NBA 2K16 – Test zum wohl besten Sportspiel des Jahres

Basketball wird in Deutschland immer beliebter. Zig Tausende strömen jedes Wochenende in die Stadien und schauen sich die Spiele von Alba Berlin und Bayern München an. Mit der steigenden Popularität wächst auch das Interesse an den passenden Basketballspielen. Auch in diesem Jahr schickt 2K Games mit NBA 2K16 eine weitere Basketballsimulation in den Handel. Die letzten Ableger konnten bei etlichen Kritikern Höchstwertungen abgreifen. Demnach ist auch die Erwartungshaltung für NBA 2K16 extrem hoch. Ob das Spiel diese halten kann, erfahrt ihr in unserer Review.

 

Sportspiel mit Story

In so gut wie jedem anderen Sportspiel besteht der Karrieremodus aus einer Aneinanderreihung von Spielen. Eine Geschichte wird bei diesem so gut wie nicht erzählt. Doch Sport hat etliche packende und spannende Geschichten zu erzählen, wie es auch etliche Filme beweisen. Wenn man allein an Sportfilme wie Rocky, Warrior oder zuletzt Southpaw denkt, merkt man erst, welches Potenzial Sportspiele links liegen lassen. Doch 2K Games beweist mit den letzten NBA Spielen, das es so nicht sein muss. Allein das sie Oscarpreisträger Spike Lee (Malcolm X) als Regisseur und Drehbuchautor für den Storymodus verpflichtet haben, beweist, welche Anforderungen das Entwicklerteam an ihr Spiel stellt. Als selbst erstellter Charakter mimt man ein Talent, welches man von der Highschool über das College bis zur NBA begleitet. Der Charakter, der mit bürgerlichen Namen Frequency “Freq” Virbritation heißt, kommt aus ärmlichen Verhältnissen. An seiner Seite sind seine Zwillingsschwester, sein bester Freund und seine Eltern. Diese begleiten, unterstützen und beraten ihn dabei der kommende NBA Star zu werden. Freqs erstes Jahr findet in den unteren Ligen der NBA statt. Erst nach 15 Spielen, drei auf der Highschool, vier auf dem College und acht in der Rookie-Saison. Egal wie man dort spielt, man wird auf jeden Fall von einem NBA-Team gedraftet. Nach der eigentlichen Story läuft der Karrieremodus so wie in den letzten Ablegern ab. Im Laufe der Karriere kommen über 100 Minuten Zwischensequenzen vor, die im Motion Capturing Verfahren gefilmt worden sind. Die genannten Zwischensequenzen handeln von zahlreichen Interviews, Gesprächen mit Freqs Agenten Dom Pagnotti oder Gesprächen mit seinen Eltern. Die Interviews vermitteln eine Art Dokumentationsflair und sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Jedoch ist das Drehbuch an einige Stellen zu klischeehaft. So ist der Agent Dom Pagnotti ein Agent, der nicht genug vom Geld bekommen kann und Freq am besten so früh wie möglich vermarkten möchte, um möglichst viel Gewinn zu bekommen. Freqs bester Freund Vic ist der typische Unruhestifter, der durch peinliche und provokante Fotos sowie Eskapaden der Karriere von Freq sehr schadet. Wie schon beschrieben ist die Geschichte fest vorgegeben und das Umfeld von Freq sehr detailliert ausgearbeitet. Das führt manchmal zu unpassenden Szenen. Vor allem wenn man sich zu Beginn einen weißen Sportler kreiert und er als Kind einer afroamerikanischen Familie vorgestellt wird und eine Zwillingsschwester besitzt. Diese Probleme verhindern ein vollständiges Eintauchen in die Story, was auch in den ersten Spielen in der Highschool deutlich wird. Vor allem wenn man als 2 Meter großer, bärtiger Hüne gegen Jungspunde antritt. Für diejenigen, die sich nicht für den Karrieremodus interessieren, bietet NBA 2K16 genügend andere Modi, in die man Hunderte von Stunden investieren kann. Im MYGM-Modus schlüpft man in die Rolle eines Managers und steuert im Hintergrund die Geschicke des Vereins. Neu in diesem Jahr ist, dass man bei Bedarf mit seinem Team in eine andere Stadt umziehen kann. Bevor man jedoch den Wohnort wechseln kann, muss man erst einige Herausforderungen abschließen. Die anderen Teambesitzer von dem Plan zu überzeugen, ist nur eine von diesen Herausforderungen. Des Weiteren gibt es den MyPark, in dem man mit Kumpels in einem Streetball-Park antritt und My League ist ein ähnlicher Modus wie das Ultimate Team beim Konkurrenten EA. Neu in diesem Modus ist der Gauntletmodus. In diesem Streetball spielt man auf einem Dach in teils zusammengewürfelten Teams gegen andere Spieler. Durch erfolgreiche Partien winken neue Karten als Belohnung. Diese Karten wurden neu gestaltet, wodurch sich schon anhand der Farbe erkennen lässt, wie gut die Karte ist.

Spieleragent Dom Pagnotti und Freq in einem Gespräch

Spieleragent Dom Pagnotti und Freq in einem Gespräch

 

Drei Punkte Wurf

Auf dem Platz ist NBA 2K16 ebenfalls eine Wucht. Die Entwickler haben das überzeugende Gameplay aus den letzten Jahren beibehalten und an einigen Stellschrauben wie Spielerbewegungen und Signature Moves geschraubt. Auf dem Platz geht es nun bei Körperkontakten zwischen Angreifern und Verteidigern ruppiger zur Sache. Zudem laufen die Spieler leichtfüßiger über den Platz und achten bei Würfen mehr auf die Fußarbeit. Auch arbeiten die Spieler taktisch nun cleverer zusammen. So reagiert die KI nun auf eure Spielweise und man kann somit nicht mehr mit demselben Spielzug hintereinander punkten. 2K Veteranen müssen sich in diesem Jahr bei der Steuerung etwas umstellen. Denn die Belegung des Controllers wurde im Vergleich zu älteren Ablegern signifikant umgestaltet. Ab jetzt führt man den Pick and Roll mit der vorderen linken Schultertaste, anstatt der Kreis- auf der Playstation oder B-Taste auf der Xbox aus. Das 2K Smart Play führt man jetzt mit dem oberen Steuerkreuz aus. Neueinsteiger könnten am Anfang etwas überfordert sein, denn das Spiel besitzt keinerlei Tutorial, in dem einem die Steuerung des Spiels näher gebracht wird. Insgesamt überzeugt das Spiel auf dem Platz und bietet für jeden Basketballfan perfektes Gameplay.

Kleine Verfeinerungen sorgen für ein authentisches Spielgefühl.

Kleine Verfeinerungen sorgen für ein authentisches Spielgefühl.

 

Nahezu Perfekte Präsentation

Für ein Sportspiel ist die Präsentation des Sports für die passende Atmosphäre enorm wichtig. Auch in diesem Punkt überzeugt NBA 2K16 auf ganzer Linie. Neben der hervorragenden und ruckelfreien Grafik überzeugen vor allem die Gesichts- und Spieleranimationen. Bereits im Vorjahr waren diese nahezu perfekt und der diesjährige Ableger toppt diese nochmals. Auch die Spieler sehen den realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Nicht nur das Aussehen ist den Spielern nachempfunden auch Kleinigkeiten wie Tattoos und Extras sind 1:1 den realen Vorbildern nachempfunden. Auf dem Platz wirken die Spiele durch die gelungene Aufmachung wie eine TV-Übertragung. Spielereinläufe, Cheerleader, Maskottchen, Zeitlupenwiederholungen und passendes Publikum lassen das Fanherz höher schlagen. Im Spiel sind alle Teams der NBA vollständig lizenziert und mit originalen Trikots, Werbung und Namen im Spiel dabei. Ebenfalls überzeugend sind die stimmigen englischen Kommentatoren und die Einbindung von Legenden wie Shaquille O’Neal. Im Spielmenü sorgt ein gelungener Soundtrack für die musikalische Untermalung. Dieser enthält rund 50 Songs, welche von den drei weltbekannten Produzenten DJ Mustard, DJ Khaled und DJ Premier zusammengestellt wurden. Diesen Soundtrack kann man sich unter anderem auch auf Spotify kostenlos anhören.

In den Spielpausen werden Interviews mit den Topspielern der Mannschaften gezeigt.

In den Spielpausen werden Interviews mit den Topspielern der Mannschaften gezeigt.

 

Fazit:

Sieg auf ganzer Linie. Im letzten Jahr war NBA 2K15 das Sportspiel, welches auf unserer Seite die beste Wertung erhalten hat. Dadurch waren die Erwartungen an NBA 2K16 vor diesem Test dementsprechend hoch. Trotz der hohen Erwartungen konnte auch dieser Ableger wieder eine Topwertung abräumen. Die Gründe hierfür sind vielseitig. Einer dieser Punkte ist der Karrieremodus. Im Gegensatz zu anderen Sportspielen wird hier eine stimmige NBA-Geschichte erzählt, vom Underdogs zum NBA Topstar. Zwar bietet diese einige Schwachpunkte, man kann das aber in einem Genre, in dem ein Storymodus eine Seltenheit ist, verschmerzen. Weitere Stärken sind die nahezu perfekte Präsentation, die zahlreichen abwechslungsreichen Modi, die für jeden Basketballfan Hunderte Stunden Spielspaß bieten und das gelungene Gameplay. Man spürt in jeder Sekunde, dass die Entwickler den Sport lieben. Doch anstatt sich auf den Lorbeeren der letzten Jahre auszuruhen, pushen sie sich jedes Jahr weiter und entwickeln immer ein noch besseres Basketballspiel. Schade ist, dass 2K Games nur Basketballspiele entwickelt. Man kann sich nur vorstellen, welche großartigen Spiele mit der FIFA oder NFL Lizenz entstehen könnten. Wer nur ansatzweise Fan des Basketballsports ist, wird an diesem Spiel nicht vorbei kommen.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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