Metal Gear Solid 3: Snake Eater – Retro-Test zum Metal Gear Höhepunkt

Für die Playstation 2 erschienen viele große Klassiker, die auch heute noch oft gespielt werden. Final Fantasy X, God of War 2, GTA San Andreas, alles große beliebte Titel. Doch wohl das objektiv betrachtet beste Spiel erblickte am 03.03.2005 das Licht der Welt. Vor elf Jahren erschien mit Metal Gear Solid 3: Snake Eater, Hideo Kojimas und Konamis Meisterwerk. In unserem Retrotest gehen wir der Frage nach, warum das Spiel so gut ist.

 

Ist es ein Film? Ist ein Spiel? Nein es ist Metal Gear.

Die Prämisse von Metal Gear Solid 3 ist nahezu prädestiniert für einen Agententhriller im Metal Gear Setting. Snake Eater spielt im Jahr 1964. Der dritte Weltkrieg steht kurz bevor. Amerika gegen Russland, Kubakrise und die atomare Bedrohung. Als junger Elitekämpfer der US Army muss Snake nichts Geringeres als die globale Katastrophe verhindern. Ein episches Abenteuer: Einer gegen alle. Mit rund 200kmh springt er über den dicht bewachsenen russischen Wäldern ab. Dort muss er den russischen Wissenschaftler Sokolov entführen, dessen Nuklearpanzer den dritten Weltkrieg auslösen könnte. Im Spiel übernimmt man jedoch nicht die Kontrolle über den Snake, den wir als Hauptfigur aus Metal Gear 1 und 2 und dem ersten Metal Gear Solid kennen. Dies lässt schon die zeitliche Epoche, in der Snake Eater spielt nicht zu. Denn 1964 war Solid Snake noch gar nicht gezeugt. Vielmehr erfährt man im Spiel die Vorgeschichte des späteren Oberbösewichts Big Boss. Aus dessen DNA, wie Metal Gear Veteranen wissen, im Rahmen des “Les Enfant Terrible” Programms Solid Snake und seine beiden Brüder Liquid und Solidus geklont wurden. Auch sonst strotzt das Spiel nur so von Anspielungen an Filme und Metal Gear Spiele. Ein Großteil der Geschichte wird neben Funksprüchen vor allem in packenden und grandios inszenierten Zwischensequenzen erzählt. Und diese Zwischensequenzen haben es in sich. Denn im Spiel verbringt man knapp die Hälfte der rund 20-stündigen Spielzeit als Zuschauer. In diesen Zwischensequenzen, bei denen einige locker über zwanzig Minuten gehen, kann man sich getrost zurücklehnen und die gezeigte Darbietung genießen. Denn was uns Hideo Kojima in diesem Spiel präsentiert, braucht sich vor keinem Kinofilm zu verstecken. Auch erzählerisch setzte das Spiel neue Maßstäbe. Denn Kojima erzählt glaubhaft, wie Big Boss sein Vertrauen in die Regierung verliert und sich von dieser abwendet. Denn eines der großen Themen des Spiels ist die Treue und wem man sie schuldet. Schuldet man sie seinem Land? Seiner Familie? Oder seinen Freunden? Dabei wird der Spieler öfters zum Nachdenken angeregt, besonders was das Verhältnis zwischen Snake und seiner Ausbilderin “The Boss” angeht. Als Metal Gear Solid Fan sieht man dann hierbei die komplette Reihe aus einem anderen Blickwinkel. Wodurch Kojima beweist, dass auch die Videospielwelt nicht in Schwarz und Weiß unterteilt ist und die Grenzen fließend sind.

Die Beziehung zwischen Big Boss und sein Mentor The Boss ist eines der zentralen Themen

Die Beziehung zwischen Big Boss und sein Mentor The Boss ist eines der zentralen Themen

 

Du darfst mich nicht sehen.

Die Geschichte aus Snake Eater ist eine der besten im Videospielbereich. Doch wie sieht es mit dem Gameplay aus? Wie aus den Vorgängern gewohnt steuert man Snake aus einer festen Kameraperspektive von schräg oben. Die Kamera kann man allerdings mit dem rechten Stick etwas nachjustieren. Um eine bessere Übersicht zu erhalten, kann man zudem in Ego Sicht schalten. Dies ist auch überlebenswichtig, da der bekannte Radar aus den Vorgängern komplett gestrichen worden ist. Um nicht von feindlichen Soldaten entdeckt zu werden, muss man auf seine Tarnung achten. Wie gut die Tarnung ist, entnimmt man aus dem Tarnindex, der ständig mit einer Bildschirmanzeige angezeigt wird. Im Menü kann man mit verschiedenen Gesichtsbemalungen und Tarnuniformen diesen Index steigern. Zu Beginn stehen lediglich einfache olivgrüne, schwarze, graue oder blattgrüne zur Auswahl. Doch im Laufe des Spiels, findet man immer weitere. Wodurch man für jede Umgebung die passende Kleidung hat, um nahezu unsichtbar zu werden. Denn die direkte Konfrontation mit den feindlichen Soldaten führt schnell zum Tod von Snake. Denn obwohl eine Vielzahl an verschiedenen Waffen Snake zur Auswahl stehen. Ist es stets ratsam, besonders bei den höheren der vier Schwierigkeitsstufen, sich an Gegnern vorbeizuschleichen. Lässt es sich mal nicht vermeiden einen Wachposten zu erledigen, dann hilft nur ein gezielter Schuss in den Kopf. Dieser schaltet den Gegner sofort aus. Bei anderen Treffern ruft dieser über Funk schnell Verstärkung zu Hilfe. Die dann das Gebiet gezielt absucht, bis ein Alarm Countdown abgelaufen ist. Bis der Countdown abgelaufen ist, hilft nur ein gutes Versteck. Alternativ kann man die Gegner auch im Nahkampf durch die wunderbar animierte Close-Quarter-Combat Technik ausschalten. Dabei kann Snake per Knopfdruck die Gegner mit einem Judostil werfen und kann diese so sofort KO schlagen. Des Weiteren kann Snake Soldaten mit der Waffe bedrohen, um wichtige Codes zu erhalten oder sie als lebendige Schutzschilde verwenden. Doch durch den Dschungel zu schleichen und Gegner ausschalten ist nicht alles. Denn Kojima hat in Snake Eater noch ein weiteres wichtiges Feature auf die Beine gestellt. Man muss Snake auch ernähren, um ihn bei Kräften zu halten. Nimmt Snake keine Nahrung zu sich, lässt seine Ausdauer und damit auch seine Lebenskraft nach. Damit kann der Elitesoldat bei Taucheinlagen nicht mehr so lang die Luft anhalten oder die Genauigkeit beim Zielen lässt nach. Doch wo bekommt Big Boss seine Nahrung her? Zum Glück bietet der russische Dschungel jede Menge Tiere. Getötete Tiere verwandeln sich in handliche Fresspakete, die sich bei Gelegenheit verzehren lassen. Allerdings muss man darauf achten diese Pakete nicht zu lang bei sich zu tragen. Denn wie jedes Lebensmittel verderben diese recht schnell. Verdorbene Lebensmittel erkennt man an einem Fliegensymbol. Doch bei der Tierjagd sollte man stets aufpassen, schnell kann man sich im Gebüsch einen Biss von einer giftigen Schlange einfangen oder von einem Krokodil gefressen werden. Sollte Snake mal verletzt sein oder von einer giftigen Schlange gebissen, sollte man ins Pausenmenü gehen und sich heilen. Die medizinische Versorgung erfordert lediglich ein paar Tastendrücke und bestimmte Gegenstände, die man in der Umgebung findet. Wie in jedem Metal Gear Solid Teil sind die Bosskämpfe ein wahres Spektakel, welche man auch etliche Jahre nach dem Spiel nicht vergisst. Mit jedem der Mitglieder der feindlichen Cobra-Eliteeinheit wartet ein spannender Kampf, bei dem besonderes Vorgehen gefragt ist. Einer dieser Bosse ist beispielsweise ein Scharfschütze und wir müssen diesen mit den gleichen Waffen schlagen. Soll heißen, aus weiter Ferne den Gegner suchen und gezielt ausschalten.

Ohne entdeckt zu werden muss man sich durch die feindlichen Linien bewegen.

Ohne entdeckt zu werden muss man sich durch die feindlichen Linien bewegen.

 

Eines der besten Playstation 2 Spiele

Dafür das Metal Gear Solid 3: Snake Eater vor knapp elf Jahren auf der Playstation 2 erschien, sieht es auch heute noch hervorragend aus. So beeindruckt das Spiel mit für damalige Verhältnisse detaillierten Texturen, die besonders in den zahlreichen Zwischensequenzen gut zur Geltung kommen. Besonders die Umgebungen strotzen nur vor Details und erzeugen eine dichte Atmosphäre. Lediglich, dass die Grafik ein wenig flimmert, stört den Spielgenuss. Wenn Snake sich durch die Gräser der russischen Tundra schleicht und vor ihm eine giftige Schlange entlang kriecht, dann kann man es sich bestens ausmalen, wie es dort sein muss. Doch nicht nur optisch macht das Spiel einiges her, auch der Sound weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. Das Spiel läuft im hervorragend codierten Pro-Logic-II-Surround-Sound, mit dem man die Umgebungsgeräusche bestmöglich vertont bekommt. Das Spiel läuft in englischer Sprache und wurde hervorragend mit deutschen Untertiteln übersetzt. Aber auch die Synchronisation gehört mit zu den besten welches es in einem Videospiel gibt. Besonders David Hayter muss man hier erwähnen, dessen Stimme für Big Boss die richtige Wahl war.

Nahezu unsichtbar muss sich Snake bewegen.

Nahezu unsichtbar muss sich Snake bewegen.

 

Fazit:

Metal Gear Solid ist für mich eine der besten Videospielreihen und Snake Eater der wohl beste Teil. Die packende Geschichte um Big Boss, The Boss, Eva etc hat auch heute, elf Jahre nach Release nichts von seinem Reiz verloren. Zwar sieht man dem Spiel sein Alter an, aber das ist nur Optik. Vor allem durch das passende Gameplay kann man auch heute noch durch den russischen Dschungel kriechen. Wer Snake Eater noch nicht gespielt hat, sollte es definitiv nachholen. Denn dieses Spiel hat damals auf der Playstation 2 neue Maßstäbe gesetzt. Zudem kann man das Spiel im Gegensatz zu den später erschienen Teilen auch ohne großes Vorwissen spielen. Wodurch es gerade deshalb für jeden geeignet ist, der auf packende Geschichten, Stealth Spiele und Action im Allgemeinen steht.

94

Good
  • Packende Atmosphäre
  • Interessante Charaktere
  • Imposante Metal Gear Story
  • Unvergessene Bosskämpfe
  • Gelungener Soundtrack
Bad
  • Feste Kamera nervt stellenweise
  • Leichtes Grafikflimmern
94
Geschrieben von
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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