Hyrule Warriors Legends – Test zur 3DS-Version der Massenschlachten

Mit Hyrule Warriors für die Wii U gelang Nintendo und Koei Tecmo eine Fusion, die vorher nicht absehbar war. Das klassische Zelda-Universum trifft auf Massenprügeleien im Dynasty Warriors Stil. Die damals gut umgesetzte Version für die Wii U bekam dieses Jahr einen Ableger für den Nintendo 3DS. Mit dabei sind neue Charaktere, neuer Content innerhalb der Story und Feengefährten. Mit einem Code, der dem 3DS-Spiel beiliegt, lassen sich die neuen Inhalte auch auf die Wii U-Version transferieren. Doch ist der 3DS Port ein eigenständiges Spiel, das es sich lohnt, zu kaufen? Selbst, wenn man die Wii U-Version im heimischen Wohnzimmerschrank stehen hat? Das alles und noch viel mehr erfahrt ihr in diesem Test!

 

Link meets Warriors

Für alle, die das Spielprinzip noch nicht kennen, erkläre ich dieses in diesem Absatz Schritt für Schritt. In Hyrule Warriors Legends geht es darum, Schlachten zu gewinnen und Gegnerhorden zu töten. Hierfür müssen Festungen erobert werden, indem der Kommandant einer Festung bezwungen wird. Nebenbei müsst ihr unterschiedliche Ziele erfüllen wie das Eskortieren einer bestimmten Person. Hierfür stehen euch viele Charaktere aus dem The Legend of Zelda-Universum zur Verfügung. Auch die Schauplätze sind aus verschiedenen Teilen der The Legend of Zelda-Reihe entnommen. Beispielsweise findet ihr euch in einer Schlacht in der Ranelle-Schlucht wieder, während ihr zum Ende hin in der sengenden Hitze der Gerudo-Wüste ausharren müsst. Ihr müsst während der gesamten Partie einen kühlen Kopf bewahren, um den Überblick über das Schlachtfeld nicht zu verlieren. Um eure Charaktere zu stärken, habt ihr die Möglichkeit, Items während der Schlachten zu sammeln, die ihr durch Bezwingen von Gegner erhaltet. Diese Items benötigt ihr, um den Angriff oder spezielle Techniken eurer Charaktere zu verbessern. Ihr könnt sogar eure hart gesammelten Rubine ausgeben, um eure Charaktere im Level steigen zu lassen. In jeder Schlacht lässt sich zudem ein Herzteil finden, mit welchem die Lebensanzeige eurer Charaktere verbessert wird.

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Mit Items könnt ihr große Gegnermassen verkloppen

 

Aus alt mach neu

Die 3DS-Version zu Hyrule Warriors besitzt wie im Original nur eine englische Vertonung. Die Grafik könnte besser sein, sie erinnert an viele Standard 3DS-Spiele und stellt nichts Außergewöhnliches dar, wie man es aus anderen Spielen gewohnt ist. Dies hängt unter anderem mit der FPS-Zahl des Spieles zusammen. Bereits in der Demo war abzusehen, dass das Spiel nicht ruckelfrei laufen wird. Die Action in den Gefechten setzt dem 3DS einiges zu, weshalb – besonders in Filmsequenzen und vielen Gegnermassen – das Bild zwischenzeitlich kurzzeitig stehen bleibt. Auch der Ton sackt mit dem Bild ein. Durch die Portierung auf den 3DS geht das Problem des zu kleinen Bildschirms einher. Die Schlachten wirken viel zu überladen und durch das fehlende schnelle Umschauen wird das Gemetzel oft zum Chaos. Auch die Storysequenzen sind viel zu klein. Besonders ärgerlich ist in Hyrule Warriors Legends das Anvisieren von Gegnern. In hitzigen Schlachten ist es nicht möglich, schnell zwischen den Gegnern vom Anvisieren hin und her zu wechseln, was oft zu Frustmomenten führt. Auch den Kommandanten in Festungen findet man nicht direkt, was das Einnehmen in die Länge zieht. Dieser Nachteil wird auf dem New 3DS ausgemerzt: Hier habt einen zusätzlichen C-Stick, mit dem ihr euch im Getümmel viel besser und schneller umsehen könnt. Wollt ihr also ohne Frust in große Schlachten ziehen, bleibt euch nichts anderes übrig, als euch einen New 3DS zu besorgen, was wohl eine Vermarktungsstrategie seitens Nintendo ist, um den New 3DS an die Leute zu bringen. Ein weiterer Nachteil des „normalen“ 3DS ist die Leistung. Ihr habt neben den ganzen Monsterhorden mit längeren Wartezeiten zu kämpfen, besonders der Startbildschirm verlangt euch einige Sekunden mehr Geduld ab.

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Die Ansicht ist nicht immer die Beste

 

Port Monee wartet auf euch

Allerdings warten auch viele Neuerungen in Legends auf euch, die Grund zur Freude veranlassen. Ein neues Item bildet die Okarina, mit der ihr euch zu vorher freigeschalteten Eulenstatuen teleportieren könnt, um schnell von einem Punkt zum anderen zu gelangen, was euch auf großen Karten einen Vorteil verschafft. Die wohl größte Neuerung, die ihr auf die WiiU übertragen könnt, sind die neuen Charaktere. Neben Zockerlieblingen wie Toon-Link und dem Horror Kid findet sich auch eine weibliche Versions Links wieder, genannt Linkle. Diese erhält sogar eigene Filmsequenzen und eine eigene Storyline, indem man das quirlige, blonde Mädchen näher kennenlernt. Statt Soldaten befiehlt Linkle eine Armee aus Hühnern, da sie selbst eine Zucht betreibt. Linkle besitzt zudem eine weitere Fähigkeitsleiste. Drückt ihr den X-Knopf, während die Leiste gefüllt ist, wechselt ihr zur First-Person-Ansicht und ballert auf eure Gegner mit Linkles zwei Armbrüsten. Habt ihr die Hauptstory, Cias und Linkles Storyline durchgespielt, wird die Wind Waker Saga freigeschaltet. Hiermit erhaltet ihr neuen Content in der 3DS-Version und könnt die Geschichte rund um die kleine Piratenkapitänin Tetra erleben. Hyrule Warriors Legends erhält zudem weitere DLCs, die an 3DS-Spiele aus dem Zelda-Universum wie Spirit Tracks oder A Link Between Worlds anlehnen. Mit einher gehen neue Charaktere wie Medolie, die auch für die WiiU-Version verfügbar sein werden.

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Auch mein Lieblingscharakter hat es ins Spiel geschafft!

 

Portierung gelungen?

Der Touchscreen auf dem 3DS dient euch als Karte. Hier könnt ihr jederzeit nachschlagen, wo sich welche Gegner befinden und welche Festungen kurz davor stehen zu fallen. Der Touchscreen wird in diesem Spiel wirklich gut genutzt und steuert der Unübersichtlichkeit ein wenig entgegen. Auf dieser könnt ihr auch Mitstreiter befehligen und entscheiden, welche Gegner sie angreifen oder welche Festung sie verteidigen sollen. Taucht ein Bossgegner auf, könnt ihr all eure Mitstreiter zu dem Gegner schicken, denn für jeden Mitstreiter in Nähe des Bossgegners verstärkt sich euer ausgeteilter Schaden. Ploppt über Gegnern ein Itemsymbol auf, damit dieser geschwächt werden kann, könnt ihr euer Items schnell und bequem über den Touchscreen wechseln. Allerdings kommt dem Touchscreen im Abenteuer-Modus zu wenig Bedeutung zu. Ihr habt auf den Bildschirmen verschiedene Ansichten der gesamten Karte im Abenteuermodus, seht die Karte jedoch niemals im Gesamten. Zoomen ist hier leider nicht möglich, was euch keine genauen Routen über die Karte des Abenteuermodus planen lässt. Im Abenteuermodus könnt ihr eure Feengefährten in gegnerischen Festungen finden, die ihr mit schönen Kostümen ausstatten könnt. Durch Kleidung und Nahrung, mit denen ihr eure Feengefährten füttern könnt, steigen Attribute und Level. Je nachdem, was für Nahrung ihr eurem Feengefährten gebt, kann diese eine andere Fähigkeit erlernen, um euch im Kampf zu unterstützen. Rufen könnt ihr eure Fee einfach und bequem über dem Touchscreen in einer Schlacht.

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Die Feen lassen sich so kleiden, wie ihr es wollt

 

Fazit:

Die Umsetzung von Hyrule Warriors Legends auf dem 3DS ist im Gegensatz zur Wii U-Version etwas weniger gelungen. Die vielen Neuerungen und der neue Abschnitt der Geschichte trösten nicht darüber hinweg, dass der New 3DS einen Vorteil gegenüber dem 3DS hat. Natürlich macht es Sinn, da der New 3DS mehr kostet das der normale 3DS, allerdings sollten nicht elementare Punkte wie die Steuerung und der Überblick im Nachteil sein. Längere Ladezeiten allein wären kein Problem gewesen. Dementsprechend schneidet der 3DS Port im Gesamtranking etwas schlechter ab als der große Bruder auf der Wii U.

 

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Geschrieben von Jasmin Beverungen
schwärmt heimlich für ein Leben als Strohhutpiratin!

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