Le Tour de France 2017 – Test zum berühmtesten Radsport Event der Welt

Vor Kurzem startete wieder einmal das wichtigste und größte Radsport Event der Welt, die Tour de France 2017. Wie in jedem Jahr radeln erneut rund 22 Profiteams aus aller Welt durch unsere Nachbarländer. Der Startschuss ist in diesem Jahr nach über 30 Jahren wieder in Deutschland, besser gesagt in Düsseldorf. Wie bereits in den letzten Jahren üblich, schickt, erneut Entwickler Cyanide und der französische Publisher Focus Home Interactive eine neue Umsetzung des Radsports in den Handel. Was sich zum Jahr davor veränderte und was alles gleich blieb, verraten wir euch im Test.

 

Gelb, Hauptsache Gelb!

Wie jedes Jahr treten knapp 200 verschiedene Fahrer aus aller Welt in Frankreich an, um zum schnellsten Radfahrer der Welt gekürt zu werden. Auf einer Gesamtlänge von 3540 Kilometern und 21 Etappen wird die 104. Tour de France vom 01. bis 23. Juli 2017 ausgetragen. Dabei messen sie sich in verschiedenen Etappen, die sie einmal quer durch Deutschland, Belgien, Luvemburg und Frankreich und an die menschliche Belastungsgrenze bringen. Nur wer absolut topfit ist und seine Kräfte wohldosiert, wird am Ende siegen. Nach über 25 Jahren geht es für die Profis auch wieder auf alle fünf Bergetappen in Frankreich. Auch in diesem Jahr sind Entwickler Cyanide dafür zuständig, ein authentisches Videospiel umzusetzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich allerdings nicht allzu viel geändert. Wer gleich in die Vollen gehen möchte, sollte direkt mit der Tour starten. Hier steuert man eines der 22 Teams und nimmt an der Tour de France 2017 und somit an allen Etappen teil. Im Profiteam übernimmt man die Rolle des Managers und ist dafür zuständig, den Wünschen der Sponsoren nachzugehen, Verträge mit den Sportlern zu unterzeichnen und diese so gut zu trainieren, dass sie möglichst eine große Rolle im Wettkampf der Tour de France spielen. Dies ist quasi das Kernstück im gesamten Spiel. Des Weiteren gibt es noch einen Herausforderungsmodus, in dem man unterschiedliche Abfahrten bewältigt und dafür je nach Schnelligkeit Bronze-, Silber- oder Goldmedaillen erhält. Wer möchte, kann jede Etappe in Echtzeit oder in verkürzter bis zu 16fach beschleunigter Fassung spielen und ggf. einzelne Bereiche gar vollständig überspringen. Wenn man zum ersten Mal auf dem Fahrrad steht, sollte der Trainings-Modus als Erstes angeschaut werden. Hier werden die eigentlichen Grundlagen des Spieles genauer vorgestellt und erläutert. Im Editor werden die Fahrer jetzt nicht nur mit einem neuen Namen versehen, sondern können auch individuelle Attribute erhalten. Den geänderten Satz kann man allerdings nur in die MyTour mitnehmen und dort ausfahren.

 

Schnell ist nicht gleich Erster

Die größte Aufgabe der Radfahrer bei der Tour de France ist es, möglichst schnell alle Etappen abzufahren. Doch es gewinnt nicht gleich der, der am schnellsten in Pedale tritt. Es gehört schließlich auch dazu, seine Kräfte richtig einzuteilen, um das Ziel überhaupt zu sehen. Dieses Gefühl wird von dem diesjährigen Titel noch einmal bekräftigt und in ein paar Punkten noch realistischer umgesetzt. Am eigentlichen Grundprinzip mit den bekannten Ausdauer- und Kraftanzeigen hat sich nichts verändert. Die blaue Anzeige regeneriert dabei die Ausdauer und die rote die Kraftreserven. Diese müssen per Knopfdruck klug eingesetzt werden, um die Kräfte im richtigen Moment zu regenerieren. Im Laufe der Rennen leiden sowohl die Kraft als auch die Ausdauerreserven drastisch. Denn wie eingangs erwähnt, nur wer seine Kräfte richtig einteilt, kann am Ende auch gewinnen. Bei Bergabfahrten sollten die Pedale am besten nicht getreten werden. Dafür sollte man eher die Aerodynamik nutzen oder sich in den Windschatten eines Vordermannes setzen, um dann für die nächste Bergauffahrt genügend Kraft zu haben. Durch einen Knopfdruck positioniert man sich an das Hinterrad des Vordermanns und kann so in seinem Windschatten Kraft einsparen. Neben diesen taktischen Möglichkeiten gibt es im Spiel noch weitere Funktionen sich an die Spitze zu setzen. Via Funksprüche ans Team kann man seinem Rennstall im Laufe des Rennens diverse Befehle geben, um auf verschiedene Situationen im Spiel reagieren zu können. Auch die Teammitglieder sollten natürlich den Windschatten der Gegner mitnehmen. Wenn diese mal nicht auf einen Befehl hören möchten, kann man diese auch selbst steuern und an die Spitze zurückbringen. Jedes Mitglied besitzt jedoch individuelle Ziele, die im jeweiligen Rennen erreicht werden sollen. Natürlich ist jeder Fahrer auch mit unterschiedlichen Fähigkeiten verstehen und auch die Tagesform kann unterschiedlich sein. All dies sind die kleinen Managerfeatures, die nicht nur im Tour-, sondern auch im Profiteammodus für reichlich Motivation sorgen. Letztendlich fallen die Neuerungen allerdings nicht sehr stark ins Gewicht. Richtig etwas von den Verbesserungen in der Kurventechnik oder gar bei der Kraftanzeige haben wir allerdings nicht verspürt.

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Jeder Radprofi kämpft um das gelbe Trikot.

 

Deutschland ist auch dabei

Etwas an der Grafik wurde ebenfalls geschraubt, wodurch das Spiel zwar nicht merklich besser oder detaillierter aussieht, dafür wurden die Einblendungen und das HUD modernisiert. Es bleibt weiterhin sehr realistisch, wenn alle 200 Fahrer aus aller Welt auf einmal dargestellt werden und losfahren. Die Umgebungen sind weiterhin teilweise trist dargestellt, Düsseldorf feiert dafür seinen verdienten Einstand auf gutem Niveau. Da wären zum einen die Rheinkniebrücke oder auch der Rheinturm, die nicht nur im Hintergrund aktiv für die entsprechende Stimmung sorgen. Leider tauchen hier allerdings auch vermehrt Popups im Hintergrund auf, was in der heutigen Zeit bei dieser generellen Optik eigentlich nicht mehr der Fall sein dürfte. Die Zuschauer am Straßenrand werden mit einem Unschärfeeffekt verdeckt, wahrscheinlich deshalb, weil die Animationen sonst noch mehr nach Robotern aussehen. Immerhin wirkt das Geschwindigkeitsgefühl dadurch echter. Aber nicht nur in der Stadt mit den vielen Menschen gibt es viel Tempo zu sehen, auch bei einer Bergabfahrt spürt man regelrecht den Fahrtwind im Gesicht. Die Soundkulisse ist weiterhin in Ordnung, die Zuschauer jubeln mit den Fahrern, auch wenn hier einige Sprüche ziemlich schlecht eingesprochen wurden, der Fahrtwind peitscht in unseren Ohren und der Teamfunk wirkt authentisch.

 

Positiv:

Taktisches und authentisches Spielgefühl inkl. modernerem HUD
Verschiedene Spielmodi inkl. Managerfeatures spiegeln die komplette Tour de France 2017 inkl. allen neuen Etappen dar
Großteil der Teams sind lizenziert, können aber über einen Editor auch individuell angepasst werden
Der 2-Spieler Koopmodus via Splitscreen ist erneut mit an Bord

Negativ:

Allgemein gibt es kaum Neuerungen, die man merklich beim Spielen spürt
Technisch hat sich leider nur wenig verbessert (Popups und Unschärfe-Effekt auf den Zuschauern vorhanden)
Strecken größtenteils noch immer detailarm
Zuschauerjubel wirkt ab und an komplett daneben synchronisiert
[testimonial_slider][testimonial image_url=”58913″ image_width=”180″ image_height=”180″ name=”Tobias Liesenhoff, Chefredakteur”]

“Im direkten Vergleich zum Vorgänger hat sich leider nicht sehr viel getan. Zwar wurde an einigen Ecken und Kanten natürlich etwas mit der Feile gefeilt, stark auf das Gameplay wirkt sich dies aber nicht aus. Das Spiel kommt mit seinem gleichen, funktionierenden Spielprinzip daher, baut dieses aber nicht mit neuen Spielmodi, einer besseren Technik oder gar komplett neuen Features aus. Dies machen andere Sportreihen, die jedes Jahr einen Ableger erhalten, um einiges besser. Trotzdem ist das Spiel bei Weitem kein Totalausfall. Denn dank der Kraft- und Ausdaueranzeigen weiß die Tour de France auch 2017 wieder zu fordern und modernisiert sich dank neuerem HUD. Düsseldorf wurde genauso gut auf die PlayStation umgesetzt, wie die fünf Bergetappen in Frankreich. Schlussendlich werden alle Radsportfans erneut auf ihre Kosten kommen.”

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Ab in die Sammlung?

Wer bereits Tour de France 2016 auf der PS4 besitzt, sollte sich einen erneuten Kauf gut überlegen. Außer den neuen Etappen hat sich spielerisch kaum etwas getan.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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