Micro Machines World Series – Test zum vergeigten Comeback der Mini-Flitzer

Es ist ein Jahr voller Comebacks. Nachdem der Beuteldachs Crash Bandicoot wieder den Weg auf die PlayStation 4 fand, folgen ihm nun die kleinen Flitzer der Micro Machines. Nach über neun Jahren und einem im letzten Jahr auf iOS und Android erschienenen Ableger wurde es mal wieder Zeit, wilde Rennen auf dem Küchentresen abzuhalten. Doch nicht jedes Reboot funktioniert. Warum die Miniflitzer so einige Probleme haben, verraten wir euch in unserem Test zur World Series.

 

Ciao Singleplayer and welcome Multiplayer

Auch wenn auf der Retailverpackung 1-4 Spieler Offline abgedruckt ist, wird das Spiel hauptsächlich online gespielt. Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass auf eine “World Series”, eine Kampagne oder einen Gran Prix mit oder ohne große Story verzichtet wurde. Dabei haben alle zwölf verschiedenen Fahrzeuge doch sogar eigene Namen und eine Vertonung erhalten. Immerhin gibt es mit dem Geplänkel einen Solomodus, der grundsätzlich aber eher als Tutorial verstanden werden darf. Neben den wenigen Möglichkeiten der Offlinespielerei wird man zusätzlich mit einem sehr mickrigen lokalen Modus abgespeist. Normale Rennen sind schon bei zwei Spielern vor einem Bildschirm fast unmöglich zu fahren, da der Bildausschnitt nicht in zwei Ansichten gesplittet wird – Stichwort Splitscreen und so. Dafür lässt sich der Modus Ausscheidung ziemlich gut für nutzen, denn hier fahren alle Spieler so lange, bis nur noch einer im Bildausschnitt übrig bleibt. Also quasi wie als wenn man bei Mario Bros. nicht weiterläuft. Wer abgehängt wird, und somit ausscheidet, verliert Punkte. Neben den abgespeckten Spielmodi verzichtet Codemasters auch auf ein Levelsystem oder freischaltbare Objekte im Offlinebetrieb. Diese werden lediglich online in Form von Lootboxen verteilt. Eine Entwarnung haben wir dazu aber: Auch wenn im Namen das Wort Mirco enthalten ist, Mikrotransaktionen gibt es Gott sei Dank nicht.

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Ja, wir fahren hier über einen Küchentisch mit Toasts als Schanze!

 

Lootboxen für Jeden

Bleiben wir doch direkt beim Thema Loot. Alle zwölf Fahrzeug können dank der Lootboxen verschiedene Outfits erhalten. Diese werden in der Garage bereitgestellt und können nach belieben ausprobiert werden. Um eine dieser Boxen zu ergattern, muss man Online spielen und im Level aufsteigen. Für jeden Levelaufstieg erhält man eine Lootbox. Wer genug Sammelbares in die Garage stellt, erhält dafür sogar eine Trophäe, was im Zusammenhang mit Autorennen gleich doppelt motiviert. Verschiedene Online-Modi sind zwar vorhanden, holen aber leider nicht sehr viel aus ihnen heraus. Beim klassischen Rennen rasen zwölf der kleinen Karren über die engen Strecken und versuchen Erster zu werden. Sollten nicht genügend Spieler in einer Lobby zusammengetrommelt werden, ersetzen KI-Fahrer die restlichen Fahrzeuge. In Ausscheidung geht es, wie auch Offline, möglichst als Letzter im Bildschirmausschnitt zu bleiben. Wer dabei zu langsam oder zu schnell ist, fliegt aus der Runde. Dann wäre da noch der Schlacht-Modus, in dem entweder Capture the Flag, King of the Hill oder Bombenangriff gespielt wird. Diese Modi sind zwar allesamt unterhaltsam, bieten aber auch nix sonderlich Neues, an dem man sich viele Stunden aufhalten möchte. Zumal enden viele Runden im totalen Chaos, da die Fahrzeuge unterschiedliche Fähigkeiten haben. Diese sind zwar ziemlich cool und treiben das jeweilige Rennen vom Spielspaß in die Höhe, lassen so manches Kinderzimmer aber auch chaotischer aussehen, als es sonst schon ist.

 

Einfache Steuerung + detaillierte Strecken = schlechte Technik?!

Jedes einzelne Fahrzeug besitzt unterschiedliche Fähigkeiten, die meistens an ihrem Aussehen angelehnt sind. Zum Beispiel H.I.S.S. Tank schießt nur mit einem Laser auf seine Gegner, während Agent Atom mit Raketen heimlich seine Gegner trifft und Dr. Mel sorgt alternativ dafür, dass das Team wieder mit Energie versorgt wird. Jeder Charakter besitzt eine normale Attacke, zwei dazugehörige Skills, die eine bestimmte Abklingzeit haben, und eine Ultimate. Diese sind allerdings nur in den Schlachten verfügbar. Beim Rennen und in der Ausscheidung stehen einem dafür verschiedene Power-Ups zur Verfügung. Somit bekommen auch die Mirco Machines ihre Nerf-Kanonen, Bomben und einen Hammer zur Verfügung. Allerdings sollte man mit diesen auch gezielt umgehen, denn eine automatische Zielsuche gibt es nicht. Zudem sind alle drei Items von der Stärke her gleich. Die Steuerung ist ziemlich simpel. Nur wer auch mit viel Power auf der Strecke fährt, wird gewinnen. Die Lenkung in den Kurven ist je nach Fahrzeug unterschiedlich, lässt sich aber innerhalb kurzer Zeit schnell erlernen. Ebenfalls richtig klasse sind die unterschiedlichen Strecken. Insgesamt warten verschieden designte Arenen und Rundkurse darauf, befahren zu werden. Sei es ein/e Küche, Garten, Kinderzimmer oder Werkbank, überall protzt es nur so an Details. So ist die Kreissäge nicht nur ein bitteres Hindernis, sondern sorgt gleichzeitig auch für den Tod, sollten wir in sie hineinfahren. Im Garten wartet dafür der Rasenmäher darauf, jegliche Bewegung zu überrollen. Hier hat Codemasters den Charme der ehemaligen Titel bestens zurückgeholt. Nicht so schön ist hingegen die Performance. Einen Fun-Racer sollte man möglichst mit hohen FPS spielen, die im schlimmsten Fall nicht unter 35 fallen sollte. Bei Mirco Machines World Series ist dies aber genau das Problem. Dazu gesellen sich oft Lags und Abbrüche, die den Spielspaß mächtig trüben. Wenn man schon nur auf Online-Multiplayer setzt, sollten die Matches wenigstens reibungslos vonstattengehen.

 

Positiv:

Detailliere Rennstrecken mit viel Liebe zum Detail und witzigen, alltäglichen Schauplätzen
Zwölf Fahrzeuge, viele Rennstrecken und Arenen verfügbar
Verschiedene Power-Up und Fähigkeiten sind sehr ausgewogen und fordern eher in der Anwendung
Simple Steuerung, die schnell erlernt ist

Negativ:

Keine richtige Singleplayer-Erfahrung wie einen Gran Prix oder eine World Series
Lootboxen, die die Items für die Garage bereithalten, können nur online erspielt werden
Viele Lags und FPS-Einbrüche mindern den Spielspaß
Strecken zum Teil ziemlich kurz geraten
Keine Leistungsupgrades (Tuning-Möglichkeiten)
Kein lokaler Splitscreen-Modus verfügbar
Zu wenig Abwechslung in den einzelnen Spielmodi
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58913″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Tobias Liesenhoff, Chefredakteur”]

“Ich hatte mich so sehr auf Micro Machines gefreut und konnte es kaum abwarten, endlich wieder mit den kleinen Flitzern über den Kuchentisch zu rasen. In der Tat hatte ich sogar viel Spaß mit dem neusten Teil. Doch kritisch gesehen ist der Titel einfach nicht gut. Da sind die vielen Lags und Einbrüche der Framerate, die ein tolles Spielgefühl vermissen lassen. Dann fehlt in den Modi die entsprechende Abwechslung, ein richtiger Singleplayer fehlt gar komplett und offline zusammen auf der Coach kann ich das Spiel auch keinem anbieten, da der Bildschirmausschnitt einfach nur dämlich ist. Warum man hier nicht wenigstens einen richtigen Splitscreen eingebaut hat, weiß wohl keiner so ganz genau. Dabei hat die Serie so viel Potenzial, welches in World Series aber nicht ausgenutzt wird. Da bleibt nur abzuwarten, ob Codemasters vielleicht einen weiteren, besseren Nachfolger plant.”

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Ab in die Sammlung?

Wer gern in Nostalgie schwelgen möchte, sollte bis zum nächsten Online-Sale und den 9,99€ warten.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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