John Wick Hex – Test zum strategischen Geballer

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John Wick: Kapitel 3 [dt./OV]
  • Lionsgate (20.09.2019)
  • Prime Video, Freigegeben ab 18 Jahren
  • Laufzeit: 131 Minuten
  • Keanu Reeves, Halle Berry, Ian McShane, Laurence Fishburne, Anjelica Huston
  • Deutsch, Englisch

Releasedatum: 8. Oktober 2019

Genre: Strategie

USK: Keine Angabe

Publisher: Gambitious Digital Entertainment

Plattformen: Playstation 4, Xbox One, PC

Denkt man an ein Spiel, welches von der John Wick-Filmreihe inspiriert ist, kommt man wohl sofort auf einen rasanten Action-Shooter. John Wick Hex geht jedoch einen anderen Schritt und präsentiert uns ein taktisches, rundenbasiertes Strategiespiel. Ob die tödliche Präzision des beliebten Auftragskillers so gut verdeutlicht wird, haben wir kurzerhand überprüft.

 

Keanu hatte keine Zeit

John Wick Hex spielt vor den Filmen, als John seinen Job als Auftragskiller noch nicht aufgegeben hat. So jagt er dem Antagonisten des Spiels, Hex, quer durch abwechslungsreiche Abschnitte New Yorks hinterher. Das Ganze wird aus der Sicht von Hex selbst erzählt, welcher von Troy Baker vertont wird. Lance Reddick und Ian McShane nehmen ihre Filmrollen Charon und Winston ein, Hex hat sie gekidnappt. Keanu Reeves allerdings scheint zu sehr mit Cyberpunk 2077 beschäftigt gewesen zu sein, ihn konnte man wohl nicht für dieses kleine Indiespiel gewinnen und so bleibt John Wick das Spiel über stumm. Die Story rückt aber auch eher in den Hintergrund, vielmehr geht es darum, sich kreativ durch die sieben Level und ihre Abschnitte zu schießen bzw. prügeln. Viel Abwechslung kommt dabei allerdings nicht auf, die Aufgabe ist immer die Gleiche: Gelangt von Punkt A zu Punkt B und räumt dabei jeden aus dem Weg, der euch in die Quere kommt. Doch wie bereits erwähnt ist dies kein Actionspiel und so ist rambohaftes Vorgehen nicht empfehlenswert.

John Wick Hex

Dass die Story aus der Sicht des Antagonisten erzählt wird, geschieht auch nicht oft.

 

Hakeliges Taktikgeballer

Das Kernkonzept von John Wick Hex ist eure Aktionsleiste sowie die eurer Gegner. Diese werden in Sekunden gemessen, wie lange eine der ausgeführten Aktionen dauert. So müsst ihr anhand der Dauer einer Aktion mit einplanen, wie eure Gegner reagieren und wie viel Zeit ihr habt, um entsprechend anzugreifen oder auszuweichen. Zwischen den Aktionen bleibt die Zeit stehen, ihr habt also genug Zeit, um zu planen. Es sei denn, ihr spielt im extremen Modus, hier bleiben euch zwischen jeder Aktion nur sechs Sekunden. Doch schon der normale Modus ist fordernd genug, oft kommt ihr in nahezu aussichtslose Situationen. John kann bestimmte Aktionen nur mit genug Fokus ausführen, die er immer wieder per Konzentration auffüllen muss. Dies sowie Verbände anlegen geht allerdings nur, wenn er steht. Seid ihr in der Hocke, könnt ihr zwar rollen, doch die vorigen Tätigkeiten nicht ausführen. Es erfordert also wirklich einiges an Hirnschmalz, um durch die Level zu gelangen. Hilfreich ist dabei allerdings, dass eure Gegner nicht allzu schlau sind. Sie schlurfen schnurstracks auf euch zu, sodass ihr eigentlich nur warten müsst, bis sie bei euch sind. Viele verschiedene Gegnertypen gibt es zudem auch nicht, Nahkämpfer wollen sich mit euch prügeln, der Rest ballert mit Waffen auf euch. Bis auf die Tatsache, dass spätere Gegner ein wenig mehr Panzerung haben, ändert sich nicht viel. Auch die Bosse sind eher enttäuschend. Da sie viel Fokus besitzen, müsst ihr sie erst einmal mit Nahangriffen treffen, bevor ihr sie abballern könnt. Das wird schnell langweilig. Hinzu kommt, dass die hakeligen Animationen das Geschehen nicht sonderlich ansehnlich machen.

John Wick Hex

Es kann schon ein wenig unübersichtlich werden, hier muss ein ruhiger Kopf bewahrt werden.

 

Planung ist alles

Bevor es in jedes Level geht, könnt ihr für ein wenig Geld Vorbereitungen treffen. So könnt ihr euch spezielle Boni sichern, sodass ihr mehr Leben oder mehr Fokus habt. Oder ihr versteckt Waffen und Verbände in den Abschnitten. Wichtig dabei zu bedenken ist, dass alles von eurer Lebensenergie, eurem Fokus und eurer Munition in die nächsten Abschnitte übernommen wird. Plant ihr also nicht entsprechend, müsst ihr einen besonders schwierigen Abschnitt mit besonders wenig Leben durchspielen, oder ihr fangt den ganzen Bereich von vorne an. Das kann recht schnell zu Frustrationen führen, denn viele Bereiche schmeißen euch mit Gegnern zu. Während die taktischen Elemente eigentlich gut funktionieren und auch Spaß machen, ist der Frustfaktor bei John Wick Hex durchaus recht hoch. Waffen hebt ihr immer nur komplett auf, eure derzeitige Wumme wird dann weggeworfen. Munition kann man nicht einfach aufheben. All dies ist dem Genre zuzuschreiben und kann auf das notwendige Balancing geschoben werden und wenn man sich erst einmal damit abgefunden hat, dann sieht man die Wege durch die Level auch klarer. Dennoch wurden hier viele Designentscheidungen getroffen, die fragwürdig sind.

John Wick Hex

Vor jedem Level könnt ihr wichtige Hilfsmittel platzieren oder euch neu ausrüsten.

 

Nicht ganz so filmreif

Der Look von John Wix Hex ist, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig. Gegen einen comicartigen Look ist ja im Grunde nichts auszusetzen, doch hier wurde er recht lieblos dargestellt. Die Zwischensequenzen sind in eingefrorenen Standbildern dargestellt, wie in einer Graphic Novel, hier sieht man vor allem bei Nahaufnahmen die nicht besonders liebevoll designten Gesichter. Im Spiel selbst fällt das alles nicht so groß auf, bis man die eingebaute Wiederholungsfunktion verwendet. Hier könnt ihr euch noch mal anschauen, wie ihr die Level durchgespielt habt, allerdings, mit cineastischer Kamera. Nicht nur fällt die Grafik hier wieder negativ ins Auge, auch die stakkato-artigen Animationen sind nicht hilfreich bei der Präsentation und man wünscht sich dann doch lieber, man würde die Filme schauen. Auch hier fällt das beim Spielen nicht so ins Gewicht, doch hakelige Bewegungen und glitchige Grafikfehler sieht man auch aus der Vogelperspektive. Das Ganze wirkt einfach schlichtweg nicht wirklich poliert, was für ein Indiespiel jetzt nicht so tragisch wäre, beim Namen „John Wick“ allerdings schon ein wenig enttäuscht. Auf Basis der herausragenden Filme wäre hier doch bestimmt mehr Leidenschaft vonnöten gewesen.

John Wick: Kapitel 3 [dt./OV]
  • Lionsgate (20.09.2019)
  • Prime Video, Freigegeben ab 18 Jahren
  • Laufzeit: 131 Minuten
  • Keanu Reeves, Halle Berry, Ian McShane, Laurence Fishburne, Anjelica Huston
  • Deutsch, Englisch

 

Positiv:

Interessanter Ansatz der Echtzeit-Strategie
Zumindest 2 Original-Stimmen + Troy Baker an Bord

Negativ:

Hoher Frustfaktor
Sehr mittelmäßige Grafik und hakelige Animationen
Nicht viel Abwechslung in den Levels
Wiederholungsfeature nicht besonders actionreich
  • John Wick Hex
    “Schade. Mehr kann man zu John Wick Hex eigentlich nicht sagen. Im Kern ist es ein solides Strategiespiel und zu dem günstigen Preis machen Fans des Genres auch keinen Fehlkauf, aber hier wäre so viel mehr drin gewesen. Fans der John Wick-Filme werden jedenfalls ein wenig enttäuscht, aber auch generell steckt das Spiel voller Fehler und optischer Fehlschritte. Vielleicht wäre der Schritt zum reinen Actionspiel doch richtiger gewesen.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Strategiefans können ruhig zuschlagen, wenn sie über die Macken hinwegsehen können und ein kurzweiliges Taktikgeballer erleben wollen, wer aber nur wegen dem Namen „John Wick“ über einen Kauf nachdenkt, sollte sich das noch einmal überlegen.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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