Layers of Fear: Inheritance – Test zum DLC des verrückten Künstlerhauses

In Layers of Fear spielten wir einen verrückten Künstler, der den Bezug zur Realität verloren zu haben schien. Er war schizophren, seine Beine machten ihm zu schaffen und er litt unter den Blessuren seiner Frau, die sie sich bei einem Kaufhausbrand zuzog. Doch im jetzigen DLC tritt seine Tochter, die ihm damals entzogen wurde, ins Rampenlicht: Mit ihr erkundet ihr erneut das geisterhafte Anwesen der Familie, um neue Details zu erfahren und die schlimme Kindheit zu verarbeiten. Ob der DLC ein würdiger Epilog des Hauptspiels ist? Das erfahrt ihr in diesem Test!

 

Rückkehr ins manische Elternhaus

Wir betreten das ehemalige Elternhaus als Tochter des Künstlerpaares. Nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, eröffnet sich uns ein Bild des Schreckens: Das komplette Anwesen ist halbwegs zerfallen und wirkt so, als wäre dort Jahrhunderte lang keine Menschenseele mehr gewesen. Doch begehen wir ansonsten wirklich das gleiche Haus, das wir auch im Hauptspiel erkundet haben? Nein! Im DLC finden sich völlig neue Räume wieder, die es zuvor nicht gab. Während des gesamten Spiels finden wir neue Notizen und neue Hinweise, die jeweils auf verschiedene Enden (wie auch schon im Hauptspiel) hinarbeiten. Doch statt wie im ersten Teil wird die Geschichte nun nicht nur über die Notizen erzählt, sondern durch Rückblenden. Im Haus erleben wir ständig Rückblenden aus der frühen Kindheit, in denen wir die Stimme des Vaters hören und visuelle Visionen erfahren. Diese emotionalen Rückblenden scheinen die Tochter mitzunehmen, weshalb auch ihr skurrile Dinge im Haus widerfahren.

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Huch!

 

Schrecksekunden

Natürlich darf es auch im DLC nicht an gruseligen Momenten fehlen, bei denen man sich teilweise erschrickt. Wie schon im Hauptspiel ist die Story nicht mit stumpfen Jumpscares gespickt, sondern mit abwechslungsreichen Schockeffekten bestückt. So durchsuche ich in einem Moment einen Raum, bis mir in der Ferne ein Hund auffällt, der sich langsam auf mich zubewegt. In dieser Sekunde habe ich mich so erschrocken, dass ich wie gebannt auf den Hund starren musste, bis diese durch mich hindurchlief. Durch kleine, aber feine Erschrecker spielt Inheritance ebenso wie das Hauptspiel mit der Psyche des Spielers. Allerdings betrete ich im Herrenhaus ab und an viel zu dunkle Räume, sodass ich nichts sehen kann, was eher hinderlich als gruselig ist. Des Weiteren sind im DLC die Erschrecker vorhersehbarer als im Hauptspiel. Für das Durchspielen des DLCs habe ich viel weniger Zeit gebraucht, als es beim Hauptspiel der Fall war. Allerdings kostet der DLC nur 5 €, womit die kürzere Spielzeit gerechtfertigt ist.

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Ich seh nix…

 

Alles bloß Erinnerungen

Aus der Sicht der Tochter durchstapfen wir das Haus ab und an in unterschiedlichen Altersklassen: Manche Rückblenden erleben wir als kleines Kind, dementsprechend findet das Geschehen auf einer anderen Augenhöhe als zuvor ab. Um die kindliche Sicht zu verstärken, wurde auf den Fischaugeneffekt gesetzt. Zudem bewegen wir uns mit der Geschwindigkeit eines kleinen Kindes. Im Haus finden sich nun viel mehr kindliche Motive, wie mit Wachsmalstiften bekritzelte Klaviertasten, die es zu entdecken gibt. Mehr und mehr versteht die Tochter ihren Vater und ihr wird klarer, dass er es nur gut mit ihr gemeint hat. Zu dieser Erkenntnis kommen wir aber größtenteils nur durch die Rückblenden, Rätsel gibt es eher weniger. Während ich durch das Haus streife, fällt mir das wirklich detaillierte Design auf, durch das das Erkunden des Hauses Spaß macht. Schade ist auch hierbei, dass man das Haus nicht VÖLLIG frei erkunden kann, sondern sich an einer vorgefertigten Route orientieren muss.

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Wir spielen die Tochter aus der Sicht eines Kleinkindes

 

Fazit:

In Inheritance gibt es von allem weniger: weniger gute Erschrecker, weniger Story, weniger von allem. Das Spiel ist nur für Spieler geeignet, die nach dem Hauptspiel immer noch nicht genug von Layers of Fear kriegen können und unbedingt neue Details zur Story haben möchten (die allerdings nicht wirklich bahnbrechend sind). Trotz dessen passen sich die Grafik und das Feeling an das Hauptspiel an, weshalb es für nur 5 € kein Fehlkauf ist.

 

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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