Landwirtschafts-Simulator 16 – Review zum Simulator auf der Vita

An Nachschub im Bereich Simulatoren mangelt es definitiv nicht. Giants Games versorgt auch diesmal wieder die Playstation Vita mit einer weiteren Inkarnation des Landwirtschafts-Simulators. Die Reihe hat eine erstaunlich große Fangemeinde und das sogar weltweit. Wie haben uns die portable Version mal etwas genauer angeschaut und verraten euch, ob sich der Landausflug für unterwegs lohnt oder nicht.

 

Lieber dem Gras beim Wachsen zuschauen

Ich denke, jedem sollte das grundlegende Prinzip der Landarbeit bekannt sein. Ihr pflügt Felder und bringt danach die Saat aus. Nach einiger Zeit sind die Felder dann voll mit Feldfrüchten aller Art und bereit zur Ernte. Also schnell in die Erntemaschine gewechselt und schon fahrt ihr gemütlich die Reihen ab, um die Ergebnisse eurer Arbeit zu ernten. Ist das Feld leer oder euer Ernter voll, müsst ihr die Ladung bei einem Laster loswerden. Dann steht euch nur noch die Lieferung bevor, denn nur wenn ihr die Ernte verkauft, erhaltet ihr Geld für neue Felder und Maschinen. Damit ist dann auch schon das gesamte Gameplay abgearbeitet. Mehr als dieses dreistufige, sich ständig wiederholende Gameplay bekommt ihr leider nicht. Ihr könnt die langweilige Arbeit allerdings noch langweiliger machen, indem ihr Landarbeiter anstellt. Diese übernehmen dann das Pflügen, Säen und Ernten. Hin und wieder müsst ihr noch eine Challenge bewältigen. Obwohl Challenge hier wohl nicht das richtige Wort ist. In den meisten Fällen müsst ihr nämlich lediglich eine bestimmte Pflanze oder ein bestimmtes Gemüse in ausreichender Menge abliefern. Das ist allerdings genauso spannend wie Gras beim Wachsen zuzuschauen. Wer übrigens immer schon erfahren wollte, wie es ist ein Traktor in Schrittgeschwindigkeit zu fahren, während hinter einem Autofahrer genervt hupen, ist hier genau richtig. Das ein Mähdrescher nicht wie ein Ferrari durch die Gegend rast ist ja verständlich, aber dass man die Fahrtgeschwindigkeit mit Zeitlupe verwechselt nicht.

Das Spiel setzt euch ohne Tutorial sofort in dieser Situation ab.

Das Spiel setzt euch ohne Tutorial sofort in dieser Situation ab.

 

35€ für pure Langeweile

Wenn es eine Art von Spielen gibt, die unbedingt Tutorials haben sollte, dann sind es Simulationen. Nicht zuletzt um dem Spieler alle Systeme und Abläufe beizubringen. Beim Landwirtschafts-Simulator 16 werdet ihr allerdings sofort ins kalte Wasser geworfen. Kaum seid ihr durch das Hauptmenü durchgekommen, sitzt ihr auch schon in einem Mähdrescher und sollt das erste Feld abernten. Zugegeben, das Spiel an sich ist so langweilig und eindimensional, dass man auch mit Trial and Error in Null­kom­ma­nichts alles begriffen hat. Trotzdem gehört ein Tutorial irgendwie dazu. Während der ersten Stunde wurde eines zudem sehr schnell deutlich: alles hier dauert unangemessen lange. Zum Start stehen euch nur drei Felder zur Verfügung. Das führt dazu, dass ihr die Vita getrost für mehrere Minuten weglegen könnt, bevor mal wieder etwas passiert. Gerade am Anfang verbringt ihr so extrem viel Zeit damit, einfach nichts zu tun. Viele Simulationen bieten hier die Möglichkeit die Geschwindigkeit ein wenig hochzuschrauben, um zum Beispiel das Pflanzenwachstum zu beschleunigen. Diese Option gibt es hier leider nicht, so bleibt euch nichts weiter übrig, als minutenlang zu warten. Dass die Funktion fehlt, ist ein großes Manko, da man diese fast schon als elementares Feature für Simulationen sehen kann. Das nächste Problem ist, dass man den Landwirtschafts-Simulator als Simulation kaum ernst nehmen kann. Dass Gameplay ist einfach viel zu simpel und anspruchslos, sodass ich mir manchmal gar nicht sicher war, ob man es überhaupt als Spiel werten kann.

Leider hilft die einbrechende Nacht nichts. Das Spiel sieht zu jeder Zeit furchtbar aus.

Leider hilft die einbrechende Nacht nichts. Das Spiel sieht zu jeder Zeit furchtbar aus.

 

Technik weit unter PSP Niveau

Der Landwirtschafts-Simulator ist ein wahrlich hässliches Game. Als jemand, der noch immer eine PSP besitzt und diese auch regelmäßig nutzt, muss ich sagen, dass die Grafik selbst hinter dem PSP-Standard zurückbleibt. Die Texturen sind extrem matschig und die Sichtweite ist ein echter Witz. Die Entwickler haben hier wahrscheinlich nicht einmal ein Zehntel der möglichen Leistung der Vita ausgenutzt. Der Sound könnte als neue Narkosemittel eingesetzt werden, da bietet jeder zweite Kaufhausfahrstuhl Besseres.

In dieses Untermenü mit Preisen verirrt ihr euch wahrscheinlich nur durch Zufall.

In dieses Untermenü mit Preisen verirrt ihr euch wahrscheinlich nur durch Zufall.

 

Fazit:

Ich persönlich bin generell kein großer Fan von Simulationen. Jedoch kann ich bei anderen Titeln des Genres zumindest nachvollziehen, was die Fans daran ansprechend finden. Hier muss ich allerdings sagen, dass mir bei dem fast kaum existenten Gameplay unbegreiflich ist, wie jemand lange genug wach bleiben kann, um die erste Stunde des Spiels zu erleben. Auf der Vita gibt es, sowohl was Gameplay, als auch Optik angeht, eindeutig Besseres. Man wiederholt stupide die immer gleichen Schritte ohne jegliche Herausforderung. Wer ein Hardcore Landwirt-Fan ist, wird wohl auch bei der Vita-Version zugreifen. Wer allerdings nur neugierig ist, sollte besser die Finger von diesem Spiel lassen. Hier bekommt man einfach zu wenig Gameplay in zu schlechter Qualität.

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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