Pinball FX 2 VR – Test zum virtuellen Flipper-Apartment

Schon zum Release der Sony Virtual Reality Brille PlayStation VR sind ja einige Spiele wie Billard oder die Kneipenspielesammlung Sports Bar VR erschienen. Nun könnt ihr in der virtuellen Realität auch Flipper spielen. Ob es sich nun lohnt, bei einer 400 Euro teuren Peripherie, eine Reihe Flipperautomaten in ein virtuelles Wohnzimmer zu stellen, oder ob man das Geld lieber in mindestens 50 Besuche in einer echten Spielhalle investiert, klären wir für euch im Test.

 

Wunderschönes Wohnerlebnis

Startet man das Spiel, wird man zunächst in ein großes Penthouse geschmissen. Dieser Raum ist in etwa zu vergleichen mit einem konventionellen Hauptmenü, sieht aber gerade in VR deutlich schicker aus. In diesem Raum könnt ihr alle Möglichkeiten auswählen, die das Spiel bietet. Hinter euch steht beispielsweise eine Vitrine, in der eure Erfolge vermerkt sind. Hier ist auch leider schon ein Kritikpunkt. Da man das gesamte Spiel mit dem Dualshock Controller spielt, spielt man in der Regel im Sitzen. Bei Spielen, die mit den Move-Controllern gesteuert werden, ist das etwas anderes, denn hier muss man zwingend stehen, damit die Kamera euer Headset und beide Move Controller erfassen kann. Beim Spielen mit Controller muss allerdings nur das VR-Headset erfasst werden. Und so müsst ihr auf eurem bequemen Sofa oder Sessel Verrenkungen bewerkstelligen, die sonst vermutlich einem Cirque du Soleil vorbehalten sind. Ist diese Hürde dann aber geschafft, könnt ihr euch weiter im Raum umsehen und entdeckt verschiedene Flipperautomaten. Im Raum selber könnt ihr euch nicht frei bewegen, ihr müsst den Flipperautomaten, mit dem ihr spielen möchtet, anschauen und müsst dann die X-Taste drücken. Insgesamt ist der gewählte Hintergrund, ein schickes Loft, zwar eine Augenweide für Architekturfans, insgesamt hätte ich mir aber mehr gewünscht, dass das Spiel in einer Spielhalle spielt, wo Flipper neben Flipper steht und ich mich frei bewegen kann. Das Loft erweckt dann einen merkwürdigen Eindruck, wenn außer Flipperautomaten und einem Tisch dort keine anderen Möbel vorhanden sind.

Im virtuellen Loft könnt ihr euch allerhand Statistiken ansehen und eure Flipper begutachten

 

Coole Flipperatmosphäre

Wenn auch die reine Optik des Hintergrunds merkwürdig gewählt ist, so kann sich die Optik der Tische definitiv sehen lassen. Denn jeder einzelne Flipper hat seine Optik. So schaut es in Terror of the Deep so aus, als ob ihr von Wasser umgeben seid, inklusive kleinem Hai, der neben euch seine Runden zieht. VR Worlds lässt grüßen. Und so bringt jeder einzelne Tisch seine eigene Atmosphäre mit sich, was besonders mit PlayStation VR wirklich cool aussieht. Dabei schaffen die individuellen Hintergründe den Spagat zwischen nettem Gag und nerviger Ablenkung. Keiner der gewählten Hintergründe nervt euch beim Spielen oder lenkt euch ab. Trotzdem wäre die Möglichkeit, diese Hintergründe abzuschalten, ein nettes Feature gewesen. Aber auch mit den Hintergründen lassen sich alle Flipper fabelhaft spielen. Denn die verschiedenen angebotenen Flipper sind gut durchdacht. Kein Wunder, schließlich hat Zen Studios bereits einige Erfahrung mit derartigen Spielen. Ob nun das Verhalten der Kugel oder die verschiedenen coolen Szenarios jedes einzelnen Automaten. Die Atmosphäre am Automaten passt definitiv. Insgesamt könnt ihr übrigens neun verschiedene Flipper für Pinball FX 2 VR verfügbar. Was noch relativ wenig ist, wenn man bedenkt, dass Zen Studios auf anderen Plattformen weit mehr Möglichkeiten bietet. So erscheinen bald auch Automaten mit Bethesda Thema, wo ihr dann in Doom, Fallout oder Skyrim Manier zocken dürft. Diese sind allerdings noch nicht für Pinball FX 2 VR verfügbar.

Jeder Flipper bringt sein eigenes cooles Setting mit

 

Die virtuelle Realität

Kommen wir aber nun zur entscheidenden Frage, nach der Sinnigkeit eines Flipperautomaten auf PlayStation VR. Einerseits ist die virtuelle Realität echt cool, denn man selber geht mit der Kugel mit, kann sich entsprechende Schlüsselstellen aus der Nähe einmal anschauen und eventuell die eigene Perspektive verändern. Andererseits hat man aber das Problem, dass man ständig nach unten starren muss, ob den ganzen Flippertisch zu sehen, was spätestens nach 10-15 Minuten zu Nackenproblemen führen kann. Außerdem nervt die Tatsache, dass man sich in dem virtuellen Flipper-Loft nicht frei bewegen kann und ständig die verfügbaren Flipper vor Ort wechseln muss.

Positiv:

Die Verschiedenen Tische sind sehr cool aufgemacht und bringen ihr jeweils eigenes Setting mit
Zen Studios hat noch eine Menge cooler Lizenzen offen, um das Spiel zu erweitern

Negativ:

Ständiges nach unten schauen macht ergonomisches Spielen mit VR kaum möglich
Aktuell sind noch relativ wenige Inhalte spielbar
Designentscheidung, die Flipper in ein Loft abzustellen irgendwie unverständlich
[testimonial_slider][testimonial image_url=”57718″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Gabriel Bieber, Redakteur”]

“Die Entscheidung, die bereits bekannten Pinball FX 2 Flipper in einer VR-Version anzubieten ist sicherlich nicht schlecht, insgesamt muss ich aber sagen, dass es etwas zu undurchdacht umgesetzt wurde. Man hätte wesentlich mehr aus diesem Titel rausholen können, wenn man mehrere Flipper angeboten hätte, diese in eine Arcade-Halle nebeneinander platziert hätte und vielleicht sogar, wie in Sports Bar VR frei herumlaufen könnte, um neben den Flippern weitere kleine Gimmicks auszulösen. Die einzelnen Automaten sind dafür aber sehr detailverliebt umgesetzt und ich persönlich bin gespannt, ob und wie weitere Lizenz-Flipper für Pinball FX 2 VR erscheinen werden. So bleibt dann am Ende zwar ein solides Flipperspiel, welches allerdings nicht zwingend in der virtuellen Realität gespielt werden muss.”

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Ab in die Sammlung?

Für die absoluten Fans von Flipper und Arcade-Hallen mit Sicherheit ein schöner VR-Titel für zwischendurch. Für alle anderen VR-Besitzer, die sich echte Arcade-Atmosphäre wünschen, allerdings eher nicht zu empfehlen.

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Geschrieben von Thomas Solzic
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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