Maxell Kopfhörer – Review zu den drei Billigmodellen

Neben hochpreisigen Vertretern gibt es auch bei den günstigen Modellen auf dem Kopfhörer-Markt einiges an Konkurrenz. Maxell bietet drei Modelle in diesem Segment an. Wir haben uns diese einmal genauer angeschaut. Ob ihr für den geringen Preis ein Schnäppchen macht oder besser die Finger davon lassen solltet, könnt ihr in unserem Test nachlesen.

 

Die Verpackung

In diesem Bereich kann man nicht viel erwarten. Alle drei Modelle kommen in einer Box mit Sichtfenster. Beim Auspacken findet sich dann der einzige Unterschied. Das Retro DJ ist an einem Papphalter befestigt, die beiden Anderen in einer Plastikhalterung. Das war es dann auch schon. Die drei Kandidaten kommen ohne Zubehör aus, mal abgesehen von einem Klinkenadapter. Das Retro DJ kommt sinnigerweise mit einem Adapter von 3,5 mm Klinke auf 6,3 mm Klinke. Hier gibt es also keine Probleme, sollte man diesen mal mit entsprechenden Anlagen verbinden wollen. Die Adapter des Slim und des Style sind mir allerdings ein Rätsel. Beide kommen mit einem Adapter von 3,5 mm Klinke auf 3,5 mm Klinke. Wozu, lieber Hersteller, soll dies nützlich sein?!

Das Design der Verpackungen ist recht simpel gehalten.

Das Design der Verpackungen ist recht simpel gehalten.

 

Die Verarbeitung

Maxell Super Slim

Schon beim Auspacken hatte ich Bedenken. Das lag an der wirklich fragilen Konstruktion des Kopfbügels. Dieser ist so dünn, dass man jederzeit das Gefühl hat, er würde brechen. Eine Polsterung sucht man ebenfalls vergeblich. Der gesamte Kopfhörer ist aus recht billig wirkendem Kunststoff und mattiert. Insgesamt wirkt der gesamte Rahmen recht klapprig. Die beiden Hörmuscheln lassen sich nicht einklappen, nur seitwärts eindrehen, um flach aufliegen zu können. Als Kabel dient ein 1,2 Meter langes Flachbandkabel. Positiv an diesem Kabel ist, dass es sich kaum verdrehen kann, sodass ihr wenig Probleme mit einem verknoteten Kabel bekommen werdet. Das Ohrpolster selbst ist hier nicht nur ein Ring, wie bei den meisten Kopfhörern oder Headsets. Hier ist der Raum für das Ohr selbst überzogen und perforiert. Dadurch liegen die Lautsprecher auf den Ohren auf und umschließen diese nicht.

Maxell Super Style

Das Style wirkt im Vergleich zum Slim sehr starr und einigermaßen solide. Am Kopfbügel sorgen zwei Scharniere dafür, dass ihr die Ohrhörer einklappen könnt. Jedoch könnt ihr diese nicht eindrehen, um sie flach hinzulegen. Die Polsterung ist dafür wieder konventionell. Farblich passend, in unserem Fall weiß, umrandet ein Polster die Ohröffnung. Leider ist die Öffnung recht klein geraten, sodass die wenigsten ihr Ohr darin unterbekommen werden. Stattdessen liegen die Hörer hier auch den Ohren, auf was in Verbindung mit dem starren Rahmen nach einer kurzen Zeit bereits unangenehm wird. Auch bei diesem Modell kommt ein 1,2 Meter langes Flachbandkabel zum Einsatz, was auch hier die bereits erwähnten Vorteile bringt.

Maxell Retro DJ

Das Retro DJ bietet einige Unterschiede zu den anderen Modellen. Es bietet im Vergleich zu den anderen den meisten Platz für die Ohren und eine recht weiche Polsterung. Die Ohrhörer lassen sich dabei aber weder drehen, noch einklappen, sodass ihr es nicht platzsparender unterbringen könnt. Je nachdem wie groß euer Kopf ist, könnt ihr das Headset noch anpassen. Hier bekommt ihr ein normales Rundkabel, anstatt des Flachbandkabels der anderen Modelle.

Das Super Slim ist extrem klapprig und unkomfortabel.

Das Super Slim ist extrem klapprig und unkomfortabel.

 

Tragekomfort

Maxell Super Slim

Selten zuvor habe ich so einen unangenehmen Kopfhörer erlebt. Der Bügel ist so dünn und hart, dass Leute mit kurzen Haaren definitiv keinen Spaß daran haben werden, diese länger als eine Minute zu tragen. Dadurch, dass die Lautsprecher auf den Ohren selbst aufliegen, wird es zudem nach einer Weile unangenehm. Dies liegt mit daran, dass diese etwas zu fest drücken.

Maxell Super Style

Das Super Style ist trotz Polsterung am Bügel mindestens genauso unkomfortabel wie das Slim. Obwohl die Kopfhörer einstellbar sind, hat es irgendwie nie richtig gepasst. Ich hatte immer das Problem, dass ein Spalt zwischen Kopf und der Polsterung blieb und daher immer Hintergrundgeräusche durchkommen konnten.

Maxell Retro DJ

Das Retro DJ punktet zumindest beim Komfort. Die Polsterung ist angenehm weich und lässt sich einigermaßen gut an die jeweilige Kopfform anpassen. Der größte Negativpunkt beim Retro ist allerdings die Festigkeit. Die Kopfhörer bauen keinen richtigen Druck gegen die Ohren auf. Natürlich möchte man auch nicht, dass sie zu fest sitzen, aber hier ist es so, dass jede kleine Bewegung zum Verrutschen führt. Dies gilt vor allem für Personen mit längerem Haar.

Das Super Style wirkt zwar auf den ersten Blick solide kann aber ebenfalls nicht überzeugen.

Das Super Style wirkt zwar auf den ersten Blick solide kann aber ebenfalls nicht überzeugen.

 

Der Sound

Maxell Super Slim

Was soll man zum Sound bei diesen Kopfhörern sagen. Der schlechte Eindruck bei der Verarbeitung setzt sich nahtlos beim Sound fort. Egal was ihr an Musik durch die Lautsprecher feuert, alles hört sich extrem flach und dünn an. Der Aufbau des Kopfhörers mit der perforierten Polsterung macht das leider alles noch schlimmer. Man hat den Eindruck, dass ein sehr enger Passfilter die oberen und unteren Frequenzen sehr früh hart abschneidet. Dies führt zu dem blutleeren Sound. Bass gibt es hier leider auch keinen. Über das Mikro sollte man erst gar nicht versuchen zu kommunizieren, denn die Qualität war in den Testsituationen selbst in einem abgeschlossen Raum ohne Hintergrundgeräusche wirklich unterirdisch.

Maxell Super Style

Im Großen und Ganzen gilt die Beschreibung des Super Silm auch hier. Der Sound harmoniert mit keinem Musikgenre und ist fast völlig akzentfrei. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass man bei Drum Sounds einen deutlichen Hall vernehmen kann. Für das integrierte Mikro im Kabel gilt aber auch wieder der gleiche Hinweis wie beim Slim. Es ist da, aber ihr solltet es besser ignorieren. Das größte Manko ist jedoch der Klinkenstecker. Dieser ist so extrem schlecht verarbeitet, dass jede noch so kleine Bewegung des Steckers, in der Buchse für euch durch lautes Rauschen und Knacken hörbar ist.

Maxell Retro DJ

Das Retro DJ ist das einzige der Modelle, dass man zumindest als absolute Notlösung vielleicht mal anschließen könnte, wenn man gerade nichts Besseres zur Hand hat. Allerdings bekommt ihr auch hier kein ausgereifteres Soundprofil geboten. Im Klartext bedeutet das auch hier wieder abgeschnittene Frequenzen und viel Hall. Die Tatsache, dass in der Polsterung sehr viel Platz für eure Ohren ist, verstärkt diesen offenen, halligen Sound nur noch.

Kein DJ und auch kein normaler Nutzer sollte hier zugreifen.

Kein DJ und auch kein normaler Nutzer sollte hier zugreifen.

 

Fazit:

Um es kurz zu machen: keiner der Kopfhörer konnte im Test überzeugen oder zumindest zufriedenstellen. Selbst in diesem niedrigen Preissegment gibt es bessere Alternativen. Das Super Slim ist superzerbrechlich und wie das Super Style auch unkomfortabel zu tragen. Lediglich das Retro DJ ist recht gut gepolstert. Leider verfügt keines der Modelle über ein annehmbares Soundprofil. Zu flach, hallig und kaum Bässe. Diese Kopfhörer sind für keine Musikrichtung wirklich geeignet. Warum man dann auch noch dem Slim und dem Style einen nutzlosen Adapter beigelegt hat, ist mir immer noch ein Rätsel. Hier gilt also für alle drei Testkandidaten – Finger Weg!

Maxell Super Slim Wertung: 32

Maxell Super Style Wertung: 40

Maxell Retro DJ Wertung: 49

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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