Landwirtschafts-Simulator – Review zum ersten Simulator auf Konsole

Einmal im Leben selbst den Traktor fahren und für unsere Nahrung sorgen. Das ist die Aufgabe der Landwirte, die durch Felder und Tierzucht ihr Geld verdienen. Doch bis man selbst ein guter Landwirt mit vielen Kunden wird, ist es ein langer Weg. Diesen Weg können wir nun endlich auch auf den heimischen Konsolen erleben. Mit dem aktuellen Landwirtschafts-Simulator, bringt Giants Software die altbekannte PC-Version nun endlich auch für die aktuelle Konsolengeneration heraus. Ob die Version auf den Konsolen genauso gut oder gar besser ist, könnt ihr jetzt bei uns im Test lesen.

 

Frühes Aufstehen muss leider sein

Jeder Simulator gibt euch die Möglichkeit zu zeigen, was man im echten Leben machen muss. Von diesen Simulatoren haben wir schon viele verschiedene gesehen. Jedes Mal stellt sich die Frage: Warum muss nun ausgerechnet zu jedem Job ein Simulator auf den Markt komme? Doch der mittlerweile weltweit erfolgreiche Landwirtschaft-Simulator bringt die Entwickler auf die Idee, nun auch die Konsolen mit einem Ableger der Reihe zu versorgen. Das altbekannte Spielprinzip bleibt dabei das Selbe und bietet uns die gleichen Möglichkeiten, die man schon vom PC kennt. Wir sind ein Landwirt, der seine eigene Farm führt und versucht möglichst viel Geld zu erwirtschaften, um weiterhin leben zu können. Dies erledigen wir, indem wir unsere Tiere und Felder pflegen und die fertigen Produkte oder Rohstoffe an andere Betriebe und Partner verkaufen. Dies soll möglichst realistisch wirken und dem echten Leben nachempfunden sein. Eine richtige Story steckt allerdings nicht dahinter und so wirken manche Aufgaben völlig belanglos. Eine kleine Familiengeschichte, die auch Hintergründe vom Hof zeigt hätte sehr gut in das Ambiente gepasst. Mit verschiedenen Fahrzeugen, die uns nicht alle von Anfang an zur Verfügung stehen, gehört es nun zum Alltag die Felder zu bewirtschaften. Für bestimmte Aufgaben brauchen wir allerdings auch neue Fahrzeuge. Diese finden wir nicht einfach auf der Straße, sondern müssen diese kostenpflichtig erwerben. Dafür gibt es einen eigenen inGame-Store, den wir jederzeit per PDA besuchen können um das im Spiel erarbeitete Geld in neue Maschinen investieren. Stichwort PDA: Unser Landwirt hat die Möglichkeit jederzeit auf sein PDA zu schauen, um das Wetter aufzurufen, die Landkarte mit den einzelnen Feldern zu sehen und um die erwähnten Fahrzeuge zu kaufen. Auch die Auftragsziele stehen einem dort noch einmal zur Verfügung. Übersichtlich gestaltet ist aber etwas anderes. Die Menüpunkte sind völlig unsortiert und man findet sich nur schwer zurecht. Dadurch macht auch das Shoppen von neuen Fahrzeugen nicht so viel Spaß und bringt einem schnell dazu, das Einkaufen wieder zu lassen.

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Open World auf einem Bauernhof?

Ähnlich wie bei GTA oder Saints Row sind wir ein Spieler, der sich auch außerhalb der Traktoren frei bewegen kann, um so die anderen Fahrzeuge zu steuern. Direkt zu Beginn haben wir zwei Optionen die Welt zuwählen,  in der wir unsere Farm leiten wollen. Wer sich gar nicht mit Bauernhöfen auskennt, wird schnell merken, dass das Szenario nicht einfach zu verstehen ist. Dafür gibt es die Möglichkeit, einige Tutorials zu absolvieren, die einem vor dem Spiel angeboten werden. Diese sind einfach und gut erklärt für Neueinsteiger. Haben wir den Dreh einmal raus, beginnt der Kampf gegen den Schlaf. Felder auf und ab zu fahren macht nur dann Spaß, wenn es auch schnell geht. Mit weniger als zehn Kilometer pro Stunde, ist es wirklich eine Qual und man muss hoffen, dass man nicht einschläft. Schneller geht es aber auch nicht, da die Tempovorgaben nicht überschritten werden dürfen. Auch der Abwechslung fehlt es gewaltig. Einzig wenn man mal den Pflug oder die Saat-Maschine rausholt, kommt ein wenig Abwechslung auf. Es bleibt aber leider nur bei “ein wenig”! Das einzig Positive daran ist, dass es sich hierbei um eine Simulation handelt und es im echten Leben auch sehr lange dauert. Der Inhalt der Konsolenfassung weitesgehend gleich mit der PC-Fassung, einen kleinen Unterschied gibt es allerdings doch. Die Konsolenfassung bekommt nämlich die US-Erweiterung mit dazu, die eine neue Farm, sowie eine neue Karte beinhaltet. Allerdings musste der Koop-Modus für die eigene Onlinefarm weichen. Diesen findet man leider nicht mehr mit auf der Disc. Genau so etwas ist schade, da besonders dieser Modus eine tolle Neuerung der Reihe war und auf der Konsole nun komplett fehlt.

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PC-Portierungen sind nicht immer gut

Die Umsetzung des Simulators ist nicht gut gelungen. Man nehme eine PC-Software, die ausschließlich für den PC entwickelt wurde, und packt diese auf eine Konsole. Hört sich im ersten Moment wie eine technische Katastrophe an, ist es aber nicht. Denn Giants hat die Steuerung genau auf ein Gamepad angepasst und bietet uns somit ein besseres Spielerlebnis. Die alte und schwache Grafik wurde allerdings beibehalten und sieht auch auf der Konsole schlimm aus. Besonders auf einem großen LED-Bildschirm kann man sich schnell mal fragen, was der ein oder andere Gegenstand zu bedeuten hat, der gerade in der Welt herumsteht. Auch der Sound und die Physik sind mehr als unterdurchschnittlich. Wenigstens hier hätte man bei einem Vollpreistitel etwas mehr Arbeit erwarten können. Abgesehen von der sehr schwachen Technik, macht sich das Spiel letztendlich doch besser als auf dem PC. Die flüssigere Steuerung und die einfachere Bedienung lassen den Spieler nicht mit einer Frustattacke ins Krankenhaus einliefern. Denn dort punktet das Spiel nämlich auf der Konsole.

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Fazit:

Für Fans von Simulatoren ist die Konsolenfassung vom “Landwirtschaftssimulator” ein nettes Spiel für zwischendurch, um die Wartezeit auf ein neues Topspiel zu verkürzen. Richtige Landwirte haben auf dem PC bereits die Erfahrung machen können und müssen somit auch nicht unbedingt zur Konsolenversion greifen. Konkrete Neuerungen gibt es nämlich keine und somit reicht die kostengünstigere PC-Fassung völlig aus.

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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