Lords of Fallen – Review zum deutschen Dark Souls

Dark Souls war ein echter Überraschungshit und konnte sowohl bei Fans als auch bei Kritikern bestens überzeugen. Erfolgreiche Konzepte werden in jeder Brache nachgemacht, sei es in Filmen, Musik oder in Videospielen. Mit Lords of the Fallen erscheint ein Spiel von dem deutschen Entwickler Deck 13. Doch lieber gut kopiert, als schlecht erfunden. Sagt man ja so. Ob Lords of the Fallen dem Vorbild ebenbürtig ist oder nur eine schlechte Kopie, erfahrt ihr in unserer Review:

 

Die letzte Rettung der Menschheit

Die Welt steht am Abgrund. Die Rhogar, blutrünstige Dämonen-Zombies, die einer dunklen Gottheit dienen, haben die Welt überfallen und wollen alles Leben aus der Welt verbannen. Die Letzte Hoffnung der Menschheit ist Harkyn. Der glatzköpfige und stets grimmig gelaunte Zeitgenosse sitzt eine Strafe im miesesten Loch der Menschheit ab. Jedoch wird er frei gelassen, um die Rhogar und den namesgebenden Lord zu eliminieren. Warum Harkyn hinter Gitter ist und warum er derjenige ist, um die fiesen Rhogar zu stoppen, erfahren wir in der rund 15 – 20 Stunden langen Kampagne. Jedoch wird die recht lustlos inszeniert. Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte kommt diese in Fahrt oder fiebert mit Harkyn mit. Dies hat eine Vielzahl von Gründen. Zum einen erfahren wir als Spieler erst im späteren Spielverlauf die Gründe die zu Harkyn’s Inhaftierung führten. Jedoch kennt im Spiel jeder Charakter die Geschichte des Protagonisten. Dies macht es nahezu unmöglich, sich mit einer Person zu identifizieren, in der man die ausschlaggebende Hintergrundgeschichte nicht kennt. Auch die Motivation für die Taten und Zu- oder Abneigungen mit den neben Charakterenen wird nicht erklärt. Insgesamt bleibt Harky ein Hauptprotagonist ohne Tiefgang. Im Gegensatz zur Story, welche eher mau ist, kann die Atmosphäre durchaus punkten. Schon nach der imposanten Introsequenz, welche episch inzeniert und an Trailer aus Kino Blockbuster erinnert, will man sofort in die Welt von Lords of the Fallen eintauchen. Ebenfalls zur Atmosphäre trägt das gelungene Leveldesign bei. Man merkt zu jeder Zeit, dass in jeder Ecke in der Welt Gefahr lauert. Besonders die Architektur überzeugt, stets kann man glaubwürdige Abkürzungen und Abzweigungen entdecken.

Die Story wird in zahlreichen Sequenzen erzählt.

Die Story wird in zahlreichen Sequenzen erzählt.

 

Blocken, Schlagen, Ausruhen, Blocken, Schlagen …

Das Kampfsystem wurde im Groben eins zu eins aus Dark Souls übernommen. Das Angreifen, Blocken, Rollen und die Gegenstände kennt man aus der Souls-Reihe. Wer diese gespielt hat, wird sich sofort zurecht finden. Lediglich der Magiehandschuh ist neu, welchen man nach ein paar Stunden erhält. Mit diesen lassen sich Magieattacken auswählen und Gegner aus der Ferne attackieren. Dies ist auch wichtig, da es im Spiel keine sonstigen Fernkampfwaffen, wie Armbrüste oder Bögen zu finden gibt. Jedoch kann der Waffenwechsel schnell zum Tod führen. Da man zum Auswählen der Waffen lediglich ein Button zur Auswahl hat. Damit ist der Wechsel von Ein- auf Zweihandwaffe, und von Zweihandwaffe auf Magiehandschuh unnötig kompliziert. Im Eifer des Gefechts kann man dadurch die falsche Waffenkombination auswählen, da ein zu oft ausgeführter Druck gleich die nächste Waffe wählt. Sehr gut wurde das Waffenverhalten umgesetzt. Man spürt sofort das Gewicht der jeweiligen Waffen. Bei kleinen Dolchen metzelt man flink die Gegner nieder. Bei schweren Hämmern muss man erst ausholen und den Schwung abfangen. Pro Schlag dauert das je nach Waffe einige wichtige Sekunden. Dies macht aber im Vergleich zu kleineren Waffen einen erheblich Schaden. Das Gewicht spielt übrigens auch im Gameplay eine wichtige Rolle. Jeder Gegenstand, den man ausgerüstet hat, hat einen bestimmten Gewichtswert, welcher sich merklich an der Bewegung von Harkyn bemerkbar macht.. Ein Krieger der zum Beispiel komplett mit einer schweren Rüstung trägt, kann eine Menge Schaden einstecken. Muss er jedoch mal eine Rolle tätigen, tut er sich schwer. Ein Charakter mit leichter Rüstung kann hingegen flott ausweichen, aber dafür wenig Schaden einstecken. Hier muss jeder Spieler ein passender Mittelweg finden. Spiele ich lieber mit einer leichteren Rüstung, dafür aber mit einem schweren Hammer in der Hand oder lieber eine schwere Rüstung dafür lieber ein leichtes Schwert? Zudem verbraucht der Schlag mit der Waffe einen Anteil an eurerer Ausdauer-Anzeige. Diese ist ein, neben der Lebens- und Magieanzeige, wichtiger Balken, den ihr stets im Auge haben solltet. Neben dem Schlagen verbraucht auch das Blocken und Ausweichen Ausdauer. Nur wer sinnvoll mit der Leiste umgeht und im richtigen Moment seine Ausdauer regeneriert, wird das Spiel meistern.

Zu BEginn wählt ihr eine Klasse aus. Die jeweils andere Fähigkeiten bieten.

Zu Beginn wählt ihr eine Klasse aus. Die jeweils andere Fähigkeiten bieten.

 

Looten und Leveln, das muss drin sein in nem Spiel…

Wie in jedem Rollenspiel, erhaltet ihr auch in ‘Lords of the Fallen’ Erfahrungspunkte und Ausrüstungsgegenstände für das erledigen von Gegnern und Bossen. Doch der Unterschied liegt auch hier im Detail. Für jeden erledigten Gegner erhaltet ihr eine kleinen Multiplikator (pro Gegner 0.02), der sich mit jeden weiteren Gegner erhöht. Besonders für den Bossgegner-Kampf lässt sich dieses Feature besonders gut nutzen. Vor jeden Kampf einfach den Multiplikator in die Höhe treiben und dann nach den Kampf einen noch höheren Bonus einkassieren. Falls ihr jedoch im Laufe des Kampfes sterben solltet, sind all eure hart verdienten Punkte verloren und liegen an dem Ort eures Todes. Wenn das passiert, müsst ihr schnellstmöglich diesen Ort erreichen. Solltet ihr beim Versuch, den Punkt zu erreichen, sterben ohne diese einzusammeln, gehen diese verloren. Umso länger ihr braucht, um diese wieder einzusammeln, desto weniger Punkte erhaltet ihr zurück. Besonders gemein hierbei ist, dass sämtliche Gegner ebenfalls wieder am Leben sind. So seid ihr beim jeden Tod gefragt, ob ihr lieber schnell und risikoreich eure Erfahrungspunkte wiederholt, auf die Gefahr hin, unterwegs zu sterben, oder lieber langsamer und sicher, aber am Ende mit weniger Erfahrungspunkte habt? Die Erfahrungspunkte investiert ihr in Attributpunkte oder in Atribute wie Stärke, Ausdauer …. . Nachdem ihr das Spiel durchgezockt habt, könnt ihr in das New Game+ starten. In diesem startet ihr die Story mit eurem Level und Inventar erneut. Damit das Spiel aber im New Game+ nicht zu leicht ist, sind die Gegner ebenfalls stärker. Die meisten Erfahrungspunkte und besten Waffen und Rüstungen erhaltet ihr von den vielen Bossgegnern die euch im Spiel entgegenstellen. Diese Kämpfe bieten eine ordentliche Portion Abwechslung in dem zwar spannenden, aber doch recht monotonen Kampf gegen das Fußvolk der Rhogar. Die Bossgegner haben einen Lebensbalken der in vier verschiedene Abteile unterteilt ist. Wenn einer dieser Balken geleert ist, wechselt der Bossgegner sein Angriffsmuster. Worauf man sich als Spieler wieder umstellen muss und sich an dieses neue Muster anpassen muss. Die Bosskämpfe sind die absoluten Höhepunkte im Spiel, da diese vor allem auch recht fordernd sind.  Um diese zu bewältigen, brauchen unerfahrene Spieler, mehrere Anläufe. Hat man dann einen Bossgegner nach drei Anläufen besiegt ist das Erfolgserlebnis unbeschreiblich.

Die Bosskämpfe sind die Highlights im Spiel.

Die Bosskämpfe sind die Highlights im Spiel.

 

Ebenbürtig zu den Großen

Aus technischer Sicht brauch sich ‘Lords of the Fallen’ vor AAA-Produktionen nicht verstecken. Das kleine, aus Frankfurt stammende Entwicklerteam Deck 13 hat mit seinem Team eine richtig schönes Grafik erschaffen. Die Welt wird mit schönen Lichteffekten und Paritkeleffekten hervorragend dargestellt. Auch das Gegnerdesign weiß mit einem dreckigen Kreaturendesign zu überzeugen. Neben dem Visuellen gibt’s auch ordentlich was für die Ohren. Gerade die Geräusche, seien es die Umgebungs- , Waffen,- Kampf klingen hervorragend wuchtig. Lediglich die deutsch Synchro wirkt ein wenig unpassend und A-Synchron. Die leichte Versetzung zwischen Bild und Ton könnte aber durch einen kleinen Patch wieder ausgebessert werden.

 

Die Anforderungen für die PC-Fassungen:

Minimum:
OS: Windows Vista (SP2), 7 (SP1) oder 8 (nur 64-bit)
CPU: Intel Core 2 Quad Q8400 2,66 Ghz oder AMD Phenom II X4 940 t 3 Ghz
RAM: 6 GB
Grafikkarte: GeForce GTX 460
HDD: 25 GB
DirectX: 11

 

Max:
OS: Windows Vista (SP2), 7 (SP1) oder 8 (nur 64-bit)
CPU: Intel Core i7-3770 3,5 Ghz oder AMD FX-8350 X8 4 Ghz
RAM: 8 GB
Grafikkarte: GeForce GTX 560 Ti
HDD: 25 GB
DirectX: 11

Fazit:

Als Dark Souls erschien und einen regelrechten Hype entfachte , war es ja nur noch eine Frage der Zeit bis es Nachahmer gibt. Jedoch schafft es Lords of the Fallen mit eigenen Ideen sich vom geistigen Vorbild zu distanzieren. Im Vergleich mit Dark Souls ist Lords of the Fallen etwas zugänglicher. Soll heißen, dass es etwas leichter, aber dennoch fordend ist. Für Dark-Souls-Fans und diejenigen, welche die Souls-Reihe reizte, aber der Schwierigkeit abschreckte, eine klare Kaufempfehlung.

80

Share This Post
Deine Meinung?
00
Geschrieben von Kevin Kreisel
Freier Redakteur von NAT-Games.de

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.