Looney Tunes: Die Galaktischen Spiele – Review zur Minispiel-Sammlung

Bereits im letzten Jahr hat sich das Team um Virtual Toys nicht wirklich mit Ruhm bekleckert, als sie das Spiel Die Muppets Filmabenteuer exklusiv auf die PlayStation Vita gebracht haben. Dieses Jahr sind die Looney Tunes dran und wir Spieler dürfen uns auf die galaktischen Spiele freuen. Die Bilder und auch der Pressetext hörten sich vielversprechend an, leider enttäuscht der Titel auf ganzer Linie. Warum? Das lest ihr jetzt in unserem Test.

 

Wartezeit für den Flug ins All

Bereits die ewig langen Ladezeiten versprechen nicht viel Gutes. Bis die PlayStation Vita das Hauptmenü fertig geladen hat, können durchaus einige Minuten vergehen. Im Menü selbst haben wir dann die Möglichkeit scheinbar verschiedene Spielmodi zu spielen. Doch auch das entpuppt sich schnell als enttäuschend. Denn sowohl Marvins Missionen, ein schnelles Spiel und der Multiplayer stehen noch gar nicht zur Verfügung. Erst nachdem wir die galaktischen Spiele erfolgreich gespielt haben, können wir uns mit den anderen Dingen beschäftigen. Grundsätzlich ist es auch komplett egal, was wir letztendlich spielen wollen, denn am Ende ist alles ein und dieselbe Grütze. Doch wollen wir mal nicht so sein. Immerhin haben sich die Entwickler die Mühe gemacht und sechs Charaktere aus dem Looney Tunes Universum zu integrieren. Mit dabei sind Bugs Bunny, Daffy Duck, Wile E. Kojote, Schweinchen Dick, Yosemite Sam und Taz. Alle Figuren sind ganz gut in das Spiel integriert worden und machen eine ordentliche Figur. Was ebenfalls sehr positiv anzumerken ist, man kann nicht direkt von Beginn an alle Charaktere spielen, sondern muss diese durch Erfahrungspunkte und Levelaufstiege freischalten. Dies geschieht allerdings so schnell, dass es im Grunde auch wiederum keinen Sinn macht, nicht gleich von Anfang an alle Figuren zu spielen. Aber nun gut, der Wille war da, an Umfang sollte es also wohl nicht scheitern …

Wassersport ist mit das Beste an dem ganzen Titel.

Wassersport ist mit das Beste an dem ganzen Titel.

 

Ich höre Android und iOS schon schreien

Stichwort Umfang: Die galaktischen Spiele sind sechs Turniere mit sechs unterschiedlichen Disziplinen. Ihr habt richtig gelesen, Ganze sechs! Da soll mal einer sagen die Olympischen Spiele wären zu groß. Unter den Spielen ist das Weltraumrennen, Weltraumgolf, Weltraumboxen, UFO-Schießen, galaktisches Bogenschießen und Wassersport. Schon bei den Namen der Disziplinen hat man sich nicht zu tief in der Trickkiste bedient. Im Weltraumrennen geht es darum, als Erster mit seiner Figur ins Ziel zu laufen. Hier kommen Temple-Run ähnliche Funktionen zum Einsatz, die allerdings extrem altbacken wirken. Denn durch den Touchbildschirm der Vita muss man seine Figur über oder unter Hindernissen durchbringen. Dies funktioniert mehr schlecht als recht, da das Spiel viel zu spät auf die Bedienung reagiert. So kommt schnell Frust auf, da die Gegner fast uneinholbar sind. Zwar machen die auch immer wieder Fehler, sind aber dauerhaft so nah an uns dran, dass jeder Fehler unsererseits direkt bestraft wird. Beim Weltraumgolf verrät der Name schon die Aufgabe. Wir müssen unseren Golfball mit einer bestimmten Anzahl an Schlägen ins Loch befördern. Die Umsetzung bleibt genauso simple wie der Name der Disziplin. Auch das Weltraumboxen setzt komplett auf Buttonmashing. Dauerhaft die Taste X drücken, um den Gegner schnellstmöglich zum K.O. zu bringen. Keine Innovation und keine Nutzung der Vita-Hardware-Vorteile. Das UFO-Schießen erinnert sehr stark an Moorhuhn und ist genauso langweilig, wie der Rest vom Schützenfest. Komischerweise nutzt das galaktische Bogenschießen die Bewegungssteuerung der Vita, das UFO-Spiel aber wiederum nicht. Verrückte Welt da draußen. Einzig der Wassersport scheint sich etwas abzuheben, da das Spielprinzip sogar ganz launig ist. So muss man versuchen als erster Spieler zehn Bälle in sein Tor, zu bekommen. Allerdings muss eine bestimmte Zahlenreihenfolge eingehalten werden. Doch die Gegner können einem die Punkte schnell auf Null setzten lassen, indem sie einen boxen. Blöde ist es nur, wenn die KI immer nur auf eine Person im Pool gegen: mich. Zwischen den Disziplinen wartet ein Ladebildschirm auf uns, der sogar beim Neustart des Levels mehr als zehn Sekunden zu sehen ist.

Moorhuhn mal im All.

Moorhuhn mal im All.

 

Der Rest ist nettes Beiwerk

Während der Level kann man nicht nur Pokale und Erfahrungspunkte sammeln, sondern auch noch Münzen und die Buchstaben ACME. Münzen kann man gegen Hilfsmittel im Shop einlösen, die einem dann innerhalb eines Spieles zur Verfügung stehen. Unteranderem ist ein Amboss, Magnet und ein Super Sauger mit dabei. Da die Spiele allerdings allesamt ziemlich einfach und leicht zu schaffen sind, braucht man weder die Hilfsmittel noch diesen Shop. Die Freude ist groß, als das Wort Multiplayer zu lesen war. Die Freude hielt aber nur die zehn Sekunden (und länger) Ladezeit an, denn es handelt sich hierbei nicht um einen Online-Multiplayer, sondern um einen Ad-hoc-Modus handelt. Die Krönung kommt aber erst dann, wenn man versucht ein Spiel zu erstellen. Denn aus den sechs Disziplinen können plötzlich nur noch vier gespielt werden. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass es keine öffentlichen Server gibt, denn dort wäre sowieso tote Hose. Technisch gesehen zaubert das Spiel keine CryEngine auf die Vita, die Umgebungen sind dafür aber allesamt bunt und farbenfroh. Genau, wie man es von den Looney Tunes gewohnt ist. Die Charaktere sehen schick aus und auch die Minispiele erfüllen ihr Soll. Die Hintergrundmusik ist ebenfalls stimmig, fängt aber nach einiger Zeit etwas an zu nerven.

Vielleicht sollten wir als Spieler mal gegen Klitschko antreten, dann wäre das Spiel auch nicht so einfach.

Vielleicht sollten wir als Spieler mal gegen Klitschko antreten, dann wäre das Spiel auch nicht so einfach.

 

Fazit:

Es ist echt eine Schande, dass wenn mal ein Spiel für die PS Vita erscheint, dies auch noch so unterirdisch schlecht ist. Für 30€ erwarte ich doch gerne etwas mehr, als eine Handyapp im Appstore, die mich gar nichts kostet. Man wird den Gedanken nicht los, dass die Vita bei diesem Titel eher als Smartphone gesehen wurde. Wenig Umfang, wenig Spaß und wenig Innovation ergeben leider ein schlechtes Spiel mit den sonst so lustigen Looney Tunes. Enttäuschung des Sommers!

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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