Magnetic: Cage Closed – Review zum magnetischen Puzzle-Abenteuer

Das Spiel Magnetic: Cage Closed, aus dem Hause Guru Games, wird ja immer wieder mit Valves erfolgreichem Portal verglichen. Ob es diesem tatsächlich so ähnlich ist, oder ob es doch noch Parallelen zu anderen Spielen gibt und wie sich Magnetic: Cage Closed losgelöst von seiner Inspirationsquelle spielt, erfahrt ihr in unserer Review zu dem Spiel. Also am besten gleich weiterlesen!

 

Willkommen in Distrikt 7

Wir befinden uns innerhalb eines Gefängnisses in Distrikt 7. Zumindest schon einmal besser, als der Todestrakt, in dem wir vorher unser Dasein fristen durften, bis wir zu Distrikt 7 geschickt wurden, um an irgendwelchen Experimenten „teilzunehmen“. Wir heißen schlichtweg Gefangene XE-47623 – nicht besonders einprägsam, aber für die Wärter in unserem Gefängnis ist unser Name wohl wenig von Bedeutung. Gleich zu Anfang begrüßt uns ein sadistischer Wärter der nur The Warden genannt wird. Er weist uns kurz in unsere Aufgaben als Gefangener von Distrikt 7 ein und macht die Bedingungen gleich klar: wir haben die Möglichkeit aus diesem Gefängnis als freier Mensch zu gehen, sofern wir unser Geschick und Können in einer Reihe von gefährlichen Tests beweisen können. Wir sollen dazu erst einmal eine Art Trainingsprogramm durchlaufen, wo wir beweisen müssen, dass wir es wert sind, in das eigentliche Programm aufgenommen zu werden. Offensichtlich werden Gefangene hier vorher schon ausgesiebt und im schlimmsten Fall endet dies wohl mit dem Tod. Aber auch wenn wir die Testphase bestehen, heißt es nicht, dass wir nicht sterben können. Die Räume sind mit allerlei Fallen gespickt, mal Feuer, dann wieder elektromagnetische Felder, oder aber auch Gas. Na, das sind ja wahnsinnig tolle Aussichten! Aber was bleibt uns anderes übrig. Während jedem der Experimente werden wir stets über Kameras, die in den Räumen angebracht sind, beobachtet. Mal von dem Warden, dann wieder von einer Psychologin namens Karen, die etwas netter ist als der männliche Counterpart.

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Wir werden in einem umfunktionierten Müllcontainer von Raum zu Raum transportiert. Der Warden findet die Metapher sehr passend…

 

Anziehung ist alles

In Magnetic: Cage Closed werden wir mit einer Magnet Gun ausgestattet. Wir können damit niemanden umbringen, allerdings können wir mit ihr dafür vorgesehene Objekte anziehen, oder abstoßen. Die Magnet Gun kennt zu Anfang zwei verschiedene Stärken, die erste Stufe ist am besten dafür geeignet, kleine Würfel zu sich ran zu holen, oder teils auch durch den Raum zu manövrieren, um mit Schaltern den Weg freizumachen bzw. zum Ausgang des Raumes zu gelangen. Das alles hört sich jetzt erst einmal einfach an, ist in der Umsetzung aber nicht immer so. Teils hängen Schalter an den Wänden, die mit den Metallwürfeln getroffen werden müssen. Dazu holen wir uns einen Würfel und stoßen ihn im nächsten Moment wieder ab. Welche Stufe man hierzu einstellt, ist unterschiedlich, man muss teilweise etwas rumprobieren. Die zweite Stufe der Magnet Gun eignet sich hervorragend, um weit entlegene Plattformen zu erreichen. Guru Games hat hier Magnetfelder an Wänden oder Plattformen errichtet, mit denen wir nahezu durch die Räume fliegen – vorausgesetzt die magnetische Anziehungskraft stimmt. Dies erinnert durchaus an Portal, wo wir mit Protagonistin Chell von Sprungfedern durch die Räume katapultiert werden. Wie dem auch sei, in Magnetic: Cage Closed haben wir alle Hände voll zu tun, die verschiedenen Puzzles irgendwie unbeschadet zu überstehen, denn feurige Säulen haben es schon in sich und sollten möglichst umgangen werden. Die Magnet Gun ähnelt übrigens sehr dem Handschuh aus Magrunner: Dark Pulse – hier darf man magnetische Felder mit besagtem Handschuh manipulieren.

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Mit der Magnet Gun müssen wir teilweise Objekte in Form von Metallwürfeln gegen diese Schalter bewegen, um weiter zu kommen.

 

Welchen Weg wählst du?

Als hätten wir aber nicht genug damit zu tun, diese wahnwitzigen, physikalischen Experimente irgendwie zu überleben, werden wir auch regelmäßig vor etwaige Entscheidungen gestellt, die durchaus den Spielverlauf beeinflussen. Mal sollen wir uns einfach entscheiden, einen Schalter zu drücken, oder eben nicht zu drücken. Da passiert erst einmal nichts und man fragt sich, wozu das eigentlich gut ist, Karen – die Psychologin – beobachtet unsere Entscheidungen aber stets genau. Dann wiederum gilt es eine Frage zu beantworten, wie viele Metallwürfel wir im vorherigen Raum benutzt haben. Was passiert, wenn man hier falsch beantwortet? Dies kann ich euch nicht sagen, da ich die richtige Antwort gegeben habe und der Warden mir feierlich verkündete, dass ich dem Testprogramm noch länger erhalten bleibe … Es gibt sogar Entscheidungen, die über das Schicksal eines anderen Gefangenen entscheiden, aber hier möchte ich niemandem etwas vorwegnehmen. Fakt ist: eure Entscheidungen in diesem Spiel beeinflussen die weiteren Levels bzw. Räume, die ihr zu sehen bekommt und den Story Verlauf. Es gibt insgesamt neun verschiedene Enden.

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Abgründe gilt es mithilfe von Plattformen mit Magnetfeldern zu überwinden.

 

WASD – wie war das gleich noch?

Die Steuerung ist im Prinzip simpel und intuitiv. Fortbewegt wird sich mit den Standardtasten WASD und die Maus dient der Orientierung und der Bedienung der Magnet Gun. Größere Probleme diesbezüglich ließen sich nicht feststellen. Das einzig frustrierende ist teilweise die Sache mit den Magnetfeldern, die uns durch die Räume hüpfen lassen. Das funktioniert nicht ganz so intuitiv, denn man möchte sein Ziel gerne anvisieren, wenn man irgendwo hinspringt und der Boden mit tödlichem Gas bestäubt ist. Dies ist nicht immer möglich – zumindest war es mir nicht immer möglich – da man teilweise rückwärts springen muss, um das Magnetfeld noch im Visier zu haben.Denn nur wenn wir es anvisieren, also stets im Fadenkreuz der Gun haben, werden wir tatsächlich angezogen, oder abgestoßen. Manchmal sind die Abgründe aber recht weit und nicht immer ist es frustfrei möglich, einen Raum zu meistern. Dies ist aber nur ein kleines Manko, welches mir mit der Steuerung und Spielmechanik aufgefallen ist. Vielleicht werden andere Spieler nicht solche Probleme haben.

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Manchmal müssen wir die Magnet Gun auch abgeben, bekommen sie aber wieder.

 

Düstere Stimmung im Knast

Magnetic: Cage Closed ist durchaus ein Spiel, das sich ernst nimmt. Die Charaktere wie Karen, oder der Warden machen hier, und da mal Witze – auf eure Kosten natürlich – aber die Gesamtstimmung ist definitiv düster. Aber das ist auch gut so, denn wir befinden uns im Gefängnis und ich finde, nicht jedes Puzzlespiel muss irgendwie witzig, oder humorvoll gestaltet sein. Magnetic: Cage Closed funktioniert von der Atmosphäre her einfach wunderbar. Die verschiedenen Räume sind immer passend gestalten und man entdeckt immer wieder kleine Dinge, zum Beispiel scheinen vorherige Insassen von Distrikt 7 Nachrichten hinterlassen zu haben wie: „Es gibt keinen Weg hinaus.“ Obwohl euch im Laufe des Spieles immer wieder versichert wird, dass es immer einen Weg hinaus gibt. Auch Blut gibt es hier und dort zu sehen und trägt zum Ernst der Lage bei, denn die Puzzles sind teilweise kein Zuckerschlecken. Der dreckige Look und die Soundkulisse tragen zum Feeling bei, die Scheinwerfer, die überall kaltes Licht an die Eisenwände werfen ebenso. Grafisch ist demnach nichts an dem Spiel auszusetzen, alles ist stimmig.

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“I must be very good looking because everything around here is attracted to me” Solche oder düstere Sätze finden wir immer wieder irgendwo an die Wand, oder auf Böden gekritzelt.

 

Fazit:

Magnetic: Cage Closed hat sich definitiv an Portal orientiert, ich würde aber sagen, dass dieses Spiel nur als Inspiration galt. Denn Magnetic: Cage Closed spielt sich gut und nur manchmal kommt einem der Gedanke an Portal, oder auch Magrunner. Es funktioniert aber wunderbar alleine und kommt mit originellen Ideen daher. Die Magnet Gun macht wirklich Spaß und die ständige Begleitung in Form von dem Warden und Karen ist abwechslungsreich und interessant. Ich persönlich bin ein Freund von Entscheidungen, die den Spielverlauf beeinflussen und genau das bekomme ich in Magnetic: Cage Closed auch geboten. Ein großes Plus hierfür! Auf die Spielmechanik bei Sprüngen durch den Raum bin ich ja oben schon näher eingegangen und es trübt den Spielspaß nur minimal, aber ich bin da auch teilweise ein ungeduldiger Mensch, wenn etwas nicht sofort klappt. Ich kann das Spiel jedem empfehlen, der Portal gemocht hat – ihr werdet mit diesem Spiel eure Freude haben.

 

Good
  • Super Atmosphäre
  • Die Magnetic Gun macht sehr viel Spaß
  • Ansprechende Level
  • Entscheidungen beeinflussen Story Verlauf
Bad
  • Spielmechanik bei Sprüngen manchmal frustrierend
  • Es dauert etwas bis die Level kniffliger werden
81
Geschrieben von
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

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