone spielen. Diese Unterklasse ist etwas langsamer, kann aber ihren Schuss aufladen und dadurch mehr Schaden austeilen. Wiederum kann man jede der Unterklassen noch einmal aufleveln. Besonders unterhaltsam sind die verschiedenen Onlinemodi. Im Spiel geht es mit “Team-Deathmatch”, “Gartenzwergbombe”, oder “Abschuss bestätigt” ordentlich zur Sache. Allerdings gibt es im Vergleich zum Vorgänger keine komplett neuen Spielmodi. In den Matches liefern sich dann bis zu 24 Spieler auf zwölf verschiedenen Karten spannende Matches. Die Karten sind alle abwechslungsreich und humorvoll gestaltet. Man tritt dabei unter anderem in einem japanischen Zen Garten oder in einem Freizeitpark an. Doch egal in welchem Modus oder auf welcher Karte, das Spiel macht Spaß. Selbst Neulinge bekommen in den schnellen Runden schnell einen Abschuss hin und können sich nach und nach in die verschiedenen taktischen Möglichkeiten und Fähigkeiten der verschiedenen Charakterklassen einarbeiten. Besonders motivierend ist dabei das Belohnungssystem des Spiels, denn für nahezu jede Aktion im Spiel wie Abschüsse, Heilen der Teamkameraden, Verteidigung der Basis etc. erhält man Erfahrungspunkte. Mit denen kann man nach und nach im Rang und der gespielten Charakterklasse aufsteigen. So erhält man nach und nach auch neue Fähigkeiten. Ab Level 5 schaltet man ein Regenerationsupgrade frei, mit die eigene Lebensenergie schneller wiederhergestellt wird, ab Level 9 gibt es beispielsweise ein Zoomupgrade für die jeweilige Primärwaffe. Des Weiteren kann man auf einem Schwarzen Brett in der Basis verschiedene Aufträge abholen. Erledigt man diese Aufträge, erhält man eine bestimmte Anzahl an Sternen, mit denen man bestimmte Truhen in der Spielwelt öffnen kann. Zudem erhöhen diese Sterne den XP-Multiplikator, wodurch man noch schneller levelt.

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Bis man jede Klasse aufgelevelt hat, vergehen einige Stunden.

 

Nacht der lebenden Kakteen

Auch aus technischer Sicht weiß Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 zu überzeugen. Durch die humorvolle Gestaltung der Charaktere und der Spielwelt muss man öfters mal schmunzeln. Besonders ins Auge fallen hier die liebevoll gestalteten Charaktermodelle. Der Zombie Ingenieur, bei dem man die Arschritze sieht, der Piratenkapitän mit seinem Holzbein oder der umherspringende Maiskolben. Selten wurden die Charaktermodelle in einem Videospiel so liebevoll und humorvoll umgesetzt. Aus grafischer Sicht und Sound technisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger allerdings wenig getan. Wichtig für ein Onlinespiel ist natürlich die Verbindungsqualität. Auch hier bietet Garden Warfare 2 keinen Grund zur Beanstandung. Die Server sind stets gut gefüllt und nach einer kurzen Suchzeit joint man schnell in ein neues Match.

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Von der Basis aus kann man die verschiedenen Modi starten.

 

Fazit:

Plants vs. Garden Warfare 2 war zu Beginn der Konsolengeneration einer der Onlinetitel, welche ich am meisten gespielt hatte. Der neue Ableger wird das wohl noch mal toppen, obwohl die Konkurrenz mit Titeln wie Call of Duty: Black Ops 3 oder Star Wars Battlefront nicht gerade kleiner geworden ist. Doch woran liegt das? Ganz einfach an dem stetig motivierenden Spielprinzip und dem erstklassigen Humor, der sich zu keiner Sekunde selbst ernst nimmt. Stets kann man irgendwo irgendeine Klasse weiter aufleveln, da etwas Neues freischalten oder neue Sticker im Shop erwerben. Doch ist das Spiel dabei auch enorm taktisch, was bei der Aufmachung beinahe untergeht. Somit ist Garden Warfare 2 ein sinnvoller zweiter Teil, der mit seinem Umfang und zahlreichen Neuerungen auch einen Vollpreis rechtfertigt. Dadurch, dass alles bestens funktioniert, man das Spiel auch mit seinen kleinen Geschwistern oder Freunden gemütlich zusammen auf der Couch spielen kann und dem “ein Match geht noch” Sog, hat das Spiel eine Höchstwertung redlich verdient.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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