Metal Gear Solid – Retro-Review zum ersten Teil der MGS-Reihe

Am 26. Februar 1999 erschien der erste Metal Gear Solid-Teil in Europa. Damals bot das Spiel eine einzigartige Story und ein neues Setting. Doch, wie spielt es sich in heutiger Sicht und fasziniert Metal Gear Solid, wie anno damals? Das alles werdet ihr, in der folgenden Review lesen.

 

Welcome to Shadow Moses 

Es ist das Jahr 2005 und ihr übernehmt die Rolle des Spezialagenten Solid Snake. Gleich zu Beginn wird euch ein eigentlich unmöglicher Auftrag gestellt. Ihr sollt im Alleingang, ohne Waffen und Rüstung, eine militärische Basis infiltrieren. Dummerweise hat sich dort eine internationale Terroristengruppe eingenistet. Die genetisch veränderten Supersoldaten der geheimen Organisation haben sich die Kontrolle über zwei Atombomben verschafft und drohen nun, die ganze Welt in Schutt und Asche zu legen. Und so beginnt, ein düsterer Agententhriller, mit reichlich skurrilen Charakteren.

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Ein intelligente Spielweise wird Sie eher zum Erfolg bringen

 

Schleichen, like a boss!

Man steuert Solid Snake per Gamepad durch die düstere Basis. Im Laufe des Spiels wird man mit mehr als 30 Waffen in Berührung kommen, dennoch hat man als Einzelkämpfer kaum eine Chance gegen die erdrückende Übermacht der Gegner. Das Ziel und die Moral des Spiels ist es also, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Statt hirnlos auf alles zu schießen was sich bewegt, schleicht man durch dunkle Gänge, versteckt sich in und hinter Kisten, weicht Überwachungskameras aus und meidet den Kontakt mit dem Feind wo man nur kann. Dazu kommt auch das damals revolutionäre Radar-System zum Einsatz und gibt die Position und das Sichtfeld der zahlreichen Wachen und Soldaten zu erkennen. Wird man trotz aller Vorsicht von einem Terroristen entdeckt, sollte man die Beine in die Hand nehmen und sich schnellstens ein zuverlässiges Versteck suchen. Die KI der Gegner ist auch heute noch eine Herausforderung. Denn ist der Gegner erst einmal auf Snake aufmerksam geworden, wird er unerbittlich gejagt, bis eine gewisse Zeitspanne abgelaufen ist. Gelingt es Solid Snake also, sich lange genug zu verstecken, beruhigen sich die aufgescheuchten Feinde wieder und laufen an ihre ursprünglichen Standorte zurück. Besonders in diesen Phasen merkt man Metal Gear Solid an, dass es in diesem Genre einen Meilenstein gelegt hat. Denn noch heutige Spiele, wie z. B. Dishonored, benutzen diese Mechanik immer noch. So macht es auch heute immer noch einen Heidenspaß, mit Solid Snake durch Shadow Moses zu schleichen.

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Die Areale laden zu verschiedenen Lösungsmöglichkeiten ein

 

Snake?! Snake????!!!! Snnnnnnaaaaaaakkkkeeee!!!!

Die Missionen sind ausgesprochen abwechslungsreich gestaltet. Gleichzeitig sorgen die auch heute noch fast filmreife Inszenierung des Spektakels und die durch verschiedene Drehungen und Wendungen immer wieder überraschende Hintergrundgeschichte für zusätzliche Spannung. Schon nach wenigen Minuten entwickelt Metal Gear Solid eine Dynamik und Atmosphäre, die sich durchaus mit dem ersten Teil der Deus Ex-Reihe vergleichen lässt. Die Grafik wirkte allerdings auch damals schon sehr grob. Insbesondere die Gesichter der Figuren sind verwaschen und konturlos. Neben der leicht enttäuschenden Optik dürfte vor allem das Speichersystem für die eine oder andere Nervenkrise sorgen. Obwohl es theoretisch möglich ist, den Spielstand zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu sichern, beginnt man nach dem Ableben grundsätzlich an einem sogenannten Continue-Point, also an einem zentralen Punkt im Level, der unter Umständen weit vor dem Ort des ursprünglichen Todes liegt. Sehr positiv müssen die brillanten Boss-Kämpfe gelobt werden.

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Das Chaos ist vorprogrammiert!

 

Spoiler-Warnung!!!!

Wenn ihr Metal Gear Solid bis jetzt noch nicht gespielt haben solltet, es aber dennoch tun wollt, überspringt bitte den letzten Teil der Review. Hier werden einige Lösungsmöglichkeiten bei Bosskämpfen und Spiel-Situationen beschrieben.

 

Kojima entfesselt ein wahres Bosskampf-Inferno

Die Boss-Kämpfe sind das Highlight von Metal Gear Solid und haben sich, in Sachen Kreativität, einen großen Sprung nach vorne entwickelt. Seien es nun ein Cyborg-Ninja mit Samurai-Schwert, ein Söldner mit einer Minigun oder ein alter Mann, der mit seinem Revolver um Ecken schießen kann. Selten waren Bosskämpfe so innovativ und ideenreich. Kojima regte die Leute zum Nachdenken an. Ab einem gewissen Punkt kommt man zum Beispiel im Spiel nicht mehr weiter, weil man eine Person per Codec benachrichtigen soll. Um weiter zu kommen, musste man sich die Bilder auf der Spielehülle einmal genau anschauen. Dort wurde man fündig, denn der Code wurde dort klar lesbar abgebildet. In einer Zeit, in der das Internet grade erst Bekanntschaft mit der Weltbevölkerung gemacht hatte, konnte man sich schlecht im Web informieren. Hier forderte Kojima die Spieler heraus. Schade das so etwas heute nicht mehr genutzt wird. Ein besonderer Bosskampf muss hier noch erwähnt werden. Ungefähr nach der Hälfte der Spielzeit trifft man auf einen Boss, der es in sich hatte. Sein Name: Psycho Mantis. Man konnte ihn nicht besiegen, denn er wusste jeden Schritt zu bekämpfen, bevor man ihn überhaupt verübt hatte. Der Clou: Das Spiel analysierte die Memory Card des Spielers und konnte so die Spielweise auf Psycho Mantis kopieren. Man musste die Memory Card in Slot 2 stecken und schon wurde Mantis verwundbar. Mit diesem Bosskampf bewies Kojima seine Genialität und setzte einen Grundstein in der virtuellen KI. Das jede Figur eine Hintergrund-Story beinhaltete ist heute auch keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Drehbuch der Story mit vielen Twists und die besonderen Figuren sind Beweis dafür, dass gute Spiele schlecht altern und auch heute nach wie vor sehr gut spielbar sind.

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Ein weiterer legendärer Bosskampf: Sniper Wolf

 

Fazit:

Metal Gear Solid beweist auch in der Gegenwart, dass Innovativität und Kreativität eine große Rolle in Videospielen spielt. Die Story ist auch heute noch politisch aktuell und spricht die eigene Moral, sowie Normen und Werte an. Die Boss-Fights sprühen vor Fantasie der Entwickler und auch Gameplay-technisch macht Kojimas Werk aus derzeitiger Sicht vieles richtig. Für Fans von Stealth-Games a la Splinter Cell, sei Metal Gear Soild wärmstens ans Herz zu legen.88

 

 

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Geschrieben von Fabian Konschu
Redakteur im Bereich: Games Hört am liebsten Radio Los Santos

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