Madden NFL 17: Test zum diesjährigen NFL Ableger

Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass sich Peyton Manning mit seinen Denver Broncos gegen die Carolina Panthers im Super Bowl 50 durchsetzen konnte. Doch nun beginnt die NFL Saison wieder und die Teams müssen sich nun wieder neu beweisen. Pünktlich zum Start der neuen NFL Saison läutet auch Madden den Start der Sportspiel Saison ein. Ob es Entwickler EA Tiburon gelungen ist, den hervorragenden Vorgänger weiter zu verbessern, erfahrt ihr in unserem Test zu Madden NFL 17.

 

Tom Brady, Rob Gronkowski, Julian Edelmann

In Madden 17 gibt es zahlreiche Modi, die NFL Fans begeistern werden. Allerdings gibt es im Vergleich zum Vorgänger keinen komplett neuen. Vielmehr wurden die vorhanden zielstrebig erweitert und verbessert. Besonderer Beliebtheit erfreut sich weiterhin der Ultimate Team Modus im Spiel. Wer schon einmal ein EA Spiel der letzten Jahre gespielt hat, wird auch in Madden 17 den Einstieg finden. In diesem Modus übernimmt man zu Beginn ein Team bestehend aus eher schlechten Sportlern. Mit jedem Spiel verdient man Credits die man in neue Boosterpacks oder in neue Spieler investieren kann. Hierbei verkörpert jeder Spieler eine Sammelkarte. So verbessert man nach und nach sein Team und kann sich mit anderen Spielern aus aller Welt vergleichen und messen. Die Matches spielen sich, dank der festgelegten Viertellänge von drei Minuten ausgesprochen flott. Den Franchise-Modus hat Entwickler Tiburon ebenfalls überarbeitet und mit zahlreichen Verbesserungen ausgestattet. So kann man zu Beginn das Saisonziel festlegen und bestimmt zusätzlich, welche Leistungen wie belohnt werden. Zudem wurde das Training nun überarbeitet. Nun kann man verschiedene Trainingsspiele sowohl für die Offense und Defense auswählen. Je nachdem für welche Art man sich entscheidet, werden andere Faktoren trainiert. Das Training kann man sowohl simulieren als auch selbst spielen. Wie es sich für einen Leiter eines Teams der NFL gehört, müssen auch manchmal schwierige Entscheidungen getroffen werden. Aktuell ist das Playoff Spiel und die New England Patriots spielen im Halbfinale gegen die Green Bay Packers. Allerdings hat sich unser Quarterback Tom Brady an der Wurfhand leicht verletzt und kann somit seine Fähigkeiten nicht komplett abrufen. Nun müssen wir entscheiden, ob wir unseren Starquarterback aufstellen und somit Gefahr laufen, dass die Verletzung schlimmer wird oder ihn gegen einen anderen Quarterback aus dem Team austauschen. Solche schwierigen Entscheidungen tauchen im Laufe der Saison öfters auf und tragen zur Atmosphäre ungemein bei. Des Weiteren gibt es nun mehr Möglichkeiten ein Spiel im Franchise Modus zu bewältigen. So kann man entscheiden, ob man nur die Offense oder Defense Teile spielt, während der andere Teil von der KI simuliert wird. Darüber hinaus kann man auch “Play the Moment” auswählen. Hierbei übernimmt man nur die Kontrolle bei spielentscheidenden Szenen, während der Rest von der KI simuliert wird. Kommt es beispielsweise zu einem 3rd down, können wir die Kontrolle übernehmen und versuchen das First Down zu erreichen und somit im Ballbesitz bleiben. Mit dieser Neuerung kann man nun deutlich schneller eine Saison bewältigen und sein Team über Jahre hinweg steuern. Wer allerdings die Spiele lieber über die volle Distanz spielen möchte, kann dies selbstverständlich ebenfalls tun.

Das Laufspiel funktioniert nun deutlich besser.

Das Laufspiel funktioniert nun deutlich besser.

 

Peyton Manning, DeMarcus Ware, Von Miller

Im letzten Ableger wurde vor allem das Passspiel verbessert und authentischer gestaltet. In Madden 17 wurde nun das Laufspiel überarbeitet, wodurch dieses noch mal eine Spur realistischer und authentischer geraten ist. So beeindruckt das Spiel nun mit realistischeren Animationen und natürlichen Bewegungen. Es sieht einfach nur beeindruckend aus, wenn ein Linebacker sich mit voller Wucht in die Verteidigungsmauer stürzt und mit aller Kraft noch ein paar Yards gut macht. Doch nicht nur optisch sieht es hervorragend aus, die Verbesserungen machen sich auch mechanisch bemerkbar. Mit den Neuerungen hat der Ballträger nun mehr Möglichkeiten, sodass ein besserer Spielrhythmus entsteht. Zusätzlich kommt es beim Aufeinandertreffen zwischen den Angreifer und dem Verteidiger nun zu einem kleinen Minispiel. Versucht der Verteidiger den Angreifer zu Boden zu reißen und ihn somit zu stoppen, muss man einen bestimmten Knopf drücken, um dies zu verhindern. Dies ist zwar nicht unbedingt die simulationsgerechteste Art, fühlt sich aber am Pad hervorragend an. Im Hinblick auf die Verbesserungen des Laufspiels wurde auch die Verteidiger KI weiter angepasst und mit neuen Aktionen ergänzt. Die Läufer versuchen nun ihre Gegenüber besser im Zaum zu halten und ermöglichen öfters Fumble-Versuche. Sämtliche Routinen wurden überarbeitet, wodurch die Verteidiger ihre Zonen nun besser und intelligenter zustellen.

Beim Training lassen sich die verschiedenen Spielzüge einstudieren.

Beim Training lassen sich die verschiedenen Spielzüge einstudieren.

 

Ryan Fitzpatrick, Nick Mangold, Brandon Marshall

Im Gegensatz zum diesjährigen FIFA, welches ab diesem Jahr die aus der Battlefield 1 und Battlefront bekannten Frostbite Engine verwendet, kommt in Madden 17 weiterhin die Ignite-Engine zum Einsatz. Im mittlerweile vierten Ableger für die aktuellen Konsolen wurde die Grafikpracht weiter angeschraubt. So wirkt in diesem Jahr nun alles ein wenig authentischer. Die Animationen sind flüssiger, das Geschehen an den Seitenlinien ist aufgeräumter und wirkt nicht mehr so wild, die Gesichter der Sportler sehen ihren realen Ebenbildern zum Verwechseln ähnlich. Besonders in den Wiederholungen besticht der Grafikpracht mit den hohen Detailgrad. Lediglich die Kollisionsabfrage macht in einigen Szenen keine gute Figur. Wenn mehrere Spieler ineinander rennen, sieht man öfters mal, dass am Boden liegende Spieler mit der Hälfte der Beine oder Arme mit dem Boden verschmolzen sind. Diese kleineren Clipping Fehler reißen einen dann ab und zu aus dem Geschehen raus. An diesen Szenen merkt man dann, dass man doch noch ein Videospiel spielt. Nicht nur das Geschehen auf dem Feld versprüht eine packende American Football Atmosphäre, auch die Stadien tragen ihren Teil dazu bei. Denn egal, in welchem der vielen Originalstadien der Teams man spielt, in jedem überträgt sich die gelungene Atmosphäre. Die Fans sind in den Teamfarben gekleidet und im Hintergrund sieht man das Teammaskottchen. Diese vielen kleinen Details runden das Spiel ungemein ab. Ein Kritikpunkt, den es im letzten Ableger gab, waren die Kommentatoren. In diesem Jahr kommt nun ein neues Kommentatorenduo zum Einsatz, die ihren Job deutlich besser machen. Dabei harmonieren beide sehr gut miteinander und geben zahlreiche Analysen, gelungene Sprüche und die oder andere Anekdote zur NFL Historie oder zur eigenen Leistung zum Besten. Zudem soll es über die reguläre NFL Saison hinweg neue Kommentar Pakete kostenfrei zum Download angeboten werden. Wodurch es zu noch mehr Abwechslung kommen soll. Denn nichtsdestotrotz wiederholen sich die Sprüche der beiden über einen längeren Zeitraum. Auch die Musik Auswahl, die man während des Menüs zu hören bekommt, ist erfrischend abwechslungsreich. Denn diese deckt über Rock, Hip Hop, und Pop Songs so gut wie jedes Genre ab. So ist für jeden etwas dabei.

Nur die Offense, die Defense oder lieber nur die entscheidenen Momente. die Qual der Wahl.

Nur die Offense, die Defense oder lieber nur die wichtigsten Momente. die Qual der Wahl.

 

Fazit:

Im Vergleich zum Vorgänger verzichtet Entwickler EA Tiburon auf neue Spielmodi. Sondern hat sich darauf konzentriert, die bestehenden Modi und das Gameplay weiter zu verbessern. Besonders erfreulich sind die Neuerungen am Franchise Modus, wodurch man eine Saison nun schneller bewältigen kann. Wer lieber die komplette Distanz spielen möchte, kann das selbstverständlich auch tun. So kann jeder den Franchise Modus nutzen, wie er es möchte. Ebenfalls hat die Reihe musikalisch noch mal einen Schritt weiter nach vorn gemacht. Dazu tragen vor allem die guten Kommentatoren und der abwechslungsreiche Soundtrack bei. Wer allerdings bereits den Vorgänger besitzt, kann dieses Jahr eine Pause machen. Denn großartige Neuerungen gibt es nicht. Wer den letzten Ableger nicht besitzt, kann bedenkenlos zugreifen. Madden NFL 17 ist das wohl beste Madden, was es derzeit gibt.

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Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

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