Onikira: Demon Killer – Review zum Dämonen schnetzelnden Sidescroller

Early Access ist schon eine feine Sache. Es erlaubt Indieentwicklern, Ihren Projekten eine Finanzspritze zugute zu führen, und auch erhaltenes Feedback ins Spiel einfließen zu lassen. Onikira ist eines dieser Spiele, und ob es Verbesserungen benötigt, das erfahrt ihr in diesem Test.

 

Geh und hau Dämonen

Onis sind japanische Dämonen, die meist hässlich mit langen Zähnen und wuscheligen Haaren dargestellt werden. Kira hingegen ist engrish, also ein englisches Wort japanisch ausgesprochen, und steht für Killer. Bei Onikira ist der Name somit Programm, denn um das Killen von Dämonen geht es in dem Slasher. Die Hintergrundgeschichte wird dabei schnell zur Nebensache. Ein fieser Herrscher tötete vor langer Zeit einen Drachen und verleibte sich dessen Seele ein. Somit wurde er unbesiegbar, und der noch letzte verbliebene Drache sah sich gezwungen, seine Seele mit einem starken Krieger zu verbinden, um diesen Herrscher zu stürzen. Jedoch konnte auch er Hirumo, so der Name des Tyrannen, nicht töten, und verbannte ihn somit lediglich in die Unterwelt. Nun ist Hirumo jedoch dieser entkommen und es liegt an Jiro, einem Nachfahren des Kriegers von einst, ihn und seine Dämonen zu stoppen. Ein richtiger Fokus liegt hier nicht auf der Geschichte. Lauft von Links nach rechts und zerhäckselt die Dämonenbrut, dies ist Eure einzige Aufgabe.

Auf sie mit Gebrüll

Auf sie mit Gebrüll

 

A, A, A, A, A, A, A, A

Wie also gesagt ist Onikira ein 2D-Hack’n’Slay-Spiel, in dem das einzige Ziel es ist, die Level von links nach rechts zu durchlaufen, wobei man gelegentlich gestoppt wird, um gegen ein paar Dämonen zu kämpfen. Das war es im Grunde auch schon. Schnetzelt die Viecher nieder, dann könnt ihr weiterlaufen. Hier und da wird ein wenig Abwechslung geboten, sei es durch wegbrechende Böden, Bossgegner, versteckte Lebenserweiterungen und hier und da kleinere Sprungpassagen, aber ansonsten bleibt alles beim Alten. Das wird schon recht schnell eintönig, nicht zuletzt, weil das Kämpfen, der eigentliche Hauptaspekt des Spiels, nicht so gut funktioniert, wie es bei einem Hack’n’Slay eigentlich gegeben sein sollte. Kombos und wechselnde Waffen gibt es zwar, und man kann alles auch mit Punkten von toten Monstern oder aus Vasen aufrüsten, doch im Grunde reicht ein wiederholter Druck auf A, um die Gegner zu dezimieren. Apropos Gegner, da gibt es zwar einige unterschiedliche Formen, aber eine große Herausforderung sind nicht die Gegner selbst, wohl eher ihre Anzahl. Manche Dämonen tragen einen Schild, manche stattdessen zwei Schwerter. Manche werfen mit Projektilen auf euch, und die nervigsten Widersacher sind fliegende, mit Laserstrahlen schießende Köpfe. Doch wie schon erwähnt, ist keine besondere Taktik gefragt, sie zu besiegen. Das kann man Onikara jedoch nicht besonders ankreiden, da diese Tatsache eine oft vorkommende Schwäche im Hack’n’Slay-Genre darstellt.

Flieg, Dämon, Flieg

Flieg, Dämon, Flieg

 

Hat hier jemand Insektenspray?

Was man Onikira jedoch ankreiden kann, das sind die Bugs. Oh mein Gott, diese Bugs, da hat Entwickler Digital Furnace Games noch einiges zu tun. Hier ein Beispiel: Jiro, unser Held, soll den Gegner mittels der Y-Taste in die Luft schleudern. Im Normalfall springt er von alleine hinterher, sodass man nur noch A spammen muss, um den Gegner in der Luft zu zerschnetzeln. Wenn er jedoch, wie es leider sehr oft vorkommt, keine Lust hat, den Gegner in die Luft zu begleiten, dann ist die Kombo im Arsch. Danke, lieber Käfer, ich wünschte, du wärest tot. Besonders schlimm sind auch harte Ruckler und Abstürze. Die Ruckler passieren meist, wenn ein Erdbeben angedeutet werden soll. Dies wird als Erstes beim ersten Bosskampf deutlich. Der Bildschirm ruckelt unkontrolliert hin und her, ist überladen mit schwebenden Köpfen, sodass alle Gegner, inklusive Obermotz, vom Bildschirm verschwinden. Also darf man ins Leere hauen und hoffen, dass man etwas trifft. Und wenn das Spiel schon im Kaufmenü für neue Moves laggt, weil es erst die kleinen Anweisungsvideos laden muss, dann kann das kein gutes Zeichen sein. Hinzu kommen Abstürze, die große Folgen haben, denn während eines Levels kann man nicht abspeichern. Dies ist nicht nur blöd, wenn man das Spiel mittendrin beenden will, sonder besonders, wenn man aus dem Spiel geworfen wird und einen Level komplett neu spielen muss. Es gibt also noch einiges zu patchen, damit Onikira gut läuft.

Sieht gut aus, ruckelt wie Sau

Sieht gut aus, ruckelt wie Sau

 

Japanische Zeichenkunst

Optisch muss sich Onikira nicht verstecken. Es ist in einer schönen, an alte, japanische Kunststile erinnernde Zeichenart gestaltet, allein schon der Sonnenuntergang im ersten Level ist recht schick. Viel mehr kann man da aber auch nicht anmerken, das Design hat man alles schon irgendwann irgendwo gesehen. Nicht ganz so zufriedenstellend wie die Optik ist der Sound. Dieser knistert immer dann, wenn das Spiel ruckelt, also oft. Die Musik schrammelt dabei im Hintergrund kontinuierlich im Gitarrensound, richtig actionreiche Mucke passend zum Gameplay ist das leider nicht.

Spüre mein Schwert...und dann wieder...und dann wieder

Spüre mein Schwert…und dann wieder…und dann wieder

 

Fazit:

Onikira hätte eigentlich ein netter Slasher für zwischendurch werden können, ist es aber nicht geworden. Das Gameplay ist unterdurchschnittlich, das Spiel selbst voller Bugs und Fehler. Im Hack’n’Slay-Genre gibt es mehr als genug Alternativen, auch 2D-Sidescroller. Für das Abschlachten von Dämonen dann doch lieber Dante.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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