Hitman (Intro Pack) – Test zur ersten Episode von Agent 47

Agent 47 ist bekannt für seine lautlosen Tötungen und für das Heranschleichen an seine Gegner. Feuer frei also für den sechsten Teil der Hitman-Reihe. Nachdem die Telltale Games sehr erfolgreich als Episoden-Spiele vermarktet werden und Square Enix im letzten Jahr mit Life is Strange genau dasselbe Konzept auffuhr, geht es dem Auftragskiller nun genauso. Völlig zurecht ist die Meinung der Fans und Spieler über die Veröffentlichungspolitik. In ganzen sieben Episoden möchte man das Spielerlebnis Stück für Stück an den Spieler bringen. Warum Episoden-Veröffentlichungen eben nicht zu jedem Genre passen und warum das Intro-Pack von Hitman Lust auf mehr bietet, erfahrt ihr nun in unserem Test zur ersten Episode.

 

Episoden-Spiele und die finale Wertung:

Da Episoden-Spiele mittlerweile einen enormen Zuwachs erhalten, müssen wir uns dementsprechend auch etwas bezüglich der Bewertung einfallen lassen. Unser Entschluss, die Wertung erst mit der letzten Episode zu wählen, geht mit Hitman in die erste Runde. Alle zuvor veröffentlichten Episoden-Titel bleiben von dieser neuen Regelung unberührt. Auch ein User-Rating geht erst mit der letzten Episode online.

 

Wer ist dieser Agent 47 eigentlich?

Der sechste Teil trägt zwar keinen Untertitel oder gar eine Zahl im Namen, trotzdem ist es auch kein Reboot der Serie, denn die Geschichte passt wenigstens ein wenig zu den früheren Teilen. Zeitlich spielt Hitman nämlich in der Gegenwart und somit nach seinen Vorgängern. Einzig der Prolog spielt 20 Jahre zuvor. Agent 47 ist aus dem Klonlabor entkommen und macht bei der ICA (International Contract Agency) nun seine Einführung. Eine Kindheit hatte er nicht, schließlich wurde er bereits im Labor zu einem perfekten Attentäter gezüchtet. Einen Namen besitzt er ebenfalls nicht, außer die Nummer 47. In einer Geheimbasis der ICA muss er nun sein Können unter Beweis stellen. Die ersten zwei Missionen spielen genau in dieser Basis und bringen uns das Spielprinzip anhand von Tutorials bei. Danach geht es in die erste eigentliche Hauptmission und damit zur Modenschau in ein Pariser Schloss. Hier gilt es die beiden Gauner Viktor Novikov und Dalia Margolis ausfindig zu machen und umzulegen. Sie sind Köpfe einer Geheimorganisation, welche geheime Informationen ausfindig macht und diese dann in einer Auktion versteigert. Durch diese Vorgehensweise sind bereits Staatsmänner umgebracht worden. Unser Auftrag ist es nun, die beiden daran zu hindern, dass in Paris eine weitere Liste mit MI6-Agenten in den Umlauf gebracht wird. Die eigentliche Geschichte findet allerdings meist nur im Hintergrund oder neben den Missionen statt. Dies hat, zumindest für die erste Episode, die Folge, dass es keinerlei Tiefgang oder Höhepunkte innerhalb der kurzweiligen Erzählungen gibt. Einzig der Hinweis über die bösen Machenschaften bringen zumindest eine logische Erklärung für den Mord an den beiden Figuren. Wer auf eine lineare Geschichte mit Twists und Höhepunkten wartet, den müssen wir leider “erstmal” enttäuschen.

Bereits der Prolog zeigt uns, wie viele Möglichkeiten es gibt, die Zielperson auszuschalten.

Bereits der Prolog zeigt uns, wie viele Möglichkeiten es gibt, die Zielperson auszuschalten.

 

Das Prolog-Pack

Viel Inhalt bietet das Intro Pack auf den ersten Blick nicht. Die beiden Prolog-Missionen waren bereits in der Beta spielbar und kamen uns somit bereits bekannt vor. Neu hinzugekommen ist die Sanguine-Modenschau in Paris. Insgesamt bietet das Intro-Pack also drei Missionen, die innerhalb von knapp zwei bis drei Stunden erfolgreich erledigt sind. Viele haben jetzt vielleicht etwas mehr erwartet, immerhin erscheinen in den nächsten Monaten noch sechs weitere Episoden, die dann hoffentlich mehr Inhalte liefern. Wahrlich schlimm ist der “kleine” Umfang allerdings nicht. Schließlich setzt IO Interactive auf ein offenes Leveldesign, was zig Möglichkeiten der Vorgehensweise ermöglicht. Dies wird bereits in der ersten Prolog-Mission deutlich. Hier sind wir auf einem Party-Schiff unterwegs und können unserer Zielperson entweder vergiften, ertränken, erwürgen, erschießen, sprengen oder von hinten erschlagen. Wie wir dies erledigen, bleibt unsere Sache. Offiziell wird sogar von Sandbox gesprochen, was durchaus nachvollziehbar ist. Denn auch wenn man nur zwei Personen in Paris das Handwerk legen muss, dank des großen Schauplatzes gibt es nicht nur einen Weg dies auch erfolgreich zu erledigen. Es gibt die kreativsten Wege, das Ziel zu erreichen. Dies wird vor allem anhand der Location ziemlich deutlich. Denn die gesamte Anlage bietet uns verschiedene Säle, Clubs, die eigentliche Modenschau, diverse Stockwerke und Gärten. Highlight dürfte sicherlich Agent 47 als Model auf dem Catwalk sein. Ja, auch das ist eine Vorgehensweise, um die Täter zu fassen.

Schicker 47...

Schicker 47…

 

CoD-Spieler haben´s schwer

Es ist wirklich motivierend im Menü nachzuschauen, welche Wege man auf der Modenschau noch nicht gegangen ist. Dies treibt den Wiederspielwert der jeweiligen Missionen natürlich ungemein in die Höhe – deshalb auch der kleine Umfang. Die Entwickler stellen somit sicher, dass der Spieler sich mit den einzelnen Leveln auch auseinandersetzt und nicht nur eine Mission nach dem anderen abgrast. Allerdings wäre eine vollwertige Veröffentlichung des gesamten Spieles deutlich angenehmer und besser gewesen. Denn man merkt dem Spiel leider an, dass es noch nicht komplett ist. Auch die Geschichte hätte so sicherlich eine viel größere Rolle gehabt, was besonders bei so einer bekannten Spiele-Reihe wirklich lobenswert gewesen wäre. Viele Fans der Reihe ist die Episoden-Veröffentlichung ein Dorn im Auge. Positiv ist es aber, dass die Spielmechanik den Wurzeln der Serie treu geblieben ist. Weitläufige Areale wollen erkundet und die sich dort befindlichen Zielpersonen erledigt werden. Dabei stehen uns verschiedene Waffen und Gadgets zur Verfügung. Wer der Call of Duty-Marnier folgt, wird in Hitman nicht sonderlich weit kommen. Hier zählen vor allem das Schleichen, das leise Töten mit der Klavierseite und das Verkleiden. Für hohe Highscores gibt es weitere Gadgets und neue Waffen, die für den weiteren Verlauf zur Wichtigkeit werden können. Der Schwierigkeitsgrad ist für Neueinsteiger ordentlich knackig, für Veteranen eine gute Mittelklasse. Aber auch eine umfangreiche Hilfefunktion steht dem Spieler zur Verfügung. Hier können die verschieden Vorgehensweise bereits anhand von kurzen Bildern und Hinweisen angesehen werden. Passend dazu gibt uns das Spiel anhand von Markierungen immer wieder Hilfe, wie der nächste Schritt zum Erfolg aussieht. Optional ist diese Funktion aber auch abschaltbar. Die Gegner-KI ist ganz ordentlich, reißt sich allerdings keine Zacke aus der Krone – Serienfans wissen, worum es geht. Optisch sieht Hitman wirklich gut aus. Es gibt kaum etwas auszusetzen. Die Texturen sind allesamt scharf und besonders Paris protzt nur so von Details. Ob dies so bleibt, werden wir mit den nächsten Episoden sehen. Zumindest die kommenden zwei Orte stehen bereits fest: In Episode 2 geht es ins italienische Sapienza, in Episode 3 nach Marrakesh in Marokko.

Ein kaputter Schleudersitz könnte die Zielperson sicher in den Tod bringen.

Ein kaputter Schleudersitz könnte die Zielperson sicher in den Tod bringen.

 

Fazit zur ersten Episode:

Das Intro-Pack mit dem Prolog und der Paris-Mission macht Lust auf die kommenden Inhalte. Das offene Spieldesign mit den verschiedensten Vorgehensweisen lassen einen die Level auch gerne mehrmals spielen. Ganz in alter Manier kommt Agent 47 also daher und bietet besonders den unerfahrenen Spielern einen guten Einstieg in die Materie. IO Interactive geht mit dem neuen Hitman in eine sehr gute Richtung, auch wenn wir sehr sehr gerne mehr als nur ein Intro-Pack hätten haben wollen. 47 kann es noch und hält die Lust auf sechs weitere Aufträge.

Unsere aktuelle Wertungsprognose liegt bei 82-87 Prozent.

 

Geschrieben von
freut sich sehnsüchtig auf das Finale in diesem Jahr.

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