Mario Kart 8 – Review zu den beiden DLCs “Zelda” und “Animal Crossing”

Eigentlich sollten keine Download-Content-Inhalte für Nintendos Titel erscheinen. Zumindest keine Kostenpflichtigen. Man wolle schließlich nicht so dreist und abzockerisch sein, wie die ganzen anderen Publisher. Diese Aussage traf Iwata Mitte 2012. Etwa zwei Jahre später erschien Mario Kart 8 und spätestens dann wurde klar, diese Aussage wurde anscheinend wieder revidiert. Bereits im November 2014 erschien der erste DLC mit dem Thema The Legend of Zelda. Ende April 2015 folgte dann der Animal Crossing DLC. Wir haben uns beide einmal genauer angeschaut und sagen euch, ob sich der Kauf der beiden Zusatzpakete lohnt oder ob Nintendo dieselbe Schiene nutzt, wie ihre Konkurrenz.

 

The Legend of Zelda meets Mario Kart 8

Bereits am 13. November 2014 ist der erste DLC zu Mario Kart 8 erschienen. Dieser bringt nicht nur neue Fahrer und Fahrzeuge mit, sondern bietet gleichzeitig noch zwei neue Renncups mit jeweils vier neuen Rennstrecken. Letzteres ist sicherlich das Interessanteste. Als neue Fahrer mit dabei ist der Tanuki-Mario, welcher seinen ersten Auftritt schon 1991 in dem Spiel “Super Mario Bros. 3” hatte. Katzen-Peach ist bekannt aus “Super Mario 3D World” und somit noch recht neu im Mario-Universum. Link wiederum wurde 1986 im ersten Teil der “The Legend of Zelda”-Reihe geboren und darf nun endlich auch mal gegen Mario und Co. fahren. Er bringt dafür sogar sein eigenes Fahrzeug, den Eponator, mit. Außerdem neu mit dabei ist der Bolide, der Blue Flacon und der Tanuki-Buggy. Diese stammen ebenfalls aus bekannten Spielen des Nintendo-Universum. Wer seine bekannten Fahrzeuge allerdings mit einem neuen Reifensatz und einem neuen Gleiter ausstatten möchte, der kann dies nun mit den Triforce-Reifen und dem Hyrule-Gleiter machen. Doch die neuen Cups sind die wohl interessantesten Inhalte des DLCs. Der “Ei-Cup” und der “Triforce-Cup” stehen nach dem erfolgreichen Freispielen der anderen Cups jeweils im Streckenmenü zur Verfügung. Alle Strecken können aber auch einzeln gespielt werden – wie ein normaler Cup eben auch.

zelda-mario-kart-8-nat-games

Zelda-DLC mit allen Inhalten.

 

Die einzelnen Strecken

Der “Ei-Cup” startet mit einer aus Mario Kart: Double Dash!! bekannten Strecke. Der “Yoshi Circuit” sieht von oben aus wie ein Joshi, weshalb die eigentliche Stecke auch so geformt ist. Im direkten Vergleich mit der alten Version hat sich zumindest optisch einiges getan. Sowohl die Lichter als auch die Details sehen frischer und moderner aus. An der Strecke selbst hat sich grundlegend nichts groß verändert. Einzig die fressenden Pflanzen sind nicht mehr so nah an der Strecke dran, sodass man diese leichter umfahren kann. Neue Abkürzungen oder Wege haben es leider nicht in das Remake geschafft, im Gegenteil. Die eine Röhre, welche man nur mit einem Superpilz erreichen konnte, wurde leider komplett entfernt. Die wesentlichen Neuerungen, wie Fliegen oder über Kopf fahren fehlen leider auch. Grundlegend ist diese Karte ein schlichtes Remake ohne großartige Neuerungen.

Yoshi Circuit in Mario Kart 8.

Yoshi Circuit in Mario Kart 8.

 

Genau das Gegenteil ist die zweite Strecke namens “Excitebike-Stadion”. Die feiert ihr Debüt und kommt mit einer wesentlichen Neuerung daher. Denn alle auf der Strecke vorhandenen Rampen und Hindernisse sind komplett zufallsgeneriert und werden beim erneuten Spielen anders angeordnet sein. Dadurch erlebt man im Grunde jedes Mal eine neue Strecke, die von der Form zwar gleich bleibt, allerdings Hindernisse und Rampen ändert. Generell sieht die Map richtig schick aus und erinnert sehr an den Klassiker “Excitebike”. Auch die bekannte Retro-Hintergrundmusik ist mit dabei. Eine klasse Strecke!

Excitebike in Mario Kart 8.

Excitebike in Mario Kart 8.

 

“Große Drachenmauer” ist ebenfalls neu und kommt als dritte Strecke im “Ei-Cup” vor. Diese erinnert sehr an Asien und an deren Kultur. Denn bereits zu Beginn fährt man in einen Drachenkopf, welcher auch die Gravitation auslöst. Generell fährt man auf dieser Strecke die meiste Zeit nur über Kopf. Die komplette Strecke erinnert sehr doll an Asien. Überall sind bekannte Lampen, Dächer und Blumen zu sehen, die aus dem asiatischen Raum bekannt sind. Auch die Hintergrundmusik passt perfekt in die Strecke hinein und baut eine gute Stimmung auf.

Große Drachenmauer in Mario Kart 8.

Große Drachenmauer in Mario Kart 8.

 

Bekannt aus “F-Zero” kommt “Mute City” daher und stellt gleichzeitig die vierte Strecke dar. Bereits im Intro wird klar, dass man den bekannten “F-Zero”-Look sehr gut auf die Strecke gebracht hat. Die vielen Lichter und Farben machen eine Menge Lust auf mehr. Eine Besonderheit stellt das Münz-Sammeln dar. Denn auf der gesamten Strecke fehlen die Münzen. Diese werden nur anhand von Energiebereichen aufgefüllt. Diese füllen das Münzkonto dann automatisch auf. Insgesamt gibt es nur zwei Stellen pro Runde, wo dies möglich ist. Das Münzitem bleibt allerdings bestehen und kann natürlich ebenfalls eingesetzt werden. Auch hier ist die Hintergrundmusik ebenfalls aus dem “F-Zero”-Franchise bekannt.

Mute City in Mario Kart 8.

Mute City in Mario Kart 8.

 

Der zweite Cup enthält zwei Remakes und zwei komplett neue Karten. Die erste Strecke im “Triforce-Cup” sollte einem aus “Mario Kart Wii” bekannt vorkommen. “Warios Goldmine” sieht durch die neue Beleuchtung wirklich sehr schick aus. Auch die Gravitation wurde hier sehr gut mit eingebracht. Sobald man in die Goldmine fährt, wird die neue Funktion aktiviert. Grundsätzlich ändert sich an der Strecke dadurch allerdings nichts. Die Rampe für Beschleunigung direkt am Anfang der Strecke wurde entfernt und durch einen extra Weg erweitert, wo Münzen liegen. Die Wagons innerhalb der Mine sind dieses Mal nicht dafür geeignet einen Unfall zu bauen, sondern einen Boost zu bekommen.

Warios Goldmine in Mario Kart 8.

Warios Goldmine in Mario Kart 8.

 

Die zweite Strecke ist ebenfalls ein Klassiker und bekannt aus dem Titel “Super Mario Kart”. Der “Regenbogen-Boulevard” ist nicht nur schwer zu fahren, sondern wurde auch schon mehrmals neu aufgelegt. Auch hier strahlen die verschiedenen Farben heraus. Besonders der Boden ist extrem schick gestaltet. Doch warum zum Teufel nimmt man eine Strecke, welche schon mehrmals remaked wurde? Vor allem weil sie erst in Mario Kart 7 vorkam. Da hätten sich diverse andere Strecken besser angeboten. Trotzdem macht es eine Menge Spaß sich gegenseitig von der Fahrbahn zu stoßen.

Regenbogen-Boulevard in Mario Kart 8.

Regenbogen-Boulevard in Mario Kart 8.

 

Der “Polarkreis-Parcours” spielt, wie der Name schon sagt, im Polarmeer und basiert auf zwei unterschiedlichen Fahrbahnen, die man während des Rennens wechseln kann. Jede Fahrbahn hat ihre eigene Farbe und kann beliebig oft gewechselt werden. Allerdings gibt es keine wesentlichen Highlights auf der Fahrt. Dafür ein paar nützliche Abkürzungen, die man allerdings nur mit einem Superpilz erreichen kann. Grundsätzlich eine nette neue Strecke, die allerdings durch die fehlenden Höhepunkte nicht unbedingt zu den besten gehört.

Polarkreis-Parcours

Polarkreis-Parcours

 

Doch die wohl genialste neue Strecke ist die “Hyrule-Piste”. Passend zum DLC-Thema gibt es auch eine schicke Strecke aus dem “The Legend of Zelda”-Franchise. Die wohl auffälligste Änderung sind die Rubine, die überall auf der Strecke verteilt liegen. Sie stellen die Münzen dar und haben aus diesem Grund auch dieselbe Funktion. Wirklich richtig passend sind auch die Hintergrundmusik und vor allem die Sounds bei der Item-Auswahl. Alles erinnert sehr stark an die Zelda-Reihe. Sogar ein kleines Rätsel kann man innerhalb des Schlosses lösen. Letztendlich eine nette neue Strecke, mit vielen Objekten und Dingen aus der Zelda-Reihe.

Hyrule-Piste in Mario Kart 8.

Hyrule-Piste in Mario Kart 8.

 

Animal Crossing meets Mario Kart 8

Am 23. April 2015 folgte der zweite kostenpflichtige Downloadinhalt für Mario Kart 8 und damit etwas früher, als ursprünglich angedacht. Auch dieser bringt einige neue Inhalte ins Spiel. Passend zum DLC-Thema sind die Bewohner aus “Animal Crossing”, sowohl als männliche, als auch als weibliche Person spielbar. Die bringen gleichzeitig auch noch ihr eigenes Fahrzeug mit ins Spiel, den “Fashion-Scooter”. Auch die Melinda ist bekannt aus “Animal Crossing” und als dritten neuen Fahrer schickt Nintendo den Knochen-Bowser ins Rennen. Beide Fahrer haben ebenfalls ihr eigenes Fahrzeug mit im Gepäck. Melinda zeigt ihren Fichtenbock und der Knochen-Bowser fährt am Liebsten auf seiner Knochenmühle. Passend zum Thema gibt es auch einen neuen Reifen, dieser trägt den einfachen Namen Blatt, und einen neuen Gleiter mit dem Namen Papierflieger. Aber auch hier interessieren wohl mehr die neuen Cups. Der “Crossing-Cup” und der “Glocken-Cup” sind nun im Menü als letzte Stelle verfügbar und kann sowohl im Gran Prix, als auch im Einzelnen Modus gefahren werden.

Animal Crossing-DLC mit allen Inhalten

Animal Crossing-DLC mit allen Inhalten

 

Die einzelnen Strecken

Der “Crossing-Cup” startet mit dem “Baby Park”, welcher aus “Mario Kart: Double Dash” bekannt ist. Es ist die kleinste Strecke, welche jemals in einem Mario Kart erschienen ist. Die Strecke wurde für die Wii U extrem aufgehübscht und noch etwas schicker gemacht. Generell ist diese Strecke aber etwas langweilig und nicht so spektakulär, wie damals auf dem Gamecube. Denn die dicken Items von damals fehlen halt einfach. Runde für Runde wird die Musik zwar schneller, das Spielgeschehen bleibt aber identisch. Lustige Sache: Man kann sogar seine Mitfahrer mehrmals überrunden.

Baby-Park in Mario Kart 8.

Baby-Park in Mario Kart 8.

 

Weiter geht es mit dem “Käseland” vom  Gameboy Advanced. Auf dem Gameboy sah alles nicht so wirklich käsig aus. Auf der Wii U wird nun auch klar, dass es sich bei dieser Strecke auch um einen Käse handelt. Sogar die Löcher sind auf der Strecke vorhanden. Zudem können die Kettenhunde am Rande der Strecke etwas nerven und einen irritieren. Grundsätzlich ist die Strecke recht kurvig, was zudem viel Drift bedeutet.  Sogar zwei gute Abkürzungen kurz vorm Rundenende sorgen noch mal für Spannung bei allen Teilnehmern. Denn nur mit einem Superpilz kann man diese erfolgreich nutzen.

Käseland in Mario Kart 8.

Käseland in Mario Kart 8.

 

Runde drei bringt uns zum “Wilder Wipfelweg”. Diese Strecke ist kein Remake, sondern etwas komplett neues. Hierbei werden die Gravitationen erneut genial genutzt und bereits beim Start genutzt. Aber auch die Optik macht einiges her. Die Lichtstrahlen, welche durch die Bäume strahlen, sehen extrem gut aus. Optisch bietet diese Strecke generell einiges.Sowohl die Häuser und Gegenstände an den Seiten als auch die Bäume und der Wasserfall gehören hier zu den Highlights. Eine sehr schicke Strecke.

Wilder Wipfelweg in Mario Kart 8.

Wilder Wipfelweg in Mario Kart 8.

 

Passend zum DLC-Thema gibt es in der vierten Strecke eine Rundfahrt durch das “Animal Crossing-Dorf”. Hier werden diverse Orte aus der Spielereihe gezeigt und durchfahren. Das Dorf gibt es in vier verschiedenen Versionen. Einmal im Frühling, einmal im Sommer, einmal im Herbst und einmal im Winter. Dabei ändert sich einmal der Look und auch einige Hindernisse werden je nach Jahreszeit erscheinen und für so manchen Frust sorgen. Die komplette Strecke protzt nur so von Details und sorgt bei den “Animal Crossing”-Fans für Aufsehen. Eine wirklich tolle Umsetzung der Spiele-Reihe, genauso gut, wie schon bei “The Legend of Zelda”.

Animal Crossing-Dorf in Mario Kart 8.

Animal Crossing-Dorf in Mario Kart 8.

 

Der zweite Cup startet mit einer bekannten Strecke aus dem Titel “Mario Kart 7” für den Nintendo 3DS und trägt den Namen “Koopa-Großstadtfieber”. Die dunklen Szenen und die Wassertropfen sehen wirklich elegant aus.  Grundsätzlich gibt es aber keine großen Änderungen im Vergleich zum 3DS. Eine wirklich sehr gute Umsetzung, mit einer tollen Optik sorgen für jede Menge Spaß auf der Strecke.

Koopa Großstadtfieber in Mario Kart 8.

Koopa Großstadtfieber in Mario Kart 8.

 

Ebenfalls ein Klassiker gibt es im zweiten Rennen aus dem “Glocken-Cup”. Die “Party-Straße” spielt in einem Kinderzimmer zwischen etlichen Mario-Spielzeugen und einer Rennbahn. Sieht ähnlich aus, wie das Kinderzimmer in Toy Story.  Wer das Original gespielt hat, der wird schnell merken, dass sich die Strecke extrem stark geändert hat. Grundsätzlich wurde alles komplett neu gestaltet und mit diversen Easter-Eggs versehen. Wer beim Fahren etwas genauer an den Rand schaut, der wird diverse Anspielungen auf Kinderfilme und Spielzeuge erkennen. Auch die Neuerungen aus Mario Kart 7 und Mario Kart 8 wurden sehr gut in die Strecke eingefügt. Eine wirklich tolle Strecke mit einer komplett neuen Optik.

Party-Straße in Mario Kart 8.

Party-Straße in Mario Kart 8.

 

“Marios Metro” ist eine komplett neue Strecke, welche direkt mit einer Durchsage im Bahnhof beginnt.  Statt Autos auf der Fahrbahn fahren hier Züge durch den Tunnel. Glücklicherweise gibt es diverse Möglichkeiten ans Ziel zu gelangen. Dabei ist es möglich auf den Zügen zu fahren, neben den Zügen oder auch unterhalb der Züge. Letztendlich muss man für sich selbst entscheiden, welche Strecke die schnellste für einen ist. Eine schicke Strecke, mit einer schicken Bahnhofsoptik.

Marios Metro in Mario Kart 8.

Marios Metro in Mario Kart 8.

 

Die letzte neue Strecke ist optisch bekannt aus dem “F-Zero”-Franchise und nennt sich “Big Blue”. Erneut gibt es ein schickes futuristisches Design mit vielen leuchtenden Farben und Streckenelementen. Erneut gibt es keine Münzen, sondern nur kurze Energiebereiche, welche überfahren werden müssen, damit man das Konto auffüllt. Diese Strecke bietet zudem keinen klassischen Rundkurs, sondern wird als Etappen-Rennen gefahren. Davon gibt es generell nur wenige in Mario Kart 8, weshalb diese Strecke ebenfalls sehr gefällt. Die ganze Strecke ist zudem extrem abwechslungsreich und schwierig zu fahren. Auch mit der Gravitation wird eine Menge gespielt.  Die beste Strecke aus den beiden DLCs.

Big Blue in Mario Kart 8.

Big Blue in Mario Kart 8.

 

Fazit:

Generell kann man nun Nintendo dafür hassen, dass zwei DLCs veröffentlicht wurden, andererseits kann man sie auch lieben, dass es nun neue Inhalte für “Mario Kart 8” vorhanden sind. Was Activision bei “Call of Duty” seit Jahren macht, schaut sich Nintendo zwar nur einfach ab, macht es aber inhaltlich und preislich um Längen besser. Für 13€ bekommt man bei “Call of Duty” nicht mal einen DLC. Also warum meckern? Na gut, die neuen Strecken nutzen die guten Features aus “Mario Kart 8” nicht wirklich aus und generell hätten ein paar Retrostrecken mehr vorhanden sein können. Letztendlich entscheidet ihr selbst, ob ihr weitere Strecken braucht oder eben nicht. Wir sagen: Fans kaufen, für Familien reichen die normalen Strecken aus.

84

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.