Killing Floor 2 – Test des Zombie-Tsunamis

Noch ein Zombie-Survival-Spiel? Ich höre die Spieler schon wieder negativ denken. Doch mit Killing Floor 2 erschien in den letzten Tagen ein Zombiespiel, welches vor allem an Left 4 Dead von vor sieben Jahren erinnert. Damals gab es allerdings neben dem Überlebensmodus auch noch eine vollständige Kampagne mit kleineren Zielen und einer Geschichte. Dies fehlt in Killing Floor 2 leider. Macht es das Spiel aber dadurch gleich schlecht? Wir verraten es euch in unserem Test.

 

Charakterisierung macht Lust auf mehr

Einen Singleplayer gibt es zwar, dieser dient allerdings nur zur Einstimmung und zum Kennenlernen der Maps. Eine Geschichte mit tollen Zwischensequenzen suchen wir leider vergebens. Dies macht aber auch gar nichts, denn richtig Spaß macht es auch erst, wenn wir mit Freunden online gegen die Untoten kämpfen und überleben. Vor jedem Start können wir aus 14 verschiedenen Personen wählen und beliebig mit Waffen und Gegenständen ausrüsten. Zudem ist es möglich, den Charakter auch zu modifizieren und ihm eine Sonnenbrille oder einen Hut zu verpassen. So erhält die Persönlichkeit Einzug ins Spiel. Neben der Auswahl des Charakters müssen wir uns auch für eine von zehn Klassen entscheiden, die dann unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Daneben stehen zudem noch Infos zum Schaden der jeweiligen Waffe zur Verfügung. Je besser wir mit einer Klasse spielen, desto höher werden wir im Level und erhalten Vorteile. Darüber hinaus werden stärkere Waffen freigeschaltet, die uns stärker machen. Angefangen mit einer kleinen Pistole, enden wir später bei Sturmgewehren mit starker Munition. Die Vorteile und Fähigkeiten sind vor allem für die Bosskämpfe wichtig, denn nur mit einem vorher gut ausgestatteten Paket und einem guten Team lassen sich die dicken Viecher besiegen. Wer allerdings keine Lust auf das ganze Freispielen hat, der kann wahlweise gegen Echtgeld im Shop die passende Ausrüstung erwerben.

Die verschiedenen Karten bringen unterschiedliche Szenarien ins Spiel.

Die verschiedenen Karten bringen unterschiedliche Szenarien ins Spiel.

 

Verschiedene Arten von Zombies

Auf mehr als zehn unterschiedlichen Maps können wir aktuell nur den Spielmodus “Überleben” spielen. Die Karten sind allesamt detailreich und groß gestaltet. Auf jeder Map gibt es genügend Stellen, an denen man sich zurückziehen, aber auch schnell mal in der Patsche stehen kann. Dadurch entsteht ein gutes Grundgerüst zum Überleben. Besonders schön: Die einzelnen Maps spiegeln unterschiedliche Szenarien wieder. So sind wir mal auf einem Bauernhof, dann im Labor oder in einer Eislandschaft unterwegs, um den Untoten zu beweisen, dass wir die besseren sind. Es gibt zwar noch einen PVP-Modus, dieser wird allerdings kaum bis gar nicht gespielt, da das Balancing eine mittelschwere Katastrophe ist. Aus diesem Grund konnten wir den Modus auch kaum spielen, werten diesen in die Wertung allerdings voll mit ein. Denn wenn wir mal ein Match auf die Reihe bekommen, schließlich müssen insgesamt zwölf Spieler gefunden werden, dann endet es meist im totalen Chaos und in Ungerechtigkeit. Neben der Kartenauswahl stehen weitere Einstellungen, wie die Wellenanzahl und den Schwierigkeitsgrad, zur Verfügung. Eine große Anzahl an unterschiedlichen Monstern gibt es leider nicht. Trotzdem gibt es neben den Standardviechern auch noch besondere Gegner. Der Stalker ist unsichtbar und steht beim Angriff quasi direkt vor unserer Nase. Schießen wir vorher ungewollt auf einen, wird dieser aufgedeckt. Der Scrake kommt mit einer Kettensäge, auf einen zu und versucht uns in Stücke zu schlagen. Dazu kann es passieren, dass Gekreische der Zombies Schäden an uns anrichten. Dann gibt es noch den Bloat, der wie in Left 4 Dead dick ist und uns mit Zombieschleim anspuckt. Insgesamt ist die Gegner-KI gut gelungen, auch wenn natürlich es in einem Zombiespiel mehr um Masse geht. Trotzdem hat jede Klasse eine eigene Art der Vorgehensweise.

Ob wir diese Masse an Zombies überleben? Nur wer im Team spielt, hat eine Chance.

Ob wir diese Masse an Zombies überleben? Nur wer im Team spielt, hat eine Chance.

 

Grimme-Preis für Zombieabschlachtung?

Grafisch gewinnt Killing Floor 2 sicherlich keinen Grimme-Preis, die Level und Zombies sehen trotzdem recht gut aus. Tripwire hat einiges aus der alten Grafik-Engine herausgeholt. Einzig die Animation der Charaktere lassen zu wünschen übrig, der Rest ist stimmig. Besonders intensiv ist die Brutalität. Im Vergleich zu anderen Shootern rollen auf dem toten Flur Köpfe, Blutlachen liegen überall auf den Karten und Gedärme fliegen durch den ganzen Raum. Ungewöhnlich ist vor allem die ungekürzte USK-Freigabe. Wer bei Splatterfilmen schon zum Klo rennen muss, der sollte lieber die Finger von Killing Floor 2 lassen. Der gewählte Soundtrack passt besser wie die Faust aufs Auge und mit den diversen Rocksongs kommt erst so richtig Stimmung auf, wenn die Zombiemassen vor einem stehen und man ihnen überlegen ist.

Überall fliegt Blut durch die Gegend. Wer Splatter nicht mag, sollte lieber wegschauen.

Überall fliegt Blut durch die Gegend. Wer Splatter nicht mag, sollte lieber wegschauen.

 

Fazit:

Killing Floor 2 ist kein Vollpreistitel und deshalb ist es auch gar nicht so schlimm, dass es eine schmalere Auswahl an Karten und Waffen gibt. Der gebotene Umfang ist für die Art von Spiel ausreichend. Einzig der fehlende Singleplayer hätte gerne noch mit am Start sein können, dann wäre das Zombie-Paket gut abgerundet gewesen. Was uns allerdings gar nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass der PVP-Modus unspielbar ist. Wenn man schon weniger Inhalte hat, dann sollten diese auch funktionieren. Wer einen Shooter zum Onlinespielen mit Freunden sucht und nicht angeekelt vom Splatter ist, der sollte sich Killing Floor 2 unbedingt anschauen. Fans von Left 4 Dead werden aber sicher enttäuscht sein. Deshalb nicht mit zu hohen Erwartungen an das Spiel gehen, dann werdet auch ihr Spaß haben.

 

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Geschrieben von Tobias Liesenhoff
Chefredakteur für Games, Movies, Hardware seit Juni 2013.

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