Little Big Planet 3 – Der neue Plattformer im Test

Fast vier Jahre ist es her, dass wir mit Sackboy ‘Little Big Planet 2’ unsicher gemacht haben. Viel ist seitdem passiert. Statt Media Molecule haben diesmal Sumo Digital die Entwicklung übernommen. Das Studio hinter Spielen wie Sonic All-Star Racing bringt mit dem aktuellen Titel neben Sackboy auch einige neue Helden ins Spiel. Ob die neuen Charaktere frischen Wind bringen, oder ob es sich nur um einen lauwarmen Aufguss handelt, erfahrt ihr jetzt.

 

Willkommen in Bunkum

Zu Beginn feiern wir ein Wiedersehen mit unserem altbekannten Helden Sackboy, der freudig vergnügt durch die bunte Welt hüpft. In einem lebhaften Tutorial macht euch die vertraute Stimme des Erzählers mit der Steuerung bekannt und erklärt euch die Prinzipien von Little Big Planet. Plötzlich jedoch unterbricht ein geheimnisvoller Fremder das Geschehen und setzt eine Maschine in Gang, die euch aus eurer Welt herausreißt und nach Bunkum bringt. Dort mehr oder weniger sanft gelandet erwartet euch euer Entführer. Newton, so sein Name, begrüßt euch freundlich und informiert euch darüber, wo ihr euch im Moment befindet. Die anfängliche Begeisterung bleibt nicht lange bestehen. Newton hat euch nämlich nicht ohne Grund nach Bunkum geholt. Vor langer Zeit bedrohten drei böse Titanen das Land und saugten diesem all die Inspiration aus. Das Land und dessen Bewohner waren dem Untergang geweiht, bis drei Helden auftauchten. Oddsock, Swoop und Toggle vertrieben die Titanen und verbannten sie in ein ewig währendes Gefängnis, eine Teedose. Jahre vergingen und die Helden zogen sich zurück. Niemand wusste, wohin sie verschwunden waren noch warum. Und nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen, denn noch heute Abend sollen die Titanen befreit werden. Verantwortlich dafür ist laut Newton die böse Nana Pud, die in Stitchum Manor lebt. Sie will die Titanen befreien und damit Bunkum erneut ins Verderben stürzen. Die Mission ist also klar, ihr müsst Nana Pud aufhalten, bevor sie ihren Plan ausführen kann. So macht sich das Heldenduo, bestehend aus Sackboy und Newton, auf den Weg zu Stitchum Manor. Dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse, als Nana euch angreift. Da ihr jedoch mit dem nützlich Pumpinator ausgestattet seid, ist der Kampf schnell entschieden. Was jedoch eigentlich das Ende des Abenteuers sein müsste, ist erst der Anfang. Newton hat nämlich nicht ganz die Wahrheit gesagt. Er ist derjenige, der die Titanen erwecken möchte und ihr solltet ihm nur dabei helfen, an Nana vorbeizukommen. Die alte Nana hat Newton aufgezogen und die Teedose mit den Titanen bewacht. Kaum sind die Hintergründe geklärt, öffnet Newton die Dose und befreit somit die drei finsteren Gesellen, die sofort von ihm Besitz ergreifen. Das Entsetzen ist groß, denn die Titanen machen sich sofort daran, ihr zerstörerisches Werk fortzusetzen. Die einzige Hoffnung, die Bunkum jetzt noch bleibt, liegt in den drei legendären Helden. Nana schickt euch los diese zu suchen, um mithilfe derer Fähigkeiten die Titanen wieder in ihr Gefängnis zu verbannen. So macht ihr euch also auf die Reise durch die bunte Welt, um die Helden aus ihrem Ruhestand zu holen.

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Sackboy hat diesmal Gesellschaft.

 

Jump ‘n’ Run as usual!?

Eines gleich vorweg, wer befürchtet, dass die Abwesenheit von Media Molecule als Entwickler könnte dem Spiel geschadet haben, darf beruhigt sein, denn Sumo Digital haben gute Arbeit geleistet. Sie haben es geschafft, die Atmosphäre und den Charme der Vorgänger, einzufangen. In einigen Bereichen haben sie sogar die Reihe um einige gute Ideen bereichert. An der Grundstruktur hat sich indes nichts geändert. Noch immer ist die Geschichte in verschiedene Hauptwelten unterteilt, welche dann wieder in einzelne Haupt- und Nebenlevels unterteilt ist. Zu jeder Zeit ist es, wie in den Vorgängern auch, möglich bis zu drei Spieler hinzu zu holen und den aktuellen Level zu viert, zu spielen. Das Repertoire eurer “Sackperson” hat sich ebenfalls kaum verändert. Ihr springt und klettert wie eh und je durch die toll gestalteten Level und sammelt dabei allerhand Dekorationen frei, mit denen ihr euren Hub gestalten könnt. Eine der Neuerungen ist die Einführung von Gadgets. Das Erste, das ihr erhaltet, ist der bereits erwähnte Pumpinator. Mit der Kreistaste öffnet ihr ein Menü, indem ihr die bereits erhaltenen Gadgets jederzeit wechseln dürft. Der Puminator kann dabei pusten oder saugen und somit Windradschalter aktivieren oder feindliche Projektile abwehren. Die verschiedenen Tools wirken dabei sehr kreativ und werden sinnvoll ins Spielgeschehen integriert. Eine andere sind die neuen Charaktere. Oddsock kann schnell auf allen Vieren rennen und Wandsprünge machen, Swoop kann fliegen und Toggle kann sich sowohl klein und leicht als auch groß und schwer machen. Mit den unterschiedlichen Fähigkeiten müsst ihr einen Weg durch die Welten finden. Generell erkennt man keinen qualitativen Unterschied im Leveldesign zwischen dem aktuellen Titel und den Media Molecule Spielen. Das sollte vor allem als Kompliment an Sumo Digital verstanden werden. Die Level sind bunt, einfallsreich und wirklich wundervoll anzuschauen. Hüpfen, Springen, Schwimmen oder Schweben; alles wird hier integriert.

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Auch der dritte Teil bietet wieder Spaß für bis zu vier Spieler.

 

Do it yourself

Das Herzstück ist diesmal allerdings nicht der Story Modus, sondern die Popit Academy. Hier bringt man euch spielerisch, anhand von Rätseln, die Verwendung der Level Creator Tools bei. Anstatt trocken zu erklären, dass man Menü A öffnen soll um Objekt X an einer Stelle zu platzieren, stellt man euch vor kleine Herausforderungen. Ich habe in den Vorgängern nie auch nur einen Level erstellt, weil mir die Tutorials einfach zu langwierig waren. Schon nach wenigen Minuten hatte ich meistens keine Lust mehr weiter zu machen. Hier ist man jetzt allerdings jederzeit motiviert, ein Stück weiter zu kommen und die aktuelle Herausforderung zu meistern. Hat man die Popit Academy hinter sich gebracht, ist die Erstellung eines eigenen Levels ein regelrechtes Kinderspiel. Und diesmal kann man hier sogar bis zu 16 Layer mit Elementen und Dekorationen belegen. Dass dieses Feature so gut konzipiert ist, wird wohl darin resultieren, dass noch viel mehr Spieler eigene Abenteuer für die Community produzieren werden. In Sachen Umfang führen die Community Level dazu, dass kaum ein Spiel Little Big Planet das Wasser reichen kann. Hunderte von Leveln stehen bereit und wurden teilweise sogar vom Entwickler selbst grafisch für den aktuellen Teil angepasst, sofern diese ursprünglich für den ersten oder zweiten Teil erstellt wurden. Darunter so hervorragende Kreationen wie ein Final Fantasy 7 Nachbau oder Bioshock und Dead Space Level.

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Die Popit Academy ist ausgezeichnet wenn man den Umgang mit dem Level Builder lernen will.

 

Die Schattenseiten von LBP 3

So toll die Welt von Bunkum auch geworden ist, so gibt es dennoch auch einige Schattenseiten. Der größte Kritikpunkt ist noch immer die Steuerung. Plattformer leben von einer präzisen Steuerung, über die LBP aber auch in der aktuellen Version nicht wirklich verfügt. Sprünge sind immer etwas vom Glück abhängig und generell wirkt die Steuerung etwas schwammig. Hat man sich jedoch daran gewöhnt, kommt man damit relativ gut zurecht. Mein persönlich größter Kritikpunkt hat mit einem Trailer zu tun, mit dem das Spiel beworben wurde. In diesem Trailer wurde gezeigt, wie vier Spieler Sackboy, Toggle, Swoop und Oddsock zusammen durch einen Level steuern und sich dabei mit ihren individuellen Fähigkeiten unterstützen. Diese Level existieren praktisch so gut wie gar nicht im fertigen Spiel. Vielmehr spielen alle aktiven Spieler den gleichen Charakter. Darüber hinaus ist die Verwendung der neuen Helden jeweils auf die Welt beschränkt, in der sie freigespielt wurden. Diese Limitierung war eine große Enttäuschung für mich.

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Egal ob Haupt- oder Nebencharaktere, alles ist sehr detailliert modelliert und sieht hervorragend aus.

 

Gewohnte Qualität

Wie bereits erwähnt, konnte Sumo Digital die Qualität der Vorgänger halten. Das Spiel sieht wirklich sehr gut aus und begeistert mit seinem verspielten Design. Hier haben sich die Kreativen des Studios wirklich ausgetobt. Der durchweg fröhliche Soundtrack unterstützte die kindlich vergnügte Atmosphäre ebenfalls und lässt Jung und Alt in das Geschehen eintauchen. Wer englische Sprachfassung aktiviert hat, kann zudem Dr. House persönlich in der Rolle von Newton erleben. Alles in allem, überzeugen Grafik und Sound auch wenn im Test zweimal kleine Pop-ups auftraten.

 

Fazit:
Sumo Digital hat es geschafft die Reihe würdig fortzusetzen. Die neuen Charaktere sind spaßig zu spielen und gut in das Design integriert. Das man allerdings nicht frei entscheiden darf wann man welchen der Charaktere steuern möchte ist mehr als schade. Wer allerdings schon immer mal eigene Level erstellten wollte in Little Big Planet bekommt ihr hier mit der Popit Academy einen leichten Einstieg in die Materie. LBP 3 ist daher allen Fans der Vorgänger sehr zu empfehlen und auch Neulinge werden hier auf ihre Kosten kommen.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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