One Punch Man: A Hero Nobody Knows – Test zum Videospiel-Debüt des glatzköpfigen Helden

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One Punch Man: A Hero Nobody Knows - [PlayStation 4]
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Releasedatum: 28. Februar 2020

Genre: Kampfspiel

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: Bandai Namco Entertainment

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Microsoft Windows

2009 begann der japanische Autor ONE mit einer Webcomic-Serie, die es mittlerweile auch zu einem erfolgreichen Anime gebracht hat. Im Mittelpunkt des Ganzen – Saitama! Ein etwas unorthodoxer Held, wenn man ihn mit dem gängigen Bild eines Superhelden vergleicht, wie wir es zum Beispiel aus dem Marvel Universum kennen. Ein Protagonist, der übermächtig ist und wie sein Name schon verrät, jeden Gegner mit nur einem einzigen Schlag besiegt. Sein Antrieb: Langeweile. Jetzt bekommt der beliebte Glatzkopf sein erstes eigenes Videospiel spendiert – One Punch Man: A Hero Nobody Knows. Doch funktioniert ein Held, der nur einen Schlag zum Sieg braucht, in einem Fighting Game? Wir haben es getestet!

 

I Need A Hero!

Was genau ist eigentlich One Punch Man: A Hero Nobody Knows? Nun, zunächst einmal ist es ein 3D-Arena-Brawler, aber mit diversen RPG Elementen. Direkt zu Beginn des Spiels erstellt ihr euch euren eigenen Helden und könnt Gesicht, Haare, Kleidung und andere Dinge anpassen. Anfangs ist die Auswahl an Anpassungsmöglichkeiten eher überschaubar. Dafür schaltet ihr im Laufe des Spiels zahlreiche Accessoires und Klamotten frei. One Punch Man: A Hero Nobody Knows versetzt euch in eine Oberwelt, in Form einer Stadt, in der ihr euch die meiste Zeit umherbewegt, um sowohl Main Quests als auch Side Quests anzunehmen. Dieses Prinzip kennen wir im Grunde schon von Dragon Ball Xenoverse, das auch von Bandai Namco ist. Während ihr also in der Story voranschreitet und einige Nebenmissionen abschließt, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die ihr in euren Helden investieren könnt. Wie in einem klassischen RPG steigert ihr so eure Angriffsstärke und Lebenspunkte. Neben optischen Optimierungen erspielt ihr euch im Laufe des Games auch neue Kampftechniken und Spezialattacken. Zudem steigt ihr in den aus dem Anime bekannten Heldenrängen auf. Ihr startet also als C-Held und euer Ziel ist die S-Klasse. Natürlich existiert auch ein einfacher Kampf-Modus, in dem ihr gegen die KI oder einen Freund antreten könnt, sowohl lokal als auch online. Bis ihr allerdings zu diesem Punkt kommt, ist eine Menge Spielzeit ins Land gezogen und die anfangs verfügbaren Kämpfer sind an einer Hand abzählbar.

One Punch Man: A Hero Nobody Knows

Die Heldenerstellung ist ein Pluspunkt in One Punch Man: A Hero Nobody Knows.

 

Das kann der Anime besser

Die Story dreht sich um die Geschehnisse aus der ersten Staffel des Anime. Der Unterschied ist jedoch, dass euer erstellter Held stets mit von der Partie ist. Wer hier allerdings spektakuläre Zwischensequenzen erwartet, die atemberaubende Bilder wie im Anime hergeben, wird stark enttäuscht. Was euch erwartet, sind Charaktere, die steif in der Gegend herumstehen und sich unterhalten. Wenn da mal ein Arm zur Gestikulation bewegt wird, ist das schon das höchste der Gefühle. Während in der Main Story noch Synchronisation vorhanden ist, könnt ihr euch in den Side Quests darauf einstellen, zahlreiche Texttafeln zu lesen. Schade ist auch, dass ihr zwar für euren erstellten Helden eine Stimme auswählt, er in den Zwischensequenzen jedoch nie einen Ton von sich gibt. Apropos Synchronisation: Das Sound-Design im Game ist leider katastrophal. Die Charaktere schreien an manchen Stellen lauthals rum und eine miserable Sound-Abmischung sorgt dafür, dass wir das Gefühl hatten, gebrüllte Voice-Mails abzuhören. Ihr könnt zwischen einer englischen und einer japanischen Synchro wählen – qualitativ hochwertig sind jedoch beide nicht unbedingt. Die Handlungen in den Nebenmissionen bestehen meist aus der Konfrontation mit irgendwelchen Monstern, die ihre Kraft dadurch erhalten haben, dass sie zum Beispiel viel zu oft Fisch gegessen haben und deshalb jetzt eben ein Fischmonster sind – Story telling at its best! Das ist vielleicht beim ersten Mal noch witzig, wenn aber fast jede Side Quest so aussieht, wird es repetitiv.

One Punch Man: A Hero Nobody Knows

Saitama sieht sich wohl gerade eine der drögen Zwischensequenzen an, so gelangweilt wie er guckt.

 

One Punch in die Magengrube

Egal ob Main Story oder Nebenquest, so gut wie immer läuft es auf einen Kampf hinaus. Darum geht es in einem Fighting Game ja schließlich. Jetzt sollte man meinen, in das Kampfsystem wurde viel Arbeit reingesteckt. Allerdings konnte uns auch das nicht sonderlich überzeugen. Ihr kämpft entweder alleine oder im Team von bis zu drei Kämpfern. Oft ist es auch so, dass ihr alleine einen Kampf beginnt, aber nach einer gewissen Zeit andere Helden zur Hilfe eilen. Komplexität sucht man in diesem 3D-Arena-Brawler vergeblich. Leichter Angriff, starker Angriff, Griff, Blocken/Ausweichen und Spezialangriffe – das war es im Grunde schon. Die Kombos, die ihr vollführen könnt, sind ziemlich einseitig. Die Spezialangriffe sehen auch nicht sonderlich spektakulär aus und sobald einer der Kämpfer zu Boden geschlagen wurde, dauert es enorm lange, bis er wieder auf den Beinen ist. Dadurch fühlen sich die Kämpfe unglaublich träge an. Ab und an treten in den Kämpfen besondere Events auf, wie Meteoriten, die beiden Spielern Schaden zufügen, oder Items, die genutzt werden können, um die Verteidigung vorübergehend zu erhöhen. Ach ja – was ist jetzt eigentlich mit Saitama? Der glatzköpfige Held ist in den Matches unverwundbar und schlägt jeden Gegner mit nur einem Schlag k. o. Damit ein Kampf, in dem Saitama als Fighter ausgewählt wurde, spannend bleibt, taucht er in den Kämpfen erst sehr spät auf. Am Rand des Bildschirms wird euch ein Timer angezeigt, wann er als Unterstützung eintrifft. Sollten eure Helden oder die eures Gegners allerdings schon vorher besiegt sein, ist der Kampf entschieden, bevor Saitama angekommen ist. Wir finden das ist ein gelungener Kompromiss.

One Punch Man: A Hero Nobody Knows

Aus den Spezialangriffen der Helden hätte man definitiv mehr herauskitzeln können.

 

Gefangen in der Mittelmäßigkeit

One Punch Man: A Hero Nobody Knows wirkt wie ein halbgarer Anime-Prügler. Den größten Teil der Zeit seid ihr in einer Stadt unterwegs, die als Oberwelt fungiert und recht leer wirkt. Das Gleiche gilt auch für den Rest des Games. Die Missionen im Spiel wiederholen sich ständig und da das Grinden im Game ein absoluter Muss ist, um die eigene Figur zu stärken und neue Klamotten freizuspielen, kann es schnell eintönig werden. Auch die Grafik hätte zeitgemäßer sein können, die Kampfstages liebevoller und das Kampfsystem komplexer. Alles wirkt bestenfalls mittelmäßig. Schade, bedenkt man, dass aus einem Spiel mit diesem humorvollen und faszinierenden Anime im Titel, mehr hätte werden können. Krass inszenierte Spezialattacken wie in Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 oder zumindest ein ausgeklügeltes Kampfsystem hätten dem Spiel gut getan. Wer ein Hardcore One Punch Man Fan ist, hat sicherlich Freude an den zahlreichen bekannten Gesichtern, die man aus dem Anime kennt. Wer sich allerdings ein solides Fighting Game erhofft hat, der wird leider enttäuscht.

One Punch Man: A Hero Nobody Knows - [PlayStation 4]
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

 

Positiv:

Spaßiger Charakter-Editor mit vielen Anpassungsmöglichkeiten
Zahlreiche bekannte Figuren aus dem Anime sind vertreten
Gelungene Integrierung des overpowerten Saitama

Negativ:

Technisch wirkt das Spiel veraltet
Viele sich wiederholende, unkreative Missionen
Das Kampfsystem ist stumpf und träge
Die Zwischensequenzen sind sehr minimalistisch
  • One Punch Man: A Hero Nobody Knows
    “One Punch Man: A Hero Nobody Knows reiht sich leider in eine lange Reihe von mittelmäßigen Animespielen ein. Dabei war der Anfang gar nicht so schlecht, sieht man über die technischen Mängel in Grafik und Sound hinweg. Nachdem ich meinen eigenen Helden erstellt hatte und die ersten paar Missionen absolviert hatte, wollte ich unbedingt in den Helden-Rängen empor steigen. Nur leider merkte ich sehr schnell, dass sich die Missionen nach kurzer Zeit wiederholten und das Kampfsystem nicht viel hergibt. Da hätte man mehr rausholen können.”
    Fabian Konschu, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Anime-Freunde, die sich in der Welt von One Punch Man austoben möchten, dürfen gerne zugreifen. Wer allerdings ein solides Fighting Game und eine coole Inszenierung wie im Anime erwartet, der wird enttäuscht.

Fabian Konschu
Written by
hört am liebsten Radio Los Santos

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