Nickelodeon: Kart Racers – Test zum neuen Mario Kart Abklatsch

Nickelodeon: Kart Racers im Überblick

Online Multiplayer

Couch-Koop / Splitscreen

Mikrotransaktionen

Lootboxen

Onlinezwang

Kostenpflichtiger Seasonpass für DLC´s

Releasedatum: 26. Oktober 2018

Genre: Fun-Racer

USK: ab 0 Jahren freigegeben

Publisher: Astragon

Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch 

Bereits 2000 erschien ein Rennspiel aus dem Nickelodeon-Universum mit dem Titel Nicktoons Racing für PlayStation, Gameboy Advance und dem PC. Neu ist der Ausflug in die schleimige Welt von Spongebob, Arnold und den Turtles also nicht. Seit wenigen Wochen gibt es mit Nickelodeon: Kart Racers einen ersten Konkurrenten zu Mario Kart 8 Deluxe auf der Nintendo Switch, PlayStation 4 und Xbox One. Doch kann das Spiel auch mit der Konkurrenz mithalten? Die Antwort gibt es jetzt in unserem Test.

 

Charakterauswahl hätte besser sein müssen

Insgesamt warten zwölf Charaktere darauf, über 24 verschiedene Strecken zu rasen und sich gegenseitig mit Powerups das Leben schwer zu machen. Eine Story rund um den Singleplayer gibt es leider nicht. Stattdessen sind die unterschiedlichen Cups nach Eigenschaften der Serien Spongebob Schwammkopf, Hey Arnold!, Ninja Turtles und Rugrats benannt. Dies wirkt auf dem ersten Blick nach einer guten Auswahl an verschiedenen Fahrern und Rennstrecken, allerdings bietet das Nickelodeon-Universum weitaus mehr Figuren, die hätten in das Spiel integriert werden können. Ich vermisse zum Beispiel die Bieber Brüder, CatDog oder Jimmy Neutron. Hier wäre durchaus mehr Abwechslung drin gewesen und vor allem an die jüngere Generation hätte man durchaus denken können. Sobald alle Cups, bestehend aus jeweils vier Rennen, in einer der drei Schwierigkeitsstufen gewonnen wurden, werden weitere drei Cups freigeschaltet. Diese stellen die bereits bekannten Strecken noch einmal neu zusammen. Dies weckt den Eindruck, dass so versucht wird, den Wiederspielwert unnötig in die Länge zu ziehen. Dazu kommt, dass die Schwierigkeitsgrade nicht übergreifend sind und somit alle einzeln gespielt werden müssen, um die Cups freizuschalten – ähnlich wie bei Mario Kart. In Sachen Spielmodi bekommt man leider nicht viel Auswahl geboten. Der klassische Rundkurs, Zeitrennen und Elimination stellen dabei die komplette Auswahl dar. Neben dem Grand Prix können die Strecken im freien Rennen auch individuell ausprobiert werden.

 

Mario Kart ohne Mario

Die Strecken verfügen über einige Hindernisse, welche man am besten umfahren sollte, um nicht von seinen Gegnern eingeholt zu werden. Außerdem kann es passieren, dass die Strecke sich in der letzten Runde verändert und neue Wege öffnet. Dies kannte man schon von Titeln wie Split Second. Ansonsten bedienen sich die Entwickler von GameMill Entertainment an Dingen, die bereits andere Fun-Racer boten. Alle Rundkurse sind an den vier bereits erwähnten Nickelodeon-Cartoons angelehnt. So fährt man mal durch Bikini Bottom, durch eine Schule oder durch die New Yorker Kanalisation. Diese bieten allerdings keine sonderlichen Highlights, um auch noch in ein paar Jahren im Gedächtnis zu bleiben. Ganz schlimm davon betroffen sind da vor allem die Strecken, welche ausschließlich aus grünem Glibber bestehen. Hier bekommt man keinen festen Boden geboten und zudem wird die Steuerung insgesamt ziemlich schwammig. Stattdessen gut gelungen ist die Auswahl an verschiedenen Items, denn auch diese orientieren sich an den spielbaren Charakteren. So bekam jeder Charakter ein exklusives Item, welches nur er verwenden kann. Sandy von Spongebob hat zum Beispiel ein Lasso, mit dem sie den Gegner hinter sich ziehen kann, Spongebob hat stattdessen seinen Pfannenwender an Bord. Vollends bedient sich das Spiel aber an den Items aus Mario Kart. Die Trinkflasche von Tommy dient demnach als Rakete, Spongebobs Seifenblasen als Bananenschale und Sandys Erdnüsse als grüne Panzer. Schön ist allerdings, dass die Items eigenständig umgesetzt worden sind und somit nicht entfremdet in die Welt platziert wurden.

 

Loot für die Münzen

Im Fahrverhalten unterscheiden sich die verschiedenen Charaktere nicht. Stattdessen haben die Entwickler den Fokus auf die Kart-Anpassungen gelegt. Hier gibt es welche, die nur rein optisch sind und welche, die die Geschwindigkeit und das Handlung beeinflussen. Die Veränderungen werden beim Spielen deutlich spürbar und bringen so durchaus fahrerische Vorteile. Um an Tuningteile zu gelangen, sollte man die auf den Strecken befindlichen Münzen einsammeln. Diese können nämlich im Shop für die Teile ausgegeben werden. Jeder Charakter besitzt sein eigenes Kart, welches in den Kategorien Tempo, Handling, Glibber-Handling und Beschleunigung unterteilt ist. Leider sind die Preise für die Veränderungen derart hoch, dass man schon so einige Runden drehen muss, um schlussendlich alle zu besitzen. Mit jedem Levelup oder jeder Ehrenrunde erhält man aber zusätzlich die Möglichkeit, weitere Teile zu erhalten. Wer um die Kurve driftet und danach den Knopf loslässt, erhält einen kleinen Boost. Boosts sind im Allgemeinen ein wichtiges Element auf den Strecken. Überall ist nämlich der Nickelodeon-Schleim verteilt, bzw. muss durch das Umfahren bestimmter Ventile aktiviert werden. Fährt man über genau diesen Schleim, füllt sich eine Leiste, die in drei Stufen unterteilt ist. Desto gefüllter die Leiste, umso mehr Boost erhält man. Animiert sind die Figuren beim Fahren ebenfalls. So machen die Turtles akrobatische Sportbewegungen auf dem Kart, während Tommy von den Rugrats einen Schluck aus dem Fläschchen zu sich nimmt. Hier wurde seitens der Entwickler auf kleine Details geachtet.

NICKELODEON: KART RACERS

Im Splitscreen zeigt der Titel sein wahres Gesicht und entpuppt sich als Geheimtipp im Fun-Racer-Genre.

 

Potenzial im Multiplayer verschenkt

Größte Enttäuschung stellt allerdings der Multiplayer dar. Alle Modi können auch an der heimischen Konsole mit Freunden oder der Familie gespielt werden. Somit gibt es zwar einen lokalen 4-Spieler-Splitscreen-Modus, eine Onlinekomponente fehlt leider komplett. Dass diese Entscheidung getroffen wurde, ist unverständlich. Solch ein Modus ist genau das, was ein Fun Racer braucht und ausmacht, um erfolgreich zu sein. Damit verschenkt Nickelodeon: Kart Racers fast das gesamte Potenzial. Ebenfalls negativ aufgefallen ist uns die grafische Darstellung und die teils schreckliche Musik. Grottenschlecht sieht das Spiel zwar nicht aus, man merkt allerdings, dass das Hauptaugenmerk in der Entwicklung nicht unbedingt auf der Grafik lag. Den Bock haben die Entwickler allerdings mit der Hintergrundmusik und den Sounds abgeschossen. Hier empfiehlt es sich, den Fernseher zu muten und nebenbei Musik laufen zu lassen, da man sonst durchaus wie wild durch die Wohnung rennt.

 

 

Positiv:

Original Nickelodeon-Lizenz mit Charakteren und Welten aus dem Universum
Items sind auf die Charaktere zugeschnitten
Verschiedene Anpassungsmöglichkeiten der Karts mit unterschiedlichen Spielweisen
Couch-Koop mit bis zu vier Spieler vorhanden (leider nur lokal)

Negativ:

Charakterauswahl hätte besser und abwechslungsreicher sein können
Grafische Darstellung und Sounds/Musik lassen zu wünschen übrig
Streckendesign bietet leider keine Highlights, an die man sich gerne erinnert
Keinen Online-Multiplayer
  • Nickelodeon: Kart Racers
    “Kommt Nickelodeon: Kart Racers nun wirklich an den Meister der Fun-Racer heran? Nicht wirklich, dennoch bietet das Spiel durchaus Qualitäten, die vor allem jüngere Spieler gut unterhalten werden. Die Charakterauswahl, das Streckendesign, die technische Seite und die Tatsache, dass der Multiplayer nur lokal und offline funktioniert mindern leider den Spielspaß für die ältere Zielgruppe. Insgesamt läuft Mario Kart runder und macht vieles einfach besser. Aber ich will mal nicht so sein: Für ein paar witzige Runden an einem Zockerabend oder mit der Familie kommt man bei Kart Racers schon auf seine Kosten. Wer plant, eine intensive Alternative zum Klempner zu bekommen, sollte lieber auf Sonic im Mai 2019 warten.”
    Tobias Liesenhoff, Chefredakteur

Ab in die Sammlung?

Auch wenn an vielen Ecken und Kanten Potenzial verschenkt wurde, bietet Nickelodeon: Kart Racers eine Menge Spaß, vor allem für unterwegs mit Freunden (Nintendo Switch).

Tobias Liesenhoff
Geschrieben von
ist bereit für neue Herausforderungen in 2019.

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