Neoverse – Test zum Roguelite-Kartenspiel

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  • Mächtige relikte zum entdecken: mächtige Gegenstände, sogenannte relikte, sind im gesamten Turm zu finden
  • drei Hauptcharaktere, die jeweils einen eigenen kartensatz haben
  • ein sich ständig verändernder Turm: wenn Sie sich auf eine Reise auf den Turm Begeben, ändert sich das Layout jedes Mal

Releasedatum: 04. März 2021

Genre: Strategie, Roguelite, Kartenspiel

USK: ab 16 Jahren freigegeben

Publisher: Tino Games Inc.

Plattformen: PC, Xbox One, Xbox Series S/X, Nintendo Switch, PlayStation 4, PlayStation 5

Kartenspiele gibt es schon längst nicht mehr nur in physischer Form auf Papier. Magic, Yu-Gi-Oh!, Gwent, Hearthstone, Shadowverse – die Liste an Card Games ist ellenlang. Neoverse bringt nun Roguelite Elemente in die Duelle und hat den Weg jetzt auch auf die PlayStation gefunden. Ein ähnliches Experiment hat bereits Slay the Spire 2019 unternommen und konnte dabei viele Spieler begeistern. Schafft Neoverse es ebenfalls in unser Herz der Karten? Wie viel Strategie steckt in dem Roguelite-Deckbuiler von Entwickler Tino Games? Wir haben uns in das “Neoverse” gestürzt, einige Duelle bestritten und verraten euch, was es taugt.

 

Keine Zeit für Erklärungen

Was beim Start von Neoverse sofort auffällt, ist die Tatsache, dass fast nichts erklärt wird. Ihr startet das Spiel, bekommt eine nette Melodie auf die Ohren und im Hauptmenü rattert ein Lauftext durch. Irgendwas mit Zukunft und dass die Menschheit das Tor zu anderen Dimensionen geöffnet hat. Kurz gesagt: Eigentlich gibt es keine Story bis auf diesen einen Text, der sich ständig wiederholt. Wird ein neues Abenteuer gestartet, fallen auch hier nicht viele Worte. Erklärungen sind so rudimentär gehalten, dass ihr euch letztendlich das Spielprinzip selbst beibringen müsst. In Neoverse habt ihr die Wahl zwischen drei weiblichen Charakteren, die jeweils drei verschiedene Starterdecks mit sich bringen – zu Beginn steht euch jedoch nur ein Charakter zur Auswahl, die restlichen beiden sind aber schnell freigespielt. Ist eine der charakterlosen Figuren mit üppigen Brüsten gewählt, schlagt ihr euch mit ihr durch fünfzehn Duelle. Dabei ist jeder fünfte Kampf eine Art Boss-Kampf, der etwas fordernder ist.

Vor jedem Duell bekommt ihr eine Auswahl aus meist drei Kämpfen, die mit unterschiedlichen Belohnungen auffahren. Ist die angegebene Herausforderung in den Kämpfen geglückt, sind euch diese Belohnungen sicher – beispielsweise neue Karten, Gegenstände oder Heilung der Lebenspunkte. Denn wie bereits erwähnt, ist Neoverse ein Roguelite. Ist ein Kampf verloren, könnt ihr es zwar noch ein paar mal versuchen, doch seid ihr bereits im Kampf, dann könnt ihr nicht mehr zurück. Erringt ihr den Sieg nicht, landet ihr wieder im Haupmenü und könnt von vorne anfangen. Aber keine Angst: Nach jedem Kampf bekommt ihr neben den Herausforderungsbelohnungen genügend weitere Goodies.

Mit Geld, das ihr verdient, könnt ihr zusätzliche Karten und Gegenstände kaufen. Zudem gibt es Erfahrungspunkte für eure Heldinnen, die ihr in einer Art Fähigkeitenbaum ausgeben könnt. Wirklich komplex sind die Verbesserungsmöglichkeiten allerdings nicht. Wie schwer das Spiel ist, bestimmt ihr auf gewisse Weise selbst. Neben normalen Kämpfen und den Bossen, habt ihr zudem fast immer die Wahl auf Möglichkeit zu einem Elite-Kampf. Die können es mit stärkeren Gegnern durchaus in sich haben. Apropos Gegner: Die Feinde, denen ihr im Laufe eures Durchgangs begegnet, sind, sagen wir mal ähnlich, kreativ wie die drei generischen Protagonistinnen. Selbst die Namen wirken einfallslos – Neon Gewehr, Drohne “Drilogy”, Kapitän Zentaur. Reinste Poesie.

Neoverse

Unbekannter Skorpion: Solche außergewöhnlichen Namen vergisst man so schnell nicht wieder.

 

Was kann diese Karte?

Kennt ihr das, wenn ihr ein Draft-Duell macht und erstmal fünf Minuten eure Hand studieren müsst, bis ihr halbwegs versteht, was eure Karten können? So ähnlich fühlt sich Neoverse anfangs an. Aber das legt sich nach einer gewissen Zeit, sobald ihr alle drei Figuren freigespielt habt und die Karten kennt. Trotzdem ist der Einstieg in Neoverse eine Hürde, denn, wie erwähnt, erklärt das Spiel nicht viel. Wenn also weder die Regeln ganz klar sind und man die eigenen Karten nicht kennt, dann ist das ziemlich ermüdend. Wer keine Zeit und Lust hat sich einzulesen, der wird Neoverse wohl recht schnell zur Seite legen. Zumal die drei Heldinnen verschiedene Besonderheiten haben.

Hier eine kleine Erläuterung zum Duellablauf: Euer Charakter und auch die Feinde haben eine gewisse Anzahl an Lebenspunkten. Diese gilt es auf Null zu bringen. Dabei stehen euch sowohl offensive, defensive als auch status-verändernde Karten zur Verfügung, die farblich zu unterscheiden sind. Pro Runde habt ihr eine gewisse Anzahl an Aktionspunkten, die durch den Einsatz der Karten verbraucht werden. Zudem gibt es die Möglichkeit zu Kombos. Am unteren linken Bildschirmrand seht ihr eine Farben-Reihenfolge und solltet ihr diese einhalten, wechselt ihr eurer komplettes Blatt. Das ist insofern relevant, als dass ihr jede Runde ein neues Blatt zieht. Es bringt euch also nichts Karten aufzubewahren, da diese wieder in euer Deck gemischt werden, solltet ihr sie nicht benutzen. Es sei denn natürlich, ihr spekuliert darauf, sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu ziehen.

Wirklich komplex wird Neoverse bei den Buffs beziehungsweise Debuffs. Denn von denen gibt es so einige. Eure Gegner sind ebenfalls in der Lage diese einzusetzen. Dementsprechend gilt es die eigene Strategie anzupassen, da man sonst nicht sehr weit kommt. Neben neuen Karten, könnt ihr bereits vorhandene auch entwickeln, sodass diese stärker werden. Ein Durchgang mit fünfzehn Duellen dauert in der Regel ungefähr eine Stunde.

Neoverse

Ein Durchgang besteht aus drei Etappen mit jeweils fünf Duellen. Dabei könnt ihr vorher auswählen, welchen Kampf ihr bestreiten wollt.

 

Warum kein Mobile-Game?

Technisch ist Neoverse nichts Besonderes. Es wirkt schon fast eher wie ein Mobile-Game auf einem großen Bildschirm. Die Grafik erinnert an Free-to-Play MMORPG’s und warum die wählbaren Hauptfiguren alle leicht bekleidete, nichts sagende Mädels sind, muss man wohl nicht verstehen. Das Design der Gegner schlägt ebenfalls in die Kerbe uninspiriert. Für mich persönlich ist das Design der Karten aber viel wichtiger bei einem Card-Game. Doch auch hier bleibt Neoverse eher schlicht. Verglichen mit Magic oder Hearthstone ist das Kartendesign im Game langweilig. So wie die Figuren im Spiel aussehen, bewegen sie sich auch. Die Kampfanimationen beschränken sich auf das Mindeste. Optisch gibt das Spiel jedenfalls nicht viel her, es sei denn man möchte sich an den weiblichen Rundungen der Heldinnen ergötzen. Soundtechnisch ist das Game auf demselben Niveau. Die Effekte im Duell sind kaum der Rede wert und die Musik ein einfaches Gedudel.

Ursprünglich kam Neoverse für den PC heraus. Der Steuerung auf der PlayStation 4 ist das aber nicht anzumerken. Es gibt zwar eine Maus, die ihr mit dem rechten Cursor bewegen könnt, aber meistens nutzt man nur das Steuerkreuz, um zwischen den Karten zu wählen. Meiner Meinung nach ist die Benutzeroberfläche allerdings etwas unübersichtlich. Wenn im Laufe eines Duells mehrere Buffs und Debuffs hinzukommen, dann wirkt der Bildschirm schnell ein wenig überladen. Bei all den Card-Games für Mobile Endgeräte fragt man sich, warum Neoverse für alle Plattformen rausgekommen ist, nur für Mobile nicht? Technisch ist das Game jedenfalls keine Meisterleistung und erinnert optisch sogar an das ein oder andere Spiel für das Smartphone.

Neoverse

Besonders am Anfang blickt man bei diesem Wirrwarr auf dem Bildschirm nicht durch. Welche Buffs und Debuffs stecken wohl hinter diesen ganzen Symbolen?

 

Kann man mal machen

Die Mischung aus Kartenspiel und Roguelite macht Neoverse aus. Allerdings sollte einen beides ansprechen, damit das Game überhaupt sein Potenzial entfalten kann. Denn der Rest ist in dem Spiel nicht der Rede wert: Die Story ist so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara und die Technik mittelmäßig. Wer sich in Neoverse reinfuchst, der wird sicher seinen Spaß bei den ersten Durchgängen haben, allerdings stellt sich die Frage, wie lange das Game einen bei der Stange halten kann.

Einen Multiplayer Modus gibt es jedenfalls nicht, sodass die unkreativen Gegner herhalten müssen. Sind die anfänglichen Hürden überwunden, kann das Spiel zu einem strategisch komplexen Card-Game werden. Zu viel Spieltiefe sollte man sich aber nicht erhoffen, denn Glück spielt in Neoverse eine große Rolle, was kein Wunder ist, wenn jede Runde das Handblatt ausgetauscht wird.

Slay The Spire PS4 [
  • Mächtige relikte zum entdecken: mächtige Gegenstände, sogenannte relikte, sind im gesamten Turm zu finden
  • drei Hauptcharaktere, die jeweils einen eigenen kartensatz haben
  • ein sich ständig verändernder Turm: wenn Sie sich auf eine Reise auf den Turm Begeben, ändert sich das Layout jedes Mal

 

Positiv:

Angenehmer Schwierigkeitsgrad, der nicht zu hoch aber auch nicht zu niedrig ist
Die Steuerung auf der Konsole ist gut umgesetzt
Kurzweilige und nicht zu anspruchsvolle Unterhaltung für Zwischendurch

Negativ:

Eine interessante Story ist im Grunde nicht vorhanden
Grafik und Sound sind auf einem mittelmäßigen Niveau
Die Auswahl an Charakteren ist überschaubar
Eine große Langzeitmotivation bietet das Spiel nicht
  • Neoverse
    “Wenn man sich so die Bewertungen der Spieler auf Steam anschaut, scheint Neoverse ein wahrlich gelungenes Roguelite Kartenspiel zu sein. Mich persönlich hat es allerdings nicht gefesselt. Das hat schon bei der Präsentation des Spiels angefangen und dass so gut wie nichts im Spiel erklärt wird, hat den Spielspaß am Anfang stark gedämpft. Nach den Anfangsschwierigkeiten habe ich das Prinzip des Games verstanden und auch schnell meinen ersten kompletten Durchgang geschafft. Doch spätestens nach dem zweiten Durchgang verspürte ich bereits Langeweile. Ein Kampf nach dem anderen, fünfzehn insgesamt, nacheinander. Die Belohnungen nach den Duellen konnten mich jedenfalls nicht lange genug motivieren, als dass ich noch weiter Lust hätte, immer wieder von vorne fünfzehn Kämpfe zu absolvieren. Wem das System hinter dem Roguelite-Kartenspiel Neoverse gefällt, hat vielleicht länger Spaß daran.”
    Fabian Konschu, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wem das Prinzip des Kartenspiels hinter Neoverse gefällt, wird sicher seine Freude damit haben. Eine Komplexität wie in Klassikern wie Magic, sollte man aber nicht erwarten. Die Roguelite Elemente sind zwar vorhanden, machen aber auch nichts Neues. Steht ihr aber auf Kartenspiele und Roguelite, dann greift ruhig zu. Anderenfalls gibt es sicher bessere Games in beiden Kategorien.

Geschrieben von
Redakteur im Bereich: Games Hört am liebsten Radio Los Santos

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