Jojo’s Bizarre Adventure Eyes of Heaven – Test zum leider nicht so guten Jojo Adventure

Viele Anime und Manga haben außerhalb Japans Fuß gefasst. In vielen Fällen haben die unterschiedlichen Reihen, dies Spielen oder Fernsehserien zu verdanken. Neben Pokemon ist auch Naruto ein passendes Beispiel. Jojo’s Bizarre Adventure ist zwar nicht minder beliebt aber dennoch noch weitgehend unbekannt. Cyberconnect2 haben sich nun an einer spielbaren Umsetzung versucht. Ob sie für Jojo’s Bizarre Adventure das gleiche erreichen konnten wie für Naruto, verrate ich euch jetzt im Test.

 

Als Nichtexperte hat man keine Chance

Die Geschichte der Jojo’s Bizarre Adventure Reihe ist inzwischen recht komplex mit seinen ganzen übernatürlichen Elementen und Verstrickungen, daher erspare ich mir hier, zu sehr ins Detail zu gehen. Grob gesagt startet das Spiel am Ende des dritten Kapitels der Mangas. Danach folgt die Handlung lose der gewohnten Handlung jedoch mit einem Twist. Zeitliche Anomalien tauchen auf und Ereignisse geschehen außerhalb der eigentlichen Reihenfolge. SO tauchen Personen auf die eigentlich nicht mehr da sein dürften oder die noch gar nicht geboren sind. Nur die Joestar Familie kann die  Dinge wieder geradebiegen und die Realität wieder herstellen. Was ich hier aber wirklich ansprechen will, ist die Einsteigerfreundlichkeit. Es ist kein Problem ein Spiel zu produzieren, das zu großen Teilen auf Fanservice aufbaut. Aber sieht man sich die Naruto Ninja Storm Reihe an, sind das Titel, bei denen man die Story verfolgen kann auch ohne Experte zu sein. Im Fall von Jojo’s Bizarre Adventure haben Neulinge in dieser Welt leider das Nachsehen. Ihr bekommt zwar eine kleine Einführung in die Geschehnisse, die bringt Anfängern aber absolut nichts. Aber auch für Veteranen in der Jojo Story gibt es Problem oder zumindest ärgerliche Aspekte. Wahrscheinlich um mögliche Copyright Konflikte zu umgehen, hat man Namen zum Beispiel geändert, damit sie nicht mehr zu sehr nach den Originalnamen klingen. Macher Hirohiko Araki hatte nämlich eine große Vorliebe Charaktere nach bekannten Bands und Künstlern zu benennen. Das könnte bei einigen Fans weniger gut ankommen.

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Jotaro und die restliche Joestar Familie müssen es richten,

 

J-Stars meets All Star Battle

Auch wenn Jojo wie ein Beat’em Up daherkommt, ist es doch eher ein Mix aus J-Stars Victory und Jojo’s Bizarre Adventure All Star Battle. Ihr kämpft auf Map gegen eure Gegner, wobei die Maps in vielen Fällen so unnötig groß sind, dass mehr rennen als kämpfen angesagt ist. Das größte Problem ist, dass man euch hier wenig Skill abverlangt. Eure Moves werden euch jederzeit angezeigt und passend dazu, welche Taste ihr drücken müsst, um diese zu nutzen. Die Fähigkeiten nutzen dabei Cooldowns, damit ihr nicht unendlich oft eure Spezialattacken nutzen könnt. Wer J-Stars Victory gespielt hat, kennt das Prinzip. Ein Match endet dabei, sobald ein Team besiegt ist. Wirklich Spaß macht das Ganze aber leider nicht wirklich, das liegt vor allem daran, dass sehr oft der Spielfluss unterbrochen wird, durch seltsam lange Animationen, wenn ihr zum Beispiel zu Boden geht. Seid ihr gut könnt ihr zwar sehr mächtige Spezialattacken nutzen diese wiederum werden ebenfalls von sehr langen Animationen begleitet und bremsen somit stark. Leider könnt ihr auch nicht auf Vielfalt hoffen. Neben dem Story Mode gibt es nur noch den Free Mode, indem ihr gegen Computergegner antreten könnt, und einen Online Multiplayer. Darüber hinaus könnt ihr eure erspielten Joestar Punkte in Outfits, Posen und so weiter investieren. Um euch länger im Spiel zu halten, reicht das leider nicht aus. Warum man keinen Trial oder Training Mode integriert hat, ist mir ein Rätsel.

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Seid ihr gut in Kämpfen könnt ihr auch Team Moves ausführen.

 

Bekanntes Spektakel

Alle, die schon einmal die Naruto Ninja Storm Spiele gespielt haben, werden mit dem visuellen Stil schnell warm werden. Die Charaktere sehen sehr gut aus und die Effekte in den Kämpfen stehen denen aus Ninja Storm in Nichts nach. Was aber dem Vorbild nicht nahekommt, ist das Leveldesign. Das liegt auch daran, dass man die Engine des PS3 All Star Battle Titels wiederverwendet hat. Die 3D-Arenen bieten einige Stolpersteine, die das Gameplay gehörig bremsen. Wenn ihr zum Beispiel auf Häuserdächern unterwegs seid, um zu kämpfen, passieren euch schon des Öfteren mal Missgeschicke. Ihr rennt auf euren Gegner zu und plötzlich macht einen Exkurs in Richtung Boden. Allzu oft kommt so etwas vor, dass ihr schlecht sichtbare Abgründe überseht oder an kleinen Schwellen und Absätzen hängen bleibt. Die Tatsache das auch nur ihr an solchen Hindernissen hängen bleibt, ist nicht gerade hilfreich, denn dadurch kassiert ihr meist unnötige Treffer und die Gegner erhalten einen unfairen Vorteil. In Sachen Sound kann ich mich zumindest für die japanischen Sprecher verbürgen, die mit wirklich viel Ausdruck ihren Charakteren leben einhauchen. Die Musik hätte aber insgesamt besser ausfallen können. Nicht zuletzt ist die Jojo’s Bizarre Adventure Reihe ja für ihre vielen Musikreferenzen und direkten Namensgebungen berühmt. Da hätte man vielleicht mal versuchen sollen den einen oder anderen bekannten Track an den Start zu bekommen.

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Das Leveldesign hält einige nervige Fallen für euch bereit.

 

Fazit:

Die einzige Verbindung die Jojo’s Bizarre Adventure und die Naruto Ninja Storm Spiele gemein haben, ist der Entwickler. In Sachen Qualität gehen die Titel leider getrennte Wege. Die Darstellung und Inszenierung ist zwar in beiden Fällen sehr effektreich und knallbunt viele Probleme führen aber dazu, dass all das untergeht. Änderungen an Namen aus möglichen Bedenken wegen Copyrights werden vor allem den Fans sauer aufstoßen. Auf der anderen Seite setzt man für die Story so viel Wissen um die komplexen Vorgänge in Welt vor den Geschehnissen des Spiels voraus, dass Einsteiger kaum eine Chance haben hier irgendetwas zu verstehen. Das wäre kein Problem, wenn man sich dann wenigstens auf fehlerfreies Gameplay verlassen könnte, was leider hier nicht geboten wird. Kamera, Hitdetection und KI sind für ein Fighting Game nicht angemessen. Fast 90% der Kämpfe bestanden mehr aus dem Gegner hinterherlaufen als wirklich zuzuschlagen. Insgesamt bleibt ein Spiel mit ein paar wenigen Highlights aber ansonsten enttäuschendem Gesamteindruck. Für einen Durchbruch für Jojo’s Bizarre Adventure wird dieser Titel nicht sorgen.

 

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Geschrieben von Marco Schmandt
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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