Mein Teddy und ich – Test zum putzigen Plüschbären

Um auch das jüngere Publikum mit Spielen zu versorgen, haben sich die Teams rund um Nintendo und Bandai Namco das kinderfreundliche Spiel Mein Teddy und ich einfallen lassen. In diesem Simulationsspiel ist es möglich, sich mit einem Teddy anzufreunden und mit diesem Tag für Tag zu interagieren und Freundschaft zu schließen. Ähnlich wie bei Nintendogs muss der Teddy täglich gebadet und gefüttert werden, damit sich der Freundschaftslevel weiter erhöhen kann. Ist das Spiel wirklich nur was für die jüngere Generation? Oder finden auch alte Hasen Spaß an diesem Spiel? Das alles erfahrt ihr wie immer in unserem Test!

 

Es ist so… roboterhaft!

Direkt zu Beginn des Spiels, ohne jegliche Erklärung, kommt euer neuer Spielgefährte in einer kleinen Box an. Glückwunsch zu eurem eigenen Bären! Diesen könnt ihr natürlich so benennen, wie ihr es möchtet. Da euer Bärchen auch sprechen kann, könnt ihr bei falsch ausgesprochenen Wörtern (z.B. englische Wörter) die Aussprache ändern. Doch die Sprache ist so ziemlich das größte Manko des Spiels, mit dem ich leider zu Beginn anfangen muss. Die Stimme des Bären ist, ähnlich wie die der Mii-Charaktere, aus diversen anderen Spielen von Nintendo und wirkt sehr roboterhaft. Während mein Teddy mit mir spricht, fühle ich mich, als ob der Google-Translator oder mein Handy mit mir sprechen würde. Der Bär spricht das gesamte Spiel über ohne Emotionen, besonders, wenn dieser „singen“ möchte, wird’s echt gruselig… Das Problem gibt es auch in der englischen Version des Spiels, schaut man sich allerdings Trailer der japanischen Version an, hört man, wie ein süßer kleiner Bär klingen muss. Das Aussehen des Teddys hingegen ist rundum gelungen: Seine Bewegungen werden mit süßen Geräuschen untermalt und der Teddy verfügt über ein ordentliches Repertoire an Animationen, die sich mit der Zeit wiederholen. Deutlich öfter kommen Phrasen wie „bärisch gut“ und „mir wird warm ums Herz“ vor, deren Varianz man hätte ausbauen können.

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Ein Schelm, wer Böses denkt!

 

Freundschaftslevel over 9000!

Via Touchpad können wir mit unserem kleinen Freund interagieren. Wir können den Bären füttern, streicheln oder mit unserem Mikrofon teilweise sogar mit ihm sprechen (allerdings nur nach Aufforderung). Damit das Freundschaftslevel zwischen uns und dem Teddy steigt, müssen wir öfters mit diesem reden. Bei diesen Dialogen fragt der Teddy private Dinge nach und wir erklären ihm die Welt, indem wir Lückentexte füllen müssen (z.B. was muss ich tun, um Freunde zu finden?“). Natürlich könnte manch ein erwachsener Schabernack mit seinem Teddy treiben und ihm Wörter beibringen, die nicht für Kinderohren gedacht sind, was zu vielen lustigen Situationen führt. Hat der Bär uns 10 private Sachen gefragt, steigen wir ein Freundschaftslevel auf und schalten neue Gegenstände frei. Des Weiteren zeigt man uns mit jedem Anstieg eine kleine Sequenz, in der das Bärchen uns besondere Dinge zeigt. Der Teddy stellt pro Tag allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Fragen, sodass jüngeres Publikum tagtäglich nicht zu lange vor der Konsole hockt. In Teddys Notizbuch kann man im Nachhinein Dinge, die man dem Bären beigebracht hat, ändern. Doch bevor der Teddy uns die privaten Fragen stellt, müssen wir eine Leiste füllen, die ähnlich wie ein Bärenkopf geformt ist. Dieses füllt sich mit der Zeit automatisch, allerdings können wir durch viele Interaktionen nachhelfen.

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Mit dem Teddy können wir einen netten Plausch halten

 

Waschen, putzen, kochen…

Natürlich kann unser Bärchen wie jedes andere „Tier“ auch dreckig und hungrig werden. So müssen wir jeden Tag unseren Bären baden und ihn füttern. In der Küche können wir zu Beginn nur eine begrenzte Anzahl an Gerichten kochen, die sich mit der Zeit erweitert. Pro Gericht gibt es kleine Minispiele, die es zu bewältigen gilt, damit das Essen auch gelingt. Beispielsweise müssen wir Zutaten durch Streichen über das Touchpad schneiden oder die Taste der Mikrowelle rechtzeitig drücken, damit der Toast nicht anbrennt. Auch hier kommt das Mikrofon zum Einsatz, denn das Essen ist dem Teddy beim Füttern ab und an zu heiß. Das Baden läuft immer gleich ab: Erst schäumt ihr euren Teddy ein, dann wascht ihr in mit Wasser ab. Und das TAG für TAG.

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Hunger….

 

Von Lolliblumen und Bluttomaten

Neben den üblichen Aktivitäten mit unserem Teddy können wir auch die Seele baumeln lassen, indem wir unseren eigenen Garten pflegen. Nachdem wir Samen gesät haben, können wir das gesamte Feld gießen, indem wir Sterne eintauschen. Die Sterne erhalten wir nur, wenn wir zuvor mit unserem Teddy geredet haben oder im Freundschaftslevel aufgestiegen sind. Der Garten bietet eine große Anzahl an Herausforderungen, für die man Belohnungen erhält. Durch Anpflanzen mehrerer Pflanzen auf einem Feld kann man so neue Arten kreuzen und züchten. Durch das Ernten dieser Pflanzen erhält man Taler, die man direkt in der Einkaufsmeile ausgeben kann. In drei verschiedenen Läden ist es euch möglich, Samen zu kaufen, Kleidung für den Teddy zu erlangen oder Lollis zu erwerben, mit denen man neue Fellfarben für den Teddy freischalten kann. Im Modeladen ist die Kleidung in mehrere Kategorien eingeteilt, natürlich gibt es auch saisonbedingte Ware. Habt ihr ein Kleidungsset aus einem anderen Land erworben (z.B. ein Holländeroutfit, das an Frau Antje erinnert), könnt ihr im Bahnhof mit eurem Teddy zu eben jener Gegend fahren. Allerdings wird von eurem Urlaubsort nur ein kurzes Foto geschossen, danach geht’s direkt nach Hause.

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Das Einzige, was mich bei diesem Spiel am Leben erhalten hat

 

Nur was für gelernte Teddypfleger?

Das Spiel ist mit kleinen Mankos für Kinder zu empfehlen. Die Umgebung ist liebevoll gestaltet und bietet was fürs Auge. Allerdings bringt der Bär manchmal Probleme mit sich. Je nachdem, was für Wörter ihr in die Lücken einfüllt, ergeben die Sätze teilweise keinen Sinn („Deine Mama ist deine Mama?“ oder „Dein Lieblingsstar ist also keiner? Wow, ob keiner das auch so toll findet?“). Manches Mal hat der Teddy keinen Lerneffekt und stellt Fragen doppelt (z.B., ob meine Chefin verschlafen ist). Zudem denke ich, dass die Speicherfunktion nicht ganz geeignet ist für Kinder im jungen Alter, da diese doch oft vergessen zu speichern und der Nintendo 3DS schnell zugeklappt und vergessen wird. Der Bär wirkt zudem total einsam und isoliert, da er nur in seiner Bude hockt und darauf wartet, dass wir mit ihm spielen. Oft betont er sogar, dass er außer uns keine Freunde findet, egal, was er anstellt. Dafür animiert der Bär mich des Öfteren, mit anderen Menschen zu interagieren. Für „größere Kinder“ wird das Spiel allerdings nichts mehr bieten. Durch den fehlenden Online-Modus und die fehlenden Transaktionen innerhalb des Spiels gibt es kaum Langzeitmotivation. Für kleine Kinder sind die fehlenden Optionen perfekt, da sie durch so vor Pädophilen und Geldproblemen im jungen Alter geschützt werden. Allerdings hat sich das Spiel bei mir nur am Leben erhalten, weil ich die Herausforderungen im Garten meistern wollte. Da mir aber viele Pflanzen im Pflanzenindex fehlen und sich kein Schwein die Mühe macht, ein Wiki für Mein Teddy und ich anzulegen, verschwand das Spiel nach einer Woche testen im Regal. Und nur durch das Beibringen lustiger und verstörender Wörter macht das Spiel auf Dauer keinen Spaß.

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Der kleine Bär macht New Style Boutique Konkurrenz!

 

Fazit:

Wie zuvor schon erwähnt, sollten alle Kinder ab 12 das Spiel im Regal stehen lassen. Auch Erwachsene haben kaum Spaß an dem Spiel, da es nach einer Woche recht monoton wird und kaum Herausforderungen bietet. Bedenkt man aber, dass das Spiel ab 0 Jahren freigegeben ist, hat das jüngere Publikum durchaus seinen Spaß damit. Mit dem Spiel können Kinder lernen, sich um ein digitales Haustier zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Auch können sie beim Teddy Frust abbauen und Probleme schildern. Der Teddy ist immer für einen da und heitert einen mit seinen unmusikalischen Liedern auf! Auch durch das Eintippen der Wörter lernt das Kind lesen und schreiben und verbessert seine kognitiven Fähigkeiten. Allerdings muss ich allein für die gruselige Stimme und diverser kleinerer Mankos Abstriche beim Spiel machen. Dennoch ist dieses Spiel kein Fehlkauf, falls ihr euren jüngsten Angehörigen eine Freude machen wollt.

 

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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