Payday 2 – Review zum Banküberfall

“EINSATZZENTRALE HIER! Wir haben einen Raubüberfall in der Mustermann Street, Ecke 32 im Juweliergeschäft. Wir bitten um sofortigen Einsatz!” Ist es nicht schön, wenn die Gesetzeshüter sich um einen kümmern? In diesem Fall leider nicht! Wir sind nun am Zug und wollen versuchen möglichst viel Geld, wenig Geiseln und eine Menge Beute zu bekommen. Willkommen beim “Payday”.

 

Einen Bankraub mit Story erzählen

Als reiner Downloadtitel kam 2011 “Payday: The Heist” verschwiegen und unauffällig auf den deutschen Spielemarkt. Ursprünglich über “Sony Online Entertainment” vertrieben und vorerst nur über “Steam” und “PSN”. Mittlerweile wird das Spiel über “505 Games” gepublisht und weiterhin von “Overkill Software” entwickelt. Es sollte ein Koop-Shooter mit bis zu vier Spielern werden, die einen Raubüberfall starten und am Ende das große Geld erbeuten. Dies wurde es auch und kam bei den Spielern so gut an, dass man zusätzlich zu den vielen DLC’s sich dazu entschieden hat, einen Nachfolger zu entwickeln. Knapp zwei Jahre später kam dieser dann auch endlich heraus und zeigt uns, was man alles im dieser Zeit versemmeln kann. Eine richtige Story gibt es bei “Payday 2” nicht. Diese braucht man allerdings auch nicht, da im Grunde klar ist, was man in dem Spiel zu tun hat. Überfälle auf Shoppingcenter, Banken und zum Beispiel auf Juweliergeschäfte bringen einem das fette Geld. Anders als wie beim Vorgänger, gibt es mehrere Orte, wo man einen Überfall starten kann. Hat man die Beute bekommen, muss diese in ein Versteck gebracht werden. Dies nennt sich “Safehouse”. In diesem Versteck sammelt man nicht nur die gestohlene Beute, sondern auch gefundene und erspielte Masken, Waffen und Gegenstände. Zusätzlich kann man dort noch trainieren, wie man einen Überfall am besten übersteht und man nicht entdeckt wird. Eine nette Beigabe, die man zwischen den ganzen Aufträgen immer wieder besucht und anschaut. Denn von dem “Safehouse” werden die Aufträge ausgesucht und dann gestartet. Geplant werden sie dort leider nicht. In der Datenbank sind die Orte und die dazugehörigen Ziele angegeben, die man dann in beliebiger Reihenfolge erledigen kann. Somit ist jede Spielweise anders.

Wir bereiten uns auf den Überfall vor.

Wir bereiten uns auf den Überfall vor.

 

Überfällen ist nicht leicht

Nachdem wir uns einen Auftrag ausgesucht haben, kommt eine kleine Einleitung, warum wir den Überfall machen und vor allem wofür. Dann bedingt die “Erkundungs-” oder auch “Planungstour”. Wie starten wir den Überfall am besten, um dabei nicht direkt in die Arme der Polizei zu laufen? Diese Frage können wir in aller Ruhe beantworten und uns die Gegend, in der wir den Auftrag erledigen müssen, etwas genauer anschauen. Trotzdem darf man keine zu große Aufmerksamkeit auslösen. Denn sobald ein Verdacht geschöpft wird, werden wir entdeckt und setzen uns automatisch die Maske auf, um den Überfall zu starten. Da wären wir auch schon bei dem ersten Problem. In einigen Aufträgen gibt es keine andere Möglichkeit, als direkt in den Laden zu stürmen und den Überfall zu starten. Das ist sehr schade, da diese vorsichtige Art und Weise an den Auftrag heranzugehen, eine wirklich gute Idee ist. Wenn man dann mal die Möglichkeit hat, den Ort genauer zu inspektieren, hat man trotzdem oft schlechte Karten. Jeder Auftrag endet meist im Chaos und in einer großen und unlogischen Schießerei. Doch die Besonderheit ist die Dynamik. Jedes Spiel verläuft anders und die Gestaltung der Maps ist jedes Mal verschieden. Bekannt ist dies aus “Minecraft”, doch auch bei “Payday 2” steht der Safe plötzlich in einem anderen Raum, wenn man den Auftrag noch mal startet. Ebenfalls die Wachleute findet man nicht immer an der gleichen Position. Die Fluchtwege sind oftmals anders geöffnet oder versperrt und auch die Idee einen Auftrag über mehrere Überfälle zu platzieren, macht das Spiel zu einem wirklich schwierigen Titel im Genre. So muss man zum Beispiel ein Labor ausrauben, damit man sich Drogen beschaffen kann. Diese braucht man allerdings nicht wegen des Geldes, sondern für Informationen. Diese tauscht man im zweiten Teil des Auftrages dann gegen die vorher erbeuteten Drogen ein. Erst nach Abschluss des letzten Teils gibt es dann auch die Belohnung.

Einbunkern macht leider nicht immer Sinn.

Einbunkern macht leider nicht immer Sinn.

 

Freischaltbar heißt Wunderbar

Die Freischaltung mehrer Gegenstände, verschiedener Masken und Waffen macht eine Menge Spaß. Das liegt zum einen daran, dass diese Sachen alle zufällig nach den Aufträgen freigeschaltet werden und zum anderen weil es teilweise doch sehr aufwendig ist, einen Auftrag erfolgreich abzuschließen. So können wir unseren Sturmgewehren oder Pistolen nach dem Einsatz mit neuen Griffen, Halterungen oder Visieren versehen. Außerdem gibt es vier verschiedene Fähigkeitsbäume, die einem während des Einsatzes helfen können. Jeder Charakter hat zusätzlich sein eigenes Spezialgadget, mit dem er wertvolle Dienste innerhalb des Teams leisten kann. Diese Features fehlten im ersten Teil komplett und machen den zweiten Teil um so umfangreicher.

Vor keinem Gegner schrecken wir zurück.

Vor keinem Gegner schrecken wir zurück.

 

Für Einzelkämpfer wird es schwierig

Das “Payday 2” ein Teamspiel ist, welches völlig auf kooperatives Spielen mit Freunden ausgelegt ist, stand schon beim ersten Teil der Reihe fest. Trotzdem muss auch im Singleplayer die Freunde- und Feide-KI stimmen, damit man außerhalb des Koop-Modus richtig spielen kann. Leider ist es durch die KI-Kameraden offline nicht möglich, einen Auftrag komplett abzuschließen. Immer wieder kommen neue Cops, die uns aufhalten wollen. Das schaffen sie grundsätzlich immer, da die Freunde-KI zu blöde ist die Cops zu treffen. Oftmals stehen sie nur im Weg herum und versuchen einen Feind zu treffen, das andere Mal stehen sie nicht nur im Weg, sondern helfen uns gar nicht erst, die Beute in den LKW zu bringen. Auch das Wiederbeleben oder Schützen unserer Person während des Überfalles ist Fehl am Platze. So entsteht schnell Frust und man möchte das Spiel beenden. Uns ist es leider während der Testphase nicht ein einziges Mal gelungen, einen Auftrag offline erfolgreich abzuschließen. Meistens sind wir dann gestorben, wenn wir die Beute zum LKW bringen wollten. Dieser steht nämlich zwischen dem Überfall und den Cops. Ohne richtige Rückendeckung ist dieser nicht zu erreichen.

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Sitzen wir hier in der Klemme?

Fazit:

Ein Banküberfall, der jedes Mal anders verläuft? Klar spielen wir diesen dann öfters und mehrmals, aber was nützt uns es, wenn jeder Polizist gerade auf uns zu läuft und wir ihn einfach nur abschießen müssen? Das Gefühl lässt einen nicht los, dass die Entwicklungszeit doch etwas knapp wurde zum Schluss. Der Multiplayer ist wirklich toll und mit realen Menschen macht es eine Menge Spaß. Beim Singeplayer wurde leider bei der Entwicklung eingespart. Die Team-KI ist noch dümmer, als die Feinde und die Taktik ist ebenfalls Fehl am Platz. Für einen Zockerabend mit Freunden reicht es allemal, für dauerhaftes Zocken eher nicht so.

 

76

Good
  • Tolle Szenarien...
  • Levelsystem mit Verbesserungen
  • Koop-Modus, der den Namen verdient
  • Viele Verbesserungsmöglichkeiten
  • Eigenes Safehouse für Objekte
Bad
  • ...die sich zum Schluss ähneln
  • Technisch ein Duke Nukem: Forever
  • Furchtbar viele KI-Aussetzer auf beiden Seiten
  • Unlogische Polizei-KI
76
Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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