Hidden Agenda – Test zum PlayLink Thriller

Supermassive Games konnte nicht nur Fans, sondern auch Sony selbst, mit dem Erfolg des Teeny Horror Games Until Dawn überraschen.  Mit Rush of Blood machte der Entwickler dann einen Abstecher in die Welt von VR und konnte auch da mit seinem Achterbahn Shooter Fans finden. Mit Hidden Agenda bringt Supermassive jetzt einen interaktiven Thriller für das neue PlayLink Format heraus. Dabei könnt ihr allein oder mit Freunden Entscheidungen treffen, um den mysteriösen Fall aufzulösen. Wie sich der Titel behaupten konnte, erfahrt ihr jetzt im Test.

 

Interessanter Ansatz ohne Durchhaltevermögen

Hidden Agenda versetzt euch in einen Polizeithriller, indem ihr die Rolle der Polizistin Becky Marney übernehmt. Sie und Kollegen ihrer Wache werden von dem Trapper Killer auf Trab gehalten. Dieser entführt Personen, tötet diese und stellt dann Fallen auf, um auch die anrückenden Polizisten zu töten. Auf diese Weise hat der Killer schon einige Opfer angehäuft. Nachdem ihr auf einen Hinweis reagiert, stellt ihr dann aber den Killer und dieser wird zum Tode verurteilt, so weit, so gut. Einige Jahre später jedoch, kurz vor der Hinrichtung des Mörders, behauptet dieser unschuldig zu sein. Von hier an entfaltet sich eine Spirale aus Verdächtigungen und möglichen Motiven, die darauf hindeuten, dass hier mehr vor sich gehen könnte, als man zuerst glaubt. An sich präsentiert sich die Story von Hidden Agenda sehr interessant, dabei gibt es unterschiedliche Entscheidungen, die den Ausgang beeinflussen und zu einem von mehreren Enden führen. Leider hat das Spiel einen entscheidenden Fehler, denn die gesuchte Person wird euch praktisch sofort verraten, noch bevor die etwa zwei Stunden lange Story am Ende ist. Grund hierfür sind die Gesichtsanimationen. Ohne zu viel sagen zu wollen, aber wenn ihr die Person seht, wisst ihr sofort, was ich meine.

Hidden Agenda

Ihr trefft immer wieder Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte verändern können.

 

Wenig Interaktion und ein schlechtes Beispiel für PlayLink

Hidden Agenda setzt zu allererst voraus, dass jeder Spieler ein Smart Device mit der Hidden Agenda App bereithält. Ihr könnt allein oder mit bis zu sechs Spielern gleichzeitig spielen. Sind alle Spieler verbunden, müsst ihr entscheiden, ob ihr gegeneinander um Punkte spielen wollt oder zusammen den Fall lösen wollt. Spielt ihr gegeneinander erhalten Spieler immer wieder eine geheime Anweisung auf ihr Smartphone mit dem Ziel, die anderen Spieler in eine bestimmte Richtung zu manipulieren. Gelingt dies, winken Bonuspunkte für den jeweiligen Spieler. Spielt ihr allein oder zusammen im Team, trefft ihr Entscheidungen gemeinsam. Egal wie ihr euch entscheidet, in beiden Fällen verfliegt die Spannung recht schnell. Viel Interaktionen bietet man euch nämlich nicht, während die Story vor euch in Cutscenes abgespult wird. Da unterschiedliche Entscheidungen möglich sind und mehrere Variationen existieren, kommt es recht häufig zu unlogischen Übergängen. Das macht es recht schwer sich voll auf die Story einzulassen. Die Interaktionen beschränken sich dabei im Grunde auf drei Dinge: Antworten, eine Szene nach drei vorgegebenen Hinweisen untersuchen oder ein Quick Time Event, bei dem ihr den Pointer in einen bestimmten Bereich bewegen müsst. Gerade bei letzterer Interaktion ist präzise Eingabe über den Touchscreen nicht wirklich möglich und man versagt in dem Moment. Zusätzlich bietet die App eine Pausefunktion für das Spiel, da ihr auch immer wieder aktualisierte Informationen zu Personen in der App erhaltet oder Ripple Events verfolgen könnt. Ripple Events sind dabei Hidden Agendas Gegenstück zu den Butterfly Momenten aus Until Dawn, also Entscheidungen, die Konsequenzen für den Verlauf haben.

Hidden Agenda

In der App erhaltet ihr unter anderem Informationen zu den Charakteren.

 

Die Animationsabteilung braucht Nachhilfe

Wer die Cutscenes in Until Dawn gesehen hat, bekommt genau das auch hier geboten. Hält man die Gesichter der Charaktere in einem Screenshot fest, dann sehen diese sehr gut animiert aus. Leider hält sich dieser Eindruck nicht in Bewegung, denn Gesichter sehen oft seltsam aus und Bewegungen wirken extrem steif. Die größte Enttäuschung aber ist die Mimik und Animation der gesuchten Person. Selten zuvor hat jemand von der ersten Sekunde an so offensichtlich schuldig ausgesehen. Wie gesagt, keine Spoiler, aber ihr erkennt die besagte Person sofort. Die Stimmen können da auch nichts retten, denn auch hier verrät sich die schuldige Person sofort. Hier sind die Entwickler in einen “Supermassive” Fettnapf getreten.

 

Positiv:

Interessanter Storyansatz...
Gute Optik ...

Negativ:

...der schnell an Atmosphäre verliert
...wenn man Screenshots sieht, in Bewegung wirken Animationen oft steif
Schlechte Gesichtsanimationen verraten die gesuchte Person sofort
PlayLink Format passt hier einfach nicht
  • Hidden Agenda
    “Hidden Agenda macht anfangs alles richtig, wenn es um den Aufbau einer spannenden Atmosphäre geht. Umso bedauerlicher ist es, wenn kurz darauf klar wird, dass das PlayLink Format erstens nicht richtig passt und die Erfahrung nicht langfristig fesseln kann. Die optische Qualität liegt gleich auf mit dem vorherigen Titel Until Dawn. Leider hat die Animationsabteilung diesmal einen grundlegenden Fehler gemacht, der die gesuchte Person sofort verrät, lange bevor das Ende erreicht ist. Die Entwickler haben leider auch keinen guten Job dabei abgeliefert, für gute Übergänge zu sorgen. Viel zu oft schneiden Szenen unlogisch ineinander über oder beachten nicht vorherige Entscheidungen. Die Steuerung mit dem Smartphone ist zudem eher fummelig und lenkt eher von der Story ab. Persönlich wäre mir eine längere Version mit ausgefeilterer Story im Stil von Until Dawn lieber gewesen, denn was man hier bekommt, ist viel zu kurz mit etwa 2 Stunden. Hidden Agenda bietet einen interessanten Storyansatz, der leider schnell vergeht und eine Smartphone Steuerung, die absolut nicht zum Stil passt. Hier sollte man vielleicht eher auf einen Sale warten.”
    Marco Schmandt, Redakteur

Ab in die Sammlung?

Wer ein Game von Supermassive mit Unterhaltungswert sucht, ist mit Until Dawn besser bedient. Hier sollte man eher auf einen Sale warten.

Marco Schmandt
Geschrieben von
Ist unterwegs als Space Ninja in Warframe

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