LEGO Jurassic World – Review zu den Plastik-Dinos

Dieses Jahr feiern die Dinos endlich ihr großes Comeback. Lange ist es her, als wir uns mit Jurassic Park beschäftigt haben. Passend zum neuen Film Jurassic World, darf ein Videospiel natürlich nicht fehlen. Allerdings nicht gewöhnlich als billige Umsetzung, sondern als LEGO Jurassic World aus dem Hause TT Games. Wie man es von den LEGO-Spielen gewohnt ist, gibt es eine Menge Inhalt, mit vielen lustigen Aktionen und den Originalschauplätzen der Filme. Doch können die LEGO-Dinos auch überzeugen? Wir haben uns nicht nur den neuen Film angeschaut, sondern auch das Spiel ausführlich für diese Review gespielt und sagen euch nun, ob sich ein Kauf lohnt oder nicht.

 

Eine weit entfernte Welt

Bereits im Hauptmenü bekommt man einen ersten Einblick von dem neuen Jurassic World. Doch das eigentliche Spiel beginnt dort, wo alles mit dem ersten Teil angefangen hat. So dürfen wir die berühmte Raptoren-Szene direkt am Anfang nachspielen. Nach dem Raptorenkäfig geht es weiter in die Wüste zu Dr. Alan Grant. Dort müssen verschiedene Dinoskelette geborgen und aufgebaut werden, um zu dem Hubschrauber für die Insel zu gelangen. Insgesamt 20 verschiedene Storymissionen warten darauf gespielt zu werden. Dabei werden alle vier Filme chronologisch nachgespielt. Nachdem man die ersten beiden Missionen erfolgreich gemeistert hat, geht es ab auf die Insel Isla Nublar. Von dort an kann man dann allerdings ein wenig Selbst entscheiden, ob man erst die “alte” Trilogie nachspielen möchte oder sich direkt in das Abenteuer vom neusten Teil wirft. Hier bietet TT Games dem Spieler einen großen Freiraum zu entscheiden, welchen Film man zuerst erleben möchte. Wie man es von LEGO-Spielen gewohnt ist, werden die Filmszenen nicht 1:1 nachgestellt, sondern die Entwickler verpassen dem Ganzen noch einen Hauch Slapstick inklusive Legosteine. Dabei werden die Charaktere in Form von LEGO-Figuren in das Spiel integriert und sind zusätzlich allesamt vertont. Durch den LEGO-Humor sticht vor allem bei Jurassic Park Jeff Goldblum mit seinem “Ego” heraus. Aber auch alle anderen Figuren kommen den aus den Filmen bekannten Schauspielern sehr nahe.

Das Spiel beginnt, wie der erste Jurassic-Park Film.

Das Spiel beginnt, wie der erste Jurassic-Park Film.

 

Elektrowaffen gegen Dinos

Nachdem man die ersten Minuten gespielt hat, wird man direkt merken, dass sich am grundlegenden Spielprinzip und am Gameplay nichts Großartiges verändert hat. LEGO-Veteranen finden sich sofort zurecht und auch alle Neulinge können in den ersten Levels von einer DNA auf dem Weg begleitet werden, um das Spielprinzip zu erlernen. Grundsätzlich gehen wir mit unserem Charakter durch die linearen bekannten Abschnitte. Die Spielumgebung besteht dabei komplett aus Legosteinen, welche man alle zerstören kann. Dies ist auch bitter nötig, denn ohne das Zerstören der Objekte kann man so manches Rätsel nicht lösen. Aber auch so mancher versteckte, goldene Legostein könnte sich in so einem Objekt versteckt haben.Die jeweiligen Charaktere besitzen zudem jeweils eigene Fähigkeiten, die man im gesamten Spiel immer wieder einsetzen muss. So hat der eine Held die Möglichkeit mithilfe eines Greifhakens Mauern zum Einsturz zu bringen. Der andere hat eine Elektrowaffe, mit der er die Dinos überwältigen kann. In den verschiedenen Abschnitten ist man nicht alleine und muss immer wieder zwischen den Figuren wechseln. Hierzu muss man unbedingt erwähnen, dass es jederzeit möglich ist, einen zweiten Spieler in das Geschehen und in die zweite Rolle einzubinden. Leider wird der Bildschirm dann in so mancher Situation einfach zu klein und die Bewegungen zu hektisch. Auch mit Jurassic World findet der lang ersehnte Online-Koop-Modus keinen Einzug in die LEGO-Reihe. Schade!

Die Interaktion mit den Dinosauriern ist wirklich genial.

Die Interaktion mit den Dinosauriern ist wirklich genial.

 

Immer das Selbe…

Doch man muss leider sagen, dass den LEGO-Spielen langsam die Puste ausgeht. Die Entwickler versuchen zwar immer wieder neue Aufgaben in die Reihe einzupflegen, richtig neu fühlt sich dabei allerdings nichts an. Der komplette Spielverlauf ist, unabhängig davon, ob man die Filme kennt oder nicht, komplett vorhersehbar. Immerhin gibt es im Verlaufe der Geschichte immer mal wieder die Möglichkeit auch die Dinosaurier zu spielen. Somit treten sie nicht nur als Gegner auf, sondern auch als spielbares Wesen.Auch die Dinosaurier verfügen über spezielle Attacken, die man sinnvoll einsetzen muss. Besonders spannend sind die Duelle zwischen den Sauriern. So wird der Kampf zwischen dem T-Rex und dem Spinosaurus aus Jurassic Park 3 auch komplett spielbar. Die Kämpfe sind zwar nur leichte Quick-Time-Events, bringen aber etwas Abwechslung in die Sache. Eine Mischung aus Puzzles, Quick-Time-Events und Koop-Elementen ist der Kerninhalt beim Gameplay. Und leider sind sämtliche Aufgaben immer dieselben. Sei es eine Rettung von Bauarbeitern oder verschiedene Rennen mit Fahrzeugen. Alle Aufgaben sind zu einfach und können innerhalb von wenigen Minuten erledigt werden. Dennoch ist es so, dass die Motivation immer gegeben ist. Denn durch die unendlich vielen freischaltbaren Objekte macht es immer wieder Spaß, weiterzuspielen. So können nicht nur verschiedene Figuren freigeschaltet werden, sondern auch Dinobauteile, die man dann in dem Creation-Center eigenständig zusammenbauen kann. So entstehen urwitzige neue Dinosaurierarten. Ein netter Spaß für zwischendurch.

Der T-Rex möchte halt nicht eingesperrt werden. Er braucht Freiheit!

Der T-Rex möchte halt nicht eingesperrt werden. Er braucht Freiheit!

 

Grand Theft Dino

Wie schon in den vorherigen LEGO-Titeln gibt es auch bei LEGO Jurassic World eine offene Spielwelt. Man kann sowohl Isla Nublar und Isla Sorna komplett erkunden und sich frei bewegen. Bereits nach den ersten beiden Missionen kann man sich für eine Insel entscheiden. Es besteht trotzdem jederzeit die Möglichkeit, die Inseln zu wechseln und somit auch die unterschiedlichen Filme zu spielen. Damit man auch weiß, wo man sich befindet, gibt es eine kleine Karte samt GPS-System, wie man es von einem großen Grand Theft Auto gewohnt ist. Ein Knopfdruck und der Wegpunkt ist gesetzt. In der gesamten Welt kann man sich verschiedene Vehikel kaufen und dann damit herumdüsen. Seien es verschiedene Motorräder oder die bekannten Jeeps. Die Steuerung bleibt allerdings weiterhin ein kleines Problem und läuft noch immer mehr schlecht, als recht.

Die Autofahrt aus Teil 1 darf natürlich nicht fehlen.

Die Autofahrt aus Teil 1 darf natürlich nicht fehlen.

 

Die technische Seite

Technisch gesehen bietet LEGO: Jurassic World nicht unbedingt die beste Optik. Ein Legospiel besteht zwar aus diversen eckigen Steinen, dennoch kann man im Jahre 2015 erwarten, dass die Texturen allesamt scharf und ordentlich sind und die Schatten nicht aussehen wie uralte Pixelblöcke. Immerhin sind die Charaktere, die beiden Inseln und die einzelnen Level sehr liebevoll gestaltet, sodass man nie das Gefühl bekommt, es sei ein richtiges Spiel. Der Sound kann sehr überzeugen. Denn alle Figuren wurden von ihren Originalsprechern, sowohl in Deutsch als auch in Englisch, vertont. Das sieht man in Lizenz-Spielen leider nur allzu selten. Auch der bekannte Titelsoundtrack fehlt nicht und ist an vielen Stellen präsent.

Was hat es mit dem neuen Dinosaurier auf sich?

Was hat es mit dem neuen Dinosaurier auf sich?

 

Fazit:

Eigentlich kann man alle LEGO-Spiele nur lieben. Doch irgendwann fehlt es auch den besten Spielen an Innovationen. Man kann LEGO: Jurassic World ungefähr mit Call of Duty vergleichen. Jedes Jahr dasselbe Gameplay mit einer anderen Story. Immerhin ist die Umsetzung vom “Jurassic Park”-Franchise so genial, dass man das Spiel unbedingt gespielt haben sollte. LEGO-Fans kommen vollständig in den Genuss eines weiteren gelungenen Teil.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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