Last Days of Lazarus

Test zum schaurig schönen Familiendrama

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Releasedatum: 22. Juni 2022

Genre: Abenteuer, Indie

USK: keine Freigabe

Publisher: GrimTalin

Plattformen: PC

Last Days of Lazarus ist ein Abenteuerspiel mit Horrorelementen und übernatürlichen Phänomenen. Kurz vor Weihnachten erreicht den titelgebenden Protagonisten Lazarus ein schrecklicher Anruf: Seine Schwester Lyudmila teilt ihm aufgebracht mit, dass sich ihre Mutter im Wandschrank erhängt hat. Widerwillig und viel zu spät kehrt Lazarus in seine längst verdrängte Vergangenheit zu seiner Schwester in das postsowjetische Rumänien zurück und deckt dort erschreckende und spannende Familiengeheimnisse auf. Das Spiel ist momentan nur auf Englisch verfügbar und wurde von GrimTalin veröffentlicht und entwickelt. Der Titel wurde u.a. mit Best Romanian Game 2021 ausgezeichnet.

 

Story und Spielweise von Last Days of Lazarus

Spieler*innen steuern Lazarus in der Egoperspektive. Durch ihn gilt es einfache Rätsel zu lösen, die aus Sammeln und Anwenden bestehen, jedoch nicht immer sinnvoll erscheinen. Das Spiel startet, nachdem Lazarus nach einigen Erledigungen zu Lyudmila in die Wohnung von ihr und ihrer Mutter Martha fährt. Doch seine Schwester ist auf dem Friedhof, währenddessen sieht er sich allein in der Wohnung um. Einige Türen sind verschlossen, andere klemmen und plötzlich hört und sieht er seltsame Dinge. Als ihn daraufhin ein Anruf von seiner Schwester ereilt, die ihm mitteilt, dass sie noch immer beim Friedhof sei, beschließt Lazarus, dort hinzufahren.

Doch auf dem Weg zum Friedhof begegnet ihm der umgestürzte Bus, der sie eigentlich nach Hause hätte bringen sollen. Überall liegen Leichen und sogar tote Soldaten. Das Einzige, was übriggeblieben ist, sind seltsame Botschaften, die die Anwesenheit eines Generals Zotovs belegen, der für das Chaos verantwortlich zu sein scheint. Der General will alle Mönche vor Ort töten lassen. Da Lazarus nun in diese seltsame Begebenheit verstrickt scheint, hilft er einem Fremden, der gegen Zotov und seine Handlanger agiert, ein Kampfschiff zu versenken.

Nach dieser ungewöhnlichen Begegnung kommt er zurück in Lyudmilas Wohnung, wo er die scheinbar Verschollene plötzlich antrifft. Doch seine Schwester benimmt sich seltsam, verbarrikadiert sich im Badezimmer und als sie Lazarus nicht hereinlassen will, bricht dieser die Tür auf und findet sie mit eingeschlagenem Schädel nackt in der Badewanne wieder. In diesem Moment taucht eine Freundin von Lyudmila auf: Die Journalistin Laura, die Lazarus helfen will, den Mord an seiner Schwester aufzuklären.

Der Tod von seiner Schwester führt Lazarus hinein in eine spannende Familiengeschichte voller Geheimnisse.

 

Darf ich vorstellen: Mein neuer Mitbewohner, die dämonische Kreatur aus einer anderen Welt

Von da an beginnt die Geschichte ihren verrückten Lauf zu nehmen. Denn während das erste Kapitel einen in dem Glauben lässt, zu wissen, wohin das Spiel einen führen will, kommt daraufhin alles anders. Zu Beginn gibt es bekannte, schaurige Schockmomente, dämonische Kreaturen tauchen auf und die tote Mutter fällt einen an. Das passt auch zu dem übergläubischen Haushalt, in dem sich Lazarus wiederfindet und wo auch mehrere, gruselige Puppen herumliegen. Alles deutet auf ein Horrorspiel hin, in dem man den Mord an der eigenen Schwester aufdecken soll, während finstere Kreaturen in allen Ecken lauern und man sich der ständigen Gefahr ausgesetzt sieht, ohne zu wissen, wo genau sie lauert.

Aber nein, in diese Richtung führt uns Last Days of Lazarus nicht. Stattdessen bekommen wir in acht Kapiteln und einem Prolog und Epilog eine wahnwitzige Geschichte erzählt, die sich zwischen Lyudmilas Wohnung und Schauplätzen im Freien abwechselnd abspielt. Alle Außeneinsätze haben irgendetwas mit Gräbern und dem Tod zu tun. Auch in der Wohnung geht es um den Tod. Denn nachdem Lyudmila gestorben ist, liegen plötzlich überall diese dämonischen Wesen mit Klauen herum und blutige Ekzeme befinden sich an den Wänden. Von da an gehören sie einfach dazu. Überall, wo Lazarus geht und steht, blutet, tropft und pulsiert es, ausgehend von diesem dämonischen Bösen – aber es ist normal. Das Dämonische ist nun sein neuer Mitbewohner.

Auch als der Boden im Wohnzimmer einstürzt und Lazarus Zugang zu den Untermietern erhält, findet er zwei Leichen übersät von dämonischen Wucherungen. Doch für Lazarus zählt nur eins: Den Mörder auch dieser beiden Menschen zu finden. Es ist beinahe so, als ob diese greifvogelartigen Kreaturen, die aus den Leichen hervorquellen, für ihn nicht existieren würden. Sie sind zwar da, aber für ihn ist klar, dass es einen menschlichen Mörder geben muss, der dafür verantwortlich ist. Lazarus kommt gar nicht auf die Idee, anzunehmen, dass dieses dämonische Etwas für einen Mord verantwortlich sein könnte. Der Dämon ist ja schließlich sein Mitbewohner geworden, der kann es nicht gewesen sein.

Nachdem man sich also mit dem gruseligen Übel aus Kapitel eins irgendwie arrangiert hat, verliert das Spiel zwar seinen Furchtfaktor, es gewinnt aber an überraschenden Wendungen hinzu. Denn nach Dämonen tauchen plötzlich auch göttliche Kräfte auf, mit denen Lazarus‘ Vater in Verbindung zu stehen scheint. Der ist zwar seit Ewigkeiten fort gewesen, spielt aber in Lazarus‘ Ermittlungen eine wichtige Rolle. Ebenso zentral sind postkommunistische Nachrichten und Verschwörungserzählungen über eine nahende Apokalypse, die TV-Geräte und Radios vermitteln. Wie das Alles zusammenhängt, müssen Spieler*innen selbst herausfinden.

Der Tod lauert zwar überall, aber für Lazarus sind die Dämonen zu Mitbewohnern geworden.

 

Treffen sich eine biblische Figur, ein russisch-orthodoxer Priester und ein kubanischer Totengräber in Rumänien …

Neben der Story und der Atmosphäre, die als Zwischending von gruselig und ungewollt komisch beschrieben werden können, sind es vor allem die Charaktere, die noch erwähnt werden müssen. Lazarus findet sich in einem streng russisch-orthodox-gläubigen Haushalt wieder, dem er eigentlich entflohen war, um seiner Schwester ein neues Leben zu finanzieren. Lyudmila will in die Ukraine reisen, braucht hierfür aber spezielle Papiere. Anstatt auf ihren Bruder zu hoffen, hilft sich Lyudmila selbst und bricht dabei zugleich aus den Vorgaben ihrer gläubigen Mutter aus. Sie prostituiert sich. Zwar wird sie erpresst, aber in Briefen, die sie ihrem Bruder hinterlassen hat, wird deutlich, dass sie das freiwillig getan hat. Das ist ein bemerkenswerter Einblick, der so nicht zu erwarten war.

Ebenso einen Einblick in das gläubige Rumänien gibt die Rolle von Father Abraham, einem Priester, der die bösen Dämonen aus der Wohnung von Lyudmila vertreiben will. Er steht zwar nach deren Tod immer in der Wohnung herum, kann aber nicht verhindern, dass unsere neuen Mitbewohner sich weiter ausbreiten. Auch hier wird über Audiobeiträge verraten, dass Father Abraham kein Unschuldslamm ist, sondern sich trotz Eheverbots eine Frau geholt hat. Am Ende ist es er, der Lazarus in die Richtung lenkt, um mehr über seinen Vater herauszufinden, doch dabei taucht Lazarus in ungeahnte Tiefen ein, die ihn selbst in Glaubenskrisen stürzen. Leider lässt das Spiel hier keine Entscheidungsmöglichkeiten offen, Lazarus kann sich nur dafür entscheiden, dem Bösen zu entsagen und sich Gott zuzuwenden. Das ist schade, da er sich doch bereits mit dämonischen Mitbewohnern abgefunden hatte.

Sehr seltsam reihen sich auch die Sequenzen ein, in denen Lazarus auf einen kubanischen Totengräber trifft. Stets von seiner Gitarre begleitet, hat er General Zotov den Kampf angesagt und tötet dessen Soldaten. Er will sie allerdings nicht einfach nur erschießen, weshalb er sich interessante Foltermethoden einfallen lässt. Während eines seiner Opfer seine Axt zu spüren bekommt, wird einem anderen eine Kreissäge auf die Brust geschnallt. Obwohl der seltsame Fremde uns zu helfen versucht, hat Lazarus allerdings nichts Besseres zu tun, als einem der mordlustigen Soldaten zu helfen und ihm eine Waffe zu geben. Zum Glück konnte das sein kubanischer Freund noch verhindern, denn das wäre selten dämlich gewesen, selbst für jemanden, der Dämonen seine Wohnung untervermietet. Doch als ob das nicht schon genug Probleme wären, treffen die Beiden auch noch auf Drohnen mit vier Armen, die für General Zotov arbeiten. Auch dieses Storyelement kam überraschend und macht die Geschichte von Last Days of Lazarus zwar verwirrender, aber auch einzigartig.

Last Days Of Lazarus ist voll von interessanten Charakteren.

 

  • Last Days of Lazarus – Test zum schaurig schönen Familiendrama
    Fazit zu Last Days of Lazarus

    Für mich war das Spieleerlebnis von Last Days of Lazarus mal etwas Anderes. Ich hatte zu Beginn mit einem typischen Horroradventure gerechnet, wurde aber in dieser Hinsicht enttäuscht. Stattdessen hat sich vor mir eine überraschende und ziemlich verrückte Geschichte aufgetan, die immer abstruser wurde, je weiter ich die einzelnen Storyfetzen aufgesammelt habe. Teilweise fehlte mir dabei die Kohärenz und eine sinnige Erklärung, aber ich hatte insgesamt sehr viel Spaß beim Durchspielen. Für die Rätsel kann ich nur den Tipp geben: Häufiges Zurücklaufen hilft!

    Ann-Kathrin Günther, Redakteurin

 

Positiv:

Vielschichtige Geschichte
Überraschende Wendungen und Plottwist am Ende
Verrückte Charaktere, deren Intentionen nicht sofort durchschaut werden

Negativ:

Manchmal unverständlich, warum Gegenstände so genutzt werden sollen und wie sich die Geschichte entwickelt
Leider sehr schnell abklingende Schauerwirkung

Ab in die Sammlung?

Wer Abenteuerspiele sucht, die keinen markerschütternden, aber dafür faszinierenden Mix aus Unwohlsein und Faszination für das Übernatürliche hervorrufen, dem ist Last Days of Lazarus wärmstens zu empfehlen.

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Geschrieben von Ann-Kathrin Günther
braucht kein Buch, sie hat schon eins.

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