Meisterdetektiv Pikachu – Test zu Laytons möglicher Konkurrenz

Detektive gibt es in allen Formen: Romanfiguren wie Sherlock Holmes und Hercule Poirot bekämpfen das Verbrechen in einer Vielzahl an Büchern, während Detektiv Conan bereits als Manga- und Animereihe viele Erfolge feierte. Auch Professor Layton gab uns so manches Rätsel auf, mit welchem wir ein größeres Mysterium lösen konnten. Zu dieser Riege an großartigen Detektiven reiht sich nun ein kleines Maskottchen, von welchem wir nicht gedacht hätten, dass es Kaffee mag oder sprechen kann. Die Rede ist von Meisterdetektiv Pikachu! Mithilfe seines Assistenten Tim Goodman gilt es, einige spannende Fälle zu lösen und hinter das große Geheimnis um den sprechenden Detektiv zu kommen. Ob Pikachu als Detektiv mit seiner Konkurrenz mithalten kann, das erfahrt ihr im folgenden Test.

 

Wo ist mein Vater?

Protagonist der Reihe ist Tim Goodman. Er ist der Sohn eines Detektivs, der allerdings seit einem Autounfall spurlos verschwunden ist. Nur sein Partnerpokémon Pikachu hat den Unfall überlebt und zu seiner Überraschung muss Tim feststellen, dass er der Einzige ist, der mit Pikachu sprechen kann. In den Zwischensequenzen, die alle komplett auf Englisch vertont sind, hat man Pikachu mit einer sehr tiefen männlichen Stimme versehen, was so gar nicht zu dem knuddeligen Pokémon passt. Doch auch seine Angewohnheiten sind sehr merkwürdig, denn seit dem Autounfall hat es Amnesie und kann keine Attacken mehr einsetzen, zudem hat es urplötzlich eine Leidenschaft für Kaffee entwickelt. Ob wir hinter das Geheimnis von Pikachu kommen, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Doch es lohnt sich, die rund zehn Spielstunden mit dem Lösen von Rätseln zu verbringen, um dem großen Ziel näherzukommen.  Und auch, wenn Pikachu eine tiefe Stimme verpasst bekommen hat, so zeigt es sich in manchen Situationen als so niedliche und tollpatschig, dass wir über diese merkwürdige Stimme hinwegsehen können. Auch Pikachus Humor ist echt goldig und so gewinnt der Meisterdetektiv bis zum Ende hin in unser Herz. Leider können wir dies nicht unbedingt von Tim Goodman und den anderen NPCs behaupten. Denn obwohl viele NPCs sich in vielen Fällen immer wieder zeigen, bleibt deren Persönlichkeit recht flach und uninteressant.

Heurepika! Pikachu hat das Rätsel gelöst!

 

Wieso drehen hier alle durch?

Die Geschichte von Tim und Pikachu spielt in Ryme City. Sie müssen ein großes Rätsel lösen, das mit den plötzlichen Wutausbrüchen von Pokémon zu tun hat. Dabei müsst ihr in einzelnen Kapiteln unterschiedliche Fälle lösen, die in der Dramatik immer weiter steigern und aufeinander aufbauen, bis man schließlich zur Lösung des ganzen Komplotts kommt. Dabei läuft jeder Fall gleich ab: Zunächst müsst ihr Anhaltspunkte in der Umgebung suchen. Dazu könnt ihr Zeugen befragen, zu denen dank Pikachu auch Pokémon zählen. Besonders süß ist es, wenn neue Pokémon vorgestellt werden. Denn neben dem Namen steht auch noch ein netter Spruch bei jedem Pokémon, Driftlon ist beispielsweise ein dusseliger Drifter. Neben der Befragung von Zeugen könnt ihr mit einer Lupe die Gegend nach auffälligen Gegenständen untersuchen. Habt ihr einen Ort nach Informationen abgegrast, meldet sich euer Freund Pikachu und teilt euch mit, dass ihr vielleicht an einem anderen Ort nach neuen Hinweisen suchen solltet. Leider müsst ihr so oft von Ort zu Ort hin- und herrennen, was auf Dauer echt zäh werden kann. Zudem ist es vorgegeben, wann ihr den Raum wechseln und nach neuen Hinweisen suchen müsst. Habt ihr bereits eine Vorahnung, was des Rätsels Lösung sein kann, hilft euch das nicht weiter, wenn ihr nicht alle Hinweise abgesucht habt. Seien sie noch so sinnlos für eure Ermittlungen. Das wahre Rätsel ist also meistens, die fehlende Person oder den fehlenden Gegenstand zu suchen, um in der Geschichte weiter vorankommen zu können. Denn die eigentlichen Rätsel sind für meine Altersgruppe viel zu leicht gestaltet und erfordern nicht unbedingt die Gehirnzellen. Schade ist auch, dass man nicht mit der Umgebung interagieren kann. Im Spiel befinden sich nur vereinzelt Rätsel wie dem Verschieben von Kisten oder dem Drücken von Knöpfen, relativ häufig vertreten sind dafür Quick Time Events, bei denen ihr schnell einen Knopf drücken oder zum richtigen Zeitpunkt betätigen müsst.

Ihr müsst Ryme City nach Hinweisen absuchen, die euch des Rätsels Lösung näher bringen.

 

Ein wahrer Meisterdetektiv!

Habt ihr erst einmal alle Hinweise gesammelt, so könnt ihr mithilfe eurer gemachten Notizen Ermittlungen anstellen. Dabei wird eine einfache Frage gestellt, die ihr mit euren gesammelten Hinweisen beantworten müsst. Wählt ihr dabei aber den falschen Hinweis aus, so ist dies kein Problem, denn Pikachu gibt euch eine erneute Chance, ohne, dass ihr eine Strafe befürchten müsst. Habt ihr einmal keine Ahnung, was es zu ermitteln gilt, könnt ihr zudem jederzeit den Stand der Ermittlungen checken und sehen, was es als nächstes zu tun gilt. Die Ermittlungsfragen sind – wie bereits oben erwähnt – relativ einfach gehalten. In einem Rätsel müssen wir beispielsweise herausfinden, welchen Weg wir als nächstes einschlagen müssen. Dabei müssen wir uns nur nach Farben richten, deren Reihenfolge wir abgehen müssen. Pokémonstatuen markieren uns dabei den Weg, allerdings ist die Farbe abgeblättert. Doch einer unserer Hinweise gibt zufällig Auskunft über die Farbe einer der Statuen, welche zufällig die Richtige ist. Nun werden wir gefragt, welche Farbe denn die Statue hat, was wir ziemlich schnell mit dem Hinweis beantworten können. Statt dann in die richtige Richtung marschieren zu können, werden wir noch mal gefragt, welchen Weg wir denn nun gehen müssen. Dabei kommt man sich oft etwas unterfordert vor, wenn man wirklich Schritt für Schritt die Fragen beantworten muss. Doch oft haben die Fälle eine spannende Wendung und zum Ende hin muss ein Täter entlarvt werden, den wir in aller Manier vor den Anwesenden vorführen und sein Verbrechen Schlag auf Schlag aufklären. Bis zum Ende hin bleibt die große Frage, wie man den ausrastenden Pokémon helfen kann, sehr spannend und fesselt einen an die Konsole. Alteingesessene Pokémon Fans dürften sich zudem doppelt freuen, denn innerhalb des Spieles gibt es sogar eine Anspielung auf den Meistertrainer Ash Ketchum.

 

Positiv:

Pikachu entwickelt sich zum echten Liebling des Spiels
Fesselnde Geschichte bis zum Schluss
Spannende Rätsel mit überraschenden Wendungen
Grafik ist wirklich ansehnlich

Negativ:

Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist zu einfach
Keine wirkliche Interaktion mit der Umgebung
Quick Time Events, die immer gleich ausfallen
Keine Strafe, wenn man Hinweise falsch deutet
  • Meisterdetektiv Pikachu – Test zu Laytons möglicher Konkurrenz
    “Man merkt Meisterdetektiv Pikachu an, dass es für die jüngere Spielerschaft entwickelt wurde. Die Rätsel sind sehr einfach gestaltet und selbst wenn man mal daneben liegt, muss man keine Konsequenzen fürchten. Dafür kann die Geschichte des Spiels punkten und die Fälle haben solch spannende Wendungen, dass man immer sofort erfahren möchte, wer denn nun der Täter ist und wie es mit dem nächsten Fall weitergeht. Denn die Geschichte baut sich innerhalb der Fälle auf und spitzt sich am Ende dramatisch zu, sodass man nach rund zehn Spielstunden wehmütig den Credits entgegenblickt. Auch Detektiv Pikachu ist eine sehr gelungene Figur, mit der man sich trotz der befremdlichen Stimme schnell anfreundet. Mit seiner Passion für Kaffee und seinem ulkigen Auftreten bahnt es sich in die Herzen aller Spieler. Allerdings kann man dies nicht unbedingt vom Rest der vorkommenden Personen behaupten, da die Charaktere keine wirkliche Tiefe entfalten. Trotzdem kann Meisterdetektiv Pikachu von allen Pokémon-Fans gespielt werden, die sich auch mit leichten Rätseln anfreunden können und dafür die wirklich spannend gestaltete Geschichte erleben möchten.”

    Jasmin Paskuda, Redakteurin

Auf nach Ryme City?

Rätselfans könnten die Ermittlungen zu einfach sein, doch Kenner von spannenden Detektiv-Geschichten dürfen Meisterdetektiv Pikachu nicht verpassen!

Jasmin Paskuda
Geschrieben von
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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