LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht – Test zum neuen Krieg der Klötzchensterne

LEGO! Ein Imperium in der Spielzeug- und seit langer Zeit auch in der Videospielbranche. Besonders die Legoversionen von großen Franchises sind als Videospiele besonders beliebt. Und auf dieser Schiene machte damals Lego Star Wars den Anfang. Nun kommt natürlich auch eine Legoversion vom neuesten Krieg der Sterne „Das Erwachen der Macht“, und wir haben mal für euch geklotzt statt gekleckert, um herauszufinden, wie sich der neueste Star Wars-Legomix so schlägt.

 

Ein paar Schritte zurück

Wer den aktuellsten Film der Star Wars-Reihe noch im Kopf hat, der wird beim Start des Spiels verwundert gucken, denn es startet zunächst mal mit dem Ende von „Rückkehr der Jediritter“. Die Schlacht auf Endor ist zwar als Prolog ganz nett, aber mal ehrlich, es gibt schon Lego-Spiele zu den alten Filmen, da brauchen wir hier nicht noch mal eine Mission dazu spielen. Sicher, alles Mögliche wird hier Tutorial technisch erklärt, aber die Erklärungen reißen auch dann nicht ab, wenn wir die eigentliche Story von Erwachen der Macht erreichen. Egal, wie oft man eine bestimmte Sache schon gemacht hat, die Tipps werden immer wieder eingeblendet. Wie dem auch sei, einmal bei der Geschichte angelangt erzählt das Game wie gewohnt mit viel Humor die Geschichte von „Das Erwachen der Macht“ nach, von der Invasion der ersten Ordnung über Treffen von Finn und Rey bis hin zur finalen Schlacht auf der Starkiller Base. Dabei werden wirklich alle Stationen abgearbeitet, zwischen den Missionen, welche die Filmstory vorantreiben, kann man zwischendurch die Übergangsgebiete erkunden. So kann man den transparenten Legosteinchen direkt zur nächsten Hauptmission folgen, oder aber hier eine Sidequest erledigen, oder da einen goldenen Legostein entdecken. Entscheidet man sich für eine Hauptmission, muss man allerdings schon ein wenig Zeit mitbringen, denn diese sind schon ziemlich lang. Mal eben eine kleine Mission spielen ist da nicht drin, da muss man schon ein wenig Zeit für jede Mission investieren. Diese Spielzeit erhöht sich natürlich, wenn man alles im Level finden will und somit das ganze Gebiet bis aufs kleinste Detail erkundet. Was ebenfalls ein wenig übel aufstößt: JEDE neue Mission startet mit dem allseits bekannten Scrolltext. Bei Star Wars-Filmen laufen diese immer nur zu Beginn des Films, und das hätte hier auch so gehandelt werden sollen, nicht aber beim Start jedes Kapitels.

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Das Team ist bereit

 

Mehr vom Alten bitte

Star Wars, Harry Potter, Indiana Jones, Fluch der Karibik, Batman. Diese Filme wurden unter anderem bereits als Legospiel verwurstet. Und es klingt zwar negativ, ist aber nicht so gemeint, wenn ich sage: Sie spielen sich alle gleich, auch so „Das Erwachen der Macht“. Ihr lauft durch die Level, sammelt silberne, goldene und blaue Legoteilchen als Währung ein, bastelt hier und da etwas, um den Weg freizumachen und müsst den einen oder anderen Gegner aus dem Weg räumen. Es ist ein Prinzip, das schon beim ersten Legospiel so gut funktioniert hat, dass man daran eigentlich auch nicht rütteln braucht. Doch neben dem standardmäßigen Umherlaufen gibt es zahlreiche Passagen, die immer mal wieder frischen Wind ins Spiel bringen. Hier mal in einem Raumschiff eine Weltraumschlacht bestreiten, mit Rey einen Abhang hinuntersurfen, oder wie in einem Deckungsshooter auf die Sturmtruppen schießen. An manchen Stellen habt ihr eine Auswahl, was ihr aus dem Haufen Legosteinchen nun bauen wollt. Eine Option führt euch auf den richtigen Weg, die andere kann aber ein Geheimnis verbergen. Innerhalb der Level ist natürlich wieder einiges versteckt. Es gibt rote Legosteine, mit denen man zusätzliche Effekte freischalten kann. Ihr wollt, dass die Charaktere in hohen Stimmen reden? Kein Problem, wenn ihr den richtigen Stein findet und das Feature anschließend freischaltet. Dann gibt es noch 10 Minikits in den Levels versteckt. Diese sind allesamt gut versteckt, doch ihr werdet niemals beim ersten Durchspielen einer Mission alle 10 finden. Denn manche Kits kann man nur mit bestimmten Fähigkeiten erreichen, doch die dazu passenden Charaktere kommen in der Mission gar nicht vor. So müsst ihr im freien Spiel noch mal vorbeischauen, wo euch alle Charaktere zur Verfügung stehen. Dann könnt ihr auch alle 10 Kits einsammeln. Am Ende verrät auch ein Screen, wie viel ihr insgesamt eingesammelt habt. Als Belohnung könnt ihr insgesamt 3 goldene Steine pro Level erhalten. Einmal für alle 10 Minitkits, einmal, wenn ihr genug Geld eingesammelt habt und ein wahrer Jedi geworden seid, und schließlich, wenn ihr den roten Stein gefunden habt. Goldene Steine schalten wiederum eine Menge neue Missionen frei. Das war aber noch längst nicht alles an Sammelobjekten. Es gibt da noch die Kryo-Steine, die ihr in den Übergangsgebieten finden könnt. Mit ihnen schaltet ihr klassische Star Wars Charaktere aus den vorherigen Filmen frei. Dann könnt ihr die Missionen auch mit Luke Skywalker und Darth Vader erkunden. Nun erweckt all dies den Eindruck, dass es wirklich Unmengen an Aufgaben ist. Das ist zwar richtig, doch nach so vielen Jahren voller Legospiele zeigen sie deutliche Ermüdungserscheinungen. Die Hauptzielgruppe dürfte wohl die jüngere Zockerschaft sein, und für die ist das alles wirklich noch ein Erlebnis, aber es gibt nichts Superspezielles, was erfahrene Zocker, die bereits ein oder zwei Legospiele gespielt haben, vom Hocker reißt.

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Poe ist fertig zum Abflug

 

Gewohnte Qualität

Zur Optik muss ich doch wohl nun wirklich nichts sagen, oder? Die Filmszenen wurden in feinster Lego-Optik umgesetzt und werden Fans der bunten Klötze sowie Fans von Star Wars zufriedenstellen. Akustisch ist auch alles authentisch. Die originale Musik und die echten Sounds sind herauszuhören, die Stimmen sind ebenfalls die originalen Sprecher. Ja, die Lego-Spiele haben mittlerweile Sprecher. Das ist zwar schon eine ganze Weile so, und der ein oder andere dürfte gar nicht mehr wissen, dass die ersten Lego-Spiele komplett ohne Synchronstimmen ausgekommen sind. Daraus entstanden immer lustige Ansätze, wie wichtige storytechnische Infos übermittelt wurden. Dies ist mit einer Synchro nun nicht mehr nötig, dennoch ist der Humor wie schon erwähnt erhalten geblieben. Da die Stimmen aber die Texte aus dem Film fast 1 zu 1 nachsprechen, stehen sie im Kontrast zu den lustigen Szenen, die parallel laufen.

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Gemütlich am Kamin chillen können wir auch später noch

 

Fazit:

Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht ist ein weiterer Eintrag in die riesige Bibliothek der Lego-Lizenzspiele und reiht sich auch spielerisch in diese Kategorie ein. Man kann fast behaupten, wer ein Lego-Lizenzspiel gespielt hat, der hat alle gespielt. Das mag zwar stimmen, jedoch ist das Ganze so abwechslungsreich und humorvoll gestaltet, dass es Fans kaum stören dürfte. Vor allem jüngere Zocker werden auch bei diesem Teil ihre helle Freude haben. Bei wem aber schon bei vorherigen Lego-Spielen Ermüdungserscheinungen aufgetreten sind, der wird hier nichts Innovatives finden, was sein Lego-Feuer neu entzünden wird.

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Geschrieben von Maarten Cherek
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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