Indivisible – Test zum Mix aus Metroidvania und Japano-RPG

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Indivisible - [Nintendo Switch]
  • Herausgeber: 505 Games
  • Auflage Nr. 0 (31.12.2019)

Releasedatum: 8. Oktober 2019

Genre: Jump’n’Run, Action-RPG

USK: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher: 505 Games

Plattformen: PC, Playstation 4, Nintendo Switch, Xbox One

Das kleine Indiejuwel Indivisible bezeichnete ich als mein Indie-Highlight der gamescom 2019. Nun hatte ich die Gelegenheit, mir das volle Erlebnis einzuflößen und zu überprüfen, ob diese Bezeichnung auch in der Vollversion zutreffend ist. Also bin ich in die magische Welt eingetaucht und habe sie auf den Prüfstand gestellt.

 

So viele Charaktere

Eines zu Beginn: Wir brauchen hier keine oscarreife Handlung erwarten, die uns sprachlos vom Hocker reißt. Indivisible bietet uns eine 0815 Fantasy-Story vom drohenden Ende der Welt, einer Protagonistin, die nicht weiß, was sie ist und wo sie herkommt und fiesen, mit Monologen um sich schwingenden Bösewichten. Wir spielen als Ajna, ein 16-jähriges Mädchen, welches miterleben muss, wie ihr Dorf niedergebrannt und ihr Vater ermordet wird. Natürlich sinnt sie auf Rache und will den fiesen Ravannavar, welcher den Angriff befehligt hat, zur Strecke bringen. Doof nur, dass sie den Soldaten, der ihren Vater ermordet hat, in ihr Hirn aufsaugt und dieser fortan in Ajnas innerer Welt lebt. Gut, das ist dann doch nicht so 0815. Im Laufe des Spiels trefft ihr eine Vielzahl bunter Charaktere, die sich euch anschließen und Ajnas innere Welt bevölkerungsreicher machen. Bei ihrem Rachefeldzug befreit Ajna auch noch unglücklicherweise eine Göttin, welche die Welt zu zerstören droht. Der Clou dabei: Sie kann nur so stark werden, um diese Göttin zu besiegen, indem sie sich so viele Mitstreiter wie möglich in ihre innere Welt einlädt. All diese Charaktere sind zwar clever designt und haben alle ihre eigenen Charaktereigenschaften, jedoch sind es so viele, dass wir unmöglich alle kennenlernen können. Wir lernen kaum etwas über ihre Vergangenheit und wer sie wirklich sind, sondern kratzen nur an der Oberfläche. Und das ist schade, denn so kann man kaum eine Verbindung zu diesen Charakteren aufbauen. Vor allem, wenn sie einem prompt über den Weg laufen und sich euch innerhalb von Sekunden anschließen. Nichtsdestotrotz sind die Unterhaltungen dieser Charaktere untereinander pures Gold. Besonders die sarkastische Razmi, die eine Vorliebe für ekelige, groteske und brutale Sachen hat, haut einen witzigen Spruch nach dem anderen raus.

Indivisible

Wer die Quak hat, hat besonders in Indivisible die Wahl.

 

Das Metroid-JapanoRPG-vania

Indivisible vermischt gleich eine Menge Genres miteinander und versucht auf diese Art, ein einzigartiges Spielerlebnis zu schaffen. In gewisser Weise schafft es dies sogar. Wenn ihr in der Welt unterwegs seid, bewegt ihr euch in guter alter 2D-Manier durch die Gegend. An einem bestimmten Punkt im Spiel stehen euch ein paar Areale offen und ihr könnt sie erkunden. Nach und nach erlernt ihr neue Fähigkeiten, mit denen ihr an bisher unerforschte Orte gelangt. So könnt ihr mit eurer Axt an Wänden emporklettern, mit eurem Speer einen Sprung in die Höhe wagen und mit einem gezielten Sprung durch kleine Spalten schlüpfen. Mit der Zeit werden die Platforming-Mechaniken,  mit denen ihr durch die Level hüpft, immer anspruchsvoller. In diesem Aspekt spielt sich Indivisible wie ein etwas abgespecktes Metroidvania. Es gibt zwar ein paar Geheimnisse und Nebenquests, allerdings nicht so viel zu entdecken. Die einzigen Sammelobjekte sind rote Rinsels, mit denen ihr eure Verteidigung und Angriffsstärke erhöhen könnt. Die Nebenquests bringen euch meist einen neuen Mitstreiter ein. Das war es dann aber auch, keine weiteren versteckten Gegenstände oder Ähnliches. Abseits von Ruinen und Dungeons gibt es noch Städte mit einer Menge NPCs. Hier wurden anscheinend alle möglichen Konzepte von dem Charakterdesignteam verwendet, denn viele sehen so aus, als wären sie wichtig. In anderen Spielen wäre eine Hasendame mit riesigem Hammer sicher ein Partymitglied geworden, in Indivisible ist sie lediglich ein NPC mit unwichtigem Dialog. Von solchen Figuren gibt es einige und es fühlt sich seltsam an. Gleichzeitig sorgen diese NPCs aber dafür, dass die Städte durchaus lebendig wirken. Abseits der Städte gibt es wie gesagt Ruinen und Tempel zu erkunden, die nicht nur eure Platformingkünste unter Beweis stellen, sondern euch auch in Kämpfe gegen Monster schicken. Und hier wechselt das Spiel in das Japano-RPG-Genre.

Indivisible

Die Städte sind von vielen bunten NPCs bevölkert.

 

Echtzeit oder rundenbasiert?

Genauso wie Indivisible eine Mischung aus Metroidvania und Japano-RPG ist, so ist auch das Kampfsystem ein Mix aus zwei Aspekten. Oberflächlich haben wir hier ein Echtzeit-Kampfsystem. Jedem eurer vier aktiven Partymitglieder ist eine Taste zugeordnet. Drückt ihr sie, greift er den Gegner an. Ihr könnt dies auch mit Richtungstasten kombinieren und so eine Oben- und eine Unten-Aktion ausführen. Zu Beginn hat jeder Charakter zwei Aktionen zur Verfügung, die sich mit Wartezeit wieder aufladen. Ihr könnt später aber noch mehr Aktionspunkte freischalten. Nun ist jedoch auch ein rundenbasiertes Gameplay im Spiel. Wenn einer eurer Charaktere angreift, verteidigen sich die Gegner, greifen die Gegner an, könnt ihr nur blocken. Also müsst ihr schon ein wenig schnell überlegen und eure Angriffe durchführen, sonst schlägt euer Gegner zu. Die Tatsache, dass es so viele NPCs gibt, ist zwar wie erwähnt für die Erzählstruktur etwas schädlich, für das Gameplay in den Kämpfen ist es jedoch ein Segen. Jeder bringt seine eigene Palette an Fähigkeiten mit und es macht bei ausnahmslos allen Charakteren Spaß, diese auszuprobieren. Zudem könnt ihr eine magische Leiste mit euren Angriffen auffüllen und so noch stärkere Spezialattacken auf eure Gegner loslassen wie zum Beispiel einen riesigen, magischen Laserstrahl, einen flammenden Tigergeist oder explodierende Pusteblumensamen. Ihr levelt zwar auf, jedoch hat das kaum Auswirkungen. Ihr lernt keine neuen Angriffe oder Ähnliches, nur eure Lebensenergie steigt an. Eure Stärke wird durch eure Zusammensetzung der Charaktere bestimmt und wie ihr deren Angriffe verwendet und kombiniert. Das Kampfsystem ist mit Abstand der spaßigste Aspekt von Indivisible und aufgrund der Vielzahl an spielbaren Kämpfern superabwechslungsreich.

Indivisible

In den Kämpfen geht es den Monstern an den Kragen.

 

Wunderschöne Welt mit technischen Macken

Indivisible ist einfach nur eine Wonne anzuschauen. Die handgezeichnete Grafik verpasst dem Spiel einen einzigartigen Look und wie schon erwähnt sind auch seine Bewohner nicht von schlechten Eltern. An Kreativität mangelte es den Designern der Spielwelt und deren Einwohnern nun wirklich nicht. Zudem werden einige Sequenzen in schön gezeichneten Großaufnahmen präsentiert und das Intro wurde sogar vom berühmten japanischen Animationsstudio Trigger animiert. So schön diese Welt auch ist, sie hat leider ihre Schattenseiten. Besonders in bevölkerungsreichen Gegenden knickt das Spiel ein wenig ein und die Framerate sinkt merklich. Währenddessen laufen die Kämpfe absolut flüssig. Diese Ruckler sind zum Glück nicht durchgehend vorhanden und sind somit nur ein kleiner Makel, über den man durchaus hinwegsehen kann. Auch die Kameraprobleme, die an manchen Stellen aufgetreten sind, sind vertretbar. Es handelt sich hier um kleine Fehler, bei denen man nur kurz die Augenbrauen hochzieht, dann aber doch weiterspielt. Nichts, was den Spielfluss wirklich unterbrechen würde.

Indivisible - [Nintendo Switch]
  • Herausgeber: 505 Games
  • Auflage Nr. 0 (31.12.2019)

 

Positiv:

Witzige, gut designte Charaktere
Spaßiges, abwechslungsreiches Kampfsystem
Farbenfrohe Spielwelt
Mini-Metroidvania-Feeling mit neuen Fähigkeiten etc.

Negativ:

Trockene Story und mangelnde Charakterentwicklung
Kleinere technische Schnitzer
Nicht so viele Geheimnisse zu entdecken
  • Indivisible – Test zum Mix aus Metroidvania und Japano-RPG
    “Indivisible hat zwar seine Schwächen, unter diesen versteckt sich jedoch ein sympathischer Mix aus 2D-Abenteuer und Rollenspiel. Sicher, die Story ist nicht das Gelbe vom Ei und bei den Charakteren wurde hauptsächlich auf Quantität statt Qualität gesetzt, das spaßige Gameplay kann das aber locker ausmerzen. Besonders das Kampfsystem hat es mir angetan und hier ist die Quantität der Charaktere aufgrund der Abwechslung ein Segen. Und natürlich ist das Spiel auch noch schön anzusehen, somit gibt es also kaum etwas zu meckern. Ich kann mein Fazit von der gamescom nur unterstreichen, wir haben hier einen Indie-Geheimhit.”
    Maarten Cherek, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Besonders Rollenspielfans werden mit diesem Titel ihre helle Freude haben, wenn sie kleinere Einschnitte in der Story und im Tiefgang der Charaktere verkraften können.

Maarten Cherek
Geschrieben von
isst nichts so heiß, wie es gekocht wird!

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